• Puerto Plata

    10. december 2025, Dominikanske republik ⋅ ☀️ 30 °C

    Der Großstadttrubel ist mir ungewohnt. Gestern Abend bin ich noch voll in die Rush hour gekommen und habe fast den Sonnenuntergang am Fort verpasst. Dafür war die Altstadt ohne Kreuzfahrtschiffe fast menschenleer und sehr ursprünglich. Kein Haus ist höher als drei Stockwerke. Wohl auch dank dem dass der Hafen immer noch viel Industrie anzieht und die All-inklusive Resorts nach Punta Cana weiter gezogen sind. Hier sind alte Holzhäuser hingegen nicht nur Fassade. Die Agrarwirtschaft in der Dominikanischen Republik beruht fast ausschließlich auf Zuckerrohr und Tabak. Beides wird dann in Puerto Plata verarbeitet. Silber, woher der Name stammt fand man hier nie ausgiebig weshalb der spanische Eroberungszirkus denn auch vor 500 Jahren nach Costa Rica weiterzog. Was bleibt ist der Rum den ich schon früh am Morgen ausgiebig verkosten darf.

    In 1992 kam einst ‚Jurassic Park‘ in die Kinos. Deren wichtigster Grundbaustein, DNA von Urzeittieren stammt aus einem Bernstein den man hier aus Puerto Plata als Requisite erhalten hat. Darauf ist man in der Stadt bis heute besonders stolz. Der Bernsteinabbau erfolgt hier nicht am Meer sondern unterirdisch in gefährlichen Minenschächten und seit einem Unglück alles wieder per Hand. Im hiesigen Bernsteinmuseum geht man ca. 50Millionen Jahre zurück. Neben Blüten, Ameisen und Spinnen hat man mittlerweile auch ganz besondere Stücke gefunden. Stabheuschrecken und sogar einen Salamander. Mehr Urzeit geht nicht!

    Darum zurück in die Gegenwart. Es heißt die Dominikaner hätten eine beeindruckende und vielfältige Künstlerszene. Abgesehen von der Musik finde ich jedoch meist Haitianer am Straßenrand die Farbe auf große Leinwände bringen. Ganz anders sticht da das King-Mundo heraus. Eigentlich kein Museum sondern die Kunstschule eines deutschen Architekten der auch Sinn für das überirdische hatte. Seine Steelen und Wandbilder füllen 27 Wohnzimmer in seinem eigens dafür entworfenen „Schloss“. Leider ist er mittlerweile verstorben. Ein paar Haitianer hausen hier mehr als dass sie wohnen und verwalten das Erbe so gut es wohl geht bis die Natur wieder stärker ist als die Kunst.
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