• Wie ich das Ziel beinahe verpasst hätte…

    August 10 in Norway ⋅ 🌧 13 °C

    Um ein Haar wäre das nichts geworden mit Bergen und mir. Umgeplant hatte ich schon, lieber noch ein paar letzte Ferientage, die ein bißchen mehr nach Sonnencreme riechen, als auf unbestimmte Zeit Abwettern im Speckgürtel von Bergen. Im Stadtzentrum gehen einfache Zimmer bei 200 Euro los, und 10-Bett Dorm im Hostel für 60 Euro - wenn man was kriegt.

    Aber keine Reise ohne Ankommen, also wenigstens ein Tag Sightseeing in der regenreichsten Stadt Europas - bei ordentlich Litern pro Quadratmeter. Wir Hamburgerinnen sind ja nicht aus Zucker dachte ich - doch als im Fischereimuseum mein Interesse für den Standort des nächsten Heizlüfters dann größer war als für die Physik der Ozeanströme, habe ich kapituliert und den nächsten Bus zurück Richtung heisser Dusche genommen.

    Aber dann, so gegen sieben, ich schon mit Tee und Tourplanung und ein wenig frustriert eingemummelt auf dem Bett des Ex-Kinderzimmers / jetzt AirBnB in den Suburbs, änderte sich plötzlich die Geräuschkulisse… kein Regentrommeln mehr auf dem Garagendach. Och, dachte ich - dann dachte ich, wieso denke ich eigentlich ‚och‘ wenn es aufhört zu regnen… Aufgestanden, angezogen, zum nächsten Bus gerannt ohne zu schauen, wie lange überhaupt noch etwas retour fährt… und einen Sonnenuntergang über Bergen bestaunt, gemeinsam mit Menschen aus aller Welt, die sich über dieses kleine Wunder ebenso freuten wie ich. Das war doch ein würdiges erstes Ende dieser Tour - jetzt noch eine sonnige kleine Zugabe in dänischen Dünen bekommen soll!
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