The first hill is the steepest…
August 8 in Norway ⋅ 🌧 14 °C
Vor so ziemlich jedem Supermarkt hier steht (mindestens) ein hölzerner Picknicktisch. Der eignet sich gut, um seinen Reiserad-Trecker für die Zeit des Einkaufs daneben zu parken, damit der nicht mit der nächsten Böe gegen den nächsten Tesla kippt. Und natürlich, um eine bäckerfrische Skolebolle zu essen. Es ist der Platz, wo man schon mal vorsichtig angequatscht wird, woher, wohin, allein? Von älteren Herren meist, vermutlich haben die am meisten Zeit 🙃 Und immer kommt hier ein bejahendes Funkeln in den Augen zurück, nie (!) die übliche alleinealsFrau-Nachfrage. Das Glück mit sich selbst zu sein scheint der norwegischen Mentalität nahe zu liegen.
Alleine unterwegs zu sein schafft so weite Gefühlsräume. Weil man nicht so viel Denken muss.
Gleichmut zum Beispiel, wenn man nicht mehr hadert mit den Steigungen, bis auf die allerersten Gutenmorgenmeter vielleicht, sondern sie einfach annimmt und Tritt für Tritt weiter hochkurbelt.
Dann Hochgefühl, dieses erhabene, dankbare, leicht beschwippste Glück ohne Verstand. Wenn man auf frisch ausgebauter Straße durch die Baumkronen rauscht, nicht bremsen muss sondern noch ein bisschen mittreten kann im größten Gang, die Luft streift wie ein Riesen-Seidenlaken über die Haut…
Oder im Stehen pinkeln - ganz neues Hochgefühl für mich! Jetzt versteh ich euch Kerle endlich… das ist natürlich hehrer als sich irgendwo ins Gebüsch zu schlagen und seine intimen Bereiche der örtlichen Flora und Fauna preiszugeben.
Jahrzehntelang war ich die, die bei den beiden Rädern stand und eventuellen PassantInnen diskret zulächelte, während es gar nicht so weit im Hintergrund fröhlich plätscherte… und selbst musste man erstmal die Geländekarte studieren, oder besser noch ein bisschen aus- bzw. einhalten.
In einem Anflug familiär geprägter Zeckenangst und weil nun mal das Alter da ist wo man öfter mal… hab ich mir vor dieser Reise nun eine praktische Urinierhilfe für Damen zugelegt - und feier das Ding total. Bin kurz davor, mit ‚Aufrecht pullern‘ der ‚Aufrecht geh’n‘ Befreiungshymne von Mary Roos noch eins draufzusetzen. Ob Festival-Dixi oder Wüstenwanderung… schafft euch so’n Teil an, Mädels, funktioniert prima (gebe gern Kauf-Beratung).
Apropos Plätschern ist es Wettertechnisch leider nicht besser geworden. Heute zum ersten Mal in voller Regenmontur gefahren. Weiss man wenigstens, wofür man sie eingepackt hat. Nur Schlendern ist irgendwie schwierig bei Niederschlag, mich zumindest macht er schrecklich zielstrebig.Read more















TravelerDeine Reiseberichte sind und bleiben der Hammer. Und jetzt auch noch mit "Aufrecht- Pinkeln-Berichten" , Du bist wunderbar!
Traveler🫶
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Sehnsucht kommt auf...