• Thank god for 4x4

    September 9, 2025 in the United States ⋅ ☁️ 8 °C

    Als ich heute Morgen aufgewacht bin, hatte ich keine Ahnung, was mich heute noch erwarten würde..

    Zunächst wusste ich nicht, ob ich nun aufstehen und auf einen tollen Sonnenaufgang hoffen sollte. Es war jedoch so kalt im Camper, dass ich mich einfach nicht aus dem Bett quälen konnte. Irgendwann stand ich doch auf, machte Kaffee und heizte das Wasser auf, damit wir endlich mal duschen können.

    Nach dem Frühstück fuhren wir rasch los in Richtung Fairbanks, wo wir nochmals tanken und einkaufen wollten, bevor wir den Dalton Highway in Angriff nehmen würden. Nach dem Einkaufen wollten wir noch kurz eine Pizza essen, jedoch dauerte es eine Ewigkeit, bis diese fertig war, weshalb auch immer. Sie hatten weder viele Gäste, noch Take Aways..

    Nach dem Essen dumpten wir an irgendeiner abgelegenen Tankstelle, füllten unser Gas und Tank auf und los gings. Bis der Dalton Highway anfing dauerte es eine gefühlte Ewigkeit und die Strecke war ziemlich langweilig. Irgendwann fing er doch noch an und war auch nicht sonderlich spannend. Wir hatten im Kopf, dass diese Strasse ziemlich schwierig zu fahren ist (man kennt sie aus Icefield Truckers oder wie das heisst), aber sie schien völlig in Ordnung zu sein.

    HA, das dachten WIR anfangs. Es kamen uns immer wieder völlig verdreckte Fahrzeuge entgegen und wir wussten nicht, weshalb. Alles war trocken und schön zu fahren. Doch plötzlich änderten sich die Strassenverhältnisse schlagartig. Aus ein paar kleinen Schlaglöchern wurden „Grand Canyons“, gepaart mit welligen Bereichen, doch dann kam das Schlimmste: MATSCH!

    Mein Gesichtsausdruck wurde laufend finsterer und ich verfluchte uns, dass wir uns für diese Strasse entschieden hatten. Es war matschig, rutschig und die Strasse hatte tiefe Matschfurchen. Man sollte vielleicht noch erwähnen, dass es aktuell trockenes Wetter war und für die nächsten 2 Tage Dauerregen angekündigt war. Hätten wir gewusst, wie sich die Strassenverhältnisse entwickeln würden, wir wären wohl nicht dorthin gefahren. Irgendwann sass ich nur noch mit den Händen vor den Augen auf dem Beifahrersitz und überlegte mir, ein kurzes Stossgebet in Richtung Himmel zu richten.

    Ach ja, die Strasse hat echt steile Passagen! Ich weiss nicht, wie all die Trucks das schaffen. Irgendwo hatten wir Glück und wir konnten neben einem steckengebliebenen Truck vorbeifahren. Hätte es in dem Moment Gegenverkehr gehabt und wir hätten anhalten müssen - wir wären definitiv steckengeblieben!

    Irgendwann kamen wir zum Arctic Circle, wo wir natürlich vor dem Schild posieren mussten. Leider wurden wir noch eine Weile aufgehalten von australischen Seniorinnen, welche ihre Freude an unserem dreckigen Camper hatten und ihn unbedingt fotografieren wollten. Wenigstens hatte ich so genügend Zeit, um festzustellen, dass sich eine Befestigung von diesen Stelzen am Camper gelöst hatte und nach unten gerutscht war. Wenn er irgendwann den Boden erreicht hätte, hätte es den Camping-Aufsatz vermutlich kaputtgemacht.. Gekonnt drehten wir das Bein zurück und fuhren irgendwann endlich weiter.

    Nach weiteren bangen ca. 60min bzw. ca. 9.5h seit Start kamen wir endlich beim Campingplatz an. Er ist ganz in der Nähe von Coldfoot, wo wir auf einer Fototour im Februar 2024 schon mal waren. Auch dieser Ort ist bekannt aus dieser Truckersendung.

    Der Campingplatz war zum Glück beinahe leer und wir konnten aus zig Plätzen aussuchen, welchen wir wollen. Nun müssen wir nur noch hoffen, dass das Wetter, entgegen ALLER Wettervorhersagen nicht zu 100% scheisse sein wird in den nächsten zwei Tagen.

    Ach ja, unser Auto ist ja so lustig. Kaum bogen wir in den Campground ab: „AdBlue nachfüllen in 800km“ Zum Glück waren wir vorausschauend und haben das Mittel bereits besorgt. Hier hinten im Nirgendwo könnte es schwierig oder nur äusserst teuer zu besorgen sein und 800km-Limite sind für uns AdBlue-technisch ausser Reichweite.. wirklich nervig ist: in Dawson zeigte das Auto um die 3’200km Restreichweite und wir sind noch keine 2‘000km gefahren seither. Vermutlich war das 4x4-Fahre nicht wirklich förderlich..
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