• Bollywoodfarben

    April 10, 2025 in Chile ⋅ ⛅ 3 °C

    Am frühen Morgen fuhren wir in den Nationalpark von Torres del Paine. Wir schafften es, Marc schon jetzt das erste Mal auf die Palme zu bringen..

    Wie immer rasten wir mit dem Auto hinterher. Bei einem Parkplatz, der ziemlich voll war, öffnete er sein Fenster und zeigte mit ausgestrecktem Arm und Zeigefinger darauf. Wir deuteten dies als „parkt hier, ich schaue mich weiter vorne noch kurz um“. Nach einer Weile kam er zurück düste auf uns zu. „Was zur Hölle macht ihr?!? Ihr sollt mir doch folgen! Ich wollte euch nur mit dem Finger zeigen, wie viele Touris sich da versammeln..“ wir sahen uns alle an und waren uns einig, dass wir alle sein eindeutiges Fingerzeigen als „hier parken“ gedeutet hätten.

    Wir fuhren weiter zum richtigen Punkt, wo es einen See gab, in welchem sich die allseits bekannten Berge von TdP spiegelten.

    Als das gute Licht verschwunden war, düste Marc davon und zurück zum Hotel, auch wenn noch nicht mal alle zurück bei ihren Autos waren..

    Im Hotel gab es ein zweites Frühstück (wir müssen doch Pins Kalorienzufuhr beibehalten) und dann 4h Pause.

    Simi und ich waren bereit für einen kurzen Spaziergang durchs „Dorf“, als Jason und Heli-Mark auftauchten und meinten, wir sollten doch mitkommen. Sie würden auf dem Hügel die Drohne steigen lassen. Unser Equipment war leider im abgeschlossene.n Auto und somit unzugänglich, aber wir gingen trotzdem mit.

    Es gab nicht viel zu sehen und so gingen wir einen Akku später wieder zurück. Nachdem ich Freundschaft mit einen Fohlen gemacht hatte, legten Simi und ich uns nochmals hin. Für den Nachmittag war eine anstrengende Wanderung angekündigt und wir wollten fit sein dafür.

    Um 14.00h war Abfahrtszeit für die ganze Gruppe. Wir fuhren in Richtung Lago Grey, wo es Mittagessen gab. Auf dem Menü gab es alles, was man vor einer Wanderung nicht essen sollte.

    Einige assen Pizza mir Extrakäse, ich entschied mich für Empanadas, welche jedoch vor Fett nur so trieften. Ich hätte auch eine komplette Packung Frühlingsrollen essen können…

    Direkt nach dem Essen ging die Wanderung los und sie war echt steil! Matt und Jason gaben auf halber Höhe auf. Bei beiden war ich dennoch positiv überrascht, dass sie es überhaupt so weit geschafft hatten. Matt mit seinen 77 Jahren.. und der arme Jason mit seinem Asthma. Er kam nach Luft ringend an und zog intensiv an seinem Asthmaspray.

    Für uns anderen ging es weiter bergauf. Um fair zu sein, die Aussicht war sensationell und die Herbstfarben traumhaft. Dennoch grauste es mir vor dem Abstieg.

    Das erste Mal wurde ich ziemlich wütend, als Ben noch am Fotografieren war und Marc ihm und mir sagte, wir müssten nun sofort gehen. Wenn wir nicht mit ihm gehen würden, seien wir auf dem unmarkierten, unwegsamen und unübersichtlichen Weg auf uns alleine gestellt - und weg war er.

    Irgendwie fanden wir ihn und die Gruppe dann doch wieder. Die anderen nahmen nochmals ihre Kameras mach vorne, weil die Konditionen wirklich, wirklich toll waren. Ich wollte nur noch runter und sagte Simi, ich würde gerne schon mal vorgehen, weil ich vermutlich die langsamste sein würde, aber wir fanden Marc nicht, um ihm dies mitzuteilen.

    Plötzlich waren dann wieder alle vor mir und wie erwartet, schneller als ich. Nun war ich echt super genervt! Es hätte diverse gute Fotogelegenheiten gegeben, welche die anderen in Anspruch genommen haben. Ich ging zu Marc und teilte ihm mit, dass ich schon mal vorgehen würde.

    In solchen Situationen kann ich über mich hinauswachsen. Ich schaffte es tatsächlich, diesen langen, steilen, rutschigen Weg -nicht zu vergessen im Dunkeln mit Stirnlampe -als erste und sogar ohne Verletzung (ich wäre nur 1x fast zu Tode gestürzt) hinter mich zu bringen. Was für eine Erleichterung!

    Wir gingen ein letztes Mal essen und fuhren dann zurück zum Hotel. Team Bad gönnte sich zum Abschluss im Hotel nebenan eine letzte, gesellige Runde.
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