Temeswar
August 25 in Romania ⋅ ☁️ 29 °C
Heute stehen wir tatsächlich fast mit den Hühnern auf. 🐔😴 Und das freiwillig!
Die Sonne schiebt sich langsam hinter dem Berg hervor – und wer mich kennt, weiss: Bei diesen warmen Orangetönen bin ich sofort hellwach. 🧡 Sonnenaufgänge, Sonnenuntergänge … ich liebe sie einfach. Gäll, Judith? 😉
Also nichts wie raus, Kamera schnappen und bereitmachen. Ich bin wirklich schnell – finde ich zumindest. Die Sonne sieht das offenbar anders. 😂 Bis alles bereit ist, hat sie sich schon ein gutes Stück über den Berg geschoben. Den perfekten Moment, wenn sie gerade hinter dem Berg hervorkommt, verpasse ich tatsächlich um Haaresbreite.
Diese Sonne hat offenbar einen strafferen Zeitplan als wir. ☀️😂
Aber egal – es entstehen trotzdem wunderschöne Bilder und so beginnt unser Tag genau nach meinem Geschmack. 🧡📸
Danach gibt es Frühstück, alles wird wieder zusammengepackt und Sprinti startklar gemacht. Heute müssen wir nämlich ein Dorf weiter. Dort möchten wir eine Bootstour auf der Donau machen. 🚐💨
Und tatsächlich: Um 10.30 Uhr geht es los. 🚤 Eine Stunde soll die Tour dauern und uns einige der Sehenswürdigkeiten dieser eindrücklichen Donaulandschaft zeigen. Perfekt für uns: ein bisschen Boot fahren, etwas entdecken und danach bleibt noch genügend Zeit, um mit Sprinti weiterzuziehen.
Kaum sind wir unterwegs, wird aus der gemütlichen Bootstour allerdings plötzlich eine Geschichtsstunde auf der Donau. Nur wesentlich schöner als damals im Schulzimmer – und niemand fragt anschliessend die Jahreszahlen ab. 😂
Da taucht nämlich dieses gewaltige Gesicht im Felsen auf. 😳
Decebalus, der letzte grosse König der Daker, schaut ziemlich ernst über die Donau. Rund 55 Meter hoch ist sein steinernes Gesicht – Übersehen zwecklos.
Vor fast 2’000 Jahren kämpfte Decebalus gegen das mächtige Römische Reich unter Kaiser Trajan. Lange leistete er Widerstand, bis die Daker im Jahr 106 n. Chr. schliesslich besiegt wurden.
Wir hätten natürlich gedacht, dass dieser riesige Kopf ebenfalls seit 2’000 Jahren hier herumsteht.
Denkste! 😂
Die Felsfigur ist viel jünger und wurde erst zwischen 1994 und 2004 geschaffen. Zehn Jahre Arbeit für ein einziges Gesicht! Wir brauchen morgens zwar manchmal auch etwas länger, bis wir präsentabel sind – aber ganz so schlimm ist es dann doch noch nicht. 😂
Und Decebalus ist hier nicht alleine.
Auf der serbischen Seite der Donau befindet sich die Tabula Traiana, eine fast 2’000 Jahre alte römische Gedenktafel. Sie erinnert unter anderem daran, wie die Römer unter Kaiser Trajan durch diese schwierige Felslandschaft eine Strasse entlang der Donau bauten.
Damit stehen sich hier gewissermassen bis heute zwei alte Rivalen gegenüber: Decebalus auf rumänischer Seite und Trajans römisches Erbe auf serbischer Seite.
Und die Tabula Traiana hat noch eine ganz besondere Geschichte: Als für das Kraftwerk Eisernes Tor I die Donau aufgestaut wurde, stieg der Wasserspiegel. Die historische Tafel wäre einfach darin verschwunden.
Also hat man sie gerettet und samt Fels rund 30 Meter höher versetzt. 😳
Andere zügeln ein Sofa, einen Schrank oder vielleicht noch einen schweren Esstisch – hier zügelt man mal eben eine fast 2’000 Jahre alte Römerinschrift samt Felswand. 😂
Natürlich gehören zu dieser Landschaft auch Höhlen. 🪨 Wir schippern an den steilen Felswänden vorbei und entdecken immer wieder dunkle Öffnungen im Gestein. Geheimnisvoll genug, dass man sofort wissen möchte, was wohl dahinter steckt.
Unsere Neugier hält sich allerdings schlagartig etwas mehr in Grenzen, sobald das Wort Höhle fällt. Nach unseren bisherigen Begegnungen in Rumänien denkt man nämlich irgendwann automatisch:
Höhle? … Bär? 🐻😂
Zum Glück steht heute keine Bärenhöhlenbesichtigung auf dem Programm.
Und wieder merken wir, warum wir solche Reisen so lieben. Man steigt eigentlich nur für eine Stunde in ein Boot, möchte gemütlich über die Donau schippern – und plötzlich steckt man mitten zwischen Dakern, Römern, einem 55 Meter hohen König, einer umgezogenen Felswand und ein paar geheimnisvollen Höhlen. 😂🚤
Und das Schöne daran: Die Prüfung am Ende fällt aus.
Nach der Bootstour geht es zurück zu Sprinti. 🚐
Nach so viel Geschichte, Römern, Dakern, Burgen und Höhlen übernimmt jetzt wieder Sprinti das Kommando. 🚐💨
Langsam geht es für uns Richtung Heimat. Und weil es heute ziemlich heiss ist, beschliessen wir, die Gelegenheit zu nutzen und ein bisschen Strecke zu machen. Draussen brütet die Hitze ☀️🥵, drinnen schnurrt die Klimaanlage – also gibt es eindeutig schlechtere Momente, um ein paar Kilometer abzuspulen. 😂
Unser nächstes Ziel ist Arad. Danach möchten wir uns wieder etwas suchen, das wesentlich besser zu uns passt als Asphalt und Stadt: einen schönen Platz am Wasser für die Nacht. 💦🌿🚐
Mal schauen, wo Sprinti heute Abend seine Füsse – beziehungsweise seine vier Räder – ins Wasser strecken darf.
😄 Und tatsächlich finden wir bei Arad an der Mureș genau das, was wir gesucht haben: einen wunderschönen Platz direkt am Wasser. 🌿💦
Auf der Zufahrt kommen wir an einem Wohnwagen vorbei – und dann scheint Noldi plötzlich zu denken: So, jetzt fehlt diesem Reisetag eigentlich nur noch ein bisschen Action. 😂
Ob ganz aus Versehen oder vielleicht doch mit einem winzig kleinen bisschen Absicht, sei dahingestellt … jedenfalls schafft er es, Sprinti ordentlich zu versenken. 🙈🚐
Natürlich nicht ohne Hintergedanken: Endlich darf wieder ausprobiert werden, ob Sprinti sich auch selbst aus dem Schlamassel befreien kann. 😂 Die Hilfe kommt bereits angerannt – aber nix da! Noldi und Sprinti schaffen das alleine. 💪😎
Und genau aus dieser kleinen Schlammschlacht entsteht wieder eine dieser Begegnungen, die wir an Rumänien inzwischen so lieben. ❤️
Jetzt sitzen wir nämlich bei den Leuten vor ihrem Wohnwagen, trinken gemeinsam ein Bier – vielleicht werden es auch zwei 🍺😉 – und unterhalten uns bestens.
Na ja … „unterhalten“ ist vielleicht etwas grosszügig formuliert. 😂 Google Translator sitzt quasi mit am Tisch, denn Deutsch sprechen sie nicht und unser Rumänisch ist nach knapp zwei Wochen immer noch nicht ganz gesellschaftsfähig.
Aber irgendwie funktioniert es trotzdem. Es wird geredet, übersetzt, gelacht und angestossen. 🍻
Und wieder merken wir: Man muss nicht dieselbe Sprache sprechen, um einen richtig schönen Abend miteinander zu verbringen.
Genau solche ungeplanten Begegnungen sind es, die uns von Rumänien in Erinnerung bleiben werden. ❤️🇷🇴
Und wer weiss … vielleicht versteht Google nach dem zweiten Bier sowieso plötzlich alles. 😂🍺
Inzwischen sitzen wir nicht mehr nur bei einem Bier zusammen – wir haben gemeinsam zu Abend gegessen. 🍽️🍺
Unsere neuen Bekanntschaften heissen Lilli und ihr Mann. Die Verständigung? Nun ja … sagen wir einmal: international. 😂 Google Translator leistet Schwerstarbeit, dazu kommen ein, zwei Wörter Deutsch, ein, zwei Wörter Italienisch, Hände, Füsse und ganz viel Lachen.
Und wisst ihr was? Wir verstehen uns wunderbar. ❤️
Dann erfahren wir etwas, womit wir überhaupt nicht gerechnet haben: Lilli hat heute Geburtstag – ihren 53.! 🎂🥳
Und so sitzt sie an ihrem Geburtstag irgendwo in Rumänien an der Mureș, zusammen mit ihrem Mann und zwei völlig fremden Schweizern, die wenige Stunden zuvor mit Sprinti beinahe im Schlamm versunken wären. 😂🚐
Jetzt essen wir gemeinsam, trinken, lachen und feiern ein bisschen Geburtstag.
Ist das nicht ein Geschenk? ❤️
Und weil dieser Abend offenbar noch lange nicht genug Geschichten geschrieben hat, geht es später mit Lilli und ihrem Mann Dodscha noch gemeinsam in ein Restaurant. 🍷
Schliesslich wird man nur einmal 53 – und auf einen Geburtstag gehört angestossen! 🥂🎂 Bei einem guten Glas Wein sitzen wir zusammen, reden, lachen und übersetzen, was das Zeug hält.
Unsere gemeinsame Sprache besteht inzwischen ungefähr aus Google Translator, zwei Wörtern Deutsch, zwei Wörtern Italienisch, Händen, Füssen und sehr viel Gelächter. 😂 Und erstaunlicherweise funktioniert das hervorragend!
Danach chauffiert uns Geburtstagskind Lilli wieder zurück zu unserem Platz an der Mureș, wo auch ihr Wohnwagen steht. Und natürlich ist noch lange nicht Feierabend. Jetzt sitzen wir wieder gemütlich zusammen und lassen diesen völlig ungeplanten Abend ausklingen. ❤️
Heute Morgen kannten wir diese beiden Menschen noch überhaupt nicht. Ein paar Stunden später haben wir zusammen gegessen, Geburtstag gefeiert, Wein getrunken, Tränen gelacht und Geschichten aus unserem Leben erzählt.
Eigentlich hat alles nur damit angefangen, dass Noldi Sprinti im Sand versenkt hat. 😂🚐
Vielleicht war es also doch Absicht?
Auf jeden Fall hat sich aus einer angebotenen Bergehilfe etwas entwickelt, womit wir heute Morgen niemals gerechnet hätten: eine richtig schöne neue Freundschaft. ❤️
Und genau solche Tage kann man nicht planen. Man kann sie in keinem Reiseführer nachschlagen und schon gar nicht reservieren.
Manchmal muss man offenbar einfach nur sein Wohnmobil versenken. 😂❤️🇷🇴
Nicht die Sehenswürdigkeiten, nicht die Kilometer und manchmal nicht einmal die schönsten Landschaften sind es, die am Ende hängen bleiben. Es sind solche Begegnungen, die man nicht planen, nicht buchen und in keinem Reiseführer finden kann.
Und für uns ist genau das Reisen. ❤️🇷🇴Read more
































Travelerschön gschriebe gnüsseds naglg
TravelerJo suppi, aber Ihr sind Eu jo gwöhnt mit Händ und Füess z'rede, das machet Ihr jo Diheime au bi Bier und Wii 🤔😂😂😂😂
su-no-auf-reisenja ja gäll Marianne, irgendwie goht's immer