• Muzeu i Maskave - Masken für Venedig 🎭

    November 14, 2025 in Albania ⋅ ☀️ 16 °C

    Das Muzeu i Maskave in Shkodra ist eigentlich kein Museum, sondern eine Werkstatt für venezianische Masken. Die werden hier produziert und dann in Venedig verkauft - eine kleine historische Ironie.

    Von 1396 bis 1479 gehörte Shkodra zum venezianischen Herrschaftsgebiet am Balkan, zu jener Albania Veneta, die sich entlang der adriatischen Küste erstreckte. Die Stadt war damals ein strategisch wichtiges Handelszentrum - venezianische Quellen sprechen von über 3500 Geschäften im 18. Jahrhundert. Shkodra exportierte Wolle, Leder und Tabak nach Venedig, während die Republik hier einen Vizekonsul unterhielt und die Stadt als "Herz und Hauptstadt" ihres albanischen Herrschaftsgebiets bezeichnete. Die Handelsbeziehungen waren so intensiv, dass Shkodras Kaufleute über 130 Firmen in Venedig betrieben.

    Heute läuft der Handel in umgekehrter Richtung: Die Venice Art Mask Factory produziert für den venezianischen Markt. Die Werkstatt liegt etwas außerhalb des Zentrums und ist auf den ersten Blick unscheinbar. Im Atelier arbeiten albanische Künstler an langen Tischen. Jeder hat seinen eigenen Arbeitsbereich, und man kann ihnen bei allen Produktionsschritten zusehen - vom Erstellen der Form über das Grundieren bis zum Bemalen und Verzieren. Die Masken entstehen in traditioneller Papiermaché-Technik und werden mit echten Federn, Blattgold, Silber und Swarovski-Kristallen dekoriert. Wer möchte, kann in Workshops auch selbst eine Maske bemalen.

    Der angeschlossene Showroom ist dann allerdings alles andere als unscheinbar. In einem großzügigen, opulent eingerichteten Raum hängen und stehen hunderte von Masken - von der kleinen Maske für 15 Euro bis zur großen, aufwendig verzierten Prunkmaske für über 2000 Euro. Dazwischen findet sich Murano-Glas, Schmuck und antikes Mobiliar, das als Ausstellungsfläche dient. Der Showroom ist kostenlos zugänglich, für die Werkstattbesichtigung werden drei bis vier Euro fällig.

    Der Besuch war angenehm entspannt. Man nahm sich Zeit, erklärte die Techniken und ließ uns in Ruhe stöbern. Natürlich sind wir nicht mit leeren Händen gegangen - eine kleine Maske durfte mit. 🎭
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