• Tag 4: Kopenhagen

    April 18 in Denmark ⋅ ☁️ 10 °C

    Relativ früh sind wir heute von unserem Übernachtungsplatz am Meer, am südlichsten Punkt Dänemarks, die 150 km nach Kopenhagen weitergefahren. Dort, bei der letzten Ausfahrt vor der Öresundbrücke nach Schweden, im Ortsteil Kastrup, haben wir einen Stellplatz gefunden. Nicht schön, nicht erbaulich, aber zweckmäßig mit Strom, Wasser, Ver- und Entsorgung und ganz in der Nähe gibt es sowohl eine Busstation (5C) und die Metrostation M2. Mit beiden Verkehrsmitteln kommt man bequem in die Stadt. Metro geht schneller und der Ticketerwerb ist unkomplizierter.
    Ein Rundgang durch Dänemarks Hauptstadt ist empfehlenswert. Da wir Dänemark auf der Durchreise nach Schweden "mitnehmen", haben wir der Stadt Kopenhagen nur den heutigen Tag gewidmet. Wer aber die Stadt näher kennenlernen möchte, sollte sich unbedingt mindestens 3 Tage Zeit nehmen. Unseren Entdeckungsgeist hat heute aber auch die Kälte ziemlich beeinträchtigt. Bei trübem Himmel und 8 Grad am 18.April ist die Motivation, stundenlang durch die Stadt zu streifen, relativ gering. Aber dennoch haben wir einen schönen Rundweg durch die Stadt gemacht, auf dem wir einiges entdeckt und auch einen guten Eindruck von der Stadt bekommen haben, da wir ja zum ersten Mal hier sind.
    Mit dem Bus 5 c fuhren wir zum Rathuspladsen. Hier haben wir unsere Rundwanderung begonnen. Der Platz beeindruckt durch seine Größe und das imposante Rathaus. Von dort konnten wir in die Strøget schlendern, die berühmte Fußgängerzone. Da heute Samstag ist, ist hier wirklich gewaltig viel los. Aber etwas wirklich besonderes ist die Fußgängerzone auch nicht. Sie ist zwar sehr groß und geht auch über viele schöne Plätze. Aber es ist halt alles, wie überall. Geschäfte, die man von überall kennt, Burgerbuden und keine einladenden Lokale. Hier bestellt man sogar in Kaffeehäusern Kaffee und Kuchen an diesen Bestellsäulen. Finde ich irgendwie unsympathisch. Schön allerdings sind die diversen Demos für und gegen alles Mögliche in Dänemark und auf der ganzen Welt. Und schön finde ich auch immer die Straßenmusizierenden, ganz unabhängig von der musikalischen Qualität.

    Von der Fußgängerzone war es dann nur ein Katzensprung zum "Rundetårn". Das ist ein Turm, den man innen über eine relativ breite spiralförmige Rampe besteigen kann, Von oben hat man einen guten Blick über die Stadt. Da ich ja jeden besteigbaren Turm besteigen muss, haben wir diesen natürlich auch bestiegen. Kann man, muss man nicht.
    Interessant allerdings war die Ausstellung Ole Rømer, direkt im Turm. Sie läuft noch bis zum 3. Januar 2027 in der Bibliothekshalle des Rundetårn.
    Ole Rømer (1644–1710) war ein dänischer Astronom, der Weltruhm erlangte, weil er 1676 als Erster bewies, dass Licht eine endliche Geschwindigkeit hat. Er war Direktor der Sternwarte im Rundetårn, Bürgermeister von Kopenhagen und ein technisches Genie, das unter anderem den Vorläufer unseres heutigen Thermometers erfand.

    Danach machten wir uns auf den Weg zu den Markthallen (TorrevehallerneKBH). Hier steht eine Theke mit Köstlichkeiten neben der anderen. Fisch, Fleisch, Geflügel, Feinkost jeder Art und das berühmte Smørrebrød werden dort angeboten. Es bedarf großer Disziplin, nicht Unmengen einzukaufen.

    Und schon ging es weiter zum Schloss Rosenborg.
    Rosenborg war das protzige „Sommerhaus“ von König Christian IV., der Kopenhagen mit unendlich viel rotem Backstein und Türmchen bebaut hat.
    Im gut bewachten Keller funkeln angeblich die dänischen Kronjuwelen um die Wette (haben wir nicht gesehen, sondern uns erzählen lassen)
    Das Schloss liegt mitten im *Kongens Have*, dem ältesten königlichen Garten des Landes, wo man heute ganz entspannt zwischen Rosenbeeten picknicken kann, während man die Märchenfassade bewundert.

    Weiter spazierten wir vom Park dann zum berühmten Nyhaven. Hier erlebt man das klassische Kopenhagen-Panorama mit den bunten Häusern am Wasser.

    Gleich danach beginnt die "Freistadt Christiania", die 1971 in einer verlassenen Kaserne gegründet wurde und heute ein gemeinsam mit Upezis in Vilnius eine weltweit einzigartiges Experiment für alternatives Leben mitten in der Stadt ist
    In dem Viertel liegt auch die berühmte Pusher-Street, die über 50 Jahre lang das berüchtigte Herzstück von Christiania war. Berüchtigt wegen der Marktstände, an denen Cannabis ganz offen verkauft wurde, aber später hat sich auch der Handel von harten Drogen und Straßenprostitution dazugesellt. Doch das hat sich radikal geändert: Im April 2024 haben die Bewohner die Straße buchstäblich umgegraben, um die organisierten Gangs zu vertreiben und ihr Viertel zurückzuerobern.
    Abseits der mittlerweile strenger reglementierten Pusher Street konnten wir ein autofreies Dorf entdecken voller bunter, selbst gezimmerter Häuser, die eher nach gemütlichem Hobbingen als nach Großstadt aussehen.

    Nach diesem Rundgang waren wir doch ziemlich erschöpft. In einem netten Kaffee in Christiania haben wir uns noch gestärkt, bevor wir uns am Abend auf den Weg zur nächsten Metro-Station machten und zur Station Kastrup fuhren, von wo es noch 10 Minuten zu unserem Stellplatz waren.
    Zum Abenessen gab es heute Köstlichkeiten von den Markthallen.
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