• Le calli di bacco- Noch ein Tag in Grado

    October 23 in Italy ☀️ 17 °C

    Grado hat uns noch einen Tag länger gehalten als gedacht – und dafür gab es einen ausgesprochen schmackhaften Grund: Le calli di bacco.

    Bevor wir uns allerdings auf diese bacchischen Genüsse stürzten, brauchten wir erst einmal etwas Raum für Geist und Beine. Ein ausgedehnter Spaziergang an der Lagune war da genau das Richtige. Wenn das Licht weich über das flache, ruhige Wasser streift und die Silhouetten der Fischerhütten am Horizont stehen, zeigt sich Grado von seiner friedlichsten, fast melancholischen Seite. Ein wunderbarer Kontrast zum anschließenden Trubel.

    Das Konzept hinter Le calli di bacco ist denkbar sympathisch: Bevor sich ein Großteil der Restaurants und Trattorien der Altstadt in den wohlverdienten Winterschlaf verabschiedet, öffnen sie noch einmal gebündelt ihre Türen. Man flaniert durch die engen, verwinkelten Gässchen – die calli – und holt sich von Stand zu Stand kleine, feine Kostproben der regionalen Küche und der passenden Weinbaugebiete. Kulinarisch gab es absolut nichts zu meckern, die Häppchen waren wirklich köstlich. Und doch... ehrlich gesagt hatten wir uns nach den Ankündigungen etwas mehr Spektakel erhofft. Sagen wir so: Der Hunger auf Entdeckungen war am Ende einen Hauch größer als das Angebot.

    Schlimm war das keineswegs, denn für italienische Genüsse findet sich bekanntlich immer ein Weg. Unser führte uns schnurgerade zurück in die vertraute Bar Lapidarium. Bei einem spritzigen Glas Prosecco, ein paar hervorragenden tartine und dem unverwechselbaren, entspannten Stimmengewirr um uns herum stellte sich genau das Urlaubsgefühl ein, das man nicht planen kann. Manchmal braucht es eben gar kein durchgestyltes Gourmet-Event – zwei Gläser Prosecco oder Campari-Spritz und die richtige Atmosphäre tun es auch.
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