• Bangkok: Erstkontakt Südostasien 🛕🛺

    February 11 in Thailand ⋅ ☀️ 32 °C

    Schon im Taxi vom Flughafen machte Bangkok klar, worauf wir uns eingelassen hatten. Kaum auf der Autobahn, vibrierte das Handy mit einem Katastrophenalarm. Kein Erdbeben, kein Tsunami, sondern eine Warnung vor Feinstaub. Der PM2.5-Wert hatte wie so häufig den Grenzwert überschritten. Willkommen in Südostasien 😄😷

    Bangkok ist die Hauptstadt Thailands und mit über elf Millionen Einwohnern eine der größten Städte der Welt. Ein Viertel der gesamten thailändischen Bevölkerung lebt in der Metropolregion. Den Namen Bangkok kennt allerdings nur der Rest der Welt. Thais sagen Krung Thep, Stadt der Engel. Der vollständige zeremonielle Name hat 168 Zeichen und steht im Guinness-Buch der Rekorde als längster Ortsname der Welt. Übersetzt lautet er: „Die Stadt der Engel, die große Stadt, die ewige Juwelenstadt, die uneinnehmbare Stadt des Gottes Indra, die große Hauptstadt der Welt, geschmückt mit neun Edelsteinen, reich an gewaltigen königlichen Palästen, die der himmlischen Heimstatt gleichen, die Stadt, geschenkt von Indra und erbaut von Vishnus Baumeister." Eine thailändische Rockband hat 1989 einen Song geschrieben, dessen gesamter Text nur aus diesem Namen besteht.

    Jetzt im Januar, mitten im europäischen Winter, waren es tagsüber und nachts über dreißig Grad, bei einer Luftfeuchtigkeit, die sich wie eine warme Decke anfühlt. Bangkok ist eine flache, weitläufige Hochhaus-Metropole. Die Skyline erstreckt sich bis zum Horizont, zwischen den Wolkenkratzern blitzen goldene Tempelspitzen hervor, und auf den Dächern sitzen Rooftop-Bars mit Blick über die Stadt. Dazwischen fließt der Chao Phraya, ein breiter, brauner Fluss, der aus den Bergen des Nordens kommt und Bangkok in zwei Hälften teilt.

    An den Straßen verwandeln Garküchen die Gehwege in Freiluftküchen. Bangkok ist weltberühmt für sein Streetfood, und das zu Recht. Dazwischen liegen riesige Shopping-Malls und Nachtmärkte. Zu den Verkehrszeiten sind die Straßen verstopft und chaotisch, weshalb sich der Roller als Fortbewegungsmittel und Taxi durchgesetzt hat. Die Fahrer schlängeln sich kreuz und quer durch den Verkehr, und die Unfallzahlen sind entsprechend (landesweit ein Verkehrstoter pro Stunde). Überall stehen 7-Elevens, kleine Convenience Stores mit frischem Kaffee und warmen Speisen, klimatisiert und rund um die Uhr geöffnet. Thailand hat nach Japan die meisten Filialen weltweit.

    Das Problem mit dem Smog ist leider real. Zwischen Dezember und April herrscht in Bangkok Smog-Saison, verursacht durch den dichten Verkehr, Industrieemissionen und die Verbrennung von Ernteresten in den umliegenden Provinzen. An manchen Tagen liegt ein grauer Schleier über der Stadt, an anderen ist der Himmel klar. Im Alltag schränkt es einen weniger ein, als man erwarten würde, da sich das Leben häufig in den unzähligen Malls der Stadt abspielt.

    Überall hängen Porträts des Königs und vor allem der Königin, an öffentlichen Gebäuden, in Geschäften, an Straßenkreuzungen. Die Verehrung der Königsfamilie ist tief in der Gesellschaft verankert und Majestätsbeleidigung strafbar. Gleichzeitig stellt ein Teil der Bevölkerung, vor allem die jüngere Generation, die Rolle der Monarchie zunehmend infrage. Die Meinungen darüber gehen auseinander: Viele Thais sind stolz auf das, was die Königsfamilie für die Entwicklung des Landes geleistet hat, insbesondere unter dem vorherigen König Bhumibol, der in über siebzig Jahren Regentschaft bis zu seinem Tod 2016 Tausende Entwicklungsprojekte im ganzen Land ins Leben rief.

    Was am meisten in Erinnerung bleibt, ist die Freundlichkeit der Menschen. Thailand wird nicht ohne Grund das Land des Lächelns genannt. Im Alltag begegnet einem eine Herzlichkeit, die aufrichtig wirkt. Thais grüßen mit dem Wai, einer leichten Verbeugung mit zusammengelegten Händen vor der Brust. Je höher die Hände, desto mehr Respekt wird gezeigt. Und im Thailändischen sprechen Männer und Frauen unterschiedlich: Jeder höfliche Satz endet bei Männern mit „khrap" und bei Frauen mit „kha". Aus „Sawatdee" (Hallo) wird also „Sawatdee khrap" oder „Sawatdee kha", aus „Khop khun" (Danke) wird „Khop khun khrap" oder „Khop khun kha".

    Vier Wochen haben wir hier verbracht, in einer Wohnung mit Blick auf die Skyline. Abends leuchteten die Hochhäuser, und regelmäßig stiegen Feuerwerke über der Stadt auf. Wir sind etwas traurig, Bangkok schon zu verlassen, aber freuen uns nun auf den Norden des Landes.
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