• Was zur Hölle?!? Ihr Freaks!!!

    June 9, 2024 in the United States ⋅ ☁️ 17 °C

    Heute sind wir relativ früh von McCarthy losgefahren, weil wir befürchteten, dass die Strasse gegen Mittag stärker befahren sein würde und es durch die engen Verhältnisse mühsam werden könnte.

    Wir hatten Glück und es hatte nicht allzu viel Verkehr. Auch die Schlaglöcher schienen weniger geworden zu sein.

    Nach rund 2h hatten wir das Ende der McCarthy Road erreicht und fuhren weiter in Richtung Tok. Unterwegs hielten wir kurz an unserem Schlafplatz von vor ein paar Tagen an und ich holte mir trotz Mückenmittel gleich mehrere gigantische Mückenstiche. Die Biester wollten mich so richtig aussaugen und hielten sich mit ihrem Gift nicht zurück. Jedenfalls schwellten meine Handgelenke in Windeseile schön dick an.

    Später assen wir in Glennallen die Reste vom gestrigen Abendessen, holten uns einen Espresso und tankten unser Fahrzeug für viel Geld auf.

    Für heute hatten wir lediglich geplant, so weit wie möglich in Richtung der kanadischen Grenze zu gelangen. Bei der Nabesna Road machten wir einen Abstecher und hofften, unterwegs etwas Spannendes zu sehen. Nur wenige Kilometer nach dem Parkeingang sahen wir bereits einen Elch flüchten. Das war aber auch alles und so fuhren wir doch wieder aus dem Park raus und suchten uns eine andere Übernachtungsmöglichkeit.

    Wir fanden diese ein paar Kilometer vor Tok. Wir waren vom vielen Fahren müde und genervt und wollten einfach nur noch ankommen und so parkten wir unseren Camper entlang des Flusses „Little Tok“.

    Beim Parken flog ein gigantischer Adler weg. Schade, konnte ich kein Foto mehr von ihm machen. Ich glaube, er war noch grösser, als es die Weisskopfseeadler sind.

    Nun sitze ich hinten auf unserer Aufgangstreppe und schreibe die heute leider eher dürftigen Erlebnisse nieder. Neben dem Parkplatz sind dutzende Schilder mit „No trespassing“ und aus dem Wald dahinter ertönen wirklich sehr merkwürdige Geräusche. Wir sind echt unsicher, ob es sich um Tiere oder um Menschen handelt, welche Tiere anlocken und jagen wollen. In unseren Vorstellungen rennen irgendwelche Hinterwäldler mit Tomahawk-Beilen rum und holen sich ihre Beute (oder demnächst uns). In unseren Gedanken spielen sich jetzt schon Horrorfilme ab, wie sie es uns auf uns abgesehen haben. Das wird ja eine entspannte Nacht hier..

    Ok.. inzwischen sind wir von diesem Ort geflüchtet. Nachdem Simi seine Drohne gelandet hatte, haben wir kurz die Umgebung angeschaut und wir sind geschockt! Im Fluss liegt eine LEICHE! Ich weiss nicht, WAS es ist. Hund, Elch..? Jedenfalls wurde das Tier gehäutet, es wurde geköpft und ihm wurden die Füsse/Pfoten/Klauen abgeschnitten. Vermutlich ist bzw. war es ein wunderschöner, armer Puma. Welcher Psychopath tut sowas?!?! Rund um das Tier wickelten sich seine eigenen Därme. Es sah wirklich aus wie im Horrorfilm und ich bin sicher, mein Gehirn wird daraus nachts eine super Geschichte basteln, die mir das Blut in den Adern gefrieren lassen wird.

    Am neuen Ort gefällt es uns super. Wir haben beide nochmals die Drohne steigen lassen. Simi wegen dem Sonnenuntergang, ich, weil ich mit dem Feldstecher einen Elch gesehen hatte und schauen wollte, ob es weiter hinten noch mehr gibt. Mein Herz ging auf, als ich einen Elchbock in einem See planschen sah. Sowas wollte ich schon lange mal sehen. Wirklich sehr süss! Die Landschaft hier ist echt schön und ich kann verstehen, weshalb es hier so viele Elche gibt. Es ist traumhaft!

    Inzwischen sind wir längst in unseren Camper geflüchtet. Die fiesen Stechbiester wurden von Minute zu Minute zahlreicher und so auch unsere Mückenstiche. Ich danke derjenigen Person, welche das Mückennetz erfunden hat. Unsere ganze Türe und alle Fenster sind regelrecht übersät mit Mücken, welche sehnlichst davon träumen, unser ganzes Blut auszusaugen. Kleidung hilft da nichts, sie stechen einfach durch, schliesslich haben sie einen um die 1cm langen Stechrüssel.

    Ich glaube, ich muss meine Träume, irgendwann im schönen, freien Alaska zu wohnen begraben. Diese Dinger monatelang ertragen zu müssen scheint mir ein schwerwiegendes Argument dagegen zu sein. Und natürlich die winterliche Kälte und die Plumpsklos, die man abseits der Städte unweigerlich auch zuhause hätte.
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