Phong Nha Cave: Kajak zum Höhlenbrunch
April 16 in Vietnam ⋅ ☀️ 35 °C
Phong Nha ist die Höhlenhauptstadt Vietnams. Über 400 Höhlen sind im umliegenden Nationalpark bekannt, und jährlich werden neue entdeckt. Viele sind nur über stundenlange oder mehrtägige Wanderungen durch den Dschungel erreichbar. Darunter auch die Son Doong, die größte Höhle der Welt, deren viertägige Tour über 3.000 Dollar pro Person kostet. Bei über 40 Grad war das keine Option. Wir wollten aufs Wasser.
Die Phong Nha Cave ist die bekannteste und zugänglichste Höhle der Region. Ihr Name bedeutet "Wind und Zähne", benannt nach den Stalaktiten, die einst wie Zahnreihen am Eingang hingen, und dem Wind, der hindurchpfiff. Von Phong Nha aus fahren kleine Boote die Besucher im Minutentakt zur Höhle und hinein, bis zur beleuchteten Haupthalle. Hier kehren die Boote um und fahren zurück zum Dorf.
Für uns begann an dieser Stelle erst das Abenteuer, denn wir waren mit einer kleinen Kajaktour unterwegs. Viereinhalb Kilometer tief in den Berg, auf dem Son-Fluss, der hier 19 Kilometer unterirdisch fließt. Dort, wo die Boote wegen der flachen Decke nicht mehr weiterkommen, glitten wir mit dem Kajak locker hindurch und wurden von ein paar neidischen Blicken verfolgt. Wir waren schon in einigen Tropfsteinhöhlen, aber mit dem Kajak ist es ein ganz anderes Erlebnis: eine Mischung aus Paddeln, Koordinationsproblemen mit dem Partner und nebenbei die Höhle bewundern.
Die gefühlte Lebensqualität war ab der Sekunde, als wir den Eingang passierten, um eine Dimension besser. Anstatt gefühlter 50 Grad war es plötzlich angenehm, frische Luft statt Schwüle. Da war es auch nicht weiter schlimm, dass man mit dem Hintern halb im Wasser sitzt, denn auch das war angenehm warm.
Sobald wir den Bereich der Schauhöhle hinter uns gelassen hatten, wurde es schnell dunkel, und wir wechselten auf die Helmlampen. Anstatt schöner Inszenierung ging es jetzt darum, überhaupt noch zu erkennen, wo der Weg weiterführt. Abgelenkt wurden wir dadurch, dass sich jedes Insekt der Höhle sofort auf die neuen Lichtquellen stürzte, die genau über unserem Gesicht saßen. Wir entschieden kurzerhand, dass wir gar nicht so viel Licht brauchen, und folgten nur noch dem Licht vor uns.
An einer Stelle schalteten alle die Lampen aus. Totale Finsternis. Lediglich am Plätschern fallender Tropfen konnten wir grob erahnen, ob und wohin wir uns bewegten.
Nach einigen Kilometern erreichten wir das Ende der Route, wo wir zu Fuß weitergingen und in großen Hallen standen, deren Ausmaße mit den Kopflampen nicht zu erahnen waren. Hier stießen wir auf Wände voller eingeritzter Zeichen. Inschriften in alter Cham-Schrift, durchsetzt mit Sanskrit, der Gelehrtensprache des alten Indien. Sie stammen aus dem frühen 11. Jahrhundert, als ein Volk namens Cham die Küste Zentralvietnams beherrschte. Obwohl Forscher sie seit über einem Jahrhundert kennen, konnte sie noch niemand vollständig entziffern. Neben den Inschriften fanden Archäologen einen Ziegelaltar, buddhistische Statuen und Keramik. Die Höhle war vermutlich ein Tempel. Warum die Cham im Inneren einer Höhle schrieben und nicht auf den Felswänden draußen, weiß bis heute niemand.
Auf dem Rückweg, wieder im beleuchteten Teil, hielten wir an einem kleinen Strand an, schwammen durch die Höhle und wurden danach von einem Guide im warmen Sand eingebuddelt. Als wir aufstehen durften, staunten wir nicht schlecht: Die beiden hatte hinter uns ein wahres Höhlen-Picknick aufgebaut. So viel, dass wir es nicht aufessen konnten.
Am Eingang der Höhle trägt der Fels übrigens Spuren, die nicht geologisch sind. Weiße Narben im Stein, gelbe Flecken an der Decke, ganze Abschnitte ohne Stalaktiten. Die Höhle lag im Vietnamkrieg direkt am Ho-Chi-Minh-Pfad und diente als Lazarett und Munitionslager. Die Amerikaner versuchten, den Eingang mit Bomben zu verschließen. Eine detonierte im Inneren und zertrümmerte die namensgebenden "Zähne". Die Anlagen tiefer im Berg blieben intakt.Read more





























Traveler
Mutig 😀
TravelerWas für ein spannendes Erlebnis 😃
Traveler
Heiiiiiiii ihr Helden 😃♥️👍