• Zwischen verschlossenen Türen und antiken Mosaiken

    October 22 in Italy ☁️ 17 °C

    Manchmal läuft auf Reisen nicht alles nach Fahrplan – und oft sind es genau diese kleinen Schlenker, die den Reiz ausmachen. Eigentlich stand für uns das MuCa (Museo della Cantieristica) in Monfalcone auf dem Programm, das einzige Schiffbaumuseum Italiens. Es liegt direkt in der Werftarbeitersiedlung Panzano und erzählt die Geschichte des modernen Schiffbaus. Leider standen wir vor verschlossenen Türen: Öffnungszeiten erst ab Freitag. Macht nichts – wir kommen gegen Ende der Woche einfach noch einmal zurück, um tief in die Industriegeschichte einzutauchen.

    Ein kurzer Abstecher in die Innenstadt von Monfalcone führte uns über den Wochenmarkt, der eher pragmatisch als charmant ausfiel. Entschädigt hat uns dafür eine wunderbare, ganz bodenständige Bar an der Piazza Falcone e Borsellino: Prosecco aus der Region, frisch belegte Tartine und ringsum Einheimische beim alltäglichen Plausch. Genau so mag ich Italien.

    Übernachtet haben wir auf dem Stellplatz des Campingclubs Foce dell’Isonzo. Ein ruhiger, pragmatischer Stellplatz,

    Heute Morgen ging es weiter nach Aquileia. Wer hier durchspaziert, vergisst leicht, dass dieser ruhige Ort in der Antike eine mächtige römische Metropole und ein bedeutender Handelshafen war. Ein Spaziergang durch das weitläufige archäologische Freigelände vermittelt eindrucksvoll die einstigen Ausmaße der Stadt.

    Das absolute Highlight bleibt jedoch die Basilika Santa Maria Assunta. Der gigantische Mosaikboden aus dem 4. Jahrhundert ist das größte und älteste erhaltene Christianisierungsmosaik der westlichen Welt – voller detailreicher Darstellungen von Tieren, biblischen Szenen und Stiftern. Auch der Abstieg in die Krypta mit ihren farbenprächtigen Fresken und der Besuch des antiken Battistero lohnen sich jedes Mal aufs Neue.

    Mittlerweile hat der Regen aufgehört und die ersten Sonnenstrahlen kommen durch genau zu dem Zeitpunkt, an dem wir Grado ansteuern. Das alte Fischerstädtchen, das auf einer Sanddüne in der Lagune erbaut wurde, zeigt sich Mitte Oktober von seiner entspanntesten Seite. Seit dem 15. Oktober gilt hier die Nachsaison-Regelung: Parken ist überall kostenlos, und auch das Übernachten mit dem Wohnmobil wird absolut problemlos gehandhabt.

    In den engen Gassen der malerischen Altstadt (Graís) rund um die verträumte Basilika Sant'Eufemia herrscht eine wohltuende Gelassenheit. Wo im Sommer vermutlich das Gewusel dominiert, schlendert man jetzt fast alleine durch die Gassen. Die Strandpromenade gehört den Möwen und ein paar Spaziergängern, die Cafés fahren langsam das Tempo herunter. Wir haben uns für eine kleine Bar entschieden – Prosecco, CampariSpritz und Tartine.

    Kein Kitsch, keine Touristenmassen, sondern entspanntes Küstenleben am Ende der Saison.
    Ein besonderes Highlight hatte der heutige Abend in Grado dann auch noch zu bieten: Ein wunderbares italienisches Abendessen, ganz nach unserem Geschmack im Ristorante "Il Timon". Herrliches Essen, herzliches Personal, angenehmes Ambiente.
    Und da es morgen was Besonderes gibt und zwar die Veranstalltung "Le calli di bacco", haben wir kurzerhand beschlossen, morgen auch noch hier zu bleiben.
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