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Rumänien 2026-Mit Sprinti durch die Karpaten

Mit unserem Mercedes Sprinter «Sprinti» entdecken wir Rumänien. Von der Schweiz über Österreich und Ungarn bis in die Karpaten – Natur, Offroad-Strecken, Burgen, Bären und unvergessliche Sonnenuntergänge. Read more
  • Trip start
    August 12, 2026

    🇷🇴 Rumänien, wir kommen! 🚐

    August 12 in Switzerland ⋅ 🌙 25 °C

    Noch stehen wir zu Hause – aber nicht mehr lange! 😊 Heute Abend hiess es noch fertig packen. Ehrlich gesagt hatte ich bei dieser Hitze nicht mehr wahnsinnig viel Lust dazu. 🥵

    Dafür habe ich mein ganzes Tech-Equipment nochmals aufgepeppt, eingerichtet und geupdatet. Kameras, Mikrofon und alles, was halt so mit muss. 📸🎥

    Jetzt sitze ich noch draussen und es ist tatsächlich schon 22.15 Uhr. Eigentlich sollte ich längst im Bett sein, denn zwischen 2 und spätestens 3 Uhr morgens wollen wir losfahren. Noldi ist natürlich schon lange im Bett – schliesslich ist er unser Driver. 😄🚐 Ich kann dafür nebenan noch ein bisschen dösen.

    Ich freue mich riesig auf die kommenden Tage. Auf eine schöne Reise, viele neue Eindrücke und darauf, ein für uns neues Land kennenzulernen. Von Rumänien haben wir schon so viel Gutes gehört und ich bin unglaublich gespannt, was uns dort alles erwartet. 🇷🇴❤️

    Einige Kilometer liegen vor uns – aber wer uns kennt, weiss: Das macht uns nichts aus. 😉 Kilometerfressen gehört bei uns irgendwie zum Reisen dazu.

    Unser Ziel für morgen: mindestens Wien. Vielleicht schaffen wir es sogar schon bis an die ungarische Grenze. Mal schauen, wie gut wir vorankommen.

    Und jetzt probiere ich tatsächlich noch ein bisschen zu schlafen. 😴

    Wir lesen uns morgen Abend wieder – dann hoffentlich bereits mit den ersten Geschichten von unterwegs.

    Rumänien, wir kommen! 🇷🇴🚐💨
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  • Aufbruch ins Abenteuer – 926 km ostwärts

    August 13 in Hungary ⋅ ☀️ 30 °C

    🇷🇴 Rumänien, wir kommen! 🚐

    Um 01:00 Uhr ist es endlich so weit: Sprinti rollt in Bäch vom Hof – Kurs Rumänien! 🚐🇷🇴 Mit dem Schlaf waren wir allerdings sehr unterschiedlich erfolgreich. Noldi ging am Abend praktisch mit den Hühnern ins Bett 🐔😴 und hat tatsächlich geschlafen. Ich habe es bei der Wärme um 23:00 Uhr immerhin versucht – um 00:30 Uhr war das Unternehmen «Nachtruhe» dann offiziell gescheitert und ich stand wieder auf. 😂

    Immerhin: Der Fahrer ist ausgeschlafen – und das ist vermutlich die sinnvollere Variante. 😉🚐💨

    Die ersten Stunden verschwinden irgendwo zwischen Dunkelheit, Autobahn und meinem Versuch, auf dem Beifahrersitz wenigstens noch ein bisschen zu dösen. Viel wird daraus nicht. Langsam wird es heller, rund um München ist bereits ordentlich Betrieb und der neue Tag nimmt Fahrt auf. 🌅

    Irgendwann ist klar: Kaffee muss her. ☕ Auf Raststätten haben wir dabei unsere bewährte Arbeitsteilung: Sprinti bleibt nicht unbeaufsichtigt. Ich kümmere mich um den Kaffee, Noldi hält die Stellung. Unsere eigenen Becher sind natürlich mit dabei – etwas weniger Abfall unterwegs. 🌿 Wenn jeder ein bisschen mithilft, kommt am Ende doch einiges zusammen.

    Einige hundert Kilometer später braucht nicht nur Sprinti eine Pause. In Melk werden wir tatsächlich bei McDonald’s erwischt. 🍔😂 Noldi verdrückt einen Burger – und ja, ich bekenne mich ebenfalls schuldig. Danach verschwindet Noldi für einen Powernap in Sprinti, während ich mir noch ein gemütliches halbes Stündchen gönne.

    Frisch gestärkt geht es weiter Richtung Osten. Und erstaunlicherweise halten wir uns beide ziemlich tapfer. Fast zwölf Stunden unterwegs, nur zwei kleinere Pausen – und ich funktioniere trotz meiner höchstens einen Stunde Schlaf noch überraschend gut. Wobei wir uns nichts vormachen: Irgendwann kommt die Rechnung. 😴😂

    Noch vor 13 Uhr erreichen wir Ungarn. 🇭🇺 Die Grenze? Fast unspektakulär – keine Kontrolle, einfach weiter. Was sofort auffällt, ist die Trockenheit. Die Felder und Wiesen entlang der Autobahn wirken teilweise noch dürrer als bei uns. Viel mehr bekommen wir von Ungarn heute allerdings nicht zu sehen. Heute heisst es Kilometer machen – Sehenswürdigkeiten müssen warten.

    Nach 926 Kilometern reicht es dann aber endgültig. In Érd finden wir einen wunderschönen Platz direkt an der Donau. 🌳💦 Sprinti steht im Schatten der Bäume, wenige Schritte entfernt fliesst ruhig der Fluss. Nach all dem Asphalt fühlt sich das fast ein bisschen unwirklich an.

    Und ganz nebenbei sind wir hier an einem geschichtsträchtigen Fleck gelandet: Die Gegend um Érd war schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt, später kamen Römer und Osmanen. Die nahe Beliczay-Insel war früher tatsächlich eine richtige Donauinsel; durch die Regulierung des Flusses verlandete ihr Seitenarm nach und nach. Heute gehört die Gegend zur grünen Auenlandschaft der Donau.

    Willkommen in Ungarn! 🇭🇺

    Wir geniessen unseren Abend an diesem schönen Fluss: Apéro, ein herrliches Windchen und danach Bratkartoffeln, mein Salat mit Gurken, Tomaten und Mozzarella und Bündner Bratwürste. 😋

    Erstaunlicherweise sind wir immer noch wach! 😂 Jetzt planen wir noch kurz, wohin Sprinti uns morgen bringt – und dann dürfte endgültig Bettreife angesagt sein.

    Gute Nacht von der Donau ❤️ Danke fürs Begleiten – morgen hören und lesen wir uns wieder! 🚐
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  • 200 Forint, ein paar Pannen und endlich Rumänien 😆

    August 14 in Romania ⋅ ☀️ 26 °C

    Abfahrt: 9.30 Uhr

    Nach unserer Nacht an der Donau startet Tag 2 mit einer äusserst wichtigen Mission: Toilette entsorgen. Nach dem Motto: Was wir hier produziert haben, lassen wir auch hier. 😆

    Park4Night zeigt uns eine öffentliche Toilette nur ein paar Kilometer entfernt. Schöner Park, gut anzufahren, sauber – eigentlich perfekt. Kostenpunkt: 200 Forint. Nur haben wir keine Forint. Dafür soll Kartenzahlung möglich sein.

    Ich winke Noldi herbei, der guten Mutes anrückt. Karte gezückt – nichts geht. 🙈 Schnell merken wir: Das Kartenterminal ist eigentlich nur noch Dekoration.

    Also Euro eingepackt und ab zum Restaurant nebenan, um Geld zu wechseln. Restaurant geschlossen. Natürlich. 😂

    Kurzerhand mache ich Autostopp. Und siehe da: Zwei nette Herren halten an, sprechen gut Englisch und drücken mir eine 200-Forint-Münze in die Hand. Ich strahle – Problem gelöst!

    Denkste. 😆 Die Toilette will unsere mühsam organisierte Münze partout nicht haben und spuckt sie immer wieder aus.

    Vier Minuten weiter gibt es zum Glück eine Komposttoilette. Und diesmal: Jups – Mission erfüllt!

    PS: Siehst du, Rolf, jetzt fahren wir endlich in die richtige Richtung! 😂

    Die nächste Herausforderung lässt nicht lange auf sich warten: die rumänische Autobahnvignette online lösen. Auf Deutsch finde ich nichts Brauchbares und mein Rumänisch ist, sagen wir mal, noch ausbaufähig. Also wird jeder Schritt fotografiert, bei ChatGPT hochgeladen, erklärt, weitergeklickt und zwischendurch ein bisschen geflucht. Aber irgendwann: geschafft! Die ungarische Vignette war dagegen ein Kinderspiel.

    Nun rollen wir gemütlich durch Ungarn. Was für eine Weite! Die Autobahn ist super und bisher sind uns nur nette, hilfsbereite Menschen begegnet. 🇭🇺

    Wobei … kleine Korrektur zum Thema Strassen. 😆 Die Autobahn ist super. Abseits davon holpert und rumpelt es teilweise ganz schön. Sprinti bekommt schon mal eine kostenlose Rüttelmassage.

    Da Diesel in Ungarn günstiger zu sein scheint als in Rumänien, wollen wir noch tanken. Der Automat spricht sogar Deutsch – perfekt! 😂 Wir tippen 100 ein und denken an Euro. Dumm nur: 100 Forint sind etwa 30 Rappen. 🙈

    Beim zweiten Versuch haben wir die Währung begriffen, dafür will das Ding plötzlich eine Steuernummer. Nach einigem Herumprobieren kapitulieren wir. Zum Glück kommt bald die nächste Tankstelle: rein in den Shop, bezahlen, fertig. Tanken kann so schön unkompliziert sein. 😆⛽

    Und dann ist es endlich soweit: Rumänien! 🇷🇴

    Die Landschaft verändert sich. Es wird grüner und hügeliger, die Strassen kleiner und irgendwann sind wir zwischen Wäldern und Bergen unterwegs. Kühe am Strassenrand, Holztransporter – jetzt fühlt es sich langsam nach Rumänien an.

    Und diese scheinbar so ursprüngliche Gegend hat einiges zu erzählen: Die Apuseni waren über Jahrhunderte eine bedeutende Bergbauregion. Gold, Silber und Kupfer wurden hier aus den Bergen geholt, und Teile der Region waren bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. ⛰️

    Nach 380 Kilometern erreichen wir schliesslich unseren Nachtplatz. Mitten im Wald, direkt an einem kleinen Bächlein – „Fluss“ wäre dann doch etwas übertrieben. 🌲😄 Ganz so einsam wie gedacht ist es allerdings nicht. Hin und wieder fährt noch ein Auto vorbei und sogar ein Holzlaster hat sich bereits an Sprinti vorbeigeschlängelt.

    Eigentlich hatten wir zuerst einen anderen Platz angefahren. Aber dort war es uns viel zu heiss – und überall lagen diese ominösen Papierchen herum. 🙈 Offenbar ein beliebter Platz für Wildcamper, nur leider nehmen es nicht alle so genau mit der Rücksicht auf die Natur.

    Also weitergesucht – und hier gefällt es uns deutlich besser. Sprinti steht im kühlen rumänischen Wald, neben uns plätschert das Bächlein und wir sind angekommen. 🌲🚐💦

    Eigentlich hatten wir für heute noch etwas ganz Besonderes geplant. Doch ein Blick in unseren Tourguide zeigt: rund sechs Stunden Fahrzeit. Das wäre heute definitiv zu spät und irgendwann auch zu dunkel geworden. 😄

    Also wird kurzerhand umgeplant. Das Abenteuer läuft uns schliesslich nicht davon und wartet morgen auf uns.

    🌲🐻 Abendprogramm im Bärenwald

    Noldi schnappt sich das E-Trotti und erkundet unseren Bärenwald. Und ja – hier gibt es tatsächlich Bären! 🐻 Rumänien beherbergt sogar eine der grössten Braunbärenpopulationen Europas ausserhalb Russlands. Neuere genetische Untersuchungen gehen landesweit von ungefähr 10’000 bis 13’000 Braunbären aus, die meisten davon leben in den Karpaten. Also doch ein paar mehr als drei oder vier – aber zum Glück stehen sie auch nicht hinter jedem zweiten Baum. 😂

    Statt eines Bären findet Noldi eine aufgestaute Stelle in unserem Bächlein – und damit ist die Sache für ihn klar: Nacktbad! 🤪 Ich bevorzuge die etwas weniger naturverbundene Variante und dusche gemütlich in Sprinti.

    Danach folgt die nächste Premiere: Unser neuer Omnia-Backofen wird eingeweiht. Rezept? Ähm … welches Rezept? 😂 Ich werfe einfach rein, was noch da ist: rohe Hörnli, etwas Rahm und Milch, Philadelphia, Reibkäse, die zwei Bratwürste von gestern, eine Peperoni und Gewürze. Deckel drauf – und jetzt sind wir gespannt, ob daraus Abendessen oder ein kulinarisches Forschungsprojekt wird. 😅

    Dazu genehmigen wir uns ein Gläschen Weisswein 🍷 und lassen diesen ersten Abend in Rumänien gemütlich ausklingen.

    Wenn euch unsere Reise gefällt, lasst uns doch ein ❤️ da. Schön, seid ihr dabei! Und morgen wird’s wieder spannend – denn da steht etwas ganz Besonderes auf dem Programm. 😍
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  • Wenn der Plan einfach mal Plan bleibt …nur anders

    August 15 in Romania ⋅ ⛅ 23 °C

    Nach einer herrlich angenehmen Nacht haben wir heute etwas länger geschlafen. 8.45 Uhr – das darf im Urlaub auch mal sein. 😊 Noldi übernimmt den Frühstücksdienst und es gibt Spiegeleier. Brötchen habe ich noch von zu Hause im Gefrierfach und eine Mehlmischung reist ebenfalls mit. Irgendwann möchte ich nämlich selber Brot backen – wofür haben wir schliesslich unseren „Omniathermomix“ dabei? 🤪

    Dazu läuft wie so oft Radio Central. Samstag bedeutet allerdings Ländlermusik – nicht ganz meine Welt. 😂 Noldi tröstet mich: „Es ist ja bald zehn, dann hast du’s überstanden.“ Tja … wir haben die Zeitverschiebung vergessen. In Rumänien war es erst neun! 🙈 Na gut, ihm zuliebe halte ich die zusätzliche Stunde durch.

    Gegen 10.15 Uhr rumänischer Zeit starten wir bei 83’262 km. Heute soll es endlich auf unsere geplante Tour durch die Westkarpaten im Apuseni-Gebirge gehen: rund 67 Kilometer, davon gut 20 Kilometer offroad. Darauf haben wir uns richtig gefreut. 😎

    Vorher brauchen wir allerdings noch Vorräte. Am Lidl sind wir irgendwie vorbeigefahren – oder er hat sich erfolgreich vor uns versteckt. Also landen wir bei Penny. Volle und zugestellte Gänge, ziemlich viele Menschen, etwas Hektik und eine Fleischtheke, die doch ein wenig anders aussieht als bei uns. 😅 Das Nötigste geschnappt – und nichts wie raus.

    Unterwegs lernen wir auch eine rumänische Besonderheit kennen: Was in Irland und Schottland die Schafe auf der Strasse sind, sind hier die Kühe. 🐄 Völlig gelassen stehen oder spazieren sie auf der Fahrbahn herum, und auch Pferde begegnen uns immer wieder. 🐎 Die Tiere haben es definitiv nicht eilig – bei manchen Autofahrern sieht das allerdings ganz anders aus. Teilweise wird hier so waghalsig überholt, dass wir lieber einmal mehr vom Gas gehen. 🙈

    Dann soll unser eigentliches Abenteuer beginnen.

    So ein Mist! 😤 Ein Teil unserer geplanten Offroadstrecke ist gesperrt und auch die Polizei steht vor Ort. Für uns gibt es nur eine Möglichkeit: umdrehen. Ausgerechnet auf diese Tour hatten wir uns besonders gefreut.

    Also Planänderung: Wir nehmen das Black Sheep Camp ins Visier und dürfen dafür einen Teil der Strecke gleich nochmals fahren. Irgendwann braucht die Stimmung allerdings etwas Unterstützung – Zeit für eine Kaffeepause. ☕ Und aus der wird spontan etwas mehr: Vor uns landet ein Big Burger. 🍔😂 Zum Glück haben wir nur einen bestellt und teilen ihn uns. Das Ding ist riesig! Damit ist auch gleich klar: Nachtessen fällt heute aus. Der reicht locker bis morgen. 🤣

    Weiter geht’s zum Black Sheep Camp. Dass die letzte Zufahrt speziell sein soll, wissen wir aus unserem Reiseführer. Doch als wir tatsächlich vor dem Bachbett stehen, möchten wir es lieber genau wissen. Noldi geht zu Fuss voraus und schaut sich die Strecke an.

    Sein Urteil fällt ziemlich eindeutig aus: Das tun wir Sprinti nicht an. 😅

    Der Weg führt eine ganze Weile direkt im Bachbett entlang und danach steil über eine grobe, unbefestigte Piste hinauf. Das ist wirklich etwas für Jeeps und richtige Offroader. Von der Anfahrt mit einem Wohnmobil wird nicht ohne Grund abgeraten. Abenteuerlust schön und gut – aber wir müssen Sprinti ja nicht beweisen, dass er ein Geländewagen ist. 😂

    Und so führt uns die Reise schliesslich ungeplant zum Beliș-Fântânele-Stausee mitten im Apuseni-Gebirge. ❤️

    Der See liegt auf knapp 1’000 Metern Höhe und entstand in den 1970er-Jahren zur Stromgewinnung. Seine Geschichte ist faszinierend und zugleich etwas nachdenklich stimmend: Für den Stausee wurden Bewohner umgesiedelt und Teile alter Siedlungen überflutet. Unter dem Wasser liegt unter anderem das ehemalige Giurcuța de Jos. Sinkt der Wasserspiegel stark genug, kommen sogar Überreste der alten Kirche wieder zum Vorschein. Schon ein eigenartiger Gedanke, wenn man heute auf diese friedliche Landschaft blickt.

    Und so endet ein Tag, an dem eigentlich fast nichts so lief wie geplant – und wir trotzdem an einem wunderschönen Ort gelandet sind. ❤️

    Der Monsterburger sorgt dafür, dass die Küche heute geschlossen bleibt. 😜 Jetzt lassen wir den Abend gemütlich ausklingen und sind gespannt, welchen Plan Rumänien morgen wieder mit uns hat. 🇷🇴🚐

    Schön, seid ihr mit uns unterwegs! ❤️ Wenn euch unsere Reise gefällt, lasst uns gerne ein Herzchen da.
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  • Vom versunkenen Dorf bis 120 Meter unter die Erde

    August 16 in Romania ⋅ ☀️ 27 °C

    Nach einer herrlich ruhigen Nacht an unserem wunderschönen Platz am Beliș-Fântânele-Stausee starten wir gemütlich in den neuen Tag. Erst einmal Frühstück bei Sprinti ☕🍳, alles wieder verstauen und gegen 9.30 Uhr geht es los.

    Heute wollen wir zuerst nach Turda, denn dort wartet ein ganz besonderes Ziel auf uns: die berühmte Salina Turda. 🧂

    🌊 Eine Traumstrecke entlang der Stauseen

    Wir fahren auf der DJ107P – und diese Strecke begeistert uns vom ersten Kilometer an. 😍 Die Strasse schlängelt sich durch die Apuseni, vorbei an Wäldern, Bergen und immer wieder an wunderschönen Stauseen. Hinter jeder Kurve gibt es einen neuen Ausblick. Einfach unglaublich schön! 🚐🌲💙

    Was heute so friedlich aussieht, hat allerdings eine spannende Geschichte. Die Stauseen gehören zu einem grossen Wasserkraftsystem, das hauptsächlich zwischen den 1960er- und 1980er-Jahren entstand. Das Wasser wird teilweise kilometerweit durch Tunnel mitten durch die Berge von einem See zum nächsten geleitet.

    Für den Beliș-Fântânele-Stausee mussten damals sogar Siedlungen weichen. Teile des Dorfes Giurcuța de Jos verschwanden unter dem Wasser. Wenn der Wasserstand besonders tief ist, werden noch heute Überreste der alten Kirche sichtbar. Schon verrückt: Wir haben dort oben friedlich geschlafen – und unter diesem Wasser liegt ein Stück vergangenes Dorfleben. 😮

    🚐 Boxenstopp in Gilău

    In Gilău entdecken wir auf einem eher unscheinbaren Autohof beziehungsweise Industriegelände eine Toilette – und plötzlich können wir gleich alles auf einmal erledigen: selber aufs WC, Wasser für Sprinti auffüllen und unsere Campingtoilette entsorgen. 😂 Perfekt!

    Besonders schön sind wieder einmal die Menschen. Einige kommen ebenfalls vorbei, sehen uns hantieren und helfen ganz selbstverständlich mit. Unglaublich freundlich und hilfsbereit. ❤️🇷🇴

    Nach ein paar Tagen Rumänien können wir sowieso schon sagen: Das Land gefällt uns. Viel Natur, herrliche Landschaften und vor allem sehr freundliche Menschen. Nur auf den Strassen treffen manchmal zwei Welten aufeinander: tiefenentspannte Kühe und Pferde – und Autofahrer, die es dafür umso eiliger haben. 😂🙈

    Sprinti ist wieder rundum versorgt und wir tuckern gemütlich die letzten rund 40 Kilometer Richtung Turda.

    🧂 Salina Turda – eine andere Welt unter der Erde

    Bei der Salina Turda angekommen, beginnt unser Besuch schon mit einer kleinen Geschichte.

    Wir passieren die Schranke zum Parkplatz, nehmen unser Ticket und fahren hinein. Beim Bezahlen steht ein junger Einheimischer am Automaten und hilft den Besuchern.

    Als er mein Ticket sieht, fragt er mich, ob ich Bargeld hätte. Sprinti wurde bei der Einfahrt offenbar als Bus erkannt und deshalb sollte ich 60 Lei bezahlen.

    Der junge Mann schaut sich die Sache an und meint sinngemäss: Das ist doch ein Wohnmobil und kein Bus! 😄 Also muss ich statt 60 Lei nur die richtigen 20 Lei bezahlen.

    Ich hätte vermutlich einfach die 60 Lei bezahlt, ohne zu maulen. Er hätte also überhaupt nichts sagen müssen.

    Genau deshalb bleibt mir diese kleine Begegnung in Erinnerung. ❤️ Vielleicht haben wir gegenüber den rumänischen Menschen manchmal viel zu viele Vorurteile. Unehrliche Menschen gibt es hier bestimmt – aber davon gibt es bei uns genauso viele. Und heute sind wir einem sehr ehrlichen und aufmerksamen jungen Mann begegnet. 🇷🇴

    Dann geht es hinein in die Salina – und immer weiter hinunter. ⬇️🧂

    ⛏️ 120 Meter unter der Erde

    Die Dimensionen sind wirklich gewaltig. Teilweise geht es rund 120 Meter in die Tiefe. Riesige Hallen, dunkle Salzwände, alte Anlagen und dazwischen eine moderne Freizeitwelt mit Beleuchtung und sogar einem Riesenrad. 😮🎡

    Salz wurde in Turda über viele Jahrhunderte abgebaut. Die Vorkommen werden bereits im Mittelalter schriftlich erwähnt. 1932 wurde der Abbau eingestellt, weil andere Salzminen wirtschaftlicher arbeiteten.

    Damit war die Geschichte der Mine aber noch lange nicht vorbei. Im Zweiten Weltkrieg diente sie den Menschen als Schutzraum, später wurde ein Teil tatsächlich als Käselager genutzt. 🧀😂 Und heute spazieren wir durch diese riesigen unterirdischen Räume und können kaum glauben, was Menschen hier geschaffen haben.

    So kalt wie erwartet ist es übrigens gar nicht. Lange Hosen sind angenehm, die Jacke brauche ich aber nicht.

    Der Besuch ist wirklich sehr interessant und die rund 40 Schweizer Franken Eintritt für uns beide sind es definitiv wert. 👍

    🥶➡️🥵 Von unter der Erde in den Hochsommer

    Wieder draussen erwartet uns dann das komplette Gegenteil: brütende Hitze! 🥵

    Also erst einmal eine schön kalte Cola im Restaurant und überlegen, wie und wohin es weitergehen soll. 🥤

    Danach zurück zu Sprinti: Socken weg, kurze Hosen wieder an und erst einmal Sprinti runterkühlen. 😂 Der Wechsel von der Salzmine zurück in den rumänischen Hochsommer ist schon ziemlich heftig.

    📡 Unterwegs läuft auch die Technik

    Unsere Starlink auf Sprintis Dach bewährt sich auf dieser Reise richtig gut. Sie funktioniert herrlich und stört dort oben überhaupt nicht. Besonders praktisch ist die Zeitautomatik: Nachts können wir Starlink automatisch deaktivieren und damit ordentlich Strom sparen. 🔋👍

    Noldi kann damit problemlos navigieren und Radio Central begleitet uns durch Rumänien. 🎶🇷🇴 Also alles paletti!

    Stromprobleme haben wir sowieso keine. Wir fahren häufig und laden dadurch immer wieder nach. Deshalb ist auch das Kochen mit Induktion kein Problem – genauso wenig wie all die anderen elektronischen Geräte, die inzwischen mit uns reisen. ⚡

    Neu dabei ist ausserdem unsere kleine DJI Pocket 4. 🎥 Klein, handlich und schnell griffbereit – perfekt für unterwegs.

    🏔️ Weiter Richtung Transalpina

    Nach Turda geht es weiter Richtung Berge. Die Landschaft wird wieder grüner, die Wälder dichter und die Strasse kurviger. Kilometer um Kilometer nähern wir uns unserem heutigen Ziel.

    Schliesslich erreichen wir den Oașa-Stausee. 💙⛰️

    Hier befinden wir uns nun am Anfang unseres nächsten Abenteuers. Die eigentliche Transalpina sind wir heute noch nicht gefahren – der spektakuläre Hochgebirgsabschnitt wartet erst morgen auf uns. 🚐🏔️

    Und vielleicht begegnen uns dort wieder die typisch rumänischen Verkehrsteilnehmer auf vier Beinen. 🐄😂 Kühe mitten auf der Strasse würden uns inzwischen jedenfalls nicht mehr besonders überraschen.

    🌊 Ein Platz direkt am Wasser

    Am Oașa-Stausee finden wir einen Platz ganz nach unserem Geschmack: Sprinti steht direkt am Wasser, mit freiem Blick über den See und auf die umliegenden Berge. 🚐💙

    Nach der brütenden Hitze des Nachmittags warten wir eigentlich nur noch auf eines: Schatten!

    Gegen 18.00 Uhr verschwindet die Sonne endlich und fast schlagartig wird es angenehm. 😌 Herrlich!

    Sprinti steht, wir sind angekommen und jetzt beginnt langsam der gemütliche Teil des Tages … 🍷😄

    Am Abend kehrt langsam Ruhe ein am Stausee. Die Sonne hat sich endlich verabschiedet und mit ihr zum Glück auch die brütende Hitze. 😅 Jetzt lässt es sich direkt am Wasser richtig gut aushalten.

    Ganz Feierabend ist bei mir allerdings noch nicht – die Backstube im Sprinti hat geöffnet. 😂 Ich bereite noch einen Brotteig vor. Die Mehlmischung habe ich vorsorglich schon zu Hause selbst zusammengestellt und mit Trockenhefe ergänzt. Der Teig darf nun über Nacht sein Eigenleben entwickeln. Mal schauen, was uns morgen erwartet: frische Brötchen oder ein Teigmonster, das sich über Nacht im Sprinti breitgemacht hat. 😂 Gebacken wird auf jeden Fall – wenn nicht am Morgen, dann eben unterwegs.

    Und Noldis Angelversuche? 🎣 Über die fangen wir jetzt gar nicht erst an zu erzählen – diese Geschichten kennt ihr ja bereits. Sagen wir es so: Der Stausee behält seine Fische und wir essen Pouletflügelli. 😂 Dazu gibt es die restlichen Teigwaren vom Gratin. Plan B funktioniert beim Abendessen zum Glück deutlich zuverlässiger als beim Fischen.

    So lassen wir unseren Abend herrlich direkt am Stausee ausklingen. Sprinti steht, wir sitzen, die Fische können beruhigt weiterschwimmen – und verhungert sind wir trotzdem nicht. 😂🚐🌅

    Danke für die vielen Herzen und dass ihr dabei seid. ❤️ Wir werden morgen dann wieder von uns hören lassen.
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  • Von 2’145 Metern direkt ins Bachbett 🚐🏔️💦

    August 17 in Romania ⋅ ☀️ 28 °C

    Der Morgen beginnt wie fast immer bei uns: Frühstück draussen. ☕🥐 Heute allerdings mit langen Hosen, denn die Sonne hat es noch nicht über den Berg geschafft. Sie muss sich wohl erst noch darüber hinwegpressen. 😄

    Um 9.00 Uhr starten wir am Oașa-Stausee. Sprinti zeigt 83’673 km und vor uns liegt das heutige Highlight: die Transalpina, DN67C. Wir sind gespannt, was uns erwartet.

    Schon bald geht es Kurve um Kurve höher. Zuerst durch Wald, dann wird die Landschaft immer offener und plötzlich befinden wir uns mitten in einer gewaltigen Bergwelt. Die Aussicht wird mit jedem Höhenmeter schöner – und wir wissen teilweise gar nicht mehr, wohin wir zuerst schauen sollen. 🏔️😍

    Die Transalpina gilt als höchstgelegene durchgehend asphaltierte Strasse Rumäniens und führt über den Urdele-Pass auf 2’145 Meter. Teile der heutigen Route gehen auf einen alten Weg über die Karpaten zurück; im 20. Jahrhundert wurde die Strecke ausgebaut. Heute ist sie vor allem eines: ein Traum für alle, die Kurven und Berge lieben. 🚐

    Und wir sind hier oben definitiv nicht allein. 🐄🐑🐐 Kühe stehen völlig entspannt neben und manchmal auch auf der Strasse, Schafherden ziehen über die Hänge und dazu begegnen uns Ziegen und Esel. Hirten begleiten ihre Tiere zusammen mit ihren eindrücklichen Hunden. Hier oben bestimmt eindeutig die Tierwelt das Tempo – Sprinti hat sich anzupassen. 😂

    Auf der Passhöhe legen wir eine Pause ein. An den kleinen Ständen kaufen wir Würste und zusammen mit Käse, Chips und unserem selbstgebackenen Brot wird daraus ein richtig feines Z’nüni. 🌭🧀🥖

    Das Brot verdient übrigens eine kleine Erwähnung. Den Teig hatte ich am Vorabend angerührt und wir haben ihn noch am selben Abend im Omnia gebacken. Meine Mehlmischung hatte ich bereits zu Hause vorbereitet: verschiedene Mehlsorten, Haferflocken und Chiasamen, dazu Trockenhefe. Den Teig mache ich etwas flüssiger, damit ich ihn nicht kneten muss – kräftig rühren reicht völlig. Und siehe da: herrlich frisches Brot aus dem Sprinti. 🍞😋

    Nach unserem Z’nüni geht es wieder hinunter.

    Ziel? Unbekannt. 😄

    Die Aussicht während der Abfahrt ist einfach … da fehlen uns tatsächlich die Worte. Ein Panorama folgt dem nächsten und natürlich läuft die Kamera praktisch im Dauerbetrieb. 📸 Viel schneller als erwartet sind wir wieder unten im Tal.

    Nun kommt Park4night zum Einsatz. Eine Vorgabe haben wir: Am Wasser soll es sein. 💦 Und tatsächlich werde ich fündig.

    Die Zufahrt beschert Noldi dann endlich etwas, worauf er offenbar schon lange wartet: eine Flussdurchfahrt! 🚐💦

    Na ja … „Fluss“ ist vielleicht etwas übertrieben. Aber Bachdurchfahrt klingt einfach nicht halb so abenteuerlich. 😂 Also nennen wir es Fluss und alle sind glücklich.

    Schon bald stehen wir irgendwo im Nirgendwo bei Baia de Fier. Um etwa 15.09 Uhr zeigt Sprinti 83’796 km. Damit sind wir heute gerade einmal 123 Kilometer gefahren – aber was für welche!

    Heute wollen wir einfach einmal sitzen und geniessen. Fotomaterial habe ich inzwischen sowieso genug für mehrere Regentage. 😄 Rund um das Bachbett wimmelt es allerdings von Bienen und Wespen. 🐝 Noldi zündet das Highfire an und lässt es etwas vor sich hinmotten. Holz gibt es hier kaum, aber vielleicht verstehen die kleinen Flieger ja den Wink mit dem Rauch. 😂🔥

    Dann kommt unsere Akkupumpe zum Einsatz. Erst sorgt das Bachwasser für eine herrliche Abkühlung, danach starten wir einen Versuch: Schafft diese günstige kleine Pumpe tatsächlich Sprintis Wassertank?

    Und tatsächlich: Innerhalb weniger Minuten ist Sprinti gefüllt! 💦🚐 Wir sind ziemlich erstaunt. Manchmal sind es eben genau die billigen kleinen Helfer, die unterwegs plötzlich Karriere machen.

    Kaum ist die Wasserversorgung gesichert, folgt der nächste Notfall: Die Aperogetränke sind leer! 😱🍷 Und mir fehlt auch noch eine Gurke. 🥒

    Noldi packt kurzerhand sein E-Trotti aus und düst los, um irgendwo ein Dorf aufzutreiben. Drei Kilometer pro Weg – für das Trotti ein Klacks. Und tatsächlich kehrt unser mobiler Einkaufsdienst schon bald mit den gewünschten Artikeln zurück. Mission erfolgreich. 🛴😂

    Während Noldi unterwegs ist, bekommt Droni Ausgang. 🚁 Zuerst mache ich zwei Luftaufnahmen von Sprinti. Von oben sieht man erst richtig, wie herrlich einsam wir hier stehen.

    Danach starte ich einen Mastershot.

    Der läuft wunderbar – bis genau in der Mitte plötzlich die Meldung kommt: Hindernis im Weg.

    Ähm … welches Hindernis? 😳

    Eigentlich bin ich hoch genug in der Luft, damit die Bäume kein Problem sein sollten. Trotzdem bricht Droni den Mastershot ab und mein Puls macht dafür munter weiter. 😂

    Zum Glück gibt es die Come-Home-Taste. Ich drücke sie – und Droni macht genau das, was sie soll: Sie kommt brav zurück. 😅🚁

    Also alles richtig gemacht.

    Und nach diesem kleinen Schreck bin ich jetzt definitiv froh um ein Glas Weisswein. 🍷 Schliesslich muss man so einen Drohnenmoment auch irgendwie verarbeiten.

    So, und jetzt halten wir uns kurz – Entschuldigung, dass wir eure Lesenerven heute schon so deftig beansprucht haben. 😂

    Zum Znacht gibt’s Kartoffeln, Spareribs und Tomaten-Gurken-Feta-Salat. 😋 Danach geniessen wir einfach noch unseren Abend am Wasser. 🍷

    Danke für eure Herzchen und Kommentare ❤️ – und wenn heute sonst noch etwas passiert, bleibt es unser Geheimnis. 😂

    Gute Nacht aus dem Sprinti! 🚐🌙
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  • Dracula, Bären & 1’480 Stufen 😈

    August 18 in Romania ⋅ ☁️ 13 °C

    Um 9.15 Uhr heisst es Abschied nehmen von unserem wunderschönen Platz am Bach bei Baia de Fier. Ein bisschen Wehmut ist dabei – aber Rumänien hat heute ein ziemlich volles Programm für uns. 🚐💨

    Unser Ziel: Poenari. Nicht Bran, die berühmte Dracula-Touristenburg, sondern die Festung, die tatsächlich eng mit Vlad III. Drăculea – Vlad Țepeș, dem „Pfähler“ – verbunden ist. Und wenn wir schon zu Dracula wollen, dann bitte zum richtigen. 😈🏰

    🥩 Erst Proviant, dann Dracula

    Unterwegs müssen die Vorräte aufgefüllt werden. Wir versuchen möglichst lokal einzukaufen, was uns eigentlich am besten gefällt. In einem modernen rumänischen Geschäft finden wir fast alles – nur beim Fleisch sieht es etwas schwieriger aus. Grillfleisch? Fehlanzeige. Balsamico-Crema? Ebenfalls irgendwo im rumänischen Nirwana verschwunden. 😄

    Dann taucht zufällig ein Lidl auf. Und ja … ich gebe es zu: Das Fleisch sieht dort einfach schöner aus. Lokalpatriotismus hin oder her – manchmal gewinnt halt das Auge. 😂

    Viel schöner sind aber die kleinen Gemüse- und Früchtestände entlang der Strasse. 🍅🥒🍑 Hier gibt es keine Berge von Ananas, Orangen oder Mandarinen. Dafür das, was hier wächst: Tomaten, Gurken, Aprikosen, Äpfel, Birnen, Nektarinen, Pfirsiche, Kartoffeln und Zwiebeln.

    Manchmal besteht ein ganzer Stand praktisch nur aus Zwiebeln. 🧅 Wer hier anhält, muss jedenfalls nicht lange überlegen, was es zum Abendessen gibt. 😂

    Und genau solche Einkäufe mögen wir. Ein paar Worte, ein Lächeln, Hände und Füsse, wenn die Sprache nicht reicht – und plötzlich ist der Einkauf viel mehr als nur Lebensmittel besorgen. ❤️

    🏰 1’480 Stufen – Vlad hätte auch eine Seilbahn bauen können

    Dann steht sie über uns: Cetatea Poenari.

    Die Festung thront spektakulär auf einem Felsen über dem Argeș-Tal. Eine Befestigung gab es hier bereits im Mittelalter; im 15. Jahrhundert liess Vlad III. die strategisch gelegene Anlage ausbauen. Von hier oben konnte der Zugang durch das Tal hervorragend kontrolliert werden.

    Vlad war Fürst der Walachei und kämpfte in einer brutalen Epoche um Macht und gegen die Expansion des Osmanischen Reiches. Seinen Beinamen Țepeș – „der Pfähler“ bekam er wegen seiner berüchtigten Hinrichtungsmethode. Jahrhunderte später wurde sein Name mit Bram Stokers Dracula verbunden – obwohl Stokers Graf Dracula viel mehr Literatur als historische Biografie ist. 🧛

    Um zu Vlad zu gelangen, fehlen uns allerdings zwei Dinge: Pferde und Bedienstete.

    Dafür gibt es 1’480 Treppenstufen. 😳

    Also hoch.

    Und hoch.

    Und immer noch hoch.

    Irgendwann fragt man sich, ob Dracula seine Besucher vielleicht schon erledigen wollte, bevor sie überhaupt oben ankamen. 😂

    Aber wir schaffen es! 💪 Oben angekommen werden wir mit einer gewaltigen Aussicht über die Schlucht und die bewaldeten Berge belohnt. Die Festung selbst ist heute nur noch teilweise erhalten – aber genau das macht ihren Reiz aus. Hier braucht es keine künstliche Dracula-Kulisse. Die Mauern, die Berge und die Geschichte reichen völlig.

    Und Noldi trifft Vlad höchstpersönlich. Zumindest beinahe. Das Beweisfoto existiert. 😂

    🏔️ Und dann beginnt eine der verrücktesten Strassen Europas

    Nach unserem Besuch bei Vlad geht es weiter auf die Transfăgărășan – die DN7C.

    Diese spektakuläre Hochgebirgsstrasse wurde hauptsächlich Anfang der 1970er-Jahre während der Herrschaft von Nicolae Ceaușescu gebaut. Nach dem Einmarsch der Sowjetunion in die Tschechoslowakei 1968 wollte Rumänien eine strategische Verbindung quer durch die Făgăraș-Berge schaffen, über die im Ernstfall Truppen schnell verlegt werden konnten.

    Dafür wurde eine Strasse durch eine Landschaft gebaut, die eigentlich ziemlich deutlich sagt:
    Hier gehört keine Strasse hin. 😄

    Heute gehört die Transfăgărășan zu den berühmtesten Panoramastrassen Europas. Kurven, Schluchten, steile Felswände, Wasserfälle und immer wieder Ausblicke, bei denen man automatisch langsamer wird.

    🐻 Und plötzlich wird es ziemlich bärig

    Auf der Südseite wartet noch jemand auf uns.

    Meine Bärenwarnkarte zeigt Tiere ganz in unserer Nähe an – und tatsächlich dauert es nicht lange.

    Bären! 🐻

    Nicht irgendwo weit hinten im Wald. Nein. Direkt an und neben der Strasse.

    Wir sehen einzelne Tiere und auch Bärenmütter mit Jungtieren. Natürlich geht sofort die Kamera hoch. Sie sehen friedlich und unglaublich putzig aus – aber genau darin liegt das Problem.

    Die Bären entlang dieser Strecke wurden immer wieder von Menschen gefüttert. Dadurch verlieren sie ihre natürliche Scheu und lernen: Auto = Mensch = Futter.

    Das ist für die Tiere gefährlich und für Menschen ebenso. Ein Bär, der regelmässig Futter bei Menschen sucht, kann irgendwann zum Problembären werden – und am Ende bezahlt häufig der Bär dafür. Deshalb gilt ganz klar: anschauen ja, Abstand halten ja, fotografieren ja – füttern niemals. 🐻❤️

    Sogar die Polizei fährt auf und ab und versucht mit Sirenen, die Tiere von der Strasse zu verscheuchen.

    Die Bären?

    Interessiert das ungefähr so sehr wie Noldi die Gebrauchsanweisung eines neuen Gerätes. 😂

    Und natürlich stehen die meisten ausgerechnet auf Noldis Seite. Ich habe langsam den Verdacht, dass er heimlich einen Vertrag mit der rumänischen Bärenvereinigung abgeschlossen hat.

    🌬️ Unser Nachtplatz – willkommen im Windkanal

    Am späten Nachmittag erreichen wir unseren heutigen Nachtplatz hoch oben an der Transfăgărășan. Der Kilometerzähler zeigt 83’969 km.

    Aussteigen?

    Ähm … nein. 😂

    Draussen bläst es derart, dass wir vermutlich schneller wieder unten im Tal wären als Sprinti. Der Wind pfeift ums Auto und geht durch Mark und Knochen. Also machen wir es uns drinnen gemütlich. 🚐💨

    Und dann beginnt mein kulinarisches Experiment des Tages.

    Cevapcici, rohe Teigwaren, Tomatensosse, Crème fraîche, Reibkäse und Eierschwämme wandern gemeinsam in den Omnia.

    Alles untereinander.

    Deckel drauf.

    Und hoffen. 😂

    Das Schöne am Campen ist ja: Wenn das Essen gelingt, hat man ein neues Rezept erfunden. Wenn nicht, nennt man es einfach rumänischen Expeditionsauflauf und behauptet, das müsse so sein. 😜

    Was für ein Tag: ein stiller Bach am Morgen, Gemüseverkäufer am Strassenrand, 1’480 Stufen zu Vlad, eine echte mittelalterliche Festung, die wilde Transfăgărășan, Bärenmütter mit Nachwuchs und zum Schluss Sturm auf dem Berg.

    Mehr Rumänien passt vermutlich kaum in einen einzigen Tag. ❤️🇷🇴

    Jetzt wird Sprinti ordentlich durchgeschüttelt, während wir uns drinnen einkuscheln. Morgen sehen wir weiter – vorausgesetzt, der Wind hat uns über Nacht nicht samt Sprinti nach Bulgarien verfrachtet. 😂🚐💨

    Gute Nacht von irgendwo hoch oben in den Karpaten. 🌙🐻❤️
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  • Bären, Nebel & Dracula 🐻🧛‍♂️

    August 19 in Romania ⋅ 🌙 18 °C

    Um 8.00 Uhr werden wir wach – und heute fällt es uns wirklich schwer, aus dem Bett zu steigen. Draussen Nebel, leichter Regen und von der herrlichen Bergwelt rund um uns ist kaum noch etwas zu sehen. 🌧️🌫️ Der heftige Wind der letzten Nacht ist immerhin verschwunden. Sprinti hat das Ganze sowieso ziemlich gelassen genommen – während es draussen pfiff und rüttelte, bekamen wir drinnen erstaunlich wenig davon mit. 🚐

    Heute ist unser Ziel klar: Wir fahren den Transfăgărășan fertig und danach geht es nach Bran, zum berühmten Dracula-Schloss.

    🐻 Frühstück im Bärenwald

    Kaffee und Morgenessen verschieben wir heute auf unterwegs. Irgendwo wird sich schon etwas finden – und wenn nicht, wird Sprinti eben wieder zum Restaurant. 😄

    Wir werden fündig und bekommen ein richtig feines, frisches Frühstück. Jeder von uns gönnt sich zwei Kaffee ☕ – man will ja schliesslich nicht riskieren, dass die Bären wacher sind als wir. 😂🐻 Auch die Toiletten sind picobello. Für alles zusammen bezahlen wir umgerechnet etwa 23 Schweizer Franken.

    Bargeld brauchen wir in Rumänien übrigens erstaunlich wenig. Fast überall funktioniert die Karte. Etwas haben wir trotzdem am Bankomaten bezogen – für Trinkgeld und unsere Einkäufe an den kleinen Gemüse- und Früchteständen am Strassenrand. 🍅🥒❤️

    Schweizer Wohnmobile sehen wir kaum. Deutsche und Österreicher begegnen uns häufiger. Vielleicht haben die Schweizer gehört, dass die Bären hier nicht nur auf Schokolade abgebildet sind. 😂

    🏔️ Der Transfăgărășan versteckt sich

    Dann fahren wir den restlichen Transfăgărășan – leider bei Regen und dichtem Nebel. 🌧️🌫️ Von der grossartigen Aussicht bekommen wir heute nicht mehr viel mit. Schade, denn gerade diesen Teil der Strecke hätten wir gerne noch richtig bestaunt.

    Aber so ist Reisen: Das Wetter liest unseren Reiseplan offensichtlich nicht. 😂

    Die Geschichte dieser Strasse ist ohnehin beeindruckend. Der Transfăgărășan wurde hauptsächlich zwischen 1970 und 1974 während der Herrschaft Nicolae Ceaușescus gebaut. Er sollte unter anderem eine strategische Verbindung über die Karpaten schaffen. Soldaten und Arbeiter kämpften sich mit schwerem Gerät und Sprengstoff durch das Gebirge.

    Heute fahren wir bequem mit Sprinti darüber und sind ganz froh, dass wir nur lenken und nicht sprengen müssen. 😄🚐

    Um 11.30 Uhr sind es 15 Grad. Mein langer Pullover darf endlich beweisen, dass er nicht völlig umsonst mitgereist ist.

    🐻 Und tatsächlich – noch ein Bär!

    Eigentlich dachten wir, nach unserer gestrigen Bärenparade sei die Quote mehr als erfüllt.

    Falsch gedacht. 😂

    Auch heute begegnet uns tatsächlich noch einmal ein Bär am Strassenrand! 🐻❤️

    Wenn sich schon die Berge hinter dem Nebel verstecken, zeigt sich wenigstens Meister Petz persönlich. Ein letzter pelziger Gruss, bevor wir den Transfăgărășan endgültig hinter uns lassen.

    Über Zărnești geht es weiter Richtung Bran.

    🧛‍♂️ Bran – Dracula kann Marketing

    Und dann sind wir da: Bran.

    Nach all den Tagen in der Natur ist das fast ein kleiner Kulturschock. Menschen, Restaurants, Marktstände – und Dracula auf Tassen, T-Shirts, Magneten und vermutlich allem, was sich irgendwie bedrucken lässt. 😂🧛‍♂️

    Über dem ganzen Rummel thront Schloss Bran. Dabei hat die Burg mit dem historischen Vlad Țepeș weit weniger zu tun, als die Vermarktung vermuten lässt. Bran war vor allem eine strategisch wichtige Festung am Übergang zwischen Siebenbürgen und der Walachei.

    Viel stärker geprägt wurde das Schloss später von Königin Maria von Rumänien. 1920 schenkte die Stadt Brașov ihr Bran. Sie liebte die Burg und liess sie zu einer königlichen Sommerresidenz umbauen. Unter anderem entstanden ein englischer Park, eine Teestube und sogar eine kleine Wasserkraftanlage zur Stromversorgung.

    Dracula brachte also den Weltruhm – Queen Marie machte daraus ein Zuhause. 👑🏰

    💸 Ein bisschen Unterhaltsgeld

    Für uns beide kostet der Eintritt umgerechnet etwa 53 Schweizer Franken. Nicht gerade günstig.

    Wir nennen es einfach unseren persönlichen Beitrag zum Unterhalt der alten Mauern. 😂🏰

    Wenn man schon hier ist, gehört die Besichtigung irgendwie dazu. Unser Fazit ist trotzdem: Verpasst hätte man nicht wahnsinnig viel. Das Schloss wird extrem touristisch vermarktet und vor dem Eingang bilden sich Warteschlangen. Wir haben immerhin noch Glück.

    Fast spannender finden wir den Altertumsmarkt rundherum. Daneben reiht sich ein Souvenirstand an den nächsten – wobei Stand Nummer 37 ungefähr denselben Tramsch verkauft wie Stand Nummer 4. 😂

    Nach unseren vielen Tagen mitten in der Natur ist dieser Rummel aber tatsächlich einmal eine gelungene Abwechslung.

    😱 Dracula allein reicht offenbar noch nicht

    Weil wir schon einmal hier sind, lösen wir zusätzlich den Eintritt für die Folterkammer.

    Nun ja …

    Was dort gezeigt wird, ist teilweise kaum vorstellbar. Strecken, quetschen, fesseln und öffentlich demütigen – bei manchen Instrumenten fragt man sich ernsthaft, wer überhaupt auf solche Ideen gekommen ist. 😳

    Bei den Darstellungen fällt uns besonders auf, wie grausam auch Frauen bestraft wurden. Gerade Anschuldigungen wegen Hexerei oder vermeintlich unsittlichem Verhalten konnten für Frauen verheerende Folgen haben. Folter und brutale Strafen trafen historisch natürlich ebenso Männer.

    Noldi und ich sind uns nach dem Besuch jedenfalls vollkommen einig:

    2026 gefällt uns plötzlich ausgesprochen gut. 😂👍

    🏡 Und dann entdecken wir das echte Bran

    Direkt neben dem ganzen Dracula-Rummel liegt das kleine Muzeul Satului Brănean, das Freilichtmuseum von Bran – und das gefällt uns fast besser. ❤️

    Das Museum wurde 1962 eingerichtet und umfasst 18 historische Gebäude und Anlagen aus den Dörfern der Bran-Region. Alte Bauernhäuser, Wirtschaftsgebäude und Schäferhütten erzählen vom Leben der Menschen in den Karpaten, als Viehzucht, Waldarbeit und Landwirtschaft den Alltag bestimmten. Auch Holz und Wolle wurden hier verarbeitet; einige Anlagen funktionierten sogar mit Wasserkraft.

    Wir entdecken eine alte Schäferhütte aus Peștera, traditionelle Holzhäuser und einen Kalkofen, in dem früher Kalkstein gebrannt wurde. Gebaut wurde mit dem, was die Umgebung hergab: Holz aus den Wäldern, Stein und Lehm. 🐑🪵🏡

    Man bekommt plötzlich eine Vorstellung davon, wie einfach und gleichzeitig durchdacht das Leben hier früher organisiert war. Kein Baumarkt, kein Stromanschluss und kein Online-Shop – dafür wusste man ziemlich genau, was man mit Holz, Wasser und ein paar guten Händen anfangen konnte. 😄

    Und genau dieser Gegensatz gefällt uns: Nur wenige Schritte von Dracula-Tassen und Souvenirständen entfernt erzählt dieses kleine Dorf die Geschichte der Menschen, die hier tatsächlich gelebt und gearbeitet haben.

    Das Freilichtmuseum bewahrt damit eine ganz andere Geschichte von Bran – leiser als Dracula, aber für uns fast spannender. ❤️

    🌙 Gute Nacht aus Bran

    Nun sitzen wir gemütlich an unserem schönen Stellplatz in Bran. 🚐 Ein einziges weiteres Wohnmobil hat sich ebenfalls hierher verirrt – das können wir gerade noch verkraften. 😂

    Heute hatten wir wieder von allem etwas: Regen und Nebel, Frühstück im Bärenwald, den letzten Teil des Transfăgărășan, tatsächlich noch einmal einen Bären, Dracula, Queen Marie, Folterkammer und zum Schluss ein Stück ursprüngliches Rumänien.

    Nach dem Trubel rund ums Schloss geniessen wir jetzt einfach die Ruhe bei Sprinti.

    Danke, dass ihr wieder mit uns unterwegs wart, unsere Geschichten lest und uns mit euren Herzchen und Kommentaren begleitet. ❤️🇷🇴 Morgen schauen wir, wohin uns Sprinti als Nächstes bringt.

    Gute Nacht aus Bran. 🌙🚐🏰 Und falls Dracula heute Nacht anklopft – wir haben für heute wirklich genug Eintritt bezahlt. 😂🧛‍♂️
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  • Zeitreise bei über 30 Grad 🥵🏡

    August 20 in Romania ⋅ ⛅ 33 °C

    Bevor wir uns direkt ins Getümmel von Sibiu – oder Hermannstadt – stürzen, legen wir noch einen ganz besonderen Zwischenstopp ein: das riesige ASTRA-Freilichtmuseum im Dumbrava-Wald. Und das ist heute eine ziemlich clevere Entscheidung! Bei deutlich über 30 Grad würden wir in der Altstadt vermutlich langsam mit dem Kopfsteinpflaster verschmelzen. 😅 Deshalb heisst unser Plan: zuerst alte Häuser im Schatten, später Sibiu in der hoffentlich etwas kühleren Abendluft.

    Schon beim Betreten merken wir: Das hier ist kein kleines Museum, durch das man in einer halben Stunde hindurchspaziert. Ganze 96 Hektaren, mehr als 400 historische Gebäude und rund zehn Kilometer Wege warten auf uns. Wer alles sehen möchte, sollte gute Schuhe, genügend Wasser und vermutlich eine kleine Zwischenverpflegung mitbringen. 😉

    Zwischen schattigen Bäumen, Wiesen und einem grossen See stehen Bauernhäuser, Werkstätten, Holzkirchen, Ställe sowie Wasser- und Windmühlen. Es fühlt sich an, als würden wir durch ein altes rumänisches Dorf spazieren – nur dass die Häuser ursprünglich aus ganz unterschiedlichen Regionen des Landes stammen.

    Das Freilichtmuseum entstand 1963 zunächst als «Museum der bäuerlichen Technik». Das erste Gebäude, das hier wieder aufgebaut wurde, war eine historische Wassermühle aus Dăbâca. 1967 wurde das Museum offiziell für Besucher eröffnet. Anfangs standen vor allem Mühlen, Werkstätten und alte technische Anlagen im Mittelpunkt. Später kamen Bauernhäuser, Kirchen, Schulen, Gasthäuser und ganze Hofanlagen dazu.

    Und jetzt wird es richtig spannend: Viele dieser Häuser sind keine Nachbauten! Sie wurden an ihren ursprünglichen Standorten sorgfältig auseinandergenommen, jedes einzelne Teil nummeriert, nach Sibiu transportiert und hier wieder zusammengesetzt. Ein riesiges historisches Puzzle – nur ohne Anleitung aus dem Möbelhaus. 😄

    Die Häuser erzählen vom früheren Leben in Rumänien. Wir entdecken einfache Bauernhäuser, wunderschöne Holzbalkone, Fischerhäuser aus dem Donaudelta und Gebäude, die schon mehrere Jahrhunderte alt sind. In den Stuben, Küchen und Werkstätten stehen alte Möbel, Werkzeuge und Geräte. Man kann sich gut vorstellen, wie hier gekocht, gearbeitet, Getreide gemahlen, Holz verarbeitet und Wolle gesponnen wurde.

    Besonders faszinierend finden wir die zahlreichen Mühlen. Manche wurden mit Wasser, andere mit Wind oder sogar mit Muskelkraft betrieben. Da merkt man schnell: Die Menschen früher hatten vielleicht keinen Strom – aber dafür jede Menge Erfindergeist! 💡

    Der Eintritt kostet für Erwachsene aktuell 35 Lei pro Person, also ungefähr sieben Schweizer Franken. Für dieses riesige und gepflegte Gelände ist das wirklich ein günstiger Ausflug.

    Trotz der vielen schattigen Plätze bleibt es heute ordentlich heiss. Wir schlendern deshalb eher gemütlich als sportlich durch die Anlage. Schliesslich wollen wir noch etwas Energie für den Abend übrig behalten. 😅

    Denn unsere heutige Zeitreise ist noch lange nicht vorbei: Nach dem ländlichen Rumänien vergangener Jahrhunderte wartet als Nächstes die historische Altstadt von Sibiu auf uns. Aber zuerst brauchen wir vermutlich etwas Kaltes zu trinken … und unsere Füsse eine kleine Pause. 🥤👣

    Fortsetzung folgt – heute Abend aus Hermannstadt! 😊
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  • Wenn Häuser Augen haben 👀🇷🇴

    August 20 in Romania ⋅ 🌙 28 °C

    Um 10.30 Uhr verabschieden wir uns von unserem schönen Stellplatz in Bran. Bevor wir losfahren, sagen wir unserem Gastgeber noch persönlich Tschüss und geben ihm 100 Lei, rund 17 Franken. Er ist freudig überrascht. ❤️ Noldi schenkt ihm zusätzlich ein kleines Schweizer Messer 🇨🇭 und wir bekommen dafür noch ein paar Empfehlungen für unsere Weiterreise.

    Dann wartet noch eine letzte Herausforderung: die ominöse Brücke. 😂 Genau über dieses vertrauenerweckende Bauwerk müssen wir mit Sprinti wieder zurück. Also langsam darüber und einfach hoffen, dass sie heute genauso viel Vertrauen in Sprinti hat wie wir in sie.

    Sie hält. Wir auch. 😂🚐

    Unser Ziel heute ist Sibiu, das frühere Hermannstadt. Sightseeing steht auf dem Programm.

    Unterwegs machen wir einen ausgiebigen Zwischenhalt beim Muzeul Civilizației Populare Tradiționale ASTRA. 🏡 Nach einigen Stunden und vielen Eindrücken geht es weiter Richtung Sibiu.

    ⛪ Heute schlafen wir hinter Kirchenmauern

    Etwas ausserhalb der Stadt finden wir unseren heutigen Platz. Ob Camping- oder Stellplatz – keine Ahnung. Aber uns gefällt er richtig gut. 🚐❤️

    Es gibt schöne Stellflächen, Duschen und Toiletten, und wir stehen geschützt innerhalb der Mauern bei einer Kirche. Wir werden sehr nett begrüsst, bekommen sogar einen eigenen Schlüssel und bezahlen gleich bei der Ankunft.

    Sprinti darf sich ausruhen. Wir geniessen kurz die Ruhe – aber wir haben heute noch etwas vor: Die Altstadt wartet!

    🚌 Zwei Schweizer Landeier fahren Bus

    Die Bushaltestelle in der Nähe finden wir problemlos. Nur stehen Noldi und ich dann davor und stellen uns die entscheidende Frage:

    Welche Strassenseite ist eigentlich die richtige? 😂

    Noldi macht es auf seine Art: nicht lange herumrätseln, sondern einen Einheimischen fragen. Der bestätigt freundlich, dass wir tatsächlich richtig stehen und unser Bus in etwa zehn Minuten kommt.

    Und tatsächlich: Bus Nummer 10 fährt vor. Für 3,50 Lei pro Person, also ungefähr 60 Rappen, geht es Richtung Altstadt. 🚌

    Schwupps – schon stehen die beiden Landeier mitten in Sibiu.

    👀 Eine Stadt, die zurückschaut

    Sibiu hiess früher Hermannstadt und wurde ab dem Mittelalter zu einem wichtigen Zentrum der Siebenbürger Sachsen. Händler und Handwerker brachten Wohlstand, mächtige Mauern und Wehrtürme schützten die Stadt, und zeitweise war Hermannstadt sogar ein politisches Zentrum Siebenbürgens.

    Und dann sind da diese Häuser. 👀

    Die berühmten „Augen von Sibiu“ sind eigentlich Dachfenster, die der Belüftung dienten. Aber sie sehen tatsächlich so aus, als würden die Häuser ganz genau beobachten, was unten passiert.

    Wir fühlen uns beobachtet – benehmen uns aber trotzdem nicht besser. 😂

    🍷 Erst essen, dann Kultur

    Inzwischen haben wir richtig Hunger und finden mitten in der Altstadt ein wunderschönes Restaurant mit riesigen Sälen.

    Für mich gibt es Teigwaren mit Hühnchen, Champignons, Tomatensauce und Käse, Noldi entscheidet sich für Rinderfilet mit Pommes. Dazu trinken wir insgesamt drei Gläser Weisswein, knapp einen halben Liter, und 7 dl Wasser. 🍝🥩🍷

    Das Essen ist hervorragend. Und nicht nur das: Das Personal ist ausgesprochen freundlich, hilfsbereit und aufmerksam, alles ist gepflegt und selbst die Toiletten sind top sauber.

    Für alles zusammen bezahlen wir rund 65 Schweizer Franken.

    Da kann man wirklich nicht meckern. Höchstens darüber, dass der Teller irgendwann leer ist. 😂

    🌉 Augen, Lügen und ganz viel Geschichte

    Gut gestärkt ziehen wir durch die Altstadt. Wir sehen den imposanten Piața Mare, den Grossen Ring, schlendern durch die alten Gassen und stehen natürlich auch auf der berühmten Lügenbrücke.

    Um sie ranken sich allerlei Geschichten. Eine Legende behauptet, die Brücke würde knarren oder gar zusammenbrechen, wenn jemand auf ihr lügt.

    Sie steht noch.

    Wir übrigens auch.

    Mehr müssen wir dazu nicht sagen. 😂🤥

    Überall begleiten uns dabei die „Augen“ auf den Dächern. Sibiu schaut wirklich zurück. 👀

    ❤️ Rumänien überrascht uns schon wieder

    Wir können natürlich nur die Altstadt beurteilen, denn mehr sehen wir von Sibiu heute nicht. Aber die begeistert uns.

    Top sauber, keine unangenehmen Gerüche, nette und gepflegte Menschen und wunderschöne, teilweise richtig imposante Gebäude. Man spürt, dass diese Stadt Geschichte hat, ohne dass sie dabei wie ein Museum wirkt.

    2007 war Sibiu Europäische Kulturhauptstadt – und wenn wir hier sitzen und uns umschauen, verstehen wir ziemlich gut, warum.

    Jetzt machen wir etwas, das in keinem Reiseführer als Sehenswürdigkeit aufgeführt ist:

    Wir geniessen einfach noch ein bisschen das Sein. ❤️

    Wir sitzen mitten in der Altstadt, schauen den Menschen zu und lassen Sibiu auf uns wirken. Nach Bären, Bergpässen, Dracula und all der Natur zeigt uns Rumänien heute wieder eine völlig andere Seite.

    Und einmal mehr stellen wir fest:

    Sibiu überrascht uns. Rumänien überrascht uns. Und zwar richtig positiv. 🇷🇴❤️

    Jetzt müssen die beiden Schweizer Landeier nur noch den richtigen Bus zurück finden. 🚌😂 Dann wartet Sprinti hinter den Kirchenmauern auf uns.

    Gute Nacht aus Sibiu. 🌙🚐❤️ Und falls wir den Bus nicht finden – die Häuser haben uns ja die ganze Zeit beobachtet. Die müssten eigentlich wissen, wo wir hinmüssen. 👀😂

    Ob wir den Bus zurück tatsächlich gefunden haben, erfahrt ihr morgen – wenn der nächste Bericht kommt … oder eben nicht. 😂
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  • Schotter, Schatten & Bärenwache 🐻🌲

    August 21 in Romania ⋅ ☀️ 23 °C

    🛴 Wenn der letzte Bus ohne uns fährt …

    Bevor Tag 9 so richtig beginnt, müssen wir noch erzählen, wie unser gestriger Abend in Sibiu geendet hat. Natürlich haben wir prompt den letzten Bus zurück zu Sprinti verpasst. 😂

    Irgendwo hatten wir gelesen, dass der letzte Bus um 23.43 Uhr fährt. Tja – tatsächlich war bereits um 23.11 Uhr Schluss.

    Also Plan B: Wir mieten uns zwei E-Trottis und düsen damit zurück zum Stellplatz. 🛴💨 Und eigentlich ist das sogar richtig schön. Der Abend ist noch herrlich warm und nach diesem heissen Tag ist die Fahrt richtig angenehm.

    Beim Abstellen folgt allerdings die Überraschung: 150 Lei Busse! 😳 Angeblich haben wir die Trottis ausserhalb einer aktiven Parkzone abgestellt. Nur waren in unserer Bolt-App sämtliche Parkzonen durchgestrichen und wir konnten beim besten Willen keine gültige finden.

    Wir reklamieren und momentan sieht es immerhin vielversprechend aus, dass wir das Geld zurückbekommen. 🤞 Und wieder etwas gelernt: Wenn eine App komische Sachen anzeigt – Screenshot machen! Genau dieses Bild hätten wir nun gebraucht und konnten es später natürlich nicht mehr herstellen.

    Reisen bildet eben. Manchmal sogar für 150 Lei pro Lektion. 😂

    🐈 Ein seltener Besucher

    Zurück bei Sprinti bekommen wir noch Besuch von einer hübschen Katze. 🐈❤️ Das fällt uns besonders auf, denn Katzen sehen wir hier in Rumänien erstaunlich selten.

    Auch etwas anderes ist uns in Sibiu aufgefallen: Die Altstadt ist nicht nur wunderschön, sondern auffallend sauber. Beim Essen keine Wespen, keine Tauben, keine Spatzen – eigentlich nichts, was um unseren Tisch flattert und auf einen Krümel wartet.

    Beim Nachlesen erfahren wir, dass in Sibiu im Frühling und Sommer Massnahmen gegen Insekten durchgeführt werden. Ob das allerdings etwas mit den wenigen Vögeln zu tun hat, wissen wir natürlich nicht. Vielleicht war es Zufall oder das Wetter – es ist einfach etwas, das uns aufgefallen ist.

    🥵 Guten Morgen, Hitze!

    Von der Nacht möchte ich eigentlich gar nicht gross sprechen.

    Heiss. Einfach nur heiss. 🥵

    Erst gegen Morgen kann ich endlich richtig schlafen und so wird es beinahe 10 Uhr, bis ich aus den Federn komme.

    Kaum wach, ist auch die Hitze wieder da. Zack – guten Morgen! ☀️

    Wir frühstücken auf der rechten Seite von Sprinti, denn dort gibt es noch ein bisschen Schatten. Allerdings haben unsere französischen Nachbarn dieselbe Idee und sich bereits ziemlich grosszügig dort eingerichtet. Viel Platz bleibt uns nicht gerade. 😂

    Sprinti entwickelt ungeahnte Zusatzfunktionen:

    Wohnmobil, Schlafzimmer, Küche und internationale Gemeinschafts-Sonnenstore. 🇨🇭🇫🇷😂

    🏔️ Noldi hat da eine Idee …

    Nach dem Frühstück peilt Noldi ein Skigebiet an. Nicht besonders hoch, aber unsere Hoffnung ist simpel: ein paar Grad weniger!

    Wir fahren hinauf und tatsächlich ist es recht schön hier oben. Nur etwas fehlt mir: ein Bächlein, Wasser, irgendetwas, das nach richtiger Abkühlung aussieht.

    Und Noldi wäre ja nicht Noldi, wenn er nicht irgendwann mit einer Schotterpiste liebäugeln würde. 😂

    Also folgen wir der 106N.

    Es holpert. Es rumpelt. Es schüttelt.

    Und zwar ordentlich. 🙈

    Ganz verlassen ist die Strecke allerdings nicht. Uns kommen Holzlaster, geländegängige Autos und irgendwann sogar die Polizei entgegen. 🚓 Das beruhigt mich zumindest ein bisschen.

    Nach gefühlten Stunden Gerüttel reicht es mir trotzdem.

    Ich meckere.

    Ja, auch das gehört zu unseren Reisen. 😂 Laut Google Maps befinden wir uns inzwischen irgendwo im Nirgendwo und Sprinti bekommt heute vermutlich seine kostenlose Ganzkörpermassage.

    💦 Und plötzlich wird es richtig schön

    Dann taucht endlich das auf, was mir bisher gefehlt hat: ein Bach. ❤️

    Dazu immer wieder kleine Wasserfälle, Wald und wunderschöne Natur.

    Und jetzt kommt der Satz, den ich nur zähneknirschend schreibe:

    Noldi hatte recht. 😂

    Es ist wirklich schön hier.

    Eine offene Stelle im Wald lädt zum Bleiben ein. Doch der Boden ist etwas weich – und Sprinti aus dem Schlamm buddeln gehört zumindest nicht zu meinen Ferienplänen. Also fahren wir weiter.

    Immer wieder begegnen uns Wanderer, Autos und Töfffahrer. Das beruhigt mich. Ganz am Ende der Welt sind wir offenbar doch nicht.

    🌲 Unser Platz am Bach

    Schliesslich finden wir eine Stelle, an der wir Sprinti hinstellen können. Dafür müssen wir noch ein vielleicht zwei Meter langes Stück hinunter, das für meinen Geschmack natürlich wieder etwas zu steil aussieht. 🙈

    Aber ich vertraue Noldi. Er weiss, was Sprinti kann.

    Und tatsächlich: Wir stehen. 🚐❤️

    Direkt am Bach.

    Wir setzen uns nach draussen, hören das Wasser rauschen und geniessen diesen wunderschönen Platz. Trotzdem wandert unser Blick immer wieder in den Wald. Denn eines wissen wir inzwischen: Bären gibt es auch hier. 🐻

    Bis jetzt lässt sich allerdings keiner blicken.

    🥩 Abendessen mit Bärenradar

    Zum Abendessen gibt es feines Rindsfilet, die restlichen Teigwaren und jene Tomaten, die heute nun wirklich wegmüssen. 😂🍅

    Gegen Abend räumen wir konsequent alles zusammen. Kein Essen bleibt draussen, auch Bioabfälle kommen in den Abfallsack und werden ordentlich in Sprinti verstaut. Man soll sein Glück schliesslich nicht herausfordern.

    Frisch geduscht sitzen wir nun gemütlich in Sprinti. Draussen beginnt langsam die Dämmerung und wir schauen immer wieder hinaus.

    Vielleicht zeigt sich ja tatsächlich noch irgendwo ein Vierbeiner. 🐻

    Anschauen gerne – zum Abendessen einladen eher nicht. 😂

    Und das Beste: Es ist zwar noch warm, aber bei weitem nicht mehr so heiss wie gestern in Sibiu.

    Jetzt sitzen wir hier, hören den Bach rauschen und lassen den Abend langsam kommen. ❤️🌲🚐 Vielleicht zeigt sich in der Dämmerung tatsächlich noch ein Vierbeiner – und wenn nicht, war dieser Platz auch ohne Bärenbesuch ein ziemlich schöner Abschluss unseres Tages.

    Gute Nacht irgendwo im rumänischen Nirgendwo. 🌙🇷🇴 Neue Wege, neue Überraschungen – aber morgen vielleicht zur Abwechslung einmal mit etwas weniger Schotter. 😂🚐
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  • Vom Bärenradar zum Wetteralarm 🐻⛈️

    August 22 in Romania ⋅ ☀️ 34 °C

    🌲 Guten Morgen aus der Natur – und wieder kein Bär

    Guten Morgen von unserem wunderschönen Platz am Bach. Die Bären haben sich leider auch in der Dämmerung nicht blicken lassen. 🐻 Vielleicht waren wir ihnen einfach zu ordentlich. 😂

    Wir schlafen ausgiebig und geniessen danach ganz gemütlich unser Zmorge mitten in der Natur. Natürlich läuft bei mir das persönliche Bärenradar weiterhin mit: ein Auge beim Frühstück, das andere immer mal wieder Richtung Wald. 👀

    Als wir später losfahren, relativiert sich meine Vorsicht allerdings ein wenig. Plötzlich sehen wir Wanderer, am Bach wird gezeltet, Wohnwagen stehen herum und überall sitzen Menschen gemütlich am Wasser.

    Na gut … vielleicht bin ich manchmal einfach ein bisschen übervorsichtig. 😂

    Um 10.30 Uhr verabschieden wir uns von unserem kleinen Bachparadies und machen uns wieder auf den Weg.

    🛣️ Der Kreis schliesst sich

    Noch einmal folgen wir der 106N, bis sich unser Kreis tatsächlich schliesst und wir wieder auf die Transalpina treffen. Dieses Stück kennen wir bereits – beinahe schon ein kleines Heimspiel für Sprinti. 🚐⛰️

    Aber nur kurz. Dann biegen wir auf die 7A Richtung Voineasa ab.

    Die Strasse wird stellenweise gerade neu geteert und fährt sich entsprechend unterschiedlich. Kühe gehören natürlich auch hier zum Strassenbild 🐄, und ein Stausee beschert uns nochmals einen wunderschönen Ausblick.

    Nach Voineasa wird die Strecke dann etwas eintöniger. Rechts Wald, links ein kleiner Bach – eigentlich schön, aber nach all den wilden Flüssen und Wasserfällen der vergangenen Tage sind wir offenbar bereits etwas verwöhnt. 😄

    🏕️ Eine kleine Oase im Nirgendwo

    Mitten im Nirgendwo entdecken wir auf der Karte, etwa eine halbe Stunde voraus, einen Campingplatz: Balta cu Tei.

    Ein kleiner Teich zum Angeln, hervorragende Bewertungen, fünf Sterne und ungefähr 24 Euro für die Nacht. Und da Sprintis Toilette inzwischen ziemlich deutlich signalisiert, dass auch sie einmal etwas Aufmerksamkeit braucht 🚽😂, kommt uns ein richtiger Campingplatz gerade gelegen. Möglichkeiten zum korrekten Entleeren der Chemietoilette sind in Rumänien nämlich gar nicht überall so einfach zu finden.

    Also: Warum eigentlich nicht einmal Camping?

    Und bei der Ankunft stellen wir fest: Das war keine schlechte Entscheidung.

    Der Platz liegt idyllisch direkt an einem kleinen Teich, an dem sogar gefischt werden darf. Und sauber?

    Sehr sauber!

    Da könnten sich noch einige Campingplätze eine ordentliche Scheibe abschneiden. 👌

    🌲 Ein Tal mit überraschend viel Vergangenheit

    Auch die Gegend hat mehr Geschichte, als man beim gemütlichen Sitzen am Teich zunächst vermuten würde. Das Lotru-Tal rund um Brezoi war schon in der Eisenzeit besiedelt; später hinterliessen Daker und Römer ihre Spuren. Im 16. Jahrhundert wurde im Lotru sogar nach Gold gesucht.

    Später prägte vor allem die Holzgewinnung die Region. Baumstämme wurden einst über Lotru und Olt transportiert, und ab Ende der 1940er-Jahre verband sogar eine Schmalspurbahn Brezoi mit Voineasa. In den 1960er-Jahren verschwand sie wieder.

    Heute sitzen wir hier am Teich und von all dem ist kaum noch etwas zu spüren. Ruhe, Wald, Wasser – eigentlich perfekt. 🌲❤️

    ⛈️ Ähm … Bärenalarm?!

    Während wir gemütlich dasitzen, verdunkelt sich allerdings langsam der Himmel.

    Ein Gewitter zieht auf.

    Also installieren wir erst einmal die Omnistore. Dann beginnt es seitlich reinzuregnen – gut, dann kommen eben auch noch die Seitenwände dran. Schon haben wir unser kleines wetterfestes Wohnzimmer aufgebaut. 🚐🌧️

    Und plötzlich:

    MEEEEEP! ALARM! 😳📱

    Mein Handy und gleichzeitig meine Uhr geben einen derart schrillen Ton von sich, dass wir beide erst einmal schauen, was denn jetzt los ist.

    Natürlich verstehen wir die Meldung nicht und müssen übersetzen.

    Unser erster Gedanke?

    Bärenalarm! 🐻😂

    Ganz abwegig wäre das hier schliesslich nicht.

    Aber nein. Es ist ein Wetteralarm. Gewarnt wird vor starken Böen, Starkregen und möglicherweise Hagel.

    Und glaubt mir: Diesen Alarm kann niemand überhören. Der tönt einfach. Da gibt es kein gemütliches „Ach, schaue ich später mal nach“. 😂

    Und wir denken uns: So ein deutliches Warnsystem wäre bei uns manchmal vielleicht gar nicht schlecht? 🤔

    Schon wieder ein kleiner Pluspunkt für Rumänien. 🇷🇴

    🌧️ Heute passiert einfach einmal nichts

    Bis jetzt hält sich das angekündigte Unwetter allerdings zurück. Es regnet gemütlich vor sich hin, von Sturm oder Hagel ist noch nichts zu sehen.

    Uns soll’s recht sein. Hier hat unserer Bärenradarauge mal Pause.

    Später machten wir noch einen kleinen Spaziergang. Unterwegs begegneten uns ein Schwein, ein süsser Babyhund und eine ganze Ziegenherde. 🐷🐶🐐

    Gleich um die Ecke entdeckten wir ein kleines „Restaurant“ – aus Schweizer Sicht wohl eher ein Kiosk – und setzten uns dort auf ein Bier. Kaum sassen wir, zog zuerst eine Kuhherde und danach eine ganze Schafherde mitten über die Strasse. Natürlich konnte Noldi nicht einfach zuschauen: Er half mit, die Schafe wieder auf den richtigen Weg zu lotsen, und wurde kurzerhand zum rumänischen Hilfsschäfer. 🐑😂

    Danach kamen wir mit den Einheimischen ins Gespräch. Mit Händen, Füssen, ein paar rumänischen Wörtern und Chattys Übersetzungshilfe entstand eine ziemlich lustige Unterhaltung. Einer der Männer – seinen Namen kennen wir leider bis heute nicht – bezahlte zuerst unsere Getränke und lud uns danach spontan zu sich nach Hause ein.

    Dort zeigte er uns ausführlich sein Haus und die ganze Umgebung. Anschliessend gab es Steaks vom Grill. 🥩 Seine Gastfreundschaft war gross und er wollte uns kaum gehen lassen.

    Wir konnten uns schliesslich verabschieden, und der namenlose Einheimische begleitete uns noch zurück bis zum Campingplatz. Nun sind wir wieder sicher bei Sprinti. Alles ist in Ordnung – und ja, wir leben noch! 😂

    Wir wünschen eine gute Nacht, schlaft gut und bis morgen,
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  • Schafe, Follower & Flussgeschichten 🇷🇴❤️

    August 23, Atlantischer Ozean ⋅ ☀️ 30 °C

    😴 Heute darf es ein bisschen später sein …

    Guten Morgen aus Rumänien – heute allerdings etwas später als sonst. 😴 Nach unserem ungeplant geselligen Abend gestern mit den Einheimischen brauchen wir heute Morgen einfach ein bisschen mehr Schlaf.

    Sagen wir es so: Die Verständigung mit Händen und Füssen war offenbar anstrengender als gedacht. 😂🍺

    Irgendwann schaffen wir es dann doch aus den Federn. Und da wartet ja noch etwas auf mich: mein Brotteig! Den hatte ich gestern bereits vorbereitet, aber zum Backen wurde es dann – aus bekannten Gründen – definitiv zu spät. 😇

    Also kommt das Brot heute Morgen in den Omnia-Backofen.

    🐑 Guten Morgen, hier kommen die Schafe!

    Während wir gemütlich aufräumen und dies und das erledigen, ist hinter dem Camping plötzlich Bewegung.

    Schon wieder Schafe! 🐑

    Eine ganze Herde zieht hinter dem Camping vorbei, diesmal gemischt mit Ziegen. Mit dabei sind eine Hirtin und ihre Hirtenhunde. 🐐🐕 Natürlich möchte ich das filmen und klettere dafür kurzerhand auf eine Betonsäule. Man muss schliesslich Opfer bringen für gutes Bildmaterial. 😂

    Ganz am Ende tapsen auch noch zwei Babyhunde hinter der ganzen Gesellschaft her. ❤️ Leider schaffe ich es nicht mehr, sie aufs Video zu bekommen. Dabei wären genau die zwei eigentlich die Stars gewesen.

    ❤️ Plötzlich kennt uns jemand!

    Als ich von meiner Betonsäule wieder herunterklettere, kommt unser Nachbarcamper auf uns zu.

    Und dann erleben wir etwas, womit wir überhaupt nicht gerechnet haben:

    Er hat uns auf Instagram gesehen und folgt uns! 😳❤️

    Durch die Aufschrift auf Sprinti hat er uns erkannt. Er spricht sehr gutes Englisch, erzählt uns, dass ihm unsere Reisen gefallen und dass er von Sprinti begeistert ist.

    Und dann bringt er uns auch noch Ziegenkäse und frische Tomaten. 🧀🍅 Einfach so.

    Was für eine nette und aufmerksame Geste!

    🥰 Unser erster Follower, der uns unterwegs erkennt

    Das ist schon ein spezielles Gefühl. Da fährt man mit Sprinti irgendwo durch Rumänien, steht auf einem kleinen Campingplatz – und plötzlich kommt jemand auf einen zu, der unsere Reise verfolgt.

    Später bekommt unser neuer Follower und seine Familie dafür auch etwas von meinem frisch gebackenen Brot. 🍞❤️

    Ziegenkäse und Tomaten gegen selbstgebackenes Sprinti-Brot – internationale Beziehungen können so unkompliziert sein. 😂

    🛣️ Sprinti häkelt Rumänien

    Dann geht es weiter.

    Wenn wir mittlerweile unsere Route anschauen, könnte man meinen, wir hätten ein neues Hobby entdeckt:

    Sprinti häkelt Rumänien. 😂🚐🇷🇴

    Ein bisschen hierhin, dort entlang und wieder einen Bogen zurück. Aber nein, wir fahren natürlich nicht planlos im Kreis.

    Wir lernen Rumänien einfach ausgesprochen gründlich kennen. 😇😂

    Mittlerweile sind wir im Raum Novaci im Kreis Gorj unterwegs. Und plötzlich passen auch die vielen Schafe, Ziegen und Hirten perfekt ins Bild.

    Wir befinden uns in einer interessanten Übergangsregion. Nördlich erheben sich die Parâng-Berge der Südkarpaten, Richtung Süden wird die Landschaft sanfter und geht langsam in die Hügel Olteniens über.

    Die Wanderschäferei hat diese Gegend über Jahrhunderte geprägt. Hirten zogen mit ihren Herden zwischen Siebenbürgen und Oltenien über die Karpaten – eine Tradition, die hier teilweise bis heute sichtbar ist.

    Wenn uns also gefühlt hinter jeder zweiten Kurve eine Schaf- oder Ziegenherde begegnet, sind wir offenbar genau richtig. 🐑🐐😂

    Und auch Novaci ist für uns eigentlich kein unbekannter Punkt: Der Ort gilt als südliches Tor zur Transalpina. Von hier führt die Strasse über Rânca hinauf in die Parâng-Berge – in jene Bergwelt, die uns auf dieser Reise schon so begeistert hat.

    💦 Wo landen wir? Natürlich wieder am Wasser!

    Irgendwann finden wir unser Plätzchen für heute.

    Und wo?

    Natürlich an einem Fluss. 😂

    Diesmal hat unser Wasser sogar einen Namen: Gilort. Er kommt aus den Parâng-Bergen und fliesst von hier weiter Richtung Süden.

    Langsam könnte man wirklich glauben, Sprinti hätte einen eingebauten Wassersensor:

    Bach, Fluss oder See – irgendwo daneben landen wir zuverlässig. 💦🚐😂

    Es ist ziemlich warm hier, aber das Plätschern des Wassers ist einfach wunderschön und gemütlich. Wir sitzen da, hören dem Gilort zu und geniessen unseren Platz mitten in der Natur.

    🔥 Feuer ohne Feuer und Abendessen ohne Apéro

    Noldi hat natürlich wieder das Highfyre in Betrieb.

    Wobei „Feuer“ bei dieser Wärme etwas übertrieben wäre. 😂 Ein bisschen Rauch reicht, um eventuell vorhandene Insekten fernzuhalten.

    Wobei selbst „fernhalten“ eigentlich das falsche Wort ist – störende Insekten gibt es hier praktisch keine.

    Vielleicht raucht das Highfyre heute also einfach aus Solidarität. 😂🔥

    Zum Abendessen gibt es unseren gestern vorbereiteten Thonsalat und dazu das frische Brot, das ich heute Morgen im Omnia gebacken habe. 🥗🍞

    Und der Apéro?

    Fällt heute aus.

    Der gestrige reicht locker für zwei Tage. 😂🍺

    So sitzen wir nun wieder irgendwo in Rumänien am Wasser, Sprinti neben uns, Thonsalat und frisches Brot auf dem Tisch und das Plätschern des Gilort im Hintergrund.

    Schafe und Ziegen am Morgen, zwei winzige Babyhunde, eine völlig unerwartete Begegnung mit unserem neuen Follower, geschenkter Ziegenkäse und Tomaten – und am Ende wieder ein schönes Plätzchen am Fluss.

    Langweilig können wir irgendwie nicht. 😂❤️🚐🇷🇴
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  • Gold, Götter & Seegras 💰⚡🌿

    August 24 in Romania ⋅ ☀️ 32 °C

    Die Nacht am Gilort war herrlich ruhig. Direkt neben Sprinti rauschte der Bach und übernahm kostenlos die Funktion unserer Einschlaf-App. Kein Abo, keine Werbung und garantiert kein Update mitten in der Nacht. 💧😴

    Gestern Abend beobachtete ich den Mond, der immer wieder hinter den Wolken verschwand. Sobald er wieder hervorkam, wurde es draussen schlagartig hell – als hätte jemand am Himmel eine riesige Taschenlampe eingeschaltet. 🌙🔦

    Nur die Tierwelt glänzte durch vollständige Abwesenheit. Kein Bär, kein Wolf, nicht einmal ein neugieriges Eichhörnchen. Offenbar war unser Nachtplatz in tierischen Kreisen noch nicht auf Google Maps eingetragen. 🐻🚫

    Am Morgen erschien immerhin ein wunderschöner orangefarbener Schmetterling zum Fototermin. Er sass geduldig Modell und verlangte weder Gage noch Veröffentlichungskontrolle. 🦋📷

    Dann machten wir Sprinti startklar und verliessen unseren Bachplatz. Über Târgu Jiu führte uns die DN67D Richtung Tismana, wo wir um 12 Uhr das eindrucksvolle Kloster besuchten. ⛪

    Von aussen wirkt Tismana wie ein friedlicher Ort für Gebete, Besinnung und klösterliche Ruhe. Doch hinter diesen Mauern spielte sich während des Zweiten Weltkriegs eine Geschichte ab, die problemlos als Krimi durchgehen würde. 🕵️‍♀️

    Wir schreiben das Jahr 1944: Die sowjetische Armee rückt näher, die deutschen Truppen ziehen sich zurück – und irgendwo dazwischen liegt der Goldschatz der rumänischen Nationalbank. Keine besonders entspannte Ausgangslage. 💰😬

    Also beginnt die streng geheime „Operation Neptun“.

    Das Gold wird in zahlreichen Transporten von Bukarest nach Tismana gebracht. Die Fahrzeuge nehmen unterschiedliche Wege, damit mögliche Verfolger die Spur verlieren. Soldaten sollen sich sogar als Mönche verkleidet haben. Männer in Kutten, ein abgelegenes Kloster und jede Menge Gold – Dan Brown hätte daraus vermutlich sofort drei Bücher und Netflix noch am selben Abend eine Serie gemacht. 🥷⛪💰

    Zuerst wird der Schatz im Keller des Klosters versteckt. Doch dieser scheint den Verantwortlichen nicht sicher genug. Also kommen Bergleute aus dem Jiu-Tal zum Einsatz. Das Gold wird in eine Höhle gebracht, der Eingang zugemauert und sorgfältig getarnt.

    Und dann heisst es: schweigen, beten und möglichst unschuldig aussehen. 🤫🙏

    Bis 1947 blieb der Schatz dort verborgen und konnte später vollständig nach Bukarest zurückgebracht werden. Kein Bösewicht entkam mit dem Gold, kein verkleideter Mönch wurde bei einer wilden Verfolgungsjagd erwischt – aber das Drehbuch wäre trotzdem fertig.

    Nach diesem Ausflug in die rumänische Kriminalgeschichte fuhren wir weiter über Baia de Aramă durch den Kreis Mehedinți. Um 13:41 Uhr befanden wir uns bei Godeanu.

    Die Strasse wurde kurviger, die Wälder dichter und die Dörfer kleiner. Kurz gesagt: Noldi war zufrieden. Geradeaus kann schliesslich jeder. 🚐😄

    Sprinti schlängelte sich immer tiefer in das Tal der Cerna hinein. Der Fluss hat sich dort zwischen dem Cerna- und dem Mehedinți-Gebirge eine wilde Schlucht geschaffen. Steile bewaldete Hänge, Kalksteinfelsen, Höhlen und heisse Quellen begleiteten uns auf der Fahrt. 🌲⛰️

    Gegen 15:30 Uhr erreichten wir Băile Herculane. Bevor wir uns jedoch mit fast zweitausend Jahren Geschichte beschäftigten, mussten wir zuerst ein wesentlich dringenderes Problem lösen: Hunger und Durst.

    Die Lösung bestand aus einer Orangen-/Zitronenlimonade und einer wirklich leckeren Pizza. 🍕🍊🍋 Manchmal braucht es keine Operation Neptun, sondern einfach nur eine Speisekarte.

    Băile Herculane war bereits bei den Römern bekannt. Eine Inschrift aus dem Jahr 153 nach Christus erwähnt die „heiligen Wasser des Herkules“. Der Legende nach soll sich Herkules persönlich in den warmen Quellen erholt haben. Nach seinen ganzen Heldentaten hatte der arme Mann vermutlich dringend ein Wellness-Wochenende nötig. 🏛️♨️

    Im 19. Jahrhundert wurde aus dem römischen Badeort das elegante österreichische Herkulesbad. Adelige und wohlhabende Kurgäste reisten aus ganz Europa an. Auch Kaiserin Sisi war hier zu Besuch. Kaiser Franz Joseph soll Herkulesbad sogar als einen der schönsten Kurorte des Kontinents bezeichnet haben. 👑

    Noch heute stehen prächtige Badehäuser, Hotels und die Herkulesstatue zwischen den steilen Berghängen. Einige Gebäude strahlen wieder, andere sehen aus, als würden sie seit Sisis Abreise leicht beleidigt auf ihre Renovation warten. Gerade diese Mischung aus kaiserlichem Glanz und gepflegtem Zerfall macht den Ort besonders spannend.

    Danach führte uns die Strasse weiter Richtung Orșova und schliesslich an die Donau. Bei Eșelnița fanden wir unseren Schlafplatz direkt am Wasser. Auf unserer Seite liegt Rumänien, auf der anderen bereits Serbien. Dazwischen fliesst ganz gelassen die mächtige Donau. 🇷🇴🌊🇷🇸

    Was uns wirklich erstaunt: Rundherum ist alles trocken, doch vor uns liegt die Donau breit und mächtig, als hätte sie von der europäischen Dürre noch nie etwas gehört. 🤔

    Das Geheimnis liegt weit flussaufwärts. Die Donau sammelt Wasser aus einem riesigen Teil Europas und wird unterwegs von grossen Flüssen wie Drau, Theiss und Save gefüttert. Bei Eșelnița kommt noch ein kleiner Trick dazu: Das Kraftwerk am Eisernen Tor staut den Fluss auf. Dadurch fliesst das Wasser langsamer, breitet sich aus und wirkt beinahe wie ein gewaltiger See. Europa schwitzt – die Donau macht auf gut gefüllt. 💧😅

    Ein paar junge Angler auf unserem Platz zeigten uns unterdessen sehr anschaulich, wie das Angeln hier funktioniert. 🎣 Rute auswerfen, kurz warten – und schon zappelt etwas Grünes am Haken. Kein Fisch, dafür ein prächtiger Büschel Seegras. 🌿

    Beim nächsten Versuch dasselbe Spiel: auswerfen, hängen bleiben, Seegras einholen. Die Donau scheint hier ein besonders grosszügiger Selbstbedienungsladen für Wasserpflanzen zu sein. 😂

    Noldi überlegte trotzdem kurz, seine Fischerrute auszupacken. Nach dieser erfolgreichen Vorführung entschied er sich jedoch dagegen. Schliesslich hatten wir heute bereits Pizza – und Seegras mit Seegrasbeilage stand nicht mehr auf unserem Menüplan. 🎣🌿🍽️

    Die Rute blieb also in Sprinti. Man muss auch einmal wissen, wann man gegen die Natur verloren hat. 🤣

    Und nun sitzen wir hier direkt an der Donau, schauen hinüber nach Serbien – und schwitzen wie verrückt. 🥵🔥

    Vom kühlen Bachrauschen über einen geheimen Goldschatz und römische Wellness bis zur Seegras-Fischerei an der Donau: Langweilig war dieser Tag definitiv nicht.
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  • Temeswar

    August 25 in Romania ⋅ ☁️ 29 °C

    Heute stehen wir tatsächlich fast mit den Hühnern auf. 🐔😴 Und das freiwillig!

    Die Sonne schiebt sich langsam hinter dem Berg hervor – und wer mich kennt, weiss: Bei diesen warmen Orangetönen bin ich sofort hellwach. 🧡 Sonnenaufgänge, Sonnenuntergänge … ich liebe sie einfach. Gäll, Judith? 😉

    Also nichts wie raus, Kamera schnappen und bereitmachen. Ich bin wirklich schnell – finde ich zumindest. Die Sonne sieht das offenbar anders. 😂 Bis alles bereit ist, hat sie sich schon ein gutes Stück über den Berg geschoben. Den perfekten Moment, wenn sie gerade hinter dem Berg hervorkommt, verpasse ich tatsächlich um Haaresbreite.

    Diese Sonne hat offenbar einen strafferen Zeitplan als wir. ☀️😂

    Aber egal – es entstehen trotzdem wunderschöne Bilder und so beginnt unser Tag genau nach meinem Geschmack. 🧡📸

    Danach gibt es Frühstück, alles wird wieder zusammengepackt und Sprinti startklar gemacht. Heute müssen wir nämlich ein Dorf weiter. Dort möchten wir eine Bootstour auf der Donau machen. 🚐💨

    Und tatsächlich: Um 10.30 Uhr geht es los. 🚤 Eine Stunde soll die Tour dauern und uns einige der Sehenswürdigkeiten dieser eindrücklichen Donaulandschaft zeigen. Perfekt für uns: ein bisschen Boot fahren, etwas entdecken und danach bleibt noch genügend Zeit, um mit Sprinti weiterzuziehen.

    Kaum sind wir unterwegs, wird aus der gemütlichen Bootstour allerdings plötzlich eine Geschichtsstunde auf der Donau. Nur wesentlich schöner als damals im Schulzimmer – und niemand fragt anschliessend die Jahreszahlen ab. 😂

    Da taucht nämlich dieses gewaltige Gesicht im Felsen auf. 😳

    Decebalus, der letzte grosse König der Daker, schaut ziemlich ernst über die Donau. Rund 55 Meter hoch ist sein steinernes Gesicht – Übersehen zwecklos.

    Vor fast 2’000 Jahren kämpfte Decebalus gegen das mächtige Römische Reich unter Kaiser Trajan. Lange leistete er Widerstand, bis die Daker im Jahr 106 n. Chr. schliesslich besiegt wurden.

    Wir hätten natürlich gedacht, dass dieser riesige Kopf ebenfalls seit 2’000 Jahren hier herumsteht.

    Denkste! 😂

    Die Felsfigur ist viel jünger und wurde erst zwischen 1994 und 2004 geschaffen. Zehn Jahre Arbeit für ein einziges Gesicht! Wir brauchen morgens zwar manchmal auch etwas länger, bis wir präsentabel sind – aber ganz so schlimm ist es dann doch noch nicht. 😂

    Und Decebalus ist hier nicht alleine.

    Auf der serbischen Seite der Donau befindet sich die Tabula Traiana, eine fast 2’000 Jahre alte römische Gedenktafel. Sie erinnert unter anderem daran, wie die Römer unter Kaiser Trajan durch diese schwierige Felslandschaft eine Strasse entlang der Donau bauten.

    Damit stehen sich hier gewissermassen bis heute zwei alte Rivalen gegenüber: Decebalus auf rumänischer Seite und Trajans römisches Erbe auf serbischer Seite.

    Und die Tabula Traiana hat noch eine ganz besondere Geschichte: Als für das Kraftwerk Eisernes Tor I die Donau aufgestaut wurde, stieg der Wasserspiegel. Die historische Tafel wäre einfach darin verschwunden.

    Also hat man sie gerettet und samt Fels rund 30 Meter höher versetzt. 😳

    Andere zügeln ein Sofa, einen Schrank oder vielleicht noch einen schweren Esstisch – hier zügelt man mal eben eine fast 2’000 Jahre alte Römerinschrift samt Felswand. 😂

    Natürlich gehören zu dieser Landschaft auch Höhlen. 🪨 Wir schippern an den steilen Felswänden vorbei und entdecken immer wieder dunkle Öffnungen im Gestein. Geheimnisvoll genug, dass man sofort wissen möchte, was wohl dahinter steckt.

    Unsere Neugier hält sich allerdings schlagartig etwas mehr in Grenzen, sobald das Wort Höhle fällt. Nach unseren bisherigen Begegnungen in Rumänien denkt man nämlich irgendwann automatisch:

    Höhle? … Bär? 🐻😂

    Zum Glück steht heute keine Bärenhöhlenbesichtigung auf dem Programm.

    Und wieder merken wir, warum wir solche Reisen so lieben. Man steigt eigentlich nur für eine Stunde in ein Boot, möchte gemütlich über die Donau schippern – und plötzlich steckt man mitten zwischen Dakern, Römern, einem 55 Meter hohen König, einer umgezogenen Felswand und ein paar geheimnisvollen Höhlen. 😂🚤

    Und das Schöne daran: Die Prüfung am Ende fällt aus.

    Nach der Bootstour geht es zurück zu Sprinti. 🚐

    Nach so viel Geschichte, Römern, Dakern, Burgen und Höhlen übernimmt jetzt wieder Sprinti das Kommando. 🚐💨

    Langsam geht es für uns Richtung Heimat. Und weil es heute ziemlich heiss ist, beschliessen wir, die Gelegenheit zu nutzen und ein bisschen Strecke zu machen. Draussen brütet die Hitze ☀️🥵, drinnen schnurrt die Klimaanlage – also gibt es eindeutig schlechtere Momente, um ein paar Kilometer abzuspulen. 😂

    Unser nächstes Ziel ist Arad. Danach möchten wir uns wieder etwas suchen, das wesentlich besser zu uns passt als Asphalt und Stadt: einen schönen Platz am Wasser für die Nacht. 💦🌿🚐

    Mal schauen, wo Sprinti heute Abend seine Füsse – beziehungsweise seine vier Räder – ins Wasser strecken darf.

    😄 Und tatsächlich finden wir bei Arad an der Mureș genau das, was wir gesucht haben: einen wunderschönen Platz direkt am Wasser. 🌿💦

    Auf der Zufahrt kommen wir an einem Wohnwagen vorbei – und dann scheint Noldi plötzlich zu denken: So, jetzt fehlt diesem Reisetag eigentlich nur noch ein bisschen Action. 😂

    Ob ganz aus Versehen oder vielleicht doch mit einem winzig kleinen bisschen Absicht, sei dahingestellt … jedenfalls schafft er es, Sprinti ordentlich zu versenken. 🙈🚐

    Natürlich nicht ohne Hintergedanken: Endlich darf wieder ausprobiert werden, ob Sprinti sich auch selbst aus dem Schlamassel befreien kann. 😂 Die Hilfe kommt bereits angerannt – aber nix da! Noldi und Sprinti schaffen das alleine. 💪😎

    Und genau aus dieser kleinen Schlammschlacht entsteht wieder eine dieser Begegnungen, die wir an Rumänien inzwischen so lieben. ❤️

    Jetzt sitzen wir nämlich bei den Leuten vor ihrem Wohnwagen, trinken gemeinsam ein Bier – vielleicht werden es auch zwei 🍺😉 – und unterhalten uns bestens.

    Na ja … „unterhalten“ ist vielleicht etwas grosszügig formuliert. 😂 Google Translator sitzt quasi mit am Tisch, denn Deutsch sprechen sie nicht und unser Rumänisch ist nach knapp zwei Wochen immer noch nicht ganz gesellschaftsfähig.

    Aber irgendwie funktioniert es trotzdem. Es wird geredet, übersetzt, gelacht und angestossen. 🍻

    Und wieder merken wir: Man muss nicht dieselbe Sprache sprechen, um einen richtig schönen Abend miteinander zu verbringen.

    Genau solche ungeplanten Begegnungen sind es, die uns von Rumänien in Erinnerung bleiben werden. ❤️🇷🇴

    Und wer weiss … vielleicht versteht Google nach dem zweiten Bier sowieso plötzlich alles. 😂🍺

    Inzwischen sitzen wir nicht mehr nur bei einem Bier zusammen – wir haben gemeinsam zu Abend gegessen. 🍽️🍺

    Unsere neuen Bekanntschaften heissen Lilli und ihr Mann. Die Verständigung? Nun ja … sagen wir einmal: international. 😂 Google Translator leistet Schwerstarbeit, dazu kommen ein, zwei Wörter Deutsch, ein, zwei Wörter Italienisch, Hände, Füsse und ganz viel Lachen.

    Und wisst ihr was? Wir verstehen uns wunderbar. ❤️

    Dann erfahren wir etwas, womit wir überhaupt nicht gerechnet haben: Lilli hat heute Geburtstag – ihren 53.! 🎂🥳

    Und so sitzt sie an ihrem Geburtstag irgendwo in Rumänien an der Mureș, zusammen mit ihrem Mann und zwei völlig fremden Schweizern, die wenige Stunden zuvor mit Sprinti beinahe im Schlamm versunken wären. 😂🚐

    Jetzt essen wir gemeinsam, trinken, lachen und feiern ein bisschen Geburtstag.

    Ist das nicht ein Geschenk? ❤️

    Und weil dieser Abend offenbar noch lange nicht genug Geschichten geschrieben hat, geht es später mit Lilli und ihrem Mann Dodscha noch gemeinsam in ein Restaurant. 🍷

    Schliesslich wird man nur einmal 53 – und auf einen Geburtstag gehört angestossen! 🥂🎂 Bei einem guten Glas Wein sitzen wir zusammen, reden, lachen und übersetzen, was das Zeug hält.

    Unsere gemeinsame Sprache besteht inzwischen ungefähr aus Google Translator, zwei Wörtern Deutsch, zwei Wörtern Italienisch, Händen, Füssen und sehr viel Gelächter. 😂 Und erstaunlicherweise funktioniert das hervorragend!

    Danach chauffiert uns Geburtstagskind Lilli wieder zurück zu unserem Platz an der Mureș, wo auch ihr Wohnwagen steht. Und natürlich ist noch lange nicht Feierabend. Jetzt sitzen wir wieder gemütlich zusammen und lassen diesen völlig ungeplanten Abend ausklingen. ❤️

    Heute Morgen kannten wir diese beiden Menschen noch überhaupt nicht. Ein paar Stunden später haben wir zusammen gegessen, Geburtstag gefeiert, Wein getrunken, Tränen gelacht und Geschichten aus unserem Leben erzählt.

    Eigentlich hat alles nur damit angefangen, dass Noldi Sprinti im Sand versenkt hat. 😂🚐

    Vielleicht war es also doch Absicht?

    Auf jeden Fall hat sich aus einer angebotenen Bergehilfe etwas entwickelt, womit wir heute Morgen niemals gerechnet hätten: eine richtig schöne neue Freundschaft. ❤️

    Und genau solche Tage kann man nicht planen. Man kann sie in keinem Reiseführer nachschlagen und schon gar nicht reservieren.

    Manchmal muss man offenbar einfach nur sein Wohnmobil versenken. 😂❤️🇷🇴

    Nicht die Sehenswürdigkeiten, nicht die Kilometer und manchmal nicht einmal die schönsten Landschaften sind es, die am Ende hängen bleiben. Es sind solche Begegnungen, die man nicht planen, nicht buchen und in keinem Reiseführer finden kann.

    Und für uns ist genau das Reisen. ❤️🇷🇴
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  • Heimreise angebrochen – Kühlschrank leider nicht 😂

    Guten Morgen aus Arad! ☕️

    Lili und Dacǎ schlafen noch, wir trinken Kaffee und lassen das Frühstück aus. Heute wollen wir erst einmal Kilometer Richtung Heimat machen.

    Unser Plan dabei: Kühlschrank leeren.

    Blöd nur, dass Lili gestern offenbar einen anderen Plan hatte. 😂

    Beim Burgerbraten bringen die beiden Fleisch, Tomaten, Peperoni, Gurken, Speck und richtiges Brot vorbei – unsere Lidl-Burgerbrötchen haben Lilis Qualitätskontrolle nämlich nicht bestanden. 🤣 Dazu bekommen wir Marmelade aus Afine, den dunkelblauen Waldheidelbeeren, die hier überall verkauft werden. 🫐

    Und das alles sollen – nein, müssen! – wir einpacken. Widerrede zwecklos. 😂

    Mission Kühlschrank leeren: bereits am ersten Heimreisetag gescheitert. 🙈

    Gestern Abend sitzen wir noch gemeinsam im Restaurant am Mureș. Gefischt haben wir nicht – obwohl wir heute Morgen einige Fische entdecken. 🎣 Vielleicht hätte Noldi hier endlich etwas anderes als Seegras gefangen.

    Aber wohin damit? Der Kühlschrank ist voll! 😂🐟

    Dann heisst es Abschied nehmen. ❤️ Lili möchte uns sogar noch etwas zeigen, aber irgendwann müssen wir wirklich los. Gestern noch Fremde, heute fällt der Abschied schon schwer. Dank Google Translator wurde geredet und vor allem viel gelacht. Und der WhatsApp-Kontakt bleibt garantiert. 📱❤️

    La revedere, Lili und Dacǎ!

    🚐 Mit 85’013 km starten wir Richtung Ungarn.

    Nach 338 km finden wir oberhalb des Balaton bei Balatonkenese einen wunderschönen ruhigen Platz. Stühle raus, See anschauen – Feierabend. 💙

    Nur Sprinti hat noch etwas mitzuteilen. Beim Duschen tropft irgendwo Wasser aus dem Unterboden. 💧 Pumpe? Wassertank? Das müssen „wir“ zu Hause anschauen.

    Also Noldi. Mein Bordmechaniker. 😂🔧

    Auch die Batterie steht nach der langen Fahrt nur bei etwas über 80 %. Vielleicht möchte auch der Ladebooster etwas Aufmerksamkeit.

    Sprinti ist inzwischen acht Jahre alt und hat mit uns schon genügend Holperpisten und Noldi-Spezialwege überstanden. Da darf er ruhig einmal sagen:

    „Chef, ich hätte da zwei Kleinigkeiten …“ 🤣

    Am Abend spazieren wir zum wunderschönen Sonnenuntergang. 🌅 Die Hitze ist inzwischen angenehm geworden und danach wird gegrillt: Kartoffeln von zu Hause, Steaks aus Rumänien und Tomaten – noch nicht einmal die von Lili! 😂

    Unsere Kühlschrank-Leerungsaktion läuft hervorragend. Einfach rückwärts. 🤣

    Ein weiterer Camper steht in der Nähe. Die beiden fahren nach Zypern, um dort zu überwintern. Dagegen wirkt unsere Heimreise fast wie Kurzstrecke. 😂

    Hier werden wir bestimmt ruhig schlafen.

    Arad 🇷🇴 → Balatonkenese 🇭🇺
    🚐 338 km | 85’013 → 85’351 km

    Morgen geht’s weiter nach Österreich. 🇦🇹

    Gute Nacht vom Balaton. 🌅💙
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  • Blitzer, Becher-Panne und ein königliches Ende 👑😂

    August 27 in Germany ⋅ ☁️ 23 °C

    Guten Morgen liebe Reisebegleiter

    Heute geht es zeitig los. Am Balaton windet es ziemlich – für einen gemütlichen Kaffee draussen müssten wir uns erst warm einpacken. Darauf haben wir heute Morgen keine Lust. 🌬️☕️

    Also halten wir an einer Tankstelle und bestellen Kaffee in unseren eigenen Isolierbechern. Gute Idee – theoretisch! Unsere Becher passen nämlich nicht unter die Kaffeemaschine. Also wird der Kaffee zuerst in Kartonbecher gefüllt und danach umgeschüttet. Nachhaltigkeit mit Zwischenlager. 😂♻️

    Dann geht es los. Heute wollen – oder besser gesagt: müssen – wir Kilometer machen. Ziel: irgendwo in Österreich, vielleicht in der Nähe von Salzburg. Mal schauen, wo Sprinti am Abend landet. 🚐💨

    Kaum sind wir in Österreich, steht gefühlt hinter jedem zweiten Busch ein Fotograf – allerdings keiner, der unser schönstes Ferienfoto möchte. 📸😂

    Österreich mögen wir strassenmässig wirklich nicht besonders. Nicht, weil wir rasen möchten! Aber unserer Meinung nach wird hier mit Kontrollen, Verboten und Einschränkungen einfach masslos übertrieben. Kaum ist eine Beschränkung vorbei, wartet bereits die nächste.

    Hallo streng geregelte Zivilisation – wir sind wieder da! 🙈

    Auch die Dieselpreise begrüssen uns herzlich – natürlich nochmals etwas höher. In Rumänien war Diesel zwar ebenfalls nicht gerade günstig, aber immerhin noch einige Rappen billiger. ⛽️💸

    Während Noldi Sprinti Richtung Westen steuert, sichere und sortiere ich Fotos und drücke ein bisschen am Computer herum. Er fährt, ich klicke – perfekte Arbeitsteilung. 💻📸😂

    Die Suche nach einem Übernachtungsplatz ist weniger perfekt. Die Gegend ist sehr touristisch, Stellplätze sind rar und auf vielen Parkplätzen gilt nachts Parkverbot. Verstehen können wir es ja: Sonst wäre hier vermutlich alles komplett überfüllt. In Rumänien war das trotzdem deutlich entspannter.

    Schliesslich führt uns die Suche über die Grenze nach Deutschland bis zum Königssee. Der Stellplatz kostet 25 Euro für 24 Stunden, dazu kommt noch die Kurtaxe. Das ist völlig in Ordnung – wir sind nach Rumänien einfach andere Preise und deutlich mehr Freiheit gewohnt.

    Allein sind wir hier definitiv nicht. Wie ihr auf den Fotos sehen könnt: Wohnmobil an Wohnmobil, praktisch alle aus Deutschland. Obwohl alle das gleiche Hobby haben, spricht kaum jemand miteinander. Man steht gemeinsam allein. Willkommen Welt! 😂🚐🚐🚐

    Wir spazieren zu Fuss zum Königssee und geniessen die wunderschöne Landschaft – gemeinsam mit gefühlt einer Million anderer Menschen. 🙈📸

    Doch hinter dieser Postkartenkulisse steckt erstaunlich viel Geschichte.

    Romy Schneider wuchs hier in Schönau zusammen mit ihrem Bruder im Haus «Mariengrund» auf. Nur wenige Kilometer entfernt liegt der Obersalzberg, wo Adolf Hitler seinen Berghof hatte. Zwischen 1933 und 1945 befand sich dort neben Berlin eines der wichtigsten Machtzentren des NS-Regimes. Filmromantik und eines der dunkelsten Kapitel der Geschichte liegen hier erschreckend nahe beieinander.

    Auch St. Bartholomä blickt auf eine lange Vergangenheit zurück: Bereits 1134 wurde dort eine erste Kirche errichtet. Später nutzten die bayerischen Könige das Gebäude daneben als Jagdschloss. Und schon seit 1909 gleiten Elektroschiffe über den Königssee – der See war also elektrisch unterwegs, lange bevor der Rest der Welt über E-Mobilität diskutierte. 🔋🚤😂

    Doch es gibt auch eine traurige Geschichte: Im Jahr 1688 kenterte während einer Wallfahrt ein grosses offenes Holzboot auf dem See. 71 Pilger verloren dabei ihr Leben. Die Almer Wallfahrt nach St. Bartholomä findet bis heute statt und gilt als älteste Hochgebirgswallfahrt Europas.

    Plötzlich ist der Königssee nicht mehr nur ein wunderschöner See voller Touristen. Königliche Jagden, jahrhundertealte Wallfahrten, Romy Schneider und der nahe Obersalzberg – hier liegt erstaunlich viel Geschichte zwischen Bergen, Wasser, Glacebuden und Selfiesticks. 🏔️📸

    Wir essen und trinken etwas und spazieren anschliessend zurück zu Sprinti.

    Ein grosses Abenteuer war das heute nicht. Dafür gab es 517 Kilometer, unzählige Blitzer, eine missglückte Becher-Rettungsaktion, viel Geschichte und Menschen in jeder verfügbaren Lücke. Man kann eben nicht jeden Tag Bären, Furten und rumänische Gastfreundschaft haben. 😂

    Weil es noch ziemlich warm ist, kommt Sprintis Dusche nochmals zum Einsatz. Ob das Wasser dieses Mal dort bleibt, wo es hingehört? Wir werden sehen. 🚿😅

    Endkilometer: 85’868 km
    Tagesstrecke: 517 km
    Übernachtungsort: Königssee bei Schönau am Königssee 🇩🇪🏔️
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  • 🚐 Rumänien im Rückspiegel 🇷🇴Total rund 4'500km

    August 28 in Switzerland ⋅ 🌧 21 °C

    🇦🇹 Durch Tirol, über den Arlberg – und heute tatsächlich nach Hause 🇨🇭❤️

    Gegen 08:30 Uhr starten wir mit Sprinti in unseren letzten Reisetag. Noch wissen wir zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht, dass es tatsächlich der letzte sein wird.

    Österreich zeigt sich heute nochmals von seiner richtig schönen Seite. 😍 Wir fahren über Waidring Richtung St. Johann in Tirol und können eigentlich nur staunen: saftig grüne Wiesen, kleine Ortschaften, Wälder und rundherum diese gewaltige Tiroler Bergkulisse. 🏔️💚

    Und wieder einmal denken wir:

    Augen offen halten! 👀
    Es gibt noch so viele wunderschöne Orte, die wir gar nicht kennen. Man muss nicht immer weit weg – manchmal liegt das nächste kleine Wow direkt am Wegesrand. ✨

    🏔️ Natürlich über den Arlberg

    Weiter geht es durch Tirol bis zum Arlberg. Und wenn wir schon hier sind, fahren wir natürlich über den Pass und nicht einfach unten durch. 🚐🏔️

    Oben essen wir noch eine Kleinigkeit und überlegen dabei, wie es weitergehen soll.

    Noch eine letzte Nacht irgendwo mit Sprinti?
    Oder doch direkt nach Hause?

    So richtig entscheiden können wir uns noch nicht. 😂

    Aus der Schweiz erreichen uns derweil Nachrichten von heftigem Hagel. Im Kanton Solothurn hat es vielerorts ordentlich verhagelt. 😳 Und woran denke ich natürlich?

    An meine Kürbisse! 🎃😂

    Also schnell einen Freund gebeten, sie vorsichtshalber zuzudecken. Man setzt eben Prioritäten. 😉

    Und kaum sind wir über den Arlberg, passiert etwas, das auf dieser Reise beinahe Seltenheitswert hat:

    Es regnet! 🌧️

    Regen hatten wir während der letzten zweieinhalb Wochen kaum. Sprinti dürfte sich darüber vermutlich am meisten freuen. Nach Rumänien, Schotter, Staub und unzähligen Kilometern bekommt er heute ganz unverhofft noch eine kostenlose Vorwäsche. 🚐🫧😂

    Das Wetter will allerdings nicht mehr so richtig mitspielen. Und nur irgendwo herumzustehen, damit unsere Ferien einen Tag länger dauern, macht für uns auch keinen Sinn.

    Also fällt irgendwann die Entscheidung:

    Wir fahren heute nach Hause. 🏡❤️

    Und damit endet tatsächlich unser grosses Rumänien-Abenteuer.



    🇷🇴 Unser Fazit – Rumänien, du hast uns überrascht!

    Wenn wir vor dieser Reise erzählt haben, dass wir nach Rumänien fahren, kamen erstaunlich oft ähnliche Reaktionen:

    „Passt auf eure Sachen auf!“
    „Wollt ihr da wirklich hin?“
    Und natürlich durften auch die Bären nicht fehlen. 🐻😂

    Heute können wir sagen:

    Ja, wir wollten da hin. Und wir würden wieder hinfahren.

    Rumänien ist ein Land voller Gegensätze – und genau das hat uns so fasziniert.

    Überall wird gebaut. Strassen werden erneuert und frisch geteert, vielerorts ist es erstaunlich modern und praktisch überall konnten wir problemlos mit Karte bezahlen. 💳 Für kleine Stände am Strassenrand und Trinkgeld hatten wir etwas Bargeld dabei – viel mehr brauchten wir eigentlich nicht.

    Und dann fährt man ein paar Kilometer weiter und plötzlich zieht eine riesige Schafherde über die Strasse. 🐑
    Oder Ziegen.
    Oder Kühe.
    Oder ein Esel.

    Manchmal gefühlt einfach alles miteinander. 😂

    An einem Bach wird noch Wäsche gewaschen – und ein Dorf weiter sieht die Welt plötzlich wieder ganz modern aus.

    Genau diese Gegensätze haben wir geliebt. ❤️

    Auch geschichtlich ist Rumänien unglaublich spannend. Die verschiedenen Regionen des heutigen Landes standen über Jahrhunderte unter ganz unterschiedlichen Einflüssen. Walachei, Moldau und Siebenbürgen haben ihre Spuren hinterlassen. Später kamen Monarchie, Weltkriege und die kommunistische Diktatur unter Nicolae Ceaușescu. Seit der Revolution von 1989 hat sich enorm viel verändert, und seit 2007 gehört Rumänien zur Europäischen Union.

    Vielleicht stammen manche unserer Vorurteile noch aus Bildern einer Zeit, die mit dem heutigen Rumänien längst nicht mehr viel zu tun haben.

    Das Rumänien, das wir erlebt haben, sah jedenfalls ganz anders aus.

    Wir haben uns auf der gesamten Reise sicher und willkommen gefühlt. Niemand hat uns etwas geklaut, wir hatten keine schlechten Erlebnisse und begegneten immer wieder freundlichen und hilfsbereiten Menschen.

    Mit den jüngeren Leuten konnten wir uns häufig problemlos auf Englisch unterhalten. Bei der älteren Generation wurde es manchmal etwas kreativer. 😂 Englisch? Eher nicht. Deutsch? Ebenfalls Fehlanzeige.

    Aber irgendwie versteht man sich immer. Und wenn gar nichts mehr geht, gibt es schliesslich noch Hände, Füsse und Google Translator. 📱🤣

    Und dann diese Landschaft! ❤️

    Die Karpaten, die Transalpina, der Transfăgărășan, einsame Wälder, kleine Dörfer, Schafherden, Kühe und Esel auf den Strassen, unsere Bärenbegegnungen, die Donau und all die wunderschönen Plätze, an denen wir mit Sprinti einfach stehen und staunen durften.

    Rumänien ist nicht perfekt.

    Aber welches Land ist das schon?

    Es ist wild und modern, ursprünglich und überraschend, herzlich und manchmal herrlich chaotisch zugleich.

    Und vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis, die wir von dieser Reise mit nach Hause nehmen:

    ❤️ Manchmal muss man einfach losfahren und sich sein eigenes Bild machen.

    Mulțumesc, România! 🇷🇴
    Danke Rumänien für dieses wunderschöne Abenteuer.

    ❤️ Und bevor wir wirklich zu Hause ankommen …

    möchten wir noch Danke sagen.

    Danke euch allen für die vielen lieben Kommentare, fürs Mitlesen, Mitreisen, Mitfiebern und natürlich für all eure Likes. 🥰❤️

    Ihr seid toll!

    So gemeinsam zu reisen macht einfach noch viel mehr Spass. Und ausserdem muss ich während dieser vielen, vielen Kilometer ja schliesslich auch etwas zu tun haben. 😂📱

    Einen Menschen möchte ich aber ganz besonders erwähnen:

    ❤️ Meinen Noldi.

    Ohne ihn wären solche wunderschönen Ferien für mich nicht möglich.

    Er sitzt Stunde um Stunde am Steuer. Er fährt uns unermüdlich über Pässe, durch kleine Dörfer, über Schotterstrassen und Tausende Kilometer quer durch Europa. Und egal, auf welche verrückte Strasse wir wieder geraten: Er bringt Sprinti und mich immer sicher ans Ziel und wieder nach Hause. 🚐❤️

    Das ist alles andere als selbstverständlich.

    Danke vöu mou, liebe Schatz. ❤️

    Fürs Fahren.
    Fürs Mitmachen.
    Für all unsere verrückten Ideen.
    Und vor allem dafür, dass wir all diese wunderschönen Erinnerungen gemeinsam sammeln dürfen.

    Und euch allen:

    Danke, dass ihr mit uns durch Rumänien gereist seid. 🇷🇴❤️

    Jetzt geht’s heim. 🏡

    Sprinti etwas staubiger, unsere Handys und Kameras voller Fotos und Videos und wir beide mit einem riesigen Rucksack voller Erinnerungen.

    Bis zum nächsten Abenteuer mit Sprinti … 🚐🌍❤️

    Denn eines ist ziemlich sicher:

    Nach der Reise ist vor der Reise. 😉
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    Trip end
    August 29, 2026