Top of the world highway
June 10, 2024 in Canada ⋅ ☁️ 21 °C
Dank meiner „Tuch-Technik“ konnten wir heute relativ lange schlafen. Ich war etwas geschockt, als ich auf die Uhr schaute und es war um die 09.00h.
Ich kochte uns heisses Wasser auf, damit wir vor dem Losfahren einen der fürchterlichen Kaffees trinken konnten, mit unserem letzten Wasser.
In Tok tankten wir und liessen endlich unser Abwasser ab. Es war höchste Zeit, heute kam das Wasser von der Dusche schon aus dem Küchenausfluss :-O Wir nutzten den schönen Moment beim WC-Wasser entleeren, um einen Schwatz mit einem pensionierten Floridianer zu halten. He’s living the dream und ich mag es ihm gönnen. Wer das ganze Leben lang gearbeitet hat, hat von mir offiziell keinen Neid verdient, sondern ein Schulterklopfen.
Nach dem Einkaufen brachen wir auf in Richtung Haines Junction, nur um einige Kilometer später zu entscheiden, dass wir doch lieber einen anderen Weg fahren wollen. Das GPS versprach, dass der Top of the world Highway nach Dawson in ca. 4.5h zu schaffen sei. Ok, drehen wir um und fahren in eine komplette andere Richtung. Jede 100 Meilen mehr, kosten uns ja nur um die 60$..
Die Strasse war welliger als ein Ozean bei Sturm, irgendwann hörte der Teerbelag auf und es wurde besser. Wir fuhren höher und höher und höher. Um uns herum nichts als Wald. Kaum ein anderes Fahrzeug kreuzte unseren Weg. Die Strasse war durch den feinen Sandkiesbelag recht rutschig und man konnte kaum bremsen. Teilweise ging es gleich links UND rechts hunderte Meter in die Tiefe. Nichts für schwache Nerven.
Die Strasse führte irgendwo ins Nirgendwo. Nach 100 Meilen kam irgendwann die Kanadische Grenze und wir waren nervös, weil wir in Tok frisches Fleisch, Eier und Milch eingekauft hatten und nicht 100% sicher waren, ob dies die Grenze passieren darf.
Die Dame am Zoll kontrollierte unser Nummernschild und kam dann zu uns. Sie fragte, wie lange wir so bleiben werden, wann wir Kanada endlich wieder verlassen und „What happens/ed to your camper?!?“. Simi erstarrte, weil er meinte, durch die wellige Strasse hätten wir uns eine riesige Delle oder ähnliches eingefangen. Er hatte verstanden „What happenED to your camper?!?“. Zum Glück hatte ich eine andere Frage verstanden und so konnte ich ihr versichern, dass das Fahrzeug natürlich in Whitehorse zurückgegeben wird. Ich musste so lachen ab dem Missverständnis :-P
Die Weiterfahrt bis Dawson dauerte nochmals für immer. Nach ca 7h statt ca. 4.5h, wie von Google Maps anfänglich geschätzt, kamen wir bei einer Fähre an, welche uns über einen Fluss nach Dawson bringen sollte. Wieso eine Brücke bauen, wenn man auch eine teure Fähre (für Nutzer kostenlos) betreiben kann? Dawson, die Goldgräberstadt (auch bekannt aus einer Folge von die drei ???) scheint es sich leisten zu können.
Und so tuckerten wir einige Minuten später über den Fluss und fuhren auf einen kostengünstigen Campingplatz. Eigentlich wollten wir irgendwo einfach parken und kostenlos parken, aber das Wetter schien weiter hinten schlechter zu werden und so entschieden wir uns, umgehend zu halten und das Wetter zu geniessen.
Hinter mir knistert nun in der endlosen Helligkeit des Nordens ein Feuer, Simi klimpert auf der Gitarre unser neues Lieblingslied „Landslide“ von Fleetwood Mac und ich schwelge in Erinnerungen an die letzten Stunden und Tage.
Morgen wollen wir in Richtung Tombstone aufbrechen. Mal schauen, ob man etwas sehen kann von der Strasse aus. Leider sind die Zeltplätze IM Park bis Ende Juni geschlosssen.Read more










