• Der Blaue Tempel: Tiger und blaues Eis

    February 21 in Thailand ⋅ ☀️ 26 °C

    Der Blaue Tempel in Chiang Rai fällt auf, weil Tempel in Thailand fast immer gold oder rot sind. Sein eigentlicher Name ist Wat Rong Suea Ten, Tempel des tanzenden Tigers. An seiner Stelle stand früher ein anderer Tempel, der vor rund hundert Jahren verfiel. Das Gelände verwilderte, und Tiger streiften durch die Ruinen. Die Dorfbewohner sahen sie über den nahen Kok-Fluss springen und nannten sie die tanzenden Tiger. So kam das Dorf zu seinem Namen, und mit ihm der neue Tempel. Das Tigermotiv taucht auf dem Gelände an verschiedenen Stellen auf.

    Entworfen hat ihn ein Schüler von Chalermchai Kositpipat, dem Schöpfer des Weißen Tempels. Er lernte sein Handwerk bei der Arbeit an dessen Lebenswerk und ging dann seinen eigenen Weg. Wo der Lehrer Weiß und Spiegelglas wählte, setzte der Schüler auf Saphirblau und Gold. Das Kobaltblau steht für den Dharma, die buddhistische Lehre, die sich wie der Himmel ausbreiten soll. Es zieht sich über das gesamte Gelände, von den Fassaden über die Nagas, die mythischen Schlangenwesen am Aufgang, bis zu den sitzenden Himmelswesen entlang der Mauern.

    Im Zentrum der Haupthalle sitzt ein großer weißer Buddha aus Porzellan. Seine rechte Hand berührt die Erde, eine Geste, die den Moment darstellt, in dem Buddha die Erde als Zeugin seiner Erleuchtung anrief. Unter der Statue sind 88.000 Phra Rod-Amulette eingelassen. Der Name bedeutet "entkommen", sie sollen ihren Träger vor Gefahren bewahren. Die Phra Rod gehören zu den fünf begehrtesten Amulett-Arten Thailands, und dass Zehntausende davon unter einer modernen Statue liegen, ist alles andere als selbstverständlich.

    Wer den Blauen Tempel besucht, sollte unbedingt das blaue Eis probieren, mit dem gefühlt jeder Besucher über das Gelände läuft. Es ist Kokosnuss-Eis auf blauem Klebreis mit Nüssen, serviert in einer halben Kokosnuss. Das Blau kommt von der Anchan-Blüte, einem natürlichen Farbstoff. Es ist wirklich lecker. 🤤
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