Wat Pho – 46 Meter ins Nirvana 🛕
January 22 in Thailand ⋅ ⛅ 28 °C
Wat Pho liegt direkt neben dem Großen Palast, fühlt sich aber völlig anders an. Während sich nebenan die Touristengruppen durch die Prunkbauten schieben, herrscht hier eine angenehme Ruhe. Zwischen den Gebäuden liegen kleine Gärten mit Steinfiguren. Im 19. Jahrhundert exportierte Thailand Reis nach China, und die Schiffe brauchten auf dem Rückweg Gewicht für die Stabilität. Statt einfacher Steine brachten sie kunstvolle Figuren mit: Krieger, Philosophen, Mönche, sogar Löwinnen mit Jungen. Was als Ballast begann, bewacht heute die Tempeltore.
Wat Pho existierte schon, bevor Bangkok 1782 zur Hauptstadt wurde. Als König Rama I. die Stadt gründete, fand er einen verfallenen Tempel vor und machte ihn zu seinem Hauptprojekt. Nach der Zerstörung der alten Hauptstadt Ayutthaya im 18. Jahrhundert waren im ganzen Land Buddha-Statuen ohne Schutz. Rama I. ließ sie nach Wat Pho bringen – über tausend Stück, mehr als in jedem anderen Tempel Thailands. Manche stehen einzeln in kleinen Pavillons, andere reihen sich zu Hunderten in langen Galerien. Wir haben nirgendwo sonst eine solche Vielfalt an Buddha-Darstellungen gesehen.
Die Hauptattraktion ist der liegende Buddha, 46 Meter lang und 15 Meter hoch. Er zeigt den Moment des Eintritts ins Nirvana, also Buddhas Tod. Die Figur ist so groß, dass das Gebäude wie nachträglich darum gebaut wirkt. Das eigentliche Detail sind die Fußsohlen: Sie sind mit Perlmutt verziert – dem schimmernden Material aus Muschelschalen – und zeigen 108 Glückssymbole: Elefanten, Tiger, Tänzerinnen, Lotusblumen. Schon am Eingang hört man ein metallisches Klimpern, dessen Ursprung sich erst später erschließt: Entlang der Statue stehen 108 Bronzeschalen, in die Besucher Münzen werfen können. Allerdings stehen auch etwa alle zwei Meter Spendenboxen – das Geben gehört hier zum Glauben, wirkte auf uns aber etwas aufdringlich.
Wat Pho war nicht nur Tempel, sondern auch Thailands erste öffentliche Bildungseinrichtung. König Rama III. ließ im 19. Jahrhundert über 1.400 Steinplatten mit gesammeltem Wissen anbringen: Medizin, Massage-Techniken, Astrologie, Literatur. Die Inschriften gehören heute zum UNESCO-Weltdokumentenerbe. Aus dieser Tradition entstand auch die Thai-Massage-Schule, die noch immer auf dem Gelände betrieben wird – Wat Pho gilt als Geburtsort der traditionellen Thai-Massage.
Im Großen Palast, den wir zuvor besucht hatten, herrscht reines Gedränge, von Tempelatmosphäre keine Spur. Wat Pho dagegen fühlte sich tatsächlich wie ein spiritueller Ort an – ein Ort, an dem man zwischen den Chedis, den spitzen Reliquientürmen, und Gärten zur Ruhe kommt. Eintritt 300 Baht, nur in bar.Read more























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Die Katze wäre mein persönliches Highlight gewesen 😺
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