• 992 GTS T-Hybrid - die Zukunft fährt mit

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    Und dann ist da Edis Wagen. Schiefergrau neo, unaufgeregt – und unter dem Blech steckt der erste Serien-911 der Geschichte, dem Porsche eine Elektrifizierung spendiert hat: der **992.2 Carrera GTS T-Hybrid**.

    Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen. Seit über sechzig Jahren ist der Elfer der Inbegriff des reinen Verbrenner-Sportwagens. Und ausgerechnet der GTS, die Genussvariante für Leute, die alles wollen und nichts vermissen möchten, macht 2024/25 den Anfang mit der Elektrifizierung. Kein zaghafter Versuch, sondern ein Meisterstück der Ingenieurskunst.

    Und hier liegt der eigentliche Clou: Offiziell läuft der 992.2 als „Modellpflege", als Facelift der bestehenden Baureihe. Das ist Understatement in Reinkultur. In Wahrheit ist das eine komplette Neuentwicklung – ein von Grund auf neu konstruierter Motor, ein neues Getriebe, ein völlig neues Antriebskonzept mit gleich zwei Elektromotoren und Hochvolt-System. Wer das eine Modellpflege nennt, nennt eine Herztransplantation auch einen Verbandswechsel. Porsche stapelt tief. Der Wagen tut es nicht.

    Das Herzstück: ein von Grund auf neu konstruierter 3,6-Liter-Boxer mit einem einzelnen, elektrisch angetriebenen Turbolader. Und der neue Sechszylinder baut deutlich flacher – er sitzt gut zehn Zentimeter tiefer im Heck als der bisherige Motor. Das drückt den Schwerpunkt nach unten, genau dorthin, wo ein Elfer ihn haben will: möglichst nah an der Fahrbahn. Weniger Höhe, tieferer Schwerpunkt, mehr Präzision in der Kehre. Und genau da liegt der Zauber. Bei einem klassischen Turbo muss erst Abgas strömen, bevor der Lader Druck aufbaut – das berühmte Turboloch. Edis eTurbo hat einen kleinen E-Motor zwischen Turbine und Verdichter sitzen, der das Laufzeug in Sekundenbruchteilen auf Drehzahl bringt. Ergebnis: Ladedruck ist da, bevor man ihn überhaupt bestellt hat. Kein Warten, kein Loch, nur sofortiger, brutaler Schub.

    Dazu ein zweiter E-Motor, elegant im neuen 8-Gang-PDK versteckt, gespeist aus einem 400-Volt-System mit kompakter 1,9-kWh-Batterie. Kein Plug-in, kein Ladekabel-Gedöns – ein leichter Performance-Hybrid, der nur ein Ziel kennt: Vortrieb.

    Und die Fahrwerte sind schlicht phänomenal. Rund **541 PS Systemleistung**, **610 Nm**, **0 auf 100 in glatten 3,0 Sekunden**, **312 km/h** Spitze – und dank des blitzschnell schaltenden Doppelkupplungsgetriebes ohne jede Zugkraftunterbrechung serviert. Dazu die serienmässige Hinterachslenkung: Bei niedrigem Tempo lenken die Hinterräder gegen die Vorderräder ein und lassen den Elfer förmlich um die Spitzkehre zirkeln, bei hohem Tempo mit – für eine Stabilität, als klebte der Wagen auf Schienen. Genau das, was man auf 22 Pässen mit tausend Kehren gebrauchen kann.

    Und wer jetzt denkt, „Hybrid" sei bei Porsche ein Zugeständnis an die Vernunft, der irrt gewaltig. Denn genau diese Technik hat Renngene – und was für welche. Der **919 Hybrid**, Porsches LMP1-Rennwagen, gewann Le Mans 2015, 2016 und 2017 in Serie und holte drei Weltmeistertitel. Sein Trick: Neben der Bremsenergie an der Vorderachse rückgewann er als einziger Hersteller zusätzlich Energie aus einer eigenen Turbine im Abgasstrang – lud die Batterie also sogar beim Beschleunigen. Genau dieser Gedanke, Abgas-Energie elektrisch nutzbar zu machen, lebt in Edis eTurbo weiter. Was 2017 die Ziellinie an der Sarthe zuerst überquerte, sitzt heute in Serie hinter seinem Rücksitz. Renntechnik, für die Strasse übersetzt.

    Und hier wird die Reise zum Sinnbild. Vorne mein 996 Turbo mit dem Le-Mans-Mezger – analog, handgeschaltet, ein Motor, dessen Architektur 1998 in Le Mans gesamt gewann. Dahinter Edis T-Hybrid, mit der Renn-DNA der Le-Mans-Siege 2015–2017 im Blut – die elektrifizierte Zukunft des Elfers, lautlos-schnell aus der Kehre heraus. Zwei Generationen Porsche-Philosophie, beide in Le Mans geboren, Stossstange an Stossstange über die Pässe. Der eine feiert, was war. Der andere zeigt, was kommt.

    Chapeau, Edi. Du fährst der Serie voraus – und uns manchmal auch. 😉
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