Cuc Phuong: Vietnams ältester Urwald 🌿
April 11 in Vietnam ⋅ ☀️ 36 °C
Eine einzige Straße führt durch Cuc Phuong, zwanzig Kilometer durch Vietnams ältesten Nationalpark. Nach ein paar hundert Metern schließen sich die Baumkronen zu einem Tunnel, es wird kühler, und links und rechts stehen Pflanzen mit Blättern, hinter denen man sich verstecken könnte. Farne, die einen überragen, und Lianen, die sich von oben bis zum Boden spannen. An den besonders fotogenen hängen Jugendliche für Instagram in Pose. Abseits der Straße führen mehrere Wanderwege tiefer in den Wald, wo das Kronendach kaum Licht durchlässt und überall Insekten und Geräusche zu hören sind, die wir nicht zuordnen konnten.
1962 hat Ho Chi Minh den Park persönlich eingeweiht, mitten im Krieg. „Wälder sind Gold", sagte er. Der Satz wurde zum Leitmotiv des vietnamesischen Naturschutzes. Obwohl Cuc Phuong nicht einmal ein Tausendstel der Landesfläche einnimmt, wachsen hier mehr als die Hälfte aller Pflanzenfamilien des Landes. Manche seiner Bäume standen schon, als in Europa das Mittelalter begann. Der berühmteste war über tausend Jahre alt und hatte einen Stammumfang, für den es zwanzig ausgestreckte Arme bräuchte. Irgendwann ging er ein, geschwächt durch Alter, Pilzbefall und Jahrzehnte voller Touristen, die ihre Namen in seine Rinde ritzten.
Jetzt im April ist Schmetterlingssaison. Über vierhundert Arten leben im Park, darunter der Atlasspinner, einer der größten Nachtfalter der Welt, mit bis zu dreißig Zentimetern Spannweite. Viele schlüpfen gleichzeitig und versammeln sich am Mac Lake gleich am Anfang der Parkstraße. Es sind fast nur Männchen, die Salze aus dem Boden aufnehmen und bei der Paarung an die Weibchen weitergeben. Das lockt auch scharenweise Besucher für einmalige Fotos an.
Ein Abschnitt des Parks heißt Quen Voi, „vergessene Elefanten". Der Name geht auf 1789 zurück. Damals versteckte der Feldherr Nguyen Hue hier seine Armee mit Hunderten Kriegselefanten unter dem Kronendach und besiegte anschließend die chinesische Besatzung in Hanoi in einer der berühmtesten Schlachten der vietnamesischen Geschichte.
Der Wald war aber schon viel früher bewohnt. In einer Höhle fanden Archäologen in den Sechzigerjahren drei Skelette, über siebentausend Jahre alt. Der Aufstieg ist bei der Hitze schweißtreibend, und ohne Taschenlampe sieht man drinnen nichts. Die Höhle selbst ist ehrlicherweise unspektakulär.
Am Anfang des Parks liegen noch drei Rettungszentren für bedrohte Arten. Das Primatenzentrum EPRC wurde Anfang der Neunziger als erstes Wildtier-Rettungszentrum Indochinas gegründet. Heute trägt es der Zoo Leipzig, und ironischerweise fühlt es sich auch wie ein Zoo an. Aber die Affen, die sich durch die Gehege schwingen, sind trotzdem faszinierend. Ein zweites Zentrum kümmert sich um Schildkröten, über tausend Tiere, fast alle beschlagnahmt von Schmugglern, deren Fracht für chinesische Restaurants bestimmt war. Das dritte widmet sich Pangolinen, Schuppentieren, die sich bei Gefahr zu einer festen Kugel einrollen und dann aussehen wie ein Tannenzapfen aus einer anderen Welt. Ihre Schuppen gelten in der traditionellen chinesischen Medizin als Heilmittel, ihr Fleisch als Delikatesse. Beides zusammen macht sie zu den meistgeschmuggelten Säugetieren der Welt.Read more


























Traveler
Arbeit, Arbeit, Arbeit.. 😆
Traveler
Wie hat die Spinne das gemacht 🤔
Sebastian SchillerDas webt sie sich so zurecht. Warum genau weiß ich nicht. Das Internet hat gesagt, vielleicht um größer zu wirken und Räuber abzuschrecken. Gibt verschiedene Muster.