• Halifax

    October 6 in Canada

    Von Cape Breton fahren wir weiter nach Halifax. Nach den vergangenen Tagen in den Wäldern und an der Küste ist es zwar wieder ein ziemlicher Kontrast, aber Halifax wirkt auf uns deutlich entspannter als die großen Städte, die wir zuletzt besucht haben. Die Stadt liegt direkt am riesigen Naturhafen, der seit Jahrhunderten das Zentrum von Halifax prägt. Entsprechend führt unser erster Weg natürlich ans Wasser.

    Die Halifax Waterfront zieht sich über knapp vier Kilometer entlang des Hafens und ist wahrscheinlich der beste Ort, um einen ersten Eindruck von der Stadt zu bekommen. Dabei wird auch deutlich, wie eng Halifax mit dem Meer und seiner Geschichte verbunden ist. Der Hafen war einer der entscheidenden Gründe für die Gründung der Stadt im Jahr 1749 durch die Briten.

    Nach unserem Spaziergang geht es schließlich hinauf auf den Citadel Hill. Schon von unten ist die Festung kaum zu übersehen. Die Lage auf dem Hügel ist nicht zufällig gewählt: Von hier oben hat man einen hervorragenden Überblick über die Stadt und vor allem über den gesamten Hafen.

    Was heute wie eine einzige historische Festung aussieht, ist tatsächlich bereits die vierte Citadel, die hier gebaut wurde. Die erste Befestigung entstand kurz nach der Gründung von Halifax im Jahr 1749. Danach wurde die Anlage mehrfach neu errichtet, weil sich die militärische Bedrohung und vor allem die Anforderungen an moderne Festungen änderten. Die heutige, sternförmige Festung entstand zwischen 1828 und 1856 und wurde aus Stein wesentlich dauerhafter gebaut als ihre Vorgänger.

    Interessanterweise musste die Citadel ihre eigentliche Feuertaufe nie bestehen: Obwohl sie über mehr als 150 Jahre eine wichtige Rolle bei der Verteidigung spielte, wurde sie niemals angegriffen. Dafür war sie lange Zeit tatsächlich ein lebendiger Militärstandort. Heute ist sie deshalb fast wie ein riesiges Freilichtmuseum.

    Wir laufen über die alten Befestigungsanlagen, durch die Innenhöfe und entlang der Mauern. Besonders schön ist, dass die Geschichte nicht nur über Schilder vermittelt wird: Parks Canada arbeitet mit sogenannten Living History-Programmen, bei denen Darsteller in historischen Uniformen auftreten und das Leben der Garnison im Jahr 1869 zeigen.

    Und dann gibt es noch eine Tradition, die bis heute fortgeführt wird: die Noon Gun. Jeden Mittag wird auf der Citadel eine Kanone abgefeuert – eine Tradition, die mindestens bis 1856 zurückreicht.
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