• Vancouver - tiefere Einblicke

    February 9 in Canada ⋅ 🌧 6 °C

    Den Rest unserer Zeit in Vancouver verbringen wir - auch wetterbedingt - damit, die Innenstadt noch etwas genauer zu erkunden. Wir laufen viel, treiben durch verschiedene Viertel und bekommen ein immer klareres Bild der Stadt. Gastown ist dabei der markanteste Kontrast. Das älteste Viertel Vancouvers wirkt mit seinen Backsteinhäusern, Kopfsteinpflasterstraßen und alten Straßenlampen fast ein bisschen aus der Zeit gefallen. Wahrzeichen ist die berühmte Dampfuhr, die Dampf ausstößt und stündlich pfeift - eigentlich mehr Show als Technik, aber trotzdem ein Anziehungspunkt. Zwischen Souvenirshops, Galerien, Cafés und Bars spürt man hier viel Geschichte, denn genau hier begann Vancouver im 19. Jahrhundert als kleine Hafensiedlung rund um „Gassy Jack“.

    Von dort geht es weiter Richtung Waterfront. Der Blick auf den Hafen und die Berge im Hintergrund. Man merkt schnell, wie unterschiedlich die Stadt auf engstem Raum sein kann. Gleichzeitig sind wir auch etwas geschockt. Vancouver zeigt nicht nur seine schöne Seite. In manchen Gegenden liegen Licht und Schatten extrem nah beieinander. Ein guter, gepflegter Block geht fast nahtlos in einen sehr schwierigen über. Die Obdachlosigkeit und die offene Drogenszene sind deutlich sichtbar, Menschen wirken verloren, manche Straßen fühlen sich bedrückend an. Es ist kein Gefühl von akuter Gefahr, eher ein bedrückendes Beobachten, wie präsent soziale Probleme hier sind und wie stark sie das Stadtbild prägen.

    Mit all diesen Eindrücken verabschieden wir uns vorerst von Vancouver. Eine Stadt mit spektakulärer Lage zwischen Meer und Bergen, mit viel Natur direkt vor der Haustür, aber auch mit harten Gegensätzen. Unser nächster Stopp wartet schon auf uns.
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