Tag 41 und 42 : Auf der Atlantikroute
May 25 in Norway ⋅ 🌧 9 °C
Gut ausgeruht und voller Tatendrang zogen wir heute also weiter, Richtung Bud, von wo aus dann die Atlantikroute startet. Bevor wir aber auf die Antlantikroute kamen hieß es erstmal eine Meerenge mit der Fähre überwinden und zwar die Fähre von Vestnes nach Molde. Fähren sind hier in Norwegen einfach toll. Man fährt zum Fährhafen, fährt auf die Fähre, auf die wir nie länger als 20 Minuten gewartet haben, max. 30 Minuten Fahrt mit der Fähre und schon ist man auf eine anderen Insel oder auf der anderen Seite eines Fjords.
Die Route von Bud nach Kristiansund ist kein bloßer Transportweg, sondern ein architektonisches Drama in mehreren Akten. Auf insgesamt 36 Kilometern schlängelt sich die norwegische Landschaftsroute an der berüchtigten Hustadvika-Küste entlang – einem Meeresabschnitt, der unter Seefahrern gefürchtet ist. Das Herzstück bildet die eigentliche Atlantikstraße: Ein 8,3 Kilometer langes Kunstwerk aus Beton, das sich mutig von Schäre zu Schäre hangelt.
Insgesamt acht Brücken überspannen die Verbindung zwischen dem Festland und der Insel Averøya. Sie trotzen seit ihrer Eröffnung im Jahr 1989 den unbarmherzigen Herbst- und Winterstürmen.
Storseisund-Brücke (Storseisundbrua): Sie ist das unbestrittene Symbol der Route. Mit einer Länge von 260 Metern und einer Höhe von 23 Metern biegt sie sich in einer dramatischen, fast surrealen Kurve über das Meer. Aus einem bestimmten Blickwinkel beim Heranfahren entsteht die optische Täuschung, die Straße würde im Nichts enden – weshalb sie weltweit auch als "The Road to Nowhere“ (Die Straße nach Nirgendwo) bekannt ist.
Die Myrbærholm-Brücke: Ein geniales Bauwek für Angler. Hier wurden auf beiden Seiten spezielle Fußgängerstege integriert, damit man die Angel direkt in die starke Gezeitenströmung auswerfen kann, ohne den Verkehr zu gefährden.
Der Bau dieser Brücken war ein echter Überlebenskampf. Während der sechsjährigen Bauzeit (1983–1989) wurde die Region von insgesamt 12 schweren Orkanen getroffen. Dass die Arbeiter trotz der permanenten Lebensgefahr weitermachten, brachte der Straße später den Titel „Norwegisches Bauwerk des Jahrhunderts“ ein.
Nachdem heute ein starker Wind blies, war das Befahren der Brücken eine ziemliche Challenge, allerdings kein Vergleich mit der Europbrücke bei starkem Föhn.
Nach den Brücken geht es in die Tiefe durch den Atlantiktunnel
Von Averøya weiter nach Kristiansund tauschten wir den wolkenverhangenen Himmel plötzlich gegen puren Fels. Der Atlanterhavstunnel (Atlanterhavstunnelen) ist das unsichtbare Spektakel dieser Etappe
Der Unterseetunnel ist 5,7 Kilometer lang und führt an seiner tiefsten Stelle 250 Meter unter dem Meeresspiegel hindurch.
Mit einem maximalen Gefälle von 10 % schießt man regelrecht in die Tiefe, bevor sich das Fahrzeug die steile Rampe auf der anderen Seite wieder hinaufkämpfen muss. Ein echter Härtetest für die Bremsen.
Seit Sommer 2020 ist die gesamte Strecke komplett mautfrei. In Norwegen haben sie diesbezüglich ein nachahmenswertes System: Auf Straßen und Brücken und in Tunnels wird solange Maut eingehoben, bis die Baukosten abbezahlt sind. Ab dann kommt für die Straßenerhaltung der Staat auf, die Mautgebühren entfallen.
Die Strecke von Aresund nach Kristiansund haben wir auch vor allem wegen der Schönheit der Strecke auf zwei Tage aufgeteilt. Gestern sind wir 156 km gefahren und haben an einem schönen Picknickplatz an der Atlantikroute übernachtet, heute sind wir weiter nach Kristiansund gefahren und darüber hinaus. Dazu im nächsten FootprintRead more

















