F.O.M.O
September 21, 2025 in Canada
Als wir aufwachten war erneut gut zu hören, dass es draussen regnete. Wir konnten uns kaum aus dem Bett zwingen, weil es 1. kalt war, 2. regnete und 3. dies alles an unserem zweitletzten Tag.. Irgendwann konnte sich doch jemand von uns aufraufen, um die Heizung einzuschalten und Kaffeewasser aufzusetzen.
Nach dem Kaffee spielte Simi noch eine Weile Gitarre, ich versuchte, Fotos in meinen Bericht zu laden und schwelgte in Erinnerungen.
Gegen 11.00h fuhren wir doch mal los, um nochmals die Gegend auszukundschaften. Gegen Mittag hielten wir irgendwo an und beschlossen, die Reste von gestern zu essen, weil es sowieso bedeckt war und der Nieselregen uns jegliche Fotosituation versaute. Kaum sassen wir im Camper fing es so richtig an zu regnen.
Nach dem Mittagessen fuhren wir weiter und die Wolken lichteten sich ein bisschen, sodass wir wenigstens halbwegs was sahen. Plötzlich kam sogar die Sonne zum Vorschein und bei einem See sah ich einen Elch stehen. Leider hielten wir wohl etwas zu rasant an und ich knallte die Türe zu laut, sodass er sich verzog, bevor ich ein Foto schiessen konnte.
Naja, fahren wir weiter und weiter, bis zum Dead End. Die Gegend wurde wirklich interessant Die Herbstfarben mit dem unsteten Wetter bildeten eine schöne Kombination. Als wir kurz vor der Wolfram-Abbaustelle waren, kehrten wir um, weil wir nicht wussten, ob wir weiterfahren dürfen oder nicht nach diesem Dead End-Schild.
Auf dem Rückweg machten wir einige Stops. Die Sonne bahnte sich ihren Weg durch Wolken und Regen und verzauberte die Gegend in eine schier unwirkliche Kulisse. Es sah einmalig aus!
Irgendwann zogen doch wieder mehr Regenwolken auf und wir machten uns auf den Weg zurück zur „normalen“ Strasse. Beim Campingplatz luden wir noch das Holz aus, welches wir am Vortag eingepackt hatten, in der Hoffnung, heute auf dem Campingplatz ein schönes Lagerfeuer mit trockenem Holz machen zu können, dann fuhren wir weiter.
10km später sahen wir ein riesiges Gewitter vor uns aufziehen. Es muss eine Art Superzelle gewesen sein. Der Himmel wurde dunkler und dunkler und man sah, wie sich der Regen bereit machte, um aus der Zelle zu platzen. Echt toll, wenn man feststellt, dass das Zentrum des Unwetters genau oberhalb der Strasse liegt.
Wir waren etwas unsicher, ob weiterfahren die richtige Entscheidung ist, aber wir wollten uns für morgen einen kleinen Vorsprung verschaffen, damit wir nicht 10h fahren müssen. Vor uns fegten starke Winde über den Weg, die Bäume biegten sich und die Blätter flogen uns um die Ohren. Wir fühlten uns wie in einem „Twister-Film“. Es regenete plötzlich in Strömen und blitze immer wieder superhell vor uns. Ich glaube, ich habe selten so einen riesigen Blitz gesehen.. Ich schielte rüber zu Simi, der ein irres Grinsen im Gesicht hatte. Vermutlich hatte ihn der schiere Wahnsinn überfallen, nachdem er die erste Schockstarre überwunden hatte.
Irgendwann schafften wir es wohl durch den gröbsten Teil und es regnete nur noch in Strömen. Ab und zu sahen wir es blitzen (es leuchtete violett, weshalb auch immer..), aber wir fühlten uns langsam doch wieder sicher.
Nach ca. 1.5h kamen wir endlich am Ende der Strasse an und konnten unseren Camper parkieren. Wir hatten es geschafft!Read more






