Ein Advent wie im Märchen
30 listopada 2025, Brytyjskie Wyspy Dziewicze ⋅ 🌬 28 °C
Schon wieder der letzte Tag auf Tortola. Schnell wird die arbeitende Bevölkerung in der Marina abgegeben und dann nichts wie zum Strand! Ich will noch einmal ganz in den Westen. So früh am Morgen ist Smugglers Cove ideal für einen Drink unter Palmen. Noch stört kein anderer das Rauschen der Wellen. Die sind alle entweder noch zur Sonntagskirche oder auf dem Weg nach Anagada. Das Boot zum Lobsterfestival ist heute angeblich wirklich vollends ausgebucht. Beim Schnorcheln vergeht die Zeit unter Palmen im Flug. Ich kann noch einmal tief durchatmen denn die kommenden Tage werden stressig und auch ich habe heute Sonntag.
Auf dem Rückweg mache ich einen Abstecher zum Muschelmann. Rin Fischer sammelt alles was er als Beifang findet an seinem Verkaufsstand. Doch die Zeiten sind ruhig. Auch er wartet sehnlichst auf die Touristensaison. Und die ist noch nicht so gut angelaufen. Die Entfernungen auf der Insel sind eigentlich unerheblich. Dennoch bin ich wieder spät dran. Schnell noch Nala auf einen Spaziergang ausgeführt und schon miss ich zurück in die Stadt.
Heute zum Ersten Advent beginnt auch auf den BVI die Weihnachtszeit. Auf der Mainstreet wurden die Schneemänner wieder aufgestellt und die örtliche Laientheatergruppe führt im Kino heute das Weihnachtsmärchen um Cinderella auf. Mit viel Witz und Humor futtern wir uns durch die Lebkuchen und selbst gemachten Glühwein. Wohl Bekommens. Uns allen wünsche ich eine schöne Vorweihnachtszeit. Czytaj więcej
Santo Domingo
1 grudnia 2025, Republika Dominikany ⋅ ☀️ 29 °C
Zurück auf den großen Antillen empfängt mich Santo Domingo mit Regen. So etwas gab es schon lange nicht mehr. Nun hat die Dominikanische Republik weniger Einwohner als das Bundesland Bayern doch allein auf dem Weg in die Innenstadt kommt es mir so vor als wären die ungleich verteilt. Es staut sich, gerne auch fünfspurig allein weil es keine Regeln für Linksabbieger gibt. Der Größere hat immer Recht und der Fußgänger ist das Kanonenfutter für die Geier. Wer wirklich zu Fuß endlich die zona colonial erreicht fühlt sich wie in einer anderen Welt.
Schön aufgehübschte Straßenzüge verbinden auf einem Schachbrett unzählige Kirchen, Plätze, Museen und Restaurants. Es gilt heute als die älteste europäische Stadt der neuen Welt. Hier wurde die erste Basilica errichtet, ebenso das Kolumbus im Gefängnis einsaß. Zu meiner Überraschung ist die Altstadt tatsächlich noch von Einheimischem bewohnt auch wenn das einige Hoteliers lieber anders sehen würden.
Apropos Duarte! Die Dominikaner haben seit ihrer Staatsgründung ein Faible für das Heroische. Eine Zeit lang ließ sich das leider auch nicht aus der Architektur verdrängen so dass heute immer noch viele Stalinistische Gebäude das Stadtbild außerhalb des Zentrums prägen. Im Gegensatz dazu sind die Dominikaner heute ein sehr farbenfrohes Land was sich selbst an den Häuserwänden der Baracken zeigt. Einzig was ich nach wie vor vermisse ist guter Kaffee und ein schönes Stück Kuchen am Nachmittag. Czytaj więcej
Kolumbus‘ bessere Hälfte
2 grudnia 2025, Republika Dominikany ⋅ ☀️ 30 °C
Ein Bummel durch die Altstadt ist sehr entspannt. Besonders am Morgen wenn vor um Neun die Straßenhändler noch fehlen. Doch ein Tagesausflug reicht auch fast. Was hat den Santo Domingo auswärts noch zu bieten? Die Stadt ist sehr eng mit der Geschichte Kolumbus verwoben. Nach der Ankunft auf seiner zweiten Amerika-Reise im Norden der Insel entwickelten sich erste Siedlungen. Das ruhigere Fahrwasser bot jedoch die Südseite von Hispañola. Hier gründete man ein Fort rings um einen Naturhafen und wollte es als Handelshafen ausbauen um noch weiter in den Westen vorzudringen. Darum gilt Columbus als Gründungsvater wenn auch eigentlich nur sein Sohn von der Spanischen Krone hier als Stadthalter eingesetzt wurde.
Am Morgen laufe ich gen Osten. Der Plan ist am Abend im Westen wieder raus zu kommen. Denn so habe ich Gelegenheit mir die Stadt von der Geschichte bis in die Neuzeit ringsherum anzuschauen. Nach etwas mehr als einer halben Stunde erreiche ich den Faro de Colon zu Fuß. Ein überaus hässlicher Bau. Armer Kolumbus. Gilt es doch als sein Mausoleum. Zumindest in der neuen Welt denn in Sevilla in Spanien behauptet man ebenfalls seine Gebeine zu verwahren. Wer hat Recht? Die Wissenschaft hat einmal mehr gezeigt dass zumindest sein Kopf wieder den Weg nach Spanien gefunden hat während der größere Teil an restlichen Gebeinen in Santo Domingo ebenfalls von ihm stammen könnten. So verbindet er auch nach seinem Tod noch immer zwei Welten.
Die Polizei rings um den Faro de Colon ist hilfsbereit und aufmerksam. Sie wollen um keinen Preis das Touristen etwas passiert. Das heißt auch dass man nicht mal den Rasen betreten darf weil die Straße dahinter und erst recht das Stadtviertel als gefährlich gelten. Na gut dass mir das vorneweg niemand erzählt hat denn die Menschen waren alle überaus freundlich auf dem Fußweg hier her. Ich habe tatsächlich nicht den Eindruck dass Kriminalität hier eine sehr große Rolle spielt. Vielmehr die Müllberge, das Verkehrschaos und die Strukturellen Probleme der Stadt die ihre Bevölkerung binnen 50 Jahren verzehnfacht hat. Ich kann gut verstehen dass man das lieber verbergen möchte.
Für mich ist das Ansporn und die ideale Gelegenheit die neue Seilbahn in Santo Domingo auszuprobieren. Sie führt über die Dächer der Slums und Vororte die zum Teil nur aus Wellblechhütten und zum Teil aus Müllbergen bestehen. Der Bauboom wird auch in den kommenden Jahren keine Grenzen kennen. Dabei hatte bereits Kolumbus ein Vorbild. Denn er war mit Nichten der Erste. Die Ureinwohner der Taino, einst ja auch in den BVI, lebten im Einklang mit der Natur bis die Spanier sie durch Krankheiten und Ausbeutung gänzlich ausrotteten. Ihre Geschichte zeigt das Museum für präkolumbianische Geschichte sehr schön. Von da aus bietet sich noch ein Bummel durch die Neustadt vorbei an Staatsoper und Parlament. Und schon wird es wieder finster. Es ist erschreckend wie schnell das im Winter jeden Tag gehen kann. Zum Sonnenuntergang geht es auf ein Eis an die Strandpromenade. Das ist zumindest kurzfristig ein wehmütiger Ersatz für guten Kuchen. Während ich beim Bummeln wenigsten ein verstecktes nettes Cafe gefunden habe. Ein Kleinod, geschützt von den Mauern des ersten Klosters in der Neuen Welt vor Lärm und Hektik in einer der mittlerweile vielleicht auch modernsten Metropolen der Karibik. Czytaj więcej
Reiseflops auf dem Weg ins Hinterland
4 grudnia 2025, Republika Dominikany ⋅ ☁️ 30 °C
Die Hohe Kunst ist es sich selbst zu kennen. Zu wissen wann der Tag nicht zu den Besten gehört. Sei es wegen Übermüdung in der tropischen Dauerhitze, weil nichts so läuft wie man selbst gern wollte und sich selbst das Wetter gegen mich verschworen hat. Tja und dann trotzdem noch etwas tolles unternehmen.
Am Vorabend fuhr der Bus nach Jarabacoa. Ich war erleichtert als es alleine schon wegen der Höhe 5 Grad weniger warm war. Das schlimmste was mir in der Hitze passieren kann ist dass ich dehydriere und garstig werden kann. Ich glaube dass passiert mir in den Folgetagen noch öfter. Heute einfach nur kein Glück den Zimmerschlüssel zu finden, eine Tour in die Berge wird auf absehbare Zeit auch nicht angeboten und selbst wenn ich nur zu den nahegelegenen Wasserfällen möchte finde ich früh um sieben kein Taxi in der ganzen Stadt nicht. Sonst stehen sie an jeder Ecke!
So kann das nicht weitergehen und ich beschließe unverrichteter Dinge vorzeitig wieder abzureisen. Wenn ich weiter fleißig Bus fahre, und es gibt in dem Land keine Nachtbusse, dann vergeude ich ziemlich viel Zeit mit nichts tun. Also Mietwagen. Nur ist die Autovermietung gar nicht mehr dort wo sie sein sollte. Umgezogen, ja aber wohin schreibt keiner? Vielleicht war es auch nicht die Beste Idee in der Großstadt ein Auto zu mieten und als erstes drei Stunden in der Rush Hour durch scheinbar rechtsfreien Raum zu navigieren um überhaupt aus Santo Domingo heraus zu finden. Danach ist der Weg frei. Und 7km später weiß ich auch warum. Die eingezeichnete Straße wird zum Feldweg, dann zum Feldweg mit Pfützen. Später dann zum schlammigen Feldweg mit Pfützen und als ich mir die Karte genauer ansehe führt mich das Navi einmal quer durch den Parque nacional „Humedales del Ozama“ - zu deutsch Osamas’ Sumpf. Herzlichen Glückwunsch! Vor 20 km war das Auto gerade erst frisch gewaschen. Ja, das waren noch Zeiten… und ich muss das auch irgendwie wieder sauber abgeben!?
Durchatmen! Und nen Kaffe trinken. Auch wenn er nicht zu den Besten zählt. Tee gibt es gar keinen hier. Und irgendwie soll die Weihnachtszeit ja auch im Leben eines Reisenden besinnlich sein. Czytaj więcej
Die Entdeckung Amerikas
5 grudnia 2025, Republika Dominikany ⋅ ⛅ 29 °C
Heute vor 533 Jahren hat Kolumbus‘ Besatzung Neuland betreten. Erst in den Bahamas, später hier auf Hispaniola. Zeit also auf eigene Entdeckungsreise zu gehen. Im Naturschutzgebiet gibt es schließlich auch jede Menge zu entdecken. Einmal mehr nur dass ich den Mückenschutz vergessen habe. Grrrr.
Dass ich mich im Schlamm verfahren habe kann ja auch etwas Gutes haben. Ein Park-Ranger pfeift mich zurück und fragt was ich am Hintereingang will. „Vögel beobachten…“ Dann zeigt er mir den Weg zu einer Lagune, meint aber er sei recht schlammig. Ach nee!
Ich will am Ende des Tages ja eigentlich nur zu ein paar Wasserfällen. Doch die sind irgendwo mitten im Dschungel und ich muss zwecks der Schlammstraße doch einen riesigen Umweg nehmen. Niemandsland 2.0. Die Strasse hat ihre letzte Ausbesserung vor 60 Jahren gesehen. Doch am Ende warten die Saltos Grandes. Fließend Wasser ist nach so einer Tortur doch mal eine willkommene Abwechslung.
Dann kommt die Nachricht dass ich für morgen einen Pkatz auf ner Exkursion ergattern konnte auf die ich nun zwei Tage hingefiebert, aber nicht mehr daran geglaubt habe. Puh, die Zeit wird knapp denn es wird bald dunkel und ich muss erst noch aus dem Dschungel heraus finden, mich durch die nächste größere Stadt boxen und über ein Mittelgebirge kämpfen. Und dass alles möglichst binnen vier Stunden denn dann geht der Guide schlafen. Zustand des Weges - ungewiss. Abenteuerlust - geweckt. Czytaj więcej
Pico Duarte Ultra
6 grudnia 2025, Republika Dominikany ⋅ ☀️ 10 °C
Es ist kalt geworden über Nacht. Nur 10 Grad holen mich aus dem Tiefschlaf. Gestern Abend waren es doch noch 32 als die Sonne unterging. Noch vor dem Frühstück treffe ich mich mit meinem Guide für die nächsten zwei Tage. Ich versichere mich bei ihm noch einmal was ich alles für die Wanderung einpacken soll? Deine Klamotten, und sonst nichts…Das Frühstück sollte dann für lange Zeit das letzte sein was ich von meinem Guide gesehen habe. Der Zufall will es dass heute zeitgleich das Pico Duarte Ultra stattfindet. Das ist der hiesige Bergmarathon der normal über 46 km an einem Tag auf den Pico Duarte führt und wieder zurück. Es werden aber auch 100km angeboten wozu sich ob der Höhenmeter nur 6 Leute angemeldet haben aber immerhin.
Als ich nochmal schnell auf Toilette gegangen bin war wahrscheinlich just gerade Aufbruch. Die Gruppe die eben noch da war - ist weg. Insgeheim seufze ich in mich hinein. Typisch! Eigentlich sind die Dominikaner zuverlässige Leute. Ein gewisser Anstand gehört auch dazu. Jedoch hier scheint sich jeder selbst der Nächste. Gruppenzusammenhalt ist hier in dem Land ein Fremdwort. Sonst würden sie sicher auch als Volksgemeinschaft mehr auf die Beine stellen können. Ich warte, vielleicht fällt es jemandem ja auf! Irgendwann frage ich einen von dem Ultra-Org-team. „Ja die? Die sind schon los.“ Also nehme ich die Füße in die Hand und laufe los. Alles was ich jetzt dabei habe ist ein halber Liter Wasser und zwei Müsli Riegel als Reserve.
Der Weg schlängelt sich am Fluss über ein paar sumpfige Brücken. Nach etwa vier Kilometern steigt er steil an. Es folgen stundenlange Anstiege mit durchschnittlich 13% Steigung. Eigentlich hätte es ein leichtes sein sollen die Gruppe wieder zu finden. Stattdessen kommen mir die ersten Läufer entgegen. Sie sind in der Finsternis gestartet um der sengenden Sonne zu entgehen. Während die ersten noch meinen dass die Gruppe vor mir sei meint irgendwann immer öfter jeder dass er niemanden mit so einem großen Rucksack zuletzt gesehen habe. Wie bringe ich denen jetzt bei dass mein Rucksack mit 60L kein Maßstab ist? Ich habe halt nur keinen kleineren dabei der für diese Strapazen geeignet ist. Besser ich behaupte die Gruppe kommt irgendwo da hinten und mache mich aus dem Staub. Irgendwann hole ich die letzten Läufer der Runde ein. Die sind lange vor mir gestartet und haben keinen so großen Rucksack. Doch sie schnaufen gehörig! Und immer wieder komme ich mit ihnen ins Gespräch dass ich ja selbst jedes Jahr einmal 100km am Tag laufe.
Da ich nicht weiß wo meine Exkursion nun eigentlich ist wird mein halber Liter Wasser langsam zum Problem. Vielleicht gibt es auch so etwas wie ein organisiertes Lunch zum Mittag zu Essen. Doch auf all das werde ich nicht zurück greifen können. Stattdessen entdecke ich herrliche Aussichtspunkte die man im Rennen sicher links liegen lassen würde. An einer der Verpflegungsstellen ist man erstaunt dass ich außerhalb der Wertung so spät gestartet und jetzt schon hier sei. Ich könnte doch getrost bei dem Rennen mitmachen, erst recht mit dem großen Rucksack.
Zumindest bekomme ich neben einem Lächeln meine Wasserflasche wieder aufgefüllt.
Dann komme ich an unser Verpflegungscamp an. Mit 7 Stunden fühle ich mich eigentlich ziemlich aus der Puste. Bin ja aber auch auf Sparflamme gelaufen und musste mich sehr stark einteilen. Im Camp wundern sich einige. Sie erwarten definitiv die gleiche Gruppe wie ich, jedoch frühestens in drei Stunden? In der Zwischenzeit zeigen sie mir ihr Naturbad und ich nehme eine erfrischende Dusche. Das Salz von der Haut zu waschen tut einfach nur gut. Jetzt noch ein heißer Kaffee und ein bisschen Lagerfeuer. Eigentlich finde ich die Tour rundum gelungen. Nur leider eben ohne die Gruppe.
Nebel zieht auf und mit ihm kommen in der Dämmerung die ersten Gruppenmitglieder. Immerhin nur zwei Stunden später. Der Rest fehlt bis auf weiteres noch länger. Aber wir sind froh bislang allesamt gesund angekommen zu sein.
Wir versammeln uns alle um das Lagerfeuer. Vereinzelt kommen ein paar Nachzügler in der Gruppe und die ersten Krankenstände trudeln ein. Mindestens zwei Leute lassen sich auf dem Maultier hochtragen. Krämpfe, Übersäuerung, Dehydrierung das klassische Programm. Später soll noch ein angerissener Meniskus eine ausgeleierte Kniescheibe und ein anaphylaktischer Schock dazukommen. Eine interessante Mischung mit der es morgen auf den Gipfel und vor allem auch wieder hinunter gehen soll.
Im vergleich dazu treffen spät am Abend die 62km - Läufer auf ihrem Weg vom Pico zurück ins Ziel ein. Sie sind nun ca. 16 Stunden unterwegs und haben noch 5 Std vor sich. Mit viel Getöse werden sie einzeln Empfangen und versorgt und wieder verabschiedet. Die Hunderter kommen wohl erst morgen früh nach 23-25Std hier vorbei. Czytaj więcej
Der höchste Punkt der Karibik
7 grudnia 2025, Republika Dominikany ⋅ ⛅ 13 °C
Es heißt nicht umsonst der Pico Duarte sei die Königsdisziplin der Kordillera central. Früh am Morgen um 3 Uhr ist die Ruhe vorbei. Amerikaner wachen auf und bereiten sich auf den Aufstieg vor. Ich wollte doch so gerne noch eine halbe Stunde schlafen! Was will ich denn früh um fünf schon dort oben wenn um sieben die Sonne aufgeht? Draußen schreit einer ‚Cafecito!‘. Dann nützt es wohl alles nichts und ich vertreibe mir die Zeit indem ich zwei Kaffee und drei heiße Schokoladen trinke. In der Nacht hat es soweit abgekühlt dass die Atemluft wieder ausfällt. Fast jeder beschwert sich dass er in der Nacht gefroren hat. Es hatte bestimmt um die Drei Grad Celsius. Ich lobe mir in jedem Fall dass ich acht Lagen Shirts und Pullover sowie vier Hosen und zwei Paar Daunen Socken mit auf den Berg geschlappt habe. Damit war mir die Qualität der Schlafsäcke ziemlich egal.
Doch die Zeit macht auch vor mir nicht halt und so beginne ich um 4.30Uhr den Anstieg. Alsbald geht es steil bergauf und ich hole die ersten Langschläfer ein. Knapp 200m unter dem Gipfel beginnt die Dämmerung am Horizont. Nun aber schnell! Am Gipfel selbst bin ich überrascht. Die Bäume wachsen wachsen in den Himmel als wäre ich immer noch im tiefsten Regenwald. Wenn er denn mal kommt lässt der Sonnenaufgang sich von Gipfel durch die Bäume nur erahnen. Eine Lösung muss her. Während die anderen beharrlich sind und meinen zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel selbst zu stehen kraxle ich noch ein paar Meter weiter auf ein Felsplateau und siehe da - blanker Fels und Bäume vertragen sich nicht so gut. Auf dem höchsten Punkt der Karibik die Sonne zu begrüßen bringt besondere Demut. Besonders nach so vielen Sonnenuntergängen am Strand.
Nach etwa einer Stunde lässt der Heimweg nicht lange auf sich warten. Im Camp gibt es Frühstück und gegen 10 Uhr hat jeder seinen Rucksack gepackt. Diesmal möchte ich nicht davon rennen. Doch schnell teilt sich die Gruppe. Ein Guide läuft vorne weg. Irgendwann auf der Hälfte überholen uns die Maultiere mit dem Gepäck. Wir erfahren die aktuellen Krankenstände wonach sich 5 Leute gerade in 2 Maultiere einteilen müssen um irgendwie den Berg wieder herunter zu kommen. Sind ja nur 2850 Höhenmeter auf dem Rückweg. Ich mache mir Pläne was ich mir als nächstes anschauen könnte. Doch auch ich benötige für dennRückweg länger als hoch. Erst nach 17 Uhr treffe ich mit der ersten Gruppe wieder am Ausgangspunkt ein. Und ein bisschen Erholen sollte sich mein Körper auch erst noch.
Unerwartet treffe ich unseren Tourveranstalter David wieder. Er lädt mich zu seiner Verwandschaft im Ort zum Abendessen ein. Das kommt unerwartet. Er berichtet mir wie schwierig es war während dem ‚pico duarte ultra’ eine Erlaubnis für die Wanderung von der Parkverwaltung zu bekommen. Irgendwas ist immer. Doch das erklärt auch warum hier sonst keine Gruppe unterwegs war. Danke für dieses tolle Privileg! Czytaj więcej
Punta Rucia - Cayo Arena
8 grudnia 2025, Republika Dominikany ⋅ ☀️ 27 °C
Unzählige Stunden bin ich durch die Nacht geirrt. Geschlafen habe ich wenig. Als ich aufwache und es dämmert schaut mir neugierig eine Kuh durch das Fenster. Das Bild hat sich komplett gewandelt. Aus dem Regenwald in den Bergen bleiben nur ein paar Akazien und Macchia übrig. Der Blick öffnet sich über eine große Lagune und mittendrin das kleine Fischerdorf Punta Rucia dass kaum mehr als eine Hauptstraße bietet. Die Hunde träumen noch verschlafen auf der Straße. Ein oder zwei Leute kehren den Sand aus der Einfahrt. Ansonsten herrscht dörfliche Stille. Den Vormittag verbringe ich neben dem Schreiben mit dem Organisieren einer Bootstour. Ich habe natürlich wieder einmal nichts vorbereitet und die Bootsfahrer wissen auch noch nichts von mir.
Aalglattes Wasser schneidet später der Katamaran vor der Küste des ‚parque nacional submarino montecristi‘. An einem vorgelagerten Riff halten wir im Piscina Natural. Einem Naturschwimmbad mitten im Meer. Hier gibt es nur ein wenig Seegras im flachen Wasser und mich friert. Mensch ist das Atlantikwasser kalt heute! Ob das so eine gute Idee war heute schnorcheln zu gehen nachdem ich mich zwei Tage verausgabt hatte? Doch es bleibt genügend Zeit nachher wieder aufzuwärmen. Das eigentliche Ziel ist Cayo Arena. Nicht viel mehr als eine Sandbank von 15x15m umgeben von einem Korallenring und herum dann tiefer Atlantik. Das ist was die Karibik nun einmal ausmacht. Türkisblaues Wasser und viiiele bunte Fische. Bei Ananashäppchen kann ich mich auf dem Sand immer wieder aufwärmen. Zwischendurch geht es ins Riff schnorcheln. Die Fische sind zahm und neugierig. Sie kommen bis auf Augenhöhe an mich heran geschwommen. Irgendwann knallt die Sonne so sehr dass es wieder zurück an den Strand von Punta Rucia geht. Dank dass ich mobil bin bleibe ich jedoch nicht lange. Am Nachmittag fahre ich zu einem Besuch in das Santuario mamiferos marinos. Eine langgestreckte Süswasserlagune in der herrliches Seegras wachsen muss. Dadurch haben sich hier Seekühe angesiedelt. Doch die Sonne steht so schlecht dass ich außer ein paar Fischen nicht viel sehen kann. Mit einem Paddleboard in der Mittagssonne wäre das sicher ein Leichtes und irgendwann steht der Besuch von Manatis definitiv auch nich auf dem Programm. Nicht nur die Karibik, auch die Bahamas und die Südstaaten sind ihr riesiges Einzugsgebiet wo sie gerne im flachen Wasser grasen. Czytaj więcej
La Isabela -die 1.Amerikanische Neustadt
9 grudnia 2025, Republika Dominikany ⋅ ☀️ 28 °C
Bei seiner ersten Reise strandete Kolumbus auf den Bahamas. Die spanische Krone beauftragte ihn schließlich damit das neu entdeckte Land für die Krone zu erobern. Das tat er 1493. Doch von der ersten Siedlung La Navidad heute in Haiti weiß niemand mehr wo sie liegt. Um 1500 entschied Kolumbus eine dauerhafte steinfeste Siedlung weiter östlich zu errichten. Der Ort wirkt wenig informativ. Neben Handwerkerhäusern, einem Wehrturm und vielen Lagerhäusern stehen noch die Übereste von Kolumbus‘ Wohnhaus in dem er drei Jahre lebte. In Santo Domingo herrschte sein Sohn im casa de colon doch er selbst wurde dort nie sesshaft. Mein Guide ist bereits in die Jahre bekommen was ich an seinen Zahnlücken nachzählen kann. Seinen Text hat er fein auswendig gelernt. Doch leider weiß er um die Geschichte drumherum recht wenig. Die Siedlung wurde nach nur 5 Jahren wieder aufgegeben denn man konnte sich wohl nie so recht an die Gewohnheiten der neuen Welt anpassen. Wer isst schon gerne ständig Kartoffeln, Maniok und Avocados? Nichts desto trotz wie so oft ein kleiner Schritt für einen Menschen doch ein bedeutender Schritt für die Menschheit.
Für ein wenig mehr Abkühlung und Adrenalin sorgen zum Ausgleich die Carreteras de Damajunga. Ich habe irgendwo gelesen, wer die Wasserfälle für sich haben möchte kommt besser am Nachmittag. Also bin ich halb zwei dort, muss noch kurz auf meinen Guide warten und die Badesachen anziehen. Es war ein gut gehütetes Geheimnis der Taino dass irgendwo versteckt im Regenwald die Wasserfälle der Götter existieren. Auf unzähligen Expeditionen kam man schlussendlich auf 27 Wasserfälle hintereinander die sich tief in den Fels eingeschnitten haben.
Beim Aufstieg kommt mein Guide ins schwitzen und fragt mich jedoch ständig ob es mir gut geht? Ihm rinnen die Schweißperlen, ich frage mich hingegen eher wie kalt wohl das Wasser ist. Muss in den Genen liegen es ist ja schließlich Winter. Als wir oben sind meint der Guide nur - jetzt müssen wir auch wieder runter. Leider hat es in der letzten Zeit extrem wenig geregnet. Dadurch sind nur 7 der 27 Wasserfälle zugänglich. Über Rutsche und Sprünge geht es hinab in die schattigen Naturpools. Ich bin noch nie vom 5m Brett gesprungen. Aber hier folgt ein Sprung ins Ungewisse dem nächsten. Ein eindrucksvoller Abstieg durch das Tal für jeden der den Mut hat. Czytaj więcej
Puerto Plata
10 grudnia 2025, Republika Dominikany ⋅ ☀️ 30 °C
Der Großstadttrubel ist mir ungewohnt. Gestern Abend bin ich noch voll in die Rush hour gekommen und habe fast den Sonnenuntergang am Fort verpasst. Dafür war die Altstadt ohne Kreuzfahrtschiffe fast menschenleer und sehr ursprünglich. Kein Haus ist höher als drei Stockwerke. Wohl auch dank dem dass der Hafen immer noch viel Industrie anzieht und die All-inklusive Resorts nach Punta Cana weiter gezogen sind. Hier sind alte Holzhäuser hingegen nicht nur Fassade. Die Agrarwirtschaft in der Dominikanischen Republik beruht fast ausschließlich auf Zuckerrohr und Tabak. Beides wird dann in Puerto Plata verarbeitet. Silber, woher der Name stammt fand man hier nie ausgiebig weshalb der spanische Eroberungszirkus denn auch vor 500 Jahren nach Costa Rica weiterzog. Was bleibt ist der Rum den ich schon früh am Morgen ausgiebig verkosten darf.
In 1992 kam einst ‚Jurassic Park‘ in die Kinos. Deren wichtigster Grundbaustein, DNA von Urzeittieren stammt aus einem Bernstein den man hier aus Puerto Plata als Requisite erhalten hat. Darauf ist man in der Stadt bis heute besonders stolz. Der Bernsteinabbau erfolgt hier nicht am Meer sondern unterirdisch in gefährlichen Minenschächten und seit einem Unglück alles wieder per Hand. Im hiesigen Bernsteinmuseum geht man ca. 50Millionen Jahre zurück. Neben Blüten, Ameisen und Spinnen hat man mittlerweile auch ganz besondere Stücke gefunden. Stabheuschrecken und sogar einen Salamander. Mehr Urzeit geht nicht!
Darum zurück in die Gegenwart. Es heißt die Dominikaner hätten eine beeindruckende und vielfältige Künstlerszene. Abgesehen von der Musik finde ich jedoch meist Haitianer am Straßenrand die Farbe auf große Leinwände bringen. Ganz anders sticht da das King-Mundo heraus. Eigentlich kein Museum sondern die Kunstschule eines deutschen Architekten der auch Sinn für das überirdische hatte. Seine Steelen und Wandbilder füllen 27 Wohnzimmer in seinem eigens dafür entworfenen „Schloss“. Leider ist er mittlerweile verstorben. Ein paar Haitianer hausen hier mehr als dass sie wohnen und verwalten das Erbe so gut es wohl geht bis die Natur wieder stärker ist als die Kunst. Czytaj więcej
Der blaue See
11 grudnia 2025, Republika Dominikany ⋅ ☀️ 29 °C
Nach so vielen schönen Sonnenuntergängen will ich einmal in diesem Jahr den Sonnenaufgang am Strand erleben. Dazu habe ich mir den Playa Arrodo Salado ausgesucht. Doch zu meinem Verdruss muss ich fesstellen dass über Nacht Wolken aufgezogen sind und Regenstreifen an den Horizont zaubern. Die Wolken ziehen zum Glück schnell weiter und zaubern eigentlich umso schönere Farben an den Himmel.
Unweit vom Strand biege ich rechts in einen Feldweg ein. Er ist sehr stark ausgewaschen und ich überlege einmal mehr ob sich die Strapazen lohnen. Wenig später treffe ich eine Frau die Laub fegt. Mitten im Regenwald. Weit und breit ist außer mir niemand und so scheint es sie macht das bewusst für mich. Sie kommt auf mich zu und will Wegezoll. Na danke. Das kehren wäre wegen mor auch nicht nötig gewesen. Aber nein, sie erklärt mir dass man die Verschmutzung der Umgebung so gering wie möglich halten will um bei Starkregen keinen Dreck in die Lagune einzutragen. Stimmt, deswegen war ich ja eigentlich hier aber wo ist sie denn nun? Sie. Weißt mir den Weg zu einer Grotte. Ein dunkles, mit Wasser gefülltes Loch. Beim anbaden ist das Wasser gefühlt eiskalt! Erst mit der aufsteigenden Sonne erkenne ich das türkiesblaue Kleinod. Fische schwimmen ebenfalls im Glasklaren Wasser und von Minute zu Minute bin ich der Frau dankbarer dass sie fleißig Laub fegt um diesen einzigartigen Ort zu erhalten.
Durch die Mittagshitze geht es nach Samaná. Kenner fragen sich jetzt - der Stadt oder der Halbinsel? Über eine Panoramastraße verschaffe ich mir einen Überblick zum Golf von Samaná. Hier paaren sich im Frühjahr bis zu 2000 Wale. Jetzt ist es einfach nur dunstig und wenn ich mit kaltem Wasser heute schon Übung habe nutze ich das für eine Wanderung zum Wasserfall ‚El Limon‘. Der wohl Bekannteste auf ganz Hispañola. Schnell wird klar hier ist nur ein kurzer Zwischenstop. Touristen lassen sich von Maultieren zum Wasserfall tragen, machen Fotos für Instagram und verschwinden wieder. So auch ich. Nach einem kurzen Bad entscheide ich mich lieber noch einmal eine Stunde Weiter zu fahren und in ein wirkliches Paradies abzutauchen. Es heißt seit die Straße nach El Valle asphaltiert sei ist es dort nicht mehr so einsam. Doch bei zwei Badenixen und einer Gruppe Einheimischer beim Volleyballspiel kann ich zum Abend wahrlich von einem kleinen Paradies sprechen. Czytaj więcej
Playa Fronton
12 grudnia 2025, Republika Dominikany ⋅ ☀️ 27 °C
So langsam komme ich zum Ende meiner Reise durch die Dominikanische Republik. Als wäre es das große Finale hat die Halbinsel Samana alles zu bieten was dieses Land ausmacht. Panoramaberge, feine Sandstrände, freundliche Menschen. Ok - schöne Städte suche ich auch hier vergebens. Für den Vormittag habe ich mir eine Wanderung an das Ende der Halbinsel vorgenommen. Der Playa Fronton lockt angeblich mit einem schmalen Sandstrand, Palmen und im Hintergrund steil aufragenden Kletterfelsen. Der Weg dorthin führt diesmal nicht übers Boot sondern per Wanderung ganz tief rein in den Nationalpark. Anfangs folge ich noch einer ausgewaschenen Straße. Sie ist das perfekte Beispiel wie abrupt das Geld alle sein kann wenn sich irgendjemand zu viel vom Kuchen in die Taschen einsteckt. Aus dem Feldweg wird ein immer schmalerer Pfad. Irgendwann geht es über Korallenfelsen, umgestürzte Bäume und zugewucherte Wege. Immer wieder flattern vor mir Schmetterlinge durch das Dickicht und interessante Spinnen hängen mir im Gesicht. Der Weg scheint heute nicht oft begangen worden zu sein.
Ich kann das Rauschen des Meeres schon lange hören als der Fels steil abfällt und ich zum Strand hinunter kraxle. Wunderschöne Grotten und steile Felswände auf der einen Seite. Palmen und das Meer auf der anderen. Hier könnte genau so gut auch Robinson gestrandet sein und niemand hätte ihn seinerzeit gefunden. Schließlich ist heute Freitag. Zu Mittag zieht Regen auf. Es wird Zeit in einer der Grotten Zuflucht zu suchen und eine Avocado zu schlachten. Ich brauche noch Platz im Rucksack für eine Kokosnuss für später…
Auf dem Rückweg ist der Dschungel vom Regen geschwängert. Ich brauche nur zu laufen und sofort sind vom Shirt bis zur Hose und den Schuhen alles zum Auswringen patsche nass. Gute Frage wie ich das bis zur Heimreise wieder trocken bekommen soll? Des weiteren ist der Regenwald zum Leben erwacht. Ein paar Bauern treiben ihre Pferde. Ich frage einen von ihnen nach einem direkten Weg zurück zu meinem Ausgangspunkt. Darauf führt er mich quer durch zwei Bananenplantagen und komme tatsächlich auch an, doch ein wenig nachdenklich stimmt es mich schon. Auf die Frage was denn die Bananen in einem Naturschutzgebiet machen zuckt er mit den Schultern. Ist ja kein Nationalpark… Wieder einmal zeigt sich dass jeder macht was er will nur nicht was er tun oder lassen sollte. Czytaj więcej











































































































































































