Playa Fronton
12. december 2025, Dominikanske republik ⋅ ☀️ 27 °C
So langsam komme ich zum Ende meiner Reise durch die Dominikanische Republik. Als wäre es das große Finale hat die Halbinsel Samana alles zu bieten was dieses Land ausmacht. Panoramaberge, feine Sandstrände, freundliche Menschen. Ok - schöne Städte suche ich auch hier vergebens. Für den Vormittag habe ich mir eine Wanderung an das Ende der Halbinsel vorgenommen. Der Playa Fronton lockt angeblich mit einem schmalen Sandstrand, Palmen und im Hintergrund steil aufragenden Kletterfelsen. Der Weg dorthin führt diesmal nicht übers Boot sondern per Wanderung ganz tief rein in den Nationalpark. Anfangs folge ich noch einer ausgewaschenen Straße. Sie ist das perfekte Beispiel wie abrupt das Geld alle sein kann wenn sich irgendjemand zu viel vom Kuchen in die Taschen einsteckt. Aus dem Feldweg wird ein immer schmalerer Pfad. Irgendwann geht es über Korallenfelsen, umgestürzte Bäume und zugewucherte Wege. Immer wieder flattern vor mir Schmetterlinge durch das Dickicht und interessante Spinnen hängen mir im Gesicht. Der Weg scheint heute nicht oft begangen worden zu sein.
Ich kann das Rauschen des Meeres schon lange hören als der Fels steil abfällt und ich zum Strand hinunter kraxle. Wunderschöne Grotten und steile Felswände auf der einen Seite. Palmen und das Meer auf der anderen. Hier könnte genau so gut auch Robinson gestrandet sein und niemand hätte ihn seinerzeit gefunden. Schließlich ist heute Freitag. Zu Mittag zieht Regen auf. Es wird Zeit in einer der Grotten Zuflucht zu suchen und eine Avocado zu schlachten. Ich brauche noch Platz im Rucksack für eine Kokosnuss für später…
Auf dem Rückweg ist der Dschungel vom Regen geschwängert. Ich brauche nur zu laufen und sofort sind vom Shirt bis zur Hose und den Schuhen alles zum Auswringen patsche nass. Gute Frage wie ich das bis zur Heimreise wieder trocken bekommen soll? Des weiteren ist der Regenwald zum Leben erwacht. Ein paar Bauern treiben ihre Pferde. Ich frage einen von ihnen nach einem direkten Weg zurück zu meinem Ausgangspunkt. Darauf führt er mich quer durch zwei Bananenplantagen und komme tatsächlich auch an, doch ein wenig nachdenklich stimmt es mich schon. Auf die Frage was denn die Bananen in einem Naturschutzgebiet machen zuckt er mit den Schultern. Ist ja kein Nationalpark… Wieder einmal zeigt sich dass jeder macht was er will nur nicht was er tun oder lassen sollte.Læs mere
Der blaue See
11. december 2025, Dominikanske republik ⋅ ☀️ 29 °C
Nach so vielen schönen Sonnenuntergängen will ich einmal in diesem Jahr den Sonnenaufgang am Strand erleben. Dazu habe ich mir den Playa Arrodo Salado ausgesucht. Doch zu meinem Verdruss muss ich fesstellen dass über Nacht Wolken aufgezogen sind und Regenstreifen an den Horizont zaubern. Die Wolken ziehen zum Glück schnell weiter und zaubern eigentlich umso schönere Farben an den Himmel.
Unweit vom Strand biege ich rechts in einen Feldweg ein. Er ist sehr stark ausgewaschen und ich überlege einmal mehr ob sich die Strapazen lohnen. Wenig später treffe ich eine Frau die Laub fegt. Mitten im Regenwald. Weit und breit ist außer mir niemand und so scheint es sie macht das bewusst für mich. Sie kommt auf mich zu und will Wegezoll. Na danke. Das kehren wäre wegen mor auch nicht nötig gewesen. Aber nein, sie erklärt mir dass man die Verschmutzung der Umgebung so gering wie möglich halten will um bei Starkregen keinen Dreck in die Lagune einzutragen. Stimmt, deswegen war ich ja eigentlich hier aber wo ist sie denn nun? Sie. Weißt mir den Weg zu einer Grotte. Ein dunkles, mit Wasser gefülltes Loch. Beim anbaden ist das Wasser gefühlt eiskalt! Erst mit der aufsteigenden Sonne erkenne ich das türkiesblaue Kleinod. Fische schwimmen ebenfalls im Glasklaren Wasser und von Minute zu Minute bin ich der Frau dankbarer dass sie fleißig Laub fegt um diesen einzigartigen Ort zu erhalten.
Durch die Mittagshitze geht es nach Samaná. Kenner fragen sich jetzt - der Stadt oder der Halbinsel? Über eine Panoramastraße verschaffe ich mir einen Überblick zum Golf von Samaná. Hier paaren sich im Frühjahr bis zu 2000 Wale. Jetzt ist es einfach nur dunstig und wenn ich mit kaltem Wasser heute schon Übung habe nutze ich das für eine Wanderung zum Wasserfall ‚El Limon‘. Der wohl Bekannteste auf ganz Hispañola. Schnell wird klar hier ist nur ein kurzer Zwischenstop. Touristen lassen sich von Maultieren zum Wasserfall tragen, machen Fotos für Instagram und verschwinden wieder. So auch ich. Nach einem kurzen Bad entscheide ich mich lieber noch einmal eine Stunde Weiter zu fahren und in ein wirkliches Paradies abzutauchen. Es heißt seit die Straße nach El Valle asphaltiert sei ist es dort nicht mehr so einsam. Doch bei zwei Badenixen und einer Gruppe Einheimischer beim Volleyballspiel kann ich zum Abend wahrlich von einem kleinen Paradies sprechen.Læs mere
Puerto Plata
10. december 2025, Dominikanske republik ⋅ ☀️ 30 °C
Der Großstadttrubel ist mir ungewohnt. Gestern Abend bin ich noch voll in die Rush hour gekommen und habe fast den Sonnenuntergang am Fort verpasst. Dafür war die Altstadt ohne Kreuzfahrtschiffe fast menschenleer und sehr ursprünglich. Kein Haus ist höher als drei Stockwerke. Wohl auch dank dem dass der Hafen immer noch viel Industrie anzieht und die All-inklusive Resorts nach Punta Cana weiter gezogen sind. Hier sind alte Holzhäuser hingegen nicht nur Fassade. Die Agrarwirtschaft in der Dominikanischen Republik beruht fast ausschließlich auf Zuckerrohr und Tabak. Beides wird dann in Puerto Plata verarbeitet. Silber, woher der Name stammt fand man hier nie ausgiebig weshalb der spanische Eroberungszirkus denn auch vor 500 Jahren nach Costa Rica weiterzog. Was bleibt ist der Rum den ich schon früh am Morgen ausgiebig verkosten darf.
In 1992 kam einst ‚Jurassic Park‘ in die Kinos. Deren wichtigster Grundbaustein, DNA von Urzeittieren stammt aus einem Bernstein den man hier aus Puerto Plata als Requisite erhalten hat. Darauf ist man in der Stadt bis heute besonders stolz. Der Bernsteinabbau erfolgt hier nicht am Meer sondern unterirdisch in gefährlichen Minenschächten und seit einem Unglück alles wieder per Hand. Im hiesigen Bernsteinmuseum geht man ca. 50Millionen Jahre zurück. Neben Blüten, Ameisen und Spinnen hat man mittlerweile auch ganz besondere Stücke gefunden. Stabheuschrecken und sogar einen Salamander. Mehr Urzeit geht nicht!
Darum zurück in die Gegenwart. Es heißt die Dominikaner hätten eine beeindruckende und vielfältige Künstlerszene. Abgesehen von der Musik finde ich jedoch meist Haitianer am Straßenrand die Farbe auf große Leinwände bringen. Ganz anders sticht da das King-Mundo heraus. Eigentlich kein Museum sondern die Kunstschule eines deutschen Architekten der auch Sinn für das überirdische hatte. Seine Steelen und Wandbilder füllen 27 Wohnzimmer in seinem eigens dafür entworfenen „Schloss“. Leider ist er mittlerweile verstorben. Ein paar Haitianer hausen hier mehr als dass sie wohnen und verwalten das Erbe so gut es wohl geht bis die Natur wieder stärker ist als die Kunst.Læs mere
La Isabela -die 1.Amerikanische Neustadt
9. december 2025, Dominikanske republik ⋅ ☀️ 28 °C
Bei seiner ersten Reise strandete Kolumbus auf den Bahamas. Die spanische Krone beauftragte ihn schließlich damit das neu entdeckte Land für die Krone zu erobern. Das tat er 1493. Doch von der ersten Siedlung La Navidad heute in Haiti weiß niemand mehr wo sie liegt. Um 1500 entschied Kolumbus eine dauerhafte steinfeste Siedlung weiter östlich zu errichten. Der Ort wirkt wenig informativ. Neben Handwerkerhäusern, einem Wehrturm und vielen Lagerhäusern stehen noch die Übereste von Kolumbus‘ Wohnhaus in dem er drei Jahre lebte. In Santo Domingo herrschte sein Sohn im casa de colon doch er selbst wurde dort nie sesshaft. Mein Guide ist bereits in die Jahre bekommen was ich an seinen Zahnlücken nachzählen kann. Seinen Text hat er fein auswendig gelernt. Doch leider weiß er um die Geschichte drumherum recht wenig. Die Siedlung wurde nach nur 5 Jahren wieder aufgegeben denn man konnte sich wohl nie so recht an die Gewohnheiten der neuen Welt anpassen. Wer isst schon gerne ständig Kartoffeln, Maniok und Avocados? Nichts desto trotz wie so oft ein kleiner Schritt für einen Menschen doch ein bedeutender Schritt für die Menschheit.
Für ein wenig mehr Abkühlung und Adrenalin sorgen zum Ausgleich die Carreteras de Damajunga. Ich habe irgendwo gelesen, wer die Wasserfälle für sich haben möchte kommt besser am Nachmittag. Also bin ich halb zwei dort, muss noch kurz auf meinen Guide warten und die Badesachen anziehen. Es war ein gut gehütetes Geheimnis der Taino dass irgendwo versteckt im Regenwald die Wasserfälle der Götter existieren. Auf unzähligen Expeditionen kam man schlussendlich auf 27 Wasserfälle hintereinander die sich tief in den Fels eingeschnitten haben.
Beim Aufstieg kommt mein Guide ins schwitzen und fragt mich jedoch ständig ob es mir gut geht? Ihm rinnen die Schweißperlen, ich frage mich hingegen eher wie kalt wohl das Wasser ist. Muss in den Genen liegen es ist ja schließlich Winter. Als wir oben sind meint der Guide nur - jetzt müssen wir auch wieder runter. Leider hat es in der letzten Zeit extrem wenig geregnet. Dadurch sind nur 7 der 27 Wasserfälle zugänglich. Über Rutsche und Sprünge geht es hinab in die schattigen Naturpools. Ich bin noch nie vom 5m Brett gesprungen. Aber hier folgt ein Sprung ins Ungewisse dem nächsten. Ein eindrucksvoller Abstieg durch das Tal für jeden der den Mut hat.Læs mere
Punta Rucia - Cayo Arena
8. december 2025, Dominikanske republik ⋅ ☀️ 27 °C
Unzählige Stunden bin ich durch die Nacht geirrt. Geschlafen habe ich wenig. Als ich aufwache und es dämmert schaut mir neugierig eine Kuh durch das Fenster. Das Bild hat sich komplett gewandelt. Aus dem Regenwald in den Bergen bleiben nur ein paar Akazien und Macchia übrig. Der Blick öffnet sich über eine große Lagune und mittendrin das kleine Fischerdorf Punta Rucia dass kaum mehr als eine Hauptstraße bietet. Die Hunde träumen noch verschlafen auf der Straße. Ein oder zwei Leute kehren den Sand aus der Einfahrt. Ansonsten herrscht dörfliche Stille. Den Vormittag verbringe ich neben dem Schreiben mit dem Organisieren einer Bootstour. Ich habe natürlich wieder einmal nichts vorbereitet und die Bootsfahrer wissen auch noch nichts von mir.
Aalglattes Wasser schneidet später der Katamaran vor der Küste des ‚parque nacional submarino montecristi‘. An einem vorgelagerten Riff halten wir im Piscina Natural. Einem Naturschwimmbad mitten im Meer. Hier gibt es nur ein wenig Seegras im flachen Wasser und mich friert. Mensch ist das Atlantikwasser kalt heute! Ob das so eine gute Idee war heute schnorcheln zu gehen nachdem ich mich zwei Tage verausgabt hatte? Doch es bleibt genügend Zeit nachher wieder aufzuwärmen. Das eigentliche Ziel ist Cayo Arena. Nicht viel mehr als eine Sandbank von 15x15m umgeben von einem Korallenring und herum dann tiefer Atlantik. Das ist was die Karibik nun einmal ausmacht. Türkisblaues Wasser und viiiele bunte Fische. Bei Ananashäppchen kann ich mich auf dem Sand immer wieder aufwärmen. Zwischendurch geht es ins Riff schnorcheln. Die Fische sind zahm und neugierig. Sie kommen bis auf Augenhöhe an mich heran geschwommen. Irgendwann knallt die Sonne so sehr dass es wieder zurück an den Strand von Punta Rucia geht. Dank dass ich mobil bin bleibe ich jedoch nicht lange. Am Nachmittag fahre ich zu einem Besuch in das Santuario mamiferos marinos. Eine langgestreckte Süswasserlagune in der herrliches Seegras wachsen muss. Dadurch haben sich hier Seekühe angesiedelt. Doch die Sonne steht so schlecht dass ich außer ein paar Fischen nicht viel sehen kann. Mit einem Paddleboard in der Mittagssonne wäre das sicher ein Leichtes und irgendwann steht der Besuch von Manatis definitiv auch nich auf dem Programm. Nicht nur die Karibik, auch die Bahamas und die Südstaaten sind ihr riesiges Einzugsgebiet wo sie gerne im flachen Wasser grasen.Læs mere
Der höchste Punkt der Karibik
7. december 2025, Dominikanske republik ⋅ ⛅ 13 °C
Es heißt nicht umsonst der Pico Duarte sei die Königsdisziplin der Kordillera central. Früh am Morgen um 3 Uhr ist die Ruhe vorbei. Amerikaner wachen auf und bereiten sich auf den Aufstieg vor. Ich wollte doch so gerne noch eine halbe Stunde schlafen! Was will ich denn früh um fünf schon dort oben wenn um sieben die Sonne aufgeht? Draußen schreit einer ‚Cafecito!‘. Dann nützt es wohl alles nichts und ich vertreibe mir die Zeit indem ich zwei Kaffee und drei heiße Schokoladen trinke. In der Nacht hat es soweit abgekühlt dass die Atemluft wieder ausfällt. Fast jeder beschwert sich dass er in der Nacht gefroren hat. Es hatte bestimmt um die Drei Grad Celsius. Ich lobe mir in jedem Fall dass ich acht Lagen Shirts und Pullover sowie vier Hosen und zwei Paar Daunen Socken mit auf den Berg geschlappt habe. Damit war mir die Qualität der Schlafsäcke ziemlich egal.
Doch die Zeit macht auch vor mir nicht halt und so beginne ich um 4.30Uhr den Anstieg. Alsbald geht es steil bergauf und ich hole die ersten Langschläfer ein. Knapp 200m unter dem Gipfel beginnt die Dämmerung am Horizont. Nun aber schnell! Am Gipfel selbst bin ich überrascht. Die Bäume wachsen wachsen in den Himmel als wäre ich immer noch im tiefsten Regenwald. Wenn er denn mal kommt lässt der Sonnenaufgang sich von Gipfel durch die Bäume nur erahnen. Eine Lösung muss her. Während die anderen beharrlich sind und meinen zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel selbst zu stehen kraxle ich noch ein paar Meter weiter auf ein Felsplateau und siehe da - blanker Fels und Bäume vertragen sich nicht so gut. Auf dem höchsten Punkt der Karibik die Sonne zu begrüßen bringt besondere Demut. Besonders nach so vielen Sonnenuntergängen am Strand.
Nach etwa einer Stunde lässt der Heimweg nicht lange auf sich warten. Im Camp gibt es Frühstück und gegen 10 Uhr hat jeder seinen Rucksack gepackt. Diesmal möchte ich nicht davon rennen. Doch schnell teilt sich die Gruppe. Ein Guide läuft vorne weg. Irgendwann auf der Hälfte überholen uns die Maultiere mit dem Gepäck. Wir erfahren die aktuellen Krankenstände wonach sich 5 Leute gerade in 2 Maultiere einteilen müssen um irgendwie den Berg wieder herunter zu kommen. Sind ja nur 2850 Höhenmeter auf dem Rückweg. Ich mache mir Pläne was ich mir als nächstes anschauen könnte. Doch auch ich benötige für dennRückweg länger als hoch. Erst nach 17 Uhr treffe ich mit der ersten Gruppe wieder am Ausgangspunkt ein. Und ein bisschen Erholen sollte sich mein Körper auch erst noch.
Unerwartet treffe ich unseren Tourveranstalter David wieder. Er lädt mich zu seiner Verwandschaft im Ort zum Abendessen ein. Das kommt unerwartet. Er berichtet mir wie schwierig es war während dem ‚pico duarte ultra’ eine Erlaubnis für die Wanderung von der Parkverwaltung zu bekommen. Irgendwas ist immer. Doch das erklärt auch warum hier sonst keine Gruppe unterwegs war. Danke für dieses tolle Privileg!Læs mere
Pico Duarte Ultra
6. december 2025, Dominikanske republik ⋅ ☀️ 10 °C
Es ist kalt geworden über Nacht. Nur 10 Grad holen mich aus dem Tiefschlaf. Gestern Abend waren es doch noch 32 als die Sonne unterging. Noch vor dem Frühstück treffe ich mich mit meinem Guide für die nächsten zwei Tage. Ich versichere mich bei ihm noch einmal was ich alles für die Wanderung einpacken soll? Deine Klamotten, und sonst nichts…Das Frühstück sollte dann für lange Zeit das letzte sein was ich von meinem Guide gesehen habe. Der Zufall will es dass heute zeitgleich das Pico Duarte Ultra stattfindet. Das ist der hiesige Bergmarathon der normal über 46 km an einem Tag auf den Pico Duarte führt und wieder zurück. Es werden aber auch 100km angeboten wozu sich ob der Höhenmeter nur 6 Leute angemeldet haben aber immerhin.
Als ich nochmal schnell auf Toilette gegangen bin war wahrscheinlich just gerade Aufbruch. Die Gruppe die eben noch da war - ist weg. Insgeheim seufze ich in mich hinein. Typisch! Eigentlich sind die Dominikaner zuverlässige Leute. Ein gewisser Anstand gehört auch dazu. Jedoch hier scheint sich jeder selbst der Nächste. Gruppenzusammenhalt ist hier in dem Land ein Fremdwort. Sonst würden sie sicher auch als Volksgemeinschaft mehr auf die Beine stellen können. Ich warte, vielleicht fällt es jemandem ja auf! Irgendwann frage ich einen von dem Ultra-Org-team. „Ja die? Die sind schon los.“ Also nehme ich die Füße in die Hand und laufe los. Alles was ich jetzt dabei habe ist ein halber Liter Wasser und zwei Müsli Riegel als Reserve.
Der Weg schlängelt sich am Fluss über ein paar sumpfige Brücken. Nach etwa vier Kilometern steigt er steil an. Es folgen stundenlange Anstiege mit durchschnittlich 13% Steigung. Eigentlich hätte es ein leichtes sein sollen die Gruppe wieder zu finden. Stattdessen kommen mir die ersten Läufer entgegen. Sie sind in der Finsternis gestartet um der sengenden Sonne zu entgehen. Während die ersten noch meinen dass die Gruppe vor mir sei meint irgendwann immer öfter jeder dass er niemanden mit so einem großen Rucksack zuletzt gesehen habe. Wie bringe ich denen jetzt bei dass mein Rucksack mit 60L kein Maßstab ist? Ich habe halt nur keinen kleineren dabei der für diese Strapazen geeignet ist. Besser ich behaupte die Gruppe kommt irgendwo da hinten und mache mich aus dem Staub. Irgendwann hole ich die letzten Läufer der Runde ein. Die sind lange vor mir gestartet und haben keinen so großen Rucksack. Doch sie schnaufen gehörig! Und immer wieder komme ich mit ihnen ins Gespräch dass ich ja selbst jedes Jahr einmal 100km am Tag laufe.
Da ich nicht weiß wo meine Exkursion nun eigentlich ist wird mein halber Liter Wasser langsam zum Problem. Vielleicht gibt es auch so etwas wie ein organisiertes Lunch zum Mittag zu Essen. Doch auf all das werde ich nicht zurück greifen können. Stattdessen entdecke ich herrliche Aussichtspunkte die man im Rennen sicher links liegen lassen würde. An einer der Verpflegungsstellen ist man erstaunt dass ich außerhalb der Wertung so spät gestartet und jetzt schon hier sei. Ich könnte doch getrost bei dem Rennen mitmachen, erst recht mit dem großen Rucksack.
Zumindest bekomme ich neben einem Lächeln meine Wasserflasche wieder aufgefüllt.
Dann komme ich an unser Verpflegungscamp an. Mit 7 Stunden fühle ich mich eigentlich ziemlich aus der Puste. Bin ja aber auch auf Sparflamme gelaufen und musste mich sehr stark einteilen. Im Camp wundern sich einige. Sie erwarten definitiv die gleiche Gruppe wie ich, jedoch frühestens in drei Stunden? In der Zwischenzeit zeigen sie mir ihr Naturbad und ich nehme eine erfrischende Dusche. Das Salz von der Haut zu waschen tut einfach nur gut. Jetzt noch ein heißer Kaffee und ein bisschen Lagerfeuer. Eigentlich finde ich die Tour rundum gelungen. Nur leider eben ohne die Gruppe.
Nebel zieht auf und mit ihm kommen in der Dämmerung die ersten Gruppenmitglieder. Immerhin nur zwei Stunden später. Der Rest fehlt bis auf weiteres noch länger. Aber wir sind froh bislang allesamt gesund angekommen zu sein.
Wir versammeln uns alle um das Lagerfeuer. Vereinzelt kommen ein paar Nachzügler in der Gruppe und die ersten Krankenstände trudeln ein. Mindestens zwei Leute lassen sich auf dem Maultier hochtragen. Krämpfe, Übersäuerung, Dehydrierung das klassische Programm. Später soll noch ein angerissener Meniskus eine ausgeleierte Kniescheibe und ein anaphylaktischer Schock dazukommen. Eine interessante Mischung mit der es morgen auf den Gipfel und vor allem auch wieder hinunter gehen soll.
Im vergleich dazu treffen spät am Abend die 62km - Läufer auf ihrem Weg vom Pico zurück ins Ziel ein. Sie sind nun ca. 16 Stunden unterwegs und haben noch 5 Std vor sich. Mit viel Getöse werden sie einzeln Empfangen und versorgt und wieder verabschiedet. Die Hunderter kommen wohl erst morgen früh nach 23-25Std hier vorbei.Læs mere
Die Entdeckung Amerikas
5. december 2025, Dominikanske republik ⋅ ⛅ 29 °C
Heute vor 533 Jahren hat Kolumbus‘ Besatzung Neuland betreten. Erst in den Bahamas, später hier auf Hispaniola. Zeit also auf eigene Entdeckungsreise zu gehen. Im Naturschutzgebiet gibt es schließlich auch jede Menge zu entdecken. Einmal mehr nur dass ich den Mückenschutz vergessen habe. Grrrr.
Dass ich mich im Schlamm verfahren habe kann ja auch etwas Gutes haben. Ein Park-Ranger pfeift mich zurück und fragt was ich am Hintereingang will. „Vögel beobachten…“ Dann zeigt er mir den Weg zu einer Lagune, meint aber er sei recht schlammig. Ach nee!
Ich will am Ende des Tages ja eigentlich nur zu ein paar Wasserfällen. Doch die sind irgendwo mitten im Dschungel und ich muss zwecks der Schlammstraße doch einen riesigen Umweg nehmen. Niemandsland 2.0. Die Strasse hat ihre letzte Ausbesserung vor 60 Jahren gesehen. Doch am Ende warten die Saltos Grandes. Fließend Wasser ist nach so einer Tortur doch mal eine willkommene Abwechslung.
Dann kommt die Nachricht dass ich für morgen einen Pkatz auf ner Exkursion ergattern konnte auf die ich nun zwei Tage hingefiebert, aber nicht mehr daran geglaubt habe. Puh, die Zeit wird knapp denn es wird bald dunkel und ich muss erst noch aus dem Dschungel heraus finden, mich durch die nächste größere Stadt boxen und über ein Mittelgebirge kämpfen. Und dass alles möglichst binnen vier Stunden denn dann geht der Guide schlafen. Zustand des Weges - ungewiss. Abenteuerlust - geweckt.Læs mere
Reiseflops auf dem Weg ins Hinterland
4. december 2025, Dominikanske republik ⋅ ☁️ 30 °C
Die Hohe Kunst ist es sich selbst zu kennen. Zu wissen wann der Tag nicht zu den Besten gehört. Sei es wegen Übermüdung in der tropischen Dauerhitze, weil nichts so läuft wie man selbst gern wollte und sich selbst das Wetter gegen mich verschworen hat. Tja und dann trotzdem noch etwas tolles unternehmen.
Am Vorabend fuhr der Bus nach Jarabacoa. Ich war erleichtert als es alleine schon wegen der Höhe 5 Grad weniger warm war. Das schlimmste was mir in der Hitze passieren kann ist dass ich dehydriere und garstig werden kann. Ich glaube dass passiert mir in den Folgetagen noch öfter. Heute einfach nur kein Glück den Zimmerschlüssel zu finden, eine Tour in die Berge wird auf absehbare Zeit auch nicht angeboten und selbst wenn ich nur zu den nahegelegenen Wasserfällen möchte finde ich früh um sieben kein Taxi in der ganzen Stadt nicht. Sonst stehen sie an jeder Ecke!
So kann das nicht weitergehen und ich beschließe unverrichteter Dinge vorzeitig wieder abzureisen. Wenn ich weiter fleißig Bus fahre, und es gibt in dem Land keine Nachtbusse, dann vergeude ich ziemlich viel Zeit mit nichts tun. Also Mietwagen. Nur ist die Autovermietung gar nicht mehr dort wo sie sein sollte. Umgezogen, ja aber wohin schreibt keiner? Vielleicht war es auch nicht die Beste Idee in der Großstadt ein Auto zu mieten und als erstes drei Stunden in der Rush Hour durch scheinbar rechtsfreien Raum zu navigieren um überhaupt aus Santo Domingo heraus zu finden. Danach ist der Weg frei. Und 7km später weiß ich auch warum. Die eingezeichnete Straße wird zum Feldweg, dann zum Feldweg mit Pfützen. Später dann zum schlammigen Feldweg mit Pfützen und als ich mir die Karte genauer ansehe führt mich das Navi einmal quer durch den Parque nacional „Humedales del Ozama“ - zu deutsch Osamas’ Sumpf. Herzlichen Glückwunsch! Vor 20 km war das Auto gerade erst frisch gewaschen. Ja, das waren noch Zeiten… und ich muss das auch irgendwie wieder sauber abgeben!?
Durchatmen! Und nen Kaffe trinken. Auch wenn er nicht zu den Besten zählt. Tee gibt es gar keinen hier. Und irgendwie soll die Weihnachtszeit ja auch im Leben eines Reisenden besinnlich sein.Læs mere
Kolumbus‘ bessere Hälfte
2. december 2025, Dominikanske republik ⋅ ☀️ 30 °C
Ein Bummel durch die Altstadt ist sehr entspannt. Besonders am Morgen wenn vor um Neun die Straßenhändler noch fehlen. Doch ein Tagesausflug reicht auch fast. Was hat den Santo Domingo auswärts noch zu bieten? Die Stadt ist sehr eng mit der Geschichte Kolumbus verwoben. Nach der Ankunft auf seiner zweiten Amerika-Reise im Norden der Insel entwickelten sich erste Siedlungen. Das ruhigere Fahrwasser bot jedoch die Südseite von Hispañola. Hier gründete man ein Fort rings um einen Naturhafen und wollte es als Handelshafen ausbauen um noch weiter in den Westen vorzudringen. Darum gilt Columbus als Gründungsvater wenn auch eigentlich nur sein Sohn von der Spanischen Krone hier als Stadthalter eingesetzt wurde.
Am Morgen laufe ich gen Osten. Der Plan ist am Abend im Westen wieder raus zu kommen. Denn so habe ich Gelegenheit mir die Stadt von der Geschichte bis in die Neuzeit ringsherum anzuschauen. Nach etwas mehr als einer halben Stunde erreiche ich den Faro de Colon zu Fuß. Ein überaus hässlicher Bau. Armer Kolumbus. Gilt es doch als sein Mausoleum. Zumindest in der neuen Welt denn in Sevilla in Spanien behauptet man ebenfalls seine Gebeine zu verwahren. Wer hat Recht? Die Wissenschaft hat einmal mehr gezeigt dass zumindest sein Kopf wieder den Weg nach Spanien gefunden hat während der größere Teil an restlichen Gebeinen in Santo Domingo ebenfalls von ihm stammen könnten. So verbindet er auch nach seinem Tod noch immer zwei Welten.
Die Polizei rings um den Faro de Colon ist hilfsbereit und aufmerksam. Sie wollen um keinen Preis das Touristen etwas passiert. Das heißt auch dass man nicht mal den Rasen betreten darf weil die Straße dahinter und erst recht das Stadtviertel als gefährlich gelten. Na gut dass mir das vorneweg niemand erzählt hat denn die Menschen waren alle überaus freundlich auf dem Fußweg hier her. Ich habe tatsächlich nicht den Eindruck dass Kriminalität hier eine sehr große Rolle spielt. Vielmehr die Müllberge, das Verkehrschaos und die Strukturellen Probleme der Stadt die ihre Bevölkerung binnen 50 Jahren verzehnfacht hat. Ich kann gut verstehen dass man das lieber verbergen möchte.
Für mich ist das Ansporn und die ideale Gelegenheit die neue Seilbahn in Santo Domingo auszuprobieren. Sie führt über die Dächer der Slums und Vororte die zum Teil nur aus Wellblechhütten und zum Teil aus Müllbergen bestehen. Der Bauboom wird auch in den kommenden Jahren keine Grenzen kennen. Dabei hatte bereits Kolumbus ein Vorbild. Denn er war mit Nichten der Erste. Die Ureinwohner der Taino, einst ja auch in den BVI, lebten im Einklang mit der Natur bis die Spanier sie durch Krankheiten und Ausbeutung gänzlich ausrotteten. Ihre Geschichte zeigt das Museum für präkolumbianische Geschichte sehr schön. Von da aus bietet sich noch ein Bummel durch die Neustadt vorbei an Staatsoper und Parlament. Und schon wird es wieder finster. Es ist erschreckend wie schnell das im Winter jeden Tag gehen kann. Zum Sonnenuntergang geht es auf ein Eis an die Strandpromenade. Das ist zumindest kurzfristig ein wehmütiger Ersatz für guten Kuchen. Während ich beim Bummeln wenigsten ein verstecktes nettes Cafe gefunden habe. Ein Kleinod, geschützt von den Mauern des ersten Klosters in der Neuen Welt vor Lärm und Hektik in einer der mittlerweile vielleicht auch modernsten Metropolen der Karibik.Læs mere
Santo Domingo
1. december 2025, Dominikanske republik ⋅ ☀️ 29 °C
Zurück auf den großen Antillen empfängt mich Santo Domingo mit Regen. So etwas gab es schon lange nicht mehr. Nun hat die Dominikanische Republik weniger Einwohner als das Bundesland Bayern doch allein auf dem Weg in die Innenstadt kommt es mir so vor als wären die ungleich verteilt. Es staut sich, gerne auch fünfspurig allein weil es keine Regeln für Linksabbieger gibt. Der Größere hat immer Recht und der Fußgänger ist das Kanonenfutter für die Geier. Wer wirklich zu Fuß endlich die zona colonial erreicht fühlt sich wie in einer anderen Welt.
Schön aufgehübschte Straßenzüge verbinden auf einem Schachbrett unzählige Kirchen, Plätze, Museen und Restaurants. Es gilt heute als die älteste europäische Stadt der neuen Welt. Hier wurde die erste Basilica errichtet, ebenso das Kolumbus im Gefängnis einsaß. Zu meiner Überraschung ist die Altstadt tatsächlich noch von Einheimischem bewohnt auch wenn das einige Hoteliers lieber anders sehen würden.
Apropos Duarte! Die Dominikaner haben seit ihrer Staatsgründung ein Faible für das Heroische. Eine Zeit lang ließ sich das leider auch nicht aus der Architektur verdrängen so dass heute immer noch viele Stalinistische Gebäude das Stadtbild außerhalb des Zentrums prägen. Im Gegensatz dazu sind die Dominikaner heute ein sehr farbenfrohes Land was sich selbst an den Häuserwänden der Baracken zeigt. Einzig was ich nach wie vor vermisse ist guter Kaffee und ein schönes Stück Kuchen am Nachmittag.Læs mere
Ein Advent wie im Märchen
30. november 2025, De Britiske Jomfruøer ⋅ 🌬 28 °C
Schon wieder der letzte Tag auf Tortola. Schnell wird die arbeitende Bevölkerung in der Marina abgegeben und dann nichts wie zum Strand! Ich will noch einmal ganz in den Westen. So früh am Morgen ist Smugglers Cove ideal für einen Drink unter Palmen. Noch stört kein anderer das Rauschen der Wellen. Die sind alle entweder noch zur Sonntagskirche oder auf dem Weg nach Anagada. Das Boot zum Lobsterfestival ist heute angeblich wirklich vollends ausgebucht. Beim Schnorcheln vergeht die Zeit unter Palmen im Flug. Ich kann noch einmal tief durchatmen denn die kommenden Tage werden stressig und auch ich habe heute Sonntag.
Auf dem Rückweg mache ich einen Abstecher zum Muschelmann. Rin Fischer sammelt alles was er als Beifang findet an seinem Verkaufsstand. Doch die Zeiten sind ruhig. Auch er wartet sehnlichst auf die Touristensaison. Und die ist noch nicht so gut angelaufen. Die Entfernungen auf der Insel sind eigentlich unerheblich. Dennoch bin ich wieder spät dran. Schnell noch Nala auf einen Spaziergang ausgeführt und schon miss ich zurück in die Stadt.
Heute zum Ersten Advent beginnt auch auf den BVI die Weihnachtszeit. Auf der Mainstreet wurden die Schneemänner wieder aufgestellt und die örtliche Laientheatergruppe führt im Kino heute das Weihnachtsmärchen um Cinderella auf. Mit viel Witz und Humor futtern wir uns durch die Lebkuchen und selbst gemachten Glühwein. Wohl Bekommens. Uns allen wünsche ich eine schöne Vorweihnachtszeit.Læs mere
Anagada Lobster Festival
29. november 2025, De Britiske Jomfruøer ⋅ 🌬 28 °C
Für Anagada habe ich extra ein paar Tage länger in den BVI eingeplant damit ich mit Freunden aufs Festival gehen kann. Anagada ist so schon immer ein besonderer Ausflug. Keine Berge und ganz viel Sand gibt es in den BVI nur einmal. Als ich zuletzt hier war ging es an entlegene Fischerstrände wo man früher die Atlantikschnecken verarbeitet hat. Dann kann ich heute ja mal die kulinarische Seite der Insel ausprobieren. Passt perfekt zusammen denn es ist Lobster-Festival. Einmal im Jahr wird die Insel für drei Tage zur Partymeile.
Von der Musik wurde ich bereits auf der Hinfahrt geschädigt als die Boxen auf der Fähre völlig übersteuert gedröhnt haben. Am Anleger bekommt jeder ein Halskettchen und ein Stempelheft. Dann kommen ein paar schöne Erinnerungen wieder hoch. Nur leider auch hier wieder nichts für meine zarten Ohren. Egal, zum Festival im Zweifel Ohrstöpsel rein und das Ambiente genießen. Neben Cocktails gibt es Hummer-Häppchen in Panade. Wer möchte kann sogar Hummer-Sushi probieren.
Ein Sammeltaxi bringt uns von einem Strand zum Nächsten. Immer im Kreis einmal um die Insel. Ich wurde vorgewarnt dass an dem Festival auf Anagada immer besonders viel los ist. Bislang kann ich das nicht behaupten. Besonders gemütlich finden wir es bei Tipsy‘s. Es gibt leckere Ceviche zum Mittag und fried Conch frisch geangelt. Und der DJ ist ebenfalls weniger schwerhörig. Dann ruft der Strand und der Atlantik. Es erstaunt mich wie trinkfest die Leute hier trotz der Hitze sind. Aber es wird halt auch immer ordentlich mit Eis verdünnt.
Etwas weiter am Strand wartet eine große Bühne mit Live-Musik nur leider rennt die Zeit davon. Das Schwierige ist dass sich die Veranstaltungen auf die ganze Insel verteilen, wir aber nur 6 Stunden Zeit haben bis die Party-Fähre wieder ablegt. Das ist knapp bemessen. Und so geht es zum Sonnenuntergang noch einmal flux am Strand zur ‚Lobster Trap‘. In dem schönen Ambiente fühle och mich wie ein Robinson Crusoe in einer viel zu großen Bar. Doch wenn nun mal nicht mehr Gäste gekommen sind genieße ich die Insel gerne auch für mich. Insgesamt ziehen wir ein positives Fazit doch meine Freunde meinen, wenn sie nächstes Jahr wieder kommen geht es definitiv am Sonntag nach Anagada. Normal sind da 5.000 Leute mehr unterwegs und die Party kommt erst so richtig ins rollen.Læs mere
Dem Himmel so nah & wo der Herr richtet
28. november 2025, De Britiske Jomfruøer ⋅ ☀️ 28 °C
Ich darf mir heute das Auto ausborgen und auf einen Streifzug über Tortola fahren. Tiere haben in den BVI eine bevorzugte Stellung. Besonders Hunde. Das örtliche Tierheim hatte es schon nach Hurrikan Irma 2017 geschafft als aller aller erste die Hunde aus der katastrophalen Notsituation nach dem Wirbelsturm auszufliegen noch bevor auch nur irgend ein Krankentransport nach Wochen die BVI verlassen durfte. Nach ein paar weiteren Hintergrundinfos denke ich mir insgeheim so ehrenvoll der Einsatz für die Tiere ist könnte Geldwäsche nicht besser glänzen. Schließlich legt man in der Karibik sehr viel Wert auf göttlichen Beistand. Wenn der Herr etwas entscheidet wird es richtig sein.
So ist es nur gerecht dass das Tierheim den einzigen Vogelbeobachtungsturm der Insel auf Josiah‘s Bay Pond verwaltet. Ich habe Glück und treffe jemand vor Ort an. Normalerweise ohne Termin kein Eintritt! An der Lagune sehe ich einen roten Ibis und einige Reiher. Über das Jahr verteilen sich 25 bisher bekannte Vogelarten an der Lagune was für Süswasservögel mitten im Atlantik eigentlich recht üppig ist. Darunter auch viele Stelzen, der yellow Warbler, Clapper Rail und karibischer Flamingo. Einzig störend bleibt das Tierheim selbst. Das Bellen der Hunde verhindert selbst nach einer Stunde jegliche Bestimmung von noch mehr Vögeln. Auf Beistand muss ich heute wohl verzichten. Dabei heißt der Inselabschnitt Joshua‘s Bay, also abgeleitet vom „Herr der hilft“.
Unweit des Sees befindet sich der Surfstrand mit den besten Wellen der Insel. Ob es Eingebung der Surfer war diesen Strand aufgrund seiner Idylle nach einem Helfer in der Not so zu benennen oder weil tatsächlich jemand einmal gerettet wurde weiß ich nicht. Auf jeden Fall hat der Strand mir ein himmlisches Nickerchen über den Mittag verliehen den ich teuer mit einem roten Bauch bezahle. Wie gut dass es in der Hausapotheke After Sun im Überfluss gibt.
Bevor ich zurück in die Stadt muss reicht die Zeit noch für eine kleine Wanderung zu einem Aussichtsberg auf Beef Island. „Vom Wasser schauen die Inseln so jungfräulich aus.“ sagte einst Kolumbus. Dabei sind sie zwei Mal besiedelt worden. Die Uhreinwohner der Taino zog es schon weit vor Kolumbus zu flacheren Inseln mit besseren Böden. Seine Rennaisance erhielten die Inseln als die Dänen auf den nahegelegenen, heute Amerikanischen Jungferninseln begannen Zuckerrohr anzubauen. Damit wollte die englische Krone hier in den BVI nun auch durchstarten. Schlussendlich muss ich dankbar sein wenn der liebe Gott es gut mit mir meint und ich dem Himmel so nah so eine herrliche Fernsicht genießen darf.Læs mere
Der Schatz
27. november 2025, De Britiske Jomfruøer ⋅ 🌬 28 °C
>> Einst ein Pirat der am Tode lag,
Rief seine Kinder an und sprach:
“In unserem Felsen liegt ein Schatz.
Grabt nur danach!“ – „An welchem Platz?“
Schrie alles laut den Vater an.
“Grabt nur!“… Oh weh, da starb der Mann. <<
(frei nach Gottfried August Bürger)
Seit dem ist der Schatz versunken. Viele Generationen haben ihn in der Karibik bereits gesucht. Die Geschichten um die Schatzinsel ranken sich bis heute. Aber wer sagt denn dass der Schatz allein aus Gold und Silber besteht?
Ich fahre heute mit Taz‘ Boot hinüber nach Norman Island, der berühmt berüchtigten Schatzinsel. Am Riff an der Westküste geht es mit einem Sprung ins tiefe Wasser.
Der Wind weht stark. Der Wellengang drückt mich an die Felsen und dort finde ich viele tausend bunte Fische! Später ankern wir in der Bucht. Gerade dass ich ein wenig aufgetaut bin, dann geht es schon wieder in die nasskalten Schwimmsachen und ab unter Wasser. Riffbarsche, niedliche bunte Fahnenbarsche, Igelfische, sogar Schildkröten und ein Ammenhai. Die Hummer verstecken sich in Höhlen. Sie sind wohl am scheuesten.
Dafür dass mir diese Woche das Tauchen verwehrt bleibt fühle ich mich pudelwohl im Wasser. Wenn einem selbst in der Badewanne nur nicht immer so schnell kalt werden würde. Am Mittag segeln wir zurück nach Tortola. Es ist wohl besser dass ich nicht wieder acht Stunden im Wasser bleibe. Den Schatz, den habe ich gefunden! Gleich unter der Wasseroberfläche und dann immer tiefer entlang dem Riff verteilt. Doch ich habe ihn schön brav dort gelassen. Ein paar Fotos und Erinnerungen bringen mehr als dass der bunte Schatz der Karibik gehoben würde und zu Staub zerfällt. Schützen wir was wir haben!Læs mere
In den Fußstapfen meiner Schwester
26. november 2025, De Britiske Jomfruøer ⋅ 🌬 28 °C
Es ist Mittwoch, der Tag an dem meine Gasteltern nicht beide schon um 6.30 Uhr aus dem Haus müssen. Was für ein Luxus! Der Plan steht bereits dass wir gemeinsam etwas unternehmen. Also ab ins Auto und runter zum Hafen. Auf der Fahrt entbrennt einmal mehr Familienzwist. Jalon fragt „wann geht eigentlich unsere Fähre“, während meine Schwester zehn Minuten vor der Angst immer noch behauptet „wir werden schon pünktlich ankommen“. Ganz die Familie! Ich glaube ich würde auch nicht sehr viel mehr Puffer einplanen. Doch als wir dann zwanzig Minuten einem Truck hinterher fahren ernten wir dafür eine misstrauische Diskussion.
Schnell ist alles wieder vergessen als der Truck auch zur Fähre will und erst noch entladen werden muss. Dann gilt es rückwärts über einen wackeligen Steg vor den Paletten irgendwie einzuparken. Wohl dem der einmal mehr blindes Vertrauen hat. Auf nach Virgin Gorda!
Hier im Westen der BVI geben sich mittlerweile Richard Branson und Jeff Bezos als nette Nachbarn aus. Jeder hat in Sichtweite seine eigene Privatinsel. Bei einem Rum im Hogheaven schweift der Blick weiter über die Bucht. Zwei Megayachten wurden zum schwimmenden Hotel umgebaut. Für jeden der es sich sonst nicht in Sichtweite der Schönen und Reichen leisten kann bleibt immerhin noch die Chance ein Boot zu mieten und in der Lagune vor Anker zu gehen. Traumhaft schön!
Wieder kommt ein wenig Diskussion auf warum sich der Landeplatz von Virgin Gorda ‚international airport‘ bezeichnen darf. Für jemanden der in der Karibik lebt und hier groß geworden ist sind alle eine Gemeinschaft. Egal ob Franzosen, Spanier, Engländer, Amerikaner oder wer sonst noch eine Insel hier beansprucht. ‚Das ist doch nicht international wenn der Flugplatz nur ein paar Mal in der Woche einen Charterflug nebenan nach San Juan bringt!‘ - Alles eins, alles Karibik, nix da international! Vielleicht gibt es ja tatsächlich mal so etwas wie die Vereinigten karibischen Inseln. Doch so lange kann ich mir ein Lächeln nicht verkneifen.
Mit dem Vorteil dass wir im eigenen Auto unterwegs sind geht es nach Copper mine. Eine abgelegene Landzunge mit einem Hauch von Industriekultur und einer fantastischen Brise. Hier weht immer ein bisschen Wind wenn man auf das karibische Meer hinaus blickt. Doch das Baden sollte man sich verkneifen. Die Strömung hier ist sehr stark. Wer in den Baths am falschen Ende ins Wasser geht kann hier noch einmal winken bevor er hinaus aufs Meer getrieben wird.
The greater Baths - was wäre Virgin Gorda ohne seine Megalithen? Riesige Steine hat die Natur übereinander geschlichtet und hält so die meiste Strömung außen vor. Am frühen Morgen wäre dieser Ort von Kreuzfahrttouristen überrannt. Doch jetzt am späten Nachmittag hat dieser Ort immer wieder etwas tolles. Die Sonne strahlt durch die Riesigen Felsen und spiegelt sich im Meer. Im November hier her zu kommen war definitiv die richtige Entscheidung. Wann sonst könnte man allein durch die ‚Kathedrale‘ waten?
Schneller als uns lieb ist bricht der Abend herein. Alles muss irgendwie wieder rückwärts auf der Fähre einparken. Zum Schluss reicht die Rangierkunst der Crew jedoch nicht aus und irgendeiner muss wohl heute Abend hier bleiben. Wohldem muss ich Jalon wenigstens auch einmal Recht geben - zeitiges Kommen sichert die Rückfahrt! Ansonsten haben wir in der Familie ja ein ziemlich gutes Händchen zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein :)Læs mere
Privatstrand, was sonst?!
25. november 2025, De Britiske Jomfruøer ⋅ ⛅ 28 °C
Früh am Morgen. Das Bett wackelt. Ein Erdbeben? Weit und breit wackelt sonst nichts. Plötzlich jault es neben mir. Nala! So heißt die Haushündin. Ein Kraftprotz der besonderen Art. Eigentlich ein Kampfhund wie sie in der Karibik oft vorkommen doch meist ohnehin nur mit Tunnelblick auf ein mögliches Leckerli das vom Teller fällt oder sie fordert energisch eine Streicheleinheit nach der Nächsten. Meine Hausaufgabe wird es sein früh und Abend mit ihr Gassi zu gehen. Das ist nur fair wenn ich schon privat hier in den BVI unter komme.
Unterdessen wurde heute früh der Weihnachtsbaum heraus geholt. Es wirkt jedes Mal irgendwie unrealistisch wenn später am Abend die bunten Lichter angehen und draußen fiepen die Frösche im Regenwald.
Über Mittag treffen wir uns in Lamberts Bay. Es ist der neue Lieblingsstrand von Manfred. Er hat hier ebenso Verwandtschaft und kehrt jedes Jahr auf die Insel zurück. Am Strand zähle ich gerade einmal zwei Leute. Meine Schwester und Manfred. Was braucht es itgendwelche Hotelanlagen wenn man auch so seinen ganz privaten Strand haben kann. Außerdem steht der Wind günstig. Der Nordstrand ist heute perfekt für ein Wellenbad.
Am Abend gibt Manfred für dieses Jahr schon sein Abschiedsessen. Unteranderem erwarten ihn zu Hause Glühwein und Weihnachtsmärkte. Weihnachten daheim ist und bleibt eben immer etwas Besonderes auch bei noch so vielen Freunden in der ganzen Welt.Læs mere
White Beach, Cocktails, family & friends
24. november 2025, De Britiske Jomfruøer ⋅ ⛅ 28 °C
Die Sonne geht auf über der Karibik. Die Palmen sind verschwunden jedoch nicht die weißen Strände. Stattdessen ragen Berge aus dem Wasser. Jede Insel in der Karibik ist grundverschieden. Jede hat ihre Eigenheiten an den Stränden, ihre eigenen Wolkenformen, ihre eigenen Verkehrsregeln und auch ihre eigenen Locals.
Ich war sozusagen auf dem Weg nach Santo Domingo und bin am Flughafen mal eben falsch abgebogen. Was tut man nicht alles für die liebe Familie. Doch es tut gut mal wieder geeint zu sein. Ich freue mich nach vielen Corona Jahren mal wieder auf ein Corona Bier und ebenso auf ein Wiedersehen mit den Inselfreunden in den BVI. Jalon, mein Hausherr sitzt auf der Veranda und arbeitet an einem neuen Musikprojekt. Er schreckt auf als ich ihm so früh am Tag einen guten Morgen wünsche. Vom Rest der Familie ist er das nicht gewohnt.
Relativ früh am Morgen geht es zum Hafen und ab auf die Fähre nach Jost van Dyke. Das letzte Mal war ich hier vor ein paar Jahren an Sylvester. Dagegen wirkt der Strand heute menschenleer. Gleich zeigt sich indes was denn Einheimische sind und was Pauschaltouristen denn wir sind zu dritt und an diesem Morgen die einzigen die ihr Strandtuch ausbreiten ohne gleich eine oder mehrere Liegen in Beschlag zu nehmen.
Das Wasser ist türkisblau und glasklar! Das lädt zum Schnorcheln ein.
Doch anstatt Cocktails gibt es heute Morgen Tee. Der hilft schneller wieder aufzuwärmen wenn man aus dem doch recht kalten Wasser kommt. Leider bin ich auch so noch nicht wieder ganz fit von meinem letzten Schnorchelausflug. Die Zeit im Wasser war einfach zu lang. Das weiß ich jetzt. Und so verbringe ich recht viel Zeit bei einem Bummel am Strand. Auf dem Rückweg mit dem Boot nach Road Town packen wir aber doch die Cocktails aus. Ein Fruchtpunsch oder auch zwei schaden keineswegs als Grundlage für unser BBQ am Abend. Wir haben Freunde eingeladen die rundum einen gelungenen Abend bieten.Læs mere
Isla Soana
22. november 2025, Dominikanske republik ⋅ ☀️ 29 °C
Ich möchte nicht nur übers blaue Wasser reden. Wenn ich schon mal da bin muss ich auch die Chance nutzen aufs Wasser zu gehen. Für ein wenig Verwirrung sorgt die Abholung am Morgen. Alle in ein Auto, aber wer muss jetzt eigentlich wohin? An Bord fühle ich mich gleich wie zu Hause. Mit dabei auf dem kleinen Schiff ist eine Familie aus dem Tschechischen Chomotov und zwei Krankenschwestern aus Asturien.
Frei nach dem Motto „denke niemals dass du im Dschungel allein bist“ reiht sich am Strand gen Süden eine Filmkulisse nach der Nächsten. Die Blaue Lagune, Jurassic Park, Fluch der Karibik und nicht zu letzt die wohl äußerst populäre reality Show the Survivor. Ich als alter TV-Freak kümmere mich dann doch lieber um die Seesterne und Meeresschildkröten in der Lagune anstatt die Kulisse ringsherum. Hüfthohes Wasser und Glasklare Sicht laden zum Schnorcheln ein.
Je weiter wir südlich kommen desto einsamer werden die Strände und die Wellen im Karibischen Meer werden höher. Das merkt man auf einem Boot besonders dann wenn der Kapitän es eilig hat. Dafür werden die Palmen und damit auch die äußere Kulisse nun tatsächlich von Minute zu Minute schöner. Die Isla Soana hat nur 300 Einwohner die sich weitestgehend auf das einzige Dorf Manu Juan konzentrieren. Und gewöhnlich noch einmal so viele Übernachtungsgäste. Man ist auf der 25km breiten Insel also ziemlich unter sich wenn man mag.
Der Barbesitzer zum Mittag meinte als die Tschechei 1993 unabhängig wurde sind gefühlt alle Tschechen auf einmal nach Isla Soana gestrandet. Das war das einzige Mal dass es auf der Insel eine Bierkrise gab. Unterdessen merke ich dass hier ebenso der Winter Einzug hält. Am Peer steht einer Mittags um Drei mit Daunenjacke.
Vorbei an einer Flamingo-Lagune geht es zu einem abgelegenen Strand. Ganze vier Boote ankern hier. Eines davon ist ein heimischer Langusten-Fischer. Es gibt Cocosnüsse und unsere Spuren verwischen sich im Wasser gleich mit der nächsten Welle.
Wenn nur nicht dieser ewige Wind wäre. Ich fühle mich eigentlich gut doch mein Körper will einen auf Auszeit und macht krank. Die Nase läuft, der Rachen kratzt. Darum geht es zum Sonnenuntergang zurück auf dem Strand in Bayahibe. Am Coracon de La Republica, dem Herz der Republik habe ich Zeit ein wenig neue Kraft zu tanken.
Zum Abendessen treffe ich mich mit den Spanierinnen. Die zwei Krankenschwestern arbeiten für eine spanische Hilfsorganisation, die eine schon seit zehn Jahren, an Trinkwasserprojekten, Sanitären Anlagen und ländlicher Entwicklung. Montag bis Freitag irgendwo abseits von Santo Domingo. Am Wochenende ist immer frei und die Insel wird unsicher gemacht. Zu Essen gibt es leckeren Fisch in Cocosnussmilch. Definitiv auch ein leckeres Rezept für zu Hause.Læs mere
Robert und die Fledermäuse
21. november 2025, Dominikanske republik ⋅ ⛅ 29 °C
Mein Sitznachbar im Flieger war gerade einmal 19 Jahre alt und hat auf einem Kreuzfahrtschiff als Tourenbegleiter angeheuert. Leider war die Idee alsbald gescheitert dass ich gestern Abend vom Flughafen noch günstig weg komme, über ihn oder ohne ihn. Die Entfernungen sind gar nicht mal weit doch es dauert alles Stunden! Und so ist es nicht verwunderlich dass der letzte Bus am „Abend“ bereits um 17 Uhr fährt auch wenn ich erst 20 Uhr meinen Rucksack habe. Also wird auch nichts aus einer entspannten Anreise. 90$ für ein Taxi wären auch nicht gerade preisgünstig. Darum plane ich meine Nacht kurzfristig um und reise mit dem Bus am Morgen weiter.
Jetzt fuhr der Direktbus doch schon eine Stunde zeitiger als mir am Abend zuvor gesagt wurde! Einmal mehr bleibt nur die Ruhe zu bewahren und den Bummelbus mit zweimal umsteigen zu nehmen. Irgendwie wird es schon bei Ach und Krach mit 30km/h durch die Zuckerrohrplantagen des Landes.
Und nun bin ich da! Am türkisblauen Wasser, Palmen, … nur den Sandstrand muss ich noch finden. Schnell mal die Hände reingehalten? Badewannentemperatur! In der Bucht ankern die Katamarane und ihre Lautsprecher dröhnen ans Ufer. Meinen zweiten Erfolg kann ich bereits zum Mittag verbuchen als ich dank der Nebensaison ohne großartig vorher zu buchen wieder eine schöne Unterkunft habe. Für den dritten Erfolg muss ich nachher umso härter arbeiten. Ein Spaziergang führt mich entlang dem Strand zum nächsten Dorf. Hier reiht sich ein All-inklusive Hotel an das Nächste und plötzlich hört eine Stunde später am Letzen unvermittelt die Strasse auf. Stacheldraht und ein Schwarz-Gelb gestreiftes Tor. Wenn nicht dran stünde dass hier der Nationalpark beginnt hätte ich mich nicht rein getraut. Und außer mir hat sich an diesem Nachmittag auch nur der Park Ranger durch das Tor getraut.
Der Weg wird schmal, rutschig und stachelig. Keine fünfhundert Meter und ich bin im Moskitoverseuchten Dickicht. Über Wurzeln und abgestorbene Korallenbänke geht es eine halbe Stunde ins Landesinnere. Die Schutzhütten hatten auch schon einmal bessere Zeiten. Dann stehe ich vor einem kleinen Höhleneingang. Von innen kann ich nur das Fiepen einiger Frösche vernehmen. Als ich eintrete kommen plötzlich kratz und brumm-Geräusche dazu. Es hätte genauso gut ein Jaguar aus seinem Mittagsschlaf geweckt worden sein. Doch es stellt sich am Ende als unzählige Fledermäuse heraus die hier in der Höhle wohnen. Die Bacardi-Distille auf der Nachbarinsel ist ja nicht weit - die tun mir nichts. Und so gehe ich tiefer und tiefer in die Höhle hinein. Irgendwann kommt mir sogar der Gedanke dass ich hier wieder einmal komplett auf mich allein gestellt bin, egal ob mir was zustößt, die Batterie von der Lampe leer ist oder ich einfach nur ein mulmiges Gefühl im Bauch habe. Heute käme keiner mehr um mir zu helfen! Ein paar alte Tropfsteine faszinieren mich und am Ende des Tunnels kommt nach zwanzig Minuten Licht. Hier ist die Höhlendecke der Cueva de los Puentes eingebrochen. Bäume und Lianen sind bereits hinein gewachsen und ergeben ein echtes Urwaldfeeling. Doch dann ist Sackgasse und ich muss den ganzen Weg wieder zurück. In der Zwischenzeit ist die Sonne am untergehen. Glattes Wasser, ein Segelboot am Horizont… das alles ist doch mal Karibikfeeling pur!Læs mere
Der längste Sonnenuntergang des Jahres
20.–21. nov. 2025, Dominikanske republik ⋅ ☁️ 29 °C
Ok, halten wir fest dass Frankfurt/Main so oder so nicht in meiner Gunst steigen wird. Meist ist es chaotisch. In meiner Erinnerung habe ich mehr Verspätungen gesammelt als denn Flugmeilen. Doch es ist ruhig heute. Jeder hat hier am Flughafen seine ganz eigenen Bedürfnisse. Der Check-In Schalterbeamte soll lt seinem Chef zur First Class wechseln, will aber lieber in Pause und weiß nicht mehr wann das war. Die Türken haben scheinbar das Flughafenareal unter ihre Amtssprache genommen und die Ukrainer versuchen am Zoll vorbei Sachen zu verkaufen. Na wenn das mal mit rechten Dingen zugeht. Wo anders in der Welt kenne ich das jedenfalls nicht. Bei der Handgepäckkontrolle werde ich nach karibischer Manier von einer mittelamerikanischen Lady zurecht gewiesen und muss meine Stofftaschentücher einzeln zur Kontrolle abgeben. Was ich mir erlauben würde die Hosentaschen nicht zu leeren? Ein anderer Beamter und ich wir sind uns schnell einig dass man Beamten mit solchen Wurzeln nicht widerspricht wenn sie Haare auf den Zähnen haben. Da habe ich in Mittelamerika bereits Erfahrung gesammelt. Als Nächstes dann die Zollbeamtin die ich ausnahmsweise beim quatschen mit der Nachbarin störe oder beim Fingernägel lackieren und Wimpern anmalen. Whatever. Schade dass es keine Bilder im Sicherheitsbereich gibt. :)
Meinen Flieger habe ich schon gefunden. Am Rumpf steht RF dran. Muss er also sein. Heute fliege ich Blau. Der Abendsonne entgegen. Eine Reise ins Ungewisse. Eine Idee, aber keine Unterkunft und für die nächsten Tage keinen Plan. Die elektronische Einreiseregistrierung hat bislang auch nur Fehler produziert. Ich könnte meinen ich suche solche Situationen absichtlich auf. Vielleicht ist es allerdings nur der ganz normale Wahnsinn auf den ich mich in den nächsten drei Wochen einmal mehr einstellen sollte. Auf dem Weg gen Westen fliegen wir in die Abendsonne und die will über Stunden schier nicht untergehen. Willkommen auf Zwischenstop in der Dominikanischen Republik!Læs mere
Horizonte…zum Abschied ein Regenbogen
17. august 2024, Færøerne ⋅ 🌬 11 °C
Mit der Ankunft in Nolsey warten die Menschen regelrecht darauf aus der Fähre auszubrechen und die Insel zu entern. Ich glaube der Touristenanteil liegt diesmal unter zwei Prozent. Die Insel ist wirklich schnell erkundet aber die Häuserreihen gehören zu den buntesten auf den ganzen Inseln. Heute sind sie noch dazu geschmückt. Der Wind reist fast die Fahnen von der Stange und zollt Ove heute wohl damit seinen Respekt. Denn er ist der Ursprung dieses Seemannsfestes. Ove war ein Ruderer. 1986 ruderte er von Nolsey nach Kopenhagen um dort die Meerjungfrau zu küssen. Der Mensch braucht Ziele. Doch wie es das Schicksal will so küsst der Mensch die Meerjungfrau über Wasser und wenn dann erwidert es die Meerjungfrau mit einem Kuss unter Wasser. Ein Jahr nach seiner Erfolgreichen Überfahrt zerschellte er in einem Sturm vor Färöer und ertrank. In Gedenken an ihn wird heute reichlich gesungen, gefeiert und getrunken. Der liquor store hat zwar absichtlich schon ab 14 Uhr geschlossen doch die Einheimischen wissen wo sie hinter welchem Tresen schwarz an die begehrte Ware kommen. Ich bin in guter Gesellschaft und lerne nebenher noch reichlich etwas über die Vogeljagd auf den Färöer. Seevögel sind ebenso wie Fisch einst eine wichtige Nahrungsquelle gewesen die man gut lagern konnte. Dazu wurde sich lebensgefährlich an den Klippen abgeseilt aber es schien die Mühe scheinbar wert. Ich ziehe wie die anderen von Haus zu Haus und wenn es mir irgendwo gefällt bleibe ich ein Weilchen, trinke einen Kaffee - denn der ist billiger als Bier - und lasse mich treiben.
Mit der Zeit seilen sich die Gesellen um mich herum jedoch immer weiter unter den Tisch. Ich hätte erwartet die Einheimischen vertragen mehr. Oder sie nutzen einfach das Fest um sich auszuloten.
Ich fühle mich schon fast wieder wie in Deutschland. Der Wetterbericht stimmt am nächsten Vormittag ganz und gar nicht. Zum Abschied auf den Färöer mache ich heute einen ruhigen und fasse im Nationalmuseum noch einmal die Geschichte der Inseln zusammen. Hier und da stand dass die besterhaltenen Fundstücke von Ausgrabungen hier zusammen getragen wurde. Die Geschichte reicht noch weiter zurück. Ihren Anfang nahmen die Färöer Inseln durch Vulkanismus auf dem damals jungen atlantischen Graben. Sie waren direkt an Grönland entstanden. Erdgeschichtlich ist also beides zurecht unter einer Hoheitsflagge. Aus der Zeit der Wikinger fand man hier sehr viele Knochen, Werkzeuge und Spielzeuge und kann heute sehr gut nachvollziehen wie die Besiedlung wohl vonstatten ging. Mit der Christianisierung hielt die Kirche Einzug. Kunstvolle Fresken und Holzschnitzereien entstanden als es hier noch Bäume gab. Die Färöer-Inseln lagen einst auf Höhe von Portugal. Da sah dass mit dem Wald hoer anders aus. Deshalb sind die Inseln auch so Torf und reich an Kohle. Mit der Neuzeit kam der Fischfang und natürlich machten weder Mittelalter noch Industrielle Krisen vor den Inseln halt.
Alles zusammen ein gelungener Abschluss für zwei abwechslungsreiche wenn auch typisch für den Atlantik - verregnete, stürmische Wochen.
Als will mir die Natur den Weg zu besserem Wetter und damit auch zu neuen Abenteuern weißen zeigt sich am Horizont gen Osten ein Regenbogen. Dorthin geht es jetzt wieder mit der Fähre.
Hinter dem Horizont warten aber neue Abenteuer, neue Inseln und definitiv auch neue Geschichten. Bis neulich!Læs mere
Die Seehundfrau
17. august 2024, Færøerne ⋅ 🌬 12 °C
Ich erzähle heute die Geschichte warum es auf den Klippen bei Sturm, Schnee und Regen so gefährlich ist. Das hat zwar mit blutiger Rache zu tun die ist jedoch ohnehin gewiss wer sowas wie den Campingplatz von letzter Nacht als traumhaft bezeichnet. Trotz zwei Lagen Plastiktüten unter dem Innenzelt sammelte sich am Morgen unter der Matratze fleißig das Wasser. Durch den Regen sind die Hänge ein Sumpf sonders Gleichen geworden. Und dann kommt einer daher und fragt mich dass ich zwar heute schon der zweite sei der in Sandalen bei Regen knapp am Polarkreis fährt und er sich das aber überhaupt nicht vorstellen kann warum. Typisch Urlauber.
Zurück zur Geschichte. - Seehunde sind Menschen die ihr Leben unter Wasser fristen. Aber sie sind am leben. Immer am Abend der heiligen drei Könige kommen die Seehunde an Land, legen ihre Seehundrobe ab und tanzen in einer Grotte bis zum Morgengrauen bevor es zurück ins Meer geht. Eines Tages war ein junger Man der davon erfuhr und sich hinter einem Stein versteckte um dem Tanz zuzuschauen. Dabei erblickte er eine besonders schöne Frau in die er sich Hals über Kopf verliebte. Er wusste sich nicht zu helfen als dass er ihre Seehundrobe stahl und gut versteckte. Die Frau konnte ohne. Ihre Robe nicht zurück ins Meer. Und so kam es dass sie bei ihm bleiben mussteKinder bekam und eigentlich ein glückliches Leben hatte.
Doch ihr eigentlicher Mann, ein Seehund der nicht mit an Land kam wartete tag ein tag aus vor der Küste auf sie. Als der Mann eines Tages mit anderen Fischen ging stahl sie sich in seine Geheimtruhe in der er ihr Fell verwahrte. Alsbald sie das anfasste wusste sie wo sie wirklich hingehörte, ließ die Kinder zurück, schwamm zu ihrem Sehhundmann und machte ein paar Seehundbabies. Als der Mann an Land eines Tages später Seehunde jagen gehen wollte erschien sie ihm im Traum. Sie erzählte welche Seehunde, ihren Mann und ihr Kinder er denn verschonen sollte doch der Fischer hörte nicht auf seinen Traum. Darauf wurde die Seehundfrau so wütend dass sie zu dem Fischer kam und ihn mitsamt dem ganzen Dorf verfluchte. Seine Kinder und Kindeskinder (und hin und wieder auch Wanderer bis heute) sollten von der Klippe stürzen und im Meer ertrinken. Als Mahnmal steht die Seehundfrau heute im Hafen von Mikladalur.
Der wohl Bekannteste den zuletzt das Schicksal hier auf der Insel ereilt hat war kein geringerer als James Bond - 007. In seinem bislang letzten Auftrag starb er genau hier an den Klippen. Zu seinem Gedenken steht ein Grabstein neben dem Leuchtturm. Am Ende nicht die schlechteste Aussicht und Gras zum „reinbeißen“ ist auch mehr als reichlich da. Keine Angst, ich gebe mor reichlich mühe dass mich dieses Schicksal heute nicht ereilt.
Von Übermütigen Touristen, Radfahrern die sich am Berg, im Wind oder im Tunnel überschätzen kenne ich mittlerweile auch so einige Geschichten. Und fast gehöre ich dann doch dazu weil ich zu Mittag beim aufwärmen zu lange verweile. Nun muss ich durch die Tunnel bergauf und bergab sprinten nur um am Ende festzustellen dass die Fähre sich verspätet. Besser so - als drei Stunden auf die nächste gewartet. So passt nämlich auch gleich der Anschluss mit dem Bus nach Torshavn und mit der nächsten Fähre nach Nolsoy. So eine Kulturwoche hat volles Programm.Læs mere
Nein, es regnet keine Blasen….
16. august 2024, Færøerne ⋅ ☁️ 11 °C
… es regnet einfach immer. Seit drei Tagen zieht ein Tiefdruckgebiet seine Kreise um die Färöer-Inseln während Europa unter einer Hitze und Gewitterwelle schwitzt. (Das Sprichwort sagt, wenn es Blasen regnet regnet es drei Tage. Nur ist die Luft hier zu Sauber als dass sich in den Pfützen Blasen bilden könnten.) Sämtliche Aktivitäten die mit Wasser zu tun haben fallen also nicht weiter ins Gewicht. Ob ich nun übe mein Zelt bei Regen und Sturm auf und abzubauen, ob ich Nixen, Trollen und Wassermännern nacheifere oder ob ich eine Wanderung im Hochmoor unternehme. Trotz Regen hat es alles seine guten Seiten.
An Tag vier des Regens ist mir fast schon alles egal. Sandalen an und ein bisschen Radfahren um vor allem warm zu bleiben ist sicher eine gute Idee. Der starke Wind trägt mich weiter gen Norden. Immer tiefer in die graue Regenwolke hinein. Vielleicht scheint 20km entfernt in Torshavn die Sonne. Eingehüllt von Regen, Bergen und Tunneln kann ich es nicht mehr ausmachen. Dort findet heute eine Regatta statt. Denen kann der Wind nur Recht sein. Apropos Tunnel. Gestern Abend habe ich mit drei Österreichern ernsthaft die Frage diskutiert wer denn pro Kopf nun Tunnel-Europameister ist. Österreich oder Färöer. Beim Fußball lagen die Färöer auch schon mehrfach unerwartet vorn. Vielleicht kann mir von außen jemand unparteiisches diese Frage beantworten? In meinen Augen stehen die Inseln einem Schweizer Käse in nichts nach.
Ziel des heutigen Ausfluges ist die Insel Kalsoy. Bei gutem wie bei schlechtem Wetter ein beliebtes Ausflugsziel warum ich froh bin mit dem Fahrrad anzureisen denn die Autofähre ist auf Wochen im Voraus ausgebucht. Nach einer obligatorischen Aufwärmphase in der Tankstelle geht es zum Hafen. Dort treffe ich einen anderen Radfahrer wieder der es noch weiter getrieben hat und die Insel nebenan durchgeradelt ist um warm zu bleiben bis die Fähre kommt. Da hat jeder so seine Methode.
Auf der Fähre sind wir dem Regen und vor allem dem Wind schutzlos ausgeliefert und verkriechen uns unter Deck in einem Aufenthaltsraum. Plötzlich kommt eine Menschentraube herunter die vorher noch nicht auf dem Schiff war. Upss - jetzt hätten wir fast verpasst auszusteigen. Im Windschatten, umgeben von vielen 800ern radelt es sich etwas leichter. Wenn denn die Tunnel nicht immer so ein steiles Gefälle hätte damit das Wasser abläuft. Das ist mittlerweile grenzwertig. Zumal einspurig, unbeleuchtet und ohne Ausweichmöglichkeit wenn von hinten der LKW kommt. Der Zeltplatz ist ein einziger Sumpf. Trotz zwei Lagen Plastiktüten untendrunter dringt das Wasser bis in mein Innenzelt. Ich nehme es gelassen. So lange der Schlafsack trocken bleibt.
Am Abend gibt es in Mikaladur ein kleines Privatkonzert. Tutl ist ein in Torshavn bekannter Sänger der dort sein eigenes Musikgeschäft hat. Hier auf Mikaladur wohnen seine Eltern in einem Sommerhaus und betreiben ein Cafe. Zum Saisonabschluss singt er heute und morgen ziehen alle wieder in die Stadt nach Klaksvik um. Der Sommer scheint jetzt endgültig auf den Färöer Inseln zu Ende zu gehen.Læs mere
Das Hochmoor wartet schon auf mich!
15. august 2024, Færøerne ⋅ 🌬 11 °C
Ich wache am Morgen eigentlich viel zu zeitig auf doch es ist schon wieder hell. Und es regnet gerade nicht. Bevor also alles wieder nass wird packe ich das Zelt zusammen und sitze gleich nach dem Frühstück im Bus für den Unterseetunnel. In zweien darf ich fahren und in den zwei ganz langen nicht. Ich hätte aber auch keine Lust 11 km bei schlechter Luft zu radeln wo ich sonst doch gerade eine Luftkur habe. Heute ist da aber noch einmal etwas besonderes. Unter dem Wasser treffen sich hier drei Tunnel und daraus entstand der erste Untersee Kreisverkehr der Welt.
In Runavik herrscht das Leben einer modernen Kleinstadt. Während die Schule eine neue Dreifelder Turnhalle bekommt die irgendwo in die Schweizer Alpen passen könnte und völlig überdimensioniert scheint, währenddessen mach am anderen Ende des Dorfes der Supermarkt für immer zu. Dafür haben Sie einen Bäcker den ich nur wärmstens empfehlen kann. Mandel-Marzipan Taler und Rosinen Walnusbrot vom Vortag zum Viertel Preis! In regelmäßigen Abständen seift mich das Wetter heute ein. So auch als ich mir den eigentlichen berühmten Ort des Geschehens in Runavik anschauen möchte. Der Ursprung des Färöerischen Weltfußballs bei dem Gleich im ersten Pflichtspiel Österreich unterlag und Färöer seinen Nationalhelden hatte. Der Spieler mit dem Siegtreffer wird heute hier immer noch verehrt. Und mittlerweile ist Fußball auch hier zum Volkssport geworden.
Den Zeltplatz erreiche ich bereits zu Mittag und nach einem ausgiebigen Mittagsschlaf (!) möchte ich über die Insel wandern. Dazu lädt diesmal kein Berg ein sondern eine schöne Heidelandschaft mit Fernsicht auf die umliegenden Inseln. Zumindest immer wenn die Sonne scheint. Doch durch den Regen wird die Wanderung besonders auf dem Hochplateau zu einem einzigen Sumpf. Gut, der Wind trocknet alle Wunden. Doch mir wird hartnäckig nachgesagt dass ich ja schonmal in Schottland im Moor stecken geblieben bin und fast verloren war. Naja - stimmt ja auch. Damit sich das aber nicht wiederholt hilft nur die Flucht nach vorn und ab in das Moor. Erfahrung sammeln schadet nie. Und diesmal klappt denn auch das hüpfen von Grasbüschel zu Grasbüschel viel besser und gefahrloser. Der Ausblick ist großartig und so kann ich auch diesem Tag trotz nasser Schuhe, Regen, Moor und allerlei Berge als Schikane beim Radfahren viel schönes abgewinnen.Læs mere






































































































































































































































































































































