• Jetzt kommen wir doch noch nach Italien

    October 19 in Slovenia ☀️ 20 °C

    Heute Morgen haben wir Livada hinter uns gelassen und die letzten Kilometer durch Slowenien unter die Räder genommen – doch ein „Sammeln von Durchgangskilometern“ lag uns fern. Die Region um die slowenisch-italienische Grenze hat eine so unaufgeregte, feine Magie, dass wir einfach anhalten mussten.

    Erster Stopp: Grad Socerb (Burg St. Servolo). Die Ruine thront atemberaubend auf einer steil abfallenden Kalksteinklippe hoch über dem Golf von Triest. Wenn man hier an den historischen Mauern steht, liegt einem die Adria buchstäblich zu Füßen. Der Blick wandert von Koper über das Meer bis hinüber zur Triester Hafenkulisse. Ein Ort mit tiefer Geschichte: Schon in der Antike wurde die strategische Höhlen- und Klippenlage genutzt, im Mittelalter wechselte die Burg oft zwischen den Herrschaftsgebieten Venedigs und der Habsburger.

    Direkt von der Burg aus lockte die Natur. Ich habe die Wanderstiefel geschürt und eine Teilstrecke des legendären Alpe Adria Trails unter die Lupe genommen. Dieser Weitwanderweg, der vom Großglockner über Kärnten und Slowenien bis an die oberste Adria führt, zeigt sich hier von seiner karstigen, mediterran duftenden Seite. Der Weg schmiegt sich an die Geländekante und bietet immer wieder fantastische Tiefblicke auf das Meer, umgeben von Wacholder, Eichen und dem typischen Kalkgestein.

    Nach der Wanderung ging es schließlich über die Grenze nach Muggia – der einzigen Stadt Istriens, die heute zu Italien gehört. Muggia hat eine ganz besondere Atmosphäre: Während das nahe Triest mit mondäner habsburgischer Architektur glänzt, weht durch die engen Gassen, den bunten Fischerhafen (Mandracchio) und die Piazza von Muggia ein spürbar venezianischer Geist.

    Wir stehen heute auf einem angenehmen, pragmatischen Stellplatz direkt gegenüber von Triest. Während die Sonne langsam im Meer versinkt und die Lichter der Hafenstadt drüben aufleuchten, genießen wir den ruhigen Abend – voller Vorfreude darauf, morgen das lebendige Triest zu erkunden.
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