• Rijeka

    October 13 in Croatia ☀️ 17 °C

    Unseren schönen Platz am See haben wir heute relativ früh verlassen und uns auf den Weg nach Rijeka gemacht. Ein Parkplatz direkt bei der Burg war schnell gefunden und so stürzten wir uns am späten Vormittag ins Vergnügen.
    Rijeka ist keine Stadt, die sich auf den ersten Blick anbiedert – und genau das macht ihren Reiz aus. Wer hier herkommt, erwartet vielleicht das klassische Postkarten-Kroatien mit tiefblauem Meer und makelloser venezianischer Architektur. Rijeka ist aber eine ehrliche, raue Hafenstadt voller Geschichte, die nicht für den Tourismus poliert wurde, sondern von ihrer eigenen Vielschichtigkeit lebt.
    Unser Parkplatz in Burgnähe war schon mal optimal.
    Der Burg Trsat bietet ein Wahnsinnspanorama. Die Festung thront stolz über der Schlucht des Flussbeckens der Rječina und bietet einen spektakulären Blick über den gesamten Golf von Kvarner. Zwischen den alten Mauern spürt man die Jahrhunderte, in denen Franken, Habsburger und Venetianer um diesen strategischen Punkt rangen. Ein Ort zum Durchatmen, Beine ausbaumeln lassen und Ausblick genießen.
    Von der Burg in das Stadtzentrum kommt man über 500 Stufen bergabb. Und dann landet man beim Rijeka Tunnel.

    Der Tunnel von Rijeka (Riječki tunel oder TunelRi) zeigt ganz besonders gut, was für eine bewegte Geschichte unter dem Pflaster dieser Stadt steckt.
    ​Der rund 330 Meter lange Fußgängertunnel verbindet die Altstadt mit der St.-Vitus-Kathedrale und verläuft mitten unter dem Stadtzentrum hindurch. Erbaut wurde er von 1939 bis 1942 vom italienischen Militär als bombensicherer Schutzraum während des Zweiten Weltkriegs. Später rettete er den Einwohnern Rijekas bei den Luftangriffen der Alliierten 1944 und 1945 sowie während des Kroatienkriegs in den 1990er-Jahren das Leben. Jahrzehntelang blieb er verschlossen und vergessen, bis er 2017 restauriert und als erste unterirdische Touristenattraktion der Stadt geöffnet wurde.
    ​Auch wenn der schlichte Betontunnel architektonisch unspektakulär wirkt: Wenn man bei angenehm kühlen 15 Grad durch die beleuchtete Röhre geht, wird die wechselvolle und oft dramatische Geschichte Rijekas im 20. Jahrhundert plötzlich greifbar nah.

    Schließlich landeten wir auf dem Korzo, der lebendigen Fußgängerzone Rijekas. Unter dem markanten Stadtturm treffen sich Einheimische und Gäste auf einen Espresso oder ein Glas Weißwein oder einen Aperol Spritz in der Sonne. Das Leben findet hier im Freien statt: Straßenmusiker, das Klirren von Kaffeetassen und eine entspannte, mediterrane Leichtigkeit, die perfekt mit der monumentalen K.u.K.-Architektur kontrastiert.

    Noch ein Blick auf den Stadthafen, wo enorme Luxusyachten liegen und dann war für heute genug. Heute übernachten wir hier auf diesem Burgparkplatz. Morgen wollen wir noch den Markt und die Markthallen besichtigen und dann weiter fahren ins Hinterland von Istrien.
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