Shanti-Town
June 7, 2024 in the United States ⋅ ☁️ 8 °C
Heute tranken wir einen Kaffee und holten gespannt unsere WIldcam zurück. Leider war nichts darauf zu sehen. Ein weiterer Leerlauf.
Also fuhren wir weiter. In Glennallen holten wir uns je einen doppelten Espresso und schwebten in Erinnerungen vom Frühling. An genau dieser Tankstelle hatten wir damals schon angehalten. Als wäre es gestern (und ca. 60 Grad Celsius kälter) gewesen.
Nach dem Kaffee fuhren wir zum Visitor Center, damit wir uns erkundigen konnten, ob wir einen Bärencontainer oder einen Permit benötigen, um unsere Wanderung in McCarthy machen zu können. Leider wusste die Dame am Schalter wirklich NICHTS. Sie wies uns auch darauf hin, dass es wegen eines Erdrutsches zu ca. 1h Verzögerung kommen würde, aber glücklicherweise war auch das nicht der Fall.
Wir fuhren vom Visitor Center zunächst nach Chitina (wir fanden immer noch keinen „Where the hell ist Chitina-Aufkleber für unseren Camper :-( ) und assen unser Frühstück/Mittagsessen, ehe wir uns auf die berüchtigte McCarthy Road wagten. Überall steht über diese Strasse nichts Gutes und man wird aufs härteste eingeschüchtert. Wir haben diese Strasse jedoch schon mehrmals befahren und wussten: So schlimm ist es auch wieder nicht.
Ich fand sogar unsere geliebte „CD“, welcher wir vor 6 Jahren gespannt gefolgt sind und verschiedenen Stellen der McCarthy Road beschreibt. Es ist wirklich unterhaltsam und empfehlenswert. Man lernt eine Menge darüber, weshalb und unter welch widrigen Umständgen (Temperaturen bis -60Grad!) man diese Strasse bzw. Eisenbahnroute damals gebaut hatte. Die Menschen waren damals wesentlich härter im Nehmen als die heutigen Generationen! RESPEKT!
Nach ca. 2h kamen wir in McCarthy an, wo mich ein freundlicher Einwohner ca. 30min lang über McCarthy, sein tolles „Shantileben“ hier und einfach alles auf den neusten Stand brachte. Es war unterhaltsam. Er besitzt offenbar ein Haus in McCarthy und eines an einem der wirklich soooo idyllischen Seen. Ich habe ihm gesagt, „We already were talking about which motherfuckers live at these fantastic places“ Wirklich, man kann nicht anders als eifersüchtig sein. Die Orte hier sehen aus, als würde die Welt nichts Böses beinhalten und Fuchs und Hase sagen sich tagtäglich friedlich Gute Nacht.
Wir fanden schlussendlich den ersten nicht kostenfreien Campground und parkten unser Fahrzeug an einem Platz in der Nähe der Gletscherzunge.
Was ich sagen muss. Wer in McCarthy wohnt muss sehr extrovertiert und „shanti“ sein. Ich weiss nach dem Einchecken beim Camping bereits zwei ganze Lebensgeschichten und wohl den halben Dorftratsch.. ;-) „I’m not talking politics - I’m talking Smalltown“
Geparkt, packten wir unser Fotozeug, den Bärenspray und eine Flasche Wasser, sprayten uns mit Mückenspray ein und marschierten los.
Alle hatten uns mitgeteilt, dass es einen Bus zu den ehemaligen Mine in Kennicott gibt, aber ich habe ALLEN mitgeteilt: NEIN, WIR WANDERN HIN UND ZURÜCK!“. Ich meine, so weit ist eine Distanz von 8km pro Weg nicht.. Wenn die Amerikaner so dermassen gottesehrfürchtend sind, sollten sie sich vielleicht mal ein bisschen dankbaren zeigen und froh sein, dass „Gott ihnen zwei funktionierende Füsse“ geschenkt hat..
Jedenfalls, wir haben unsere total um die 18km mit einer Abmarschzeit nach 17.00h gut gepackt. In Kennicott haben wir kurz einen Durchgang durchs Dorf gemacht und sind dann zurück ins Dorf nach McCarthy marschiert. Dort haben wir im Golden Saloon noch ein Bier getrunken, einfach, damit wir sagen können, dass wir das getan haben. Es handelt sich um einen uralten Bierschuppen. McCarthy ist gemäss unserer CD-Erzählung ein Dorf neben einer Kupfermine, wo damals keinerlei Gesetze in Sachen Alkohol und käuflicher Liebe geherrscht haben, also muss man doch mal dort *einkehren“ ;-).
Zurück beim Camper haben wir uns einen Apero zubereitet uns uns köstlich über die benachbarten Neo-Camper amüsiert, welche mit Kopfnetzen rumgerannt sind.. Ich meine, ein bisschen Mückenmittel hätte ihr Problem auch gelöst und wesentlich weniger lächerlich ausgesehen. Das Mückennetz ist nunmal wirklich die letzte Lösung bei Mücken..Read more


















Traveler
😆wow
Traveler
Mimi
TravelerWenn der Camper fast so breit ist wie die Brücke und man etwas Höhenangst hat, ist diese uralte Brücke nicht so toll😉