Bistari, Bistari - High Camp, 5800 m
March 31 in Nepal ⋅ ☁️ -8 °C
Bistari, Bistari war das Motto des Tages - steht für nepalesisch "langsam, langsam".
Aber das sind wir ja ja schon gewöhnt - konnten uns die letzten Tagen immer wieder daran gewöhnen.
Heute wahrscheinlich die längste - und anstrengendste Etappe im Aufstieg, von 4900 m aus Khare heraus auf 5800 m ins Mera High Camp, das sind 936 Hm auf ca 4,4 km.
Die ersten 500 Hm kannten wir ja von gestern zum Mera La. Deepak ist auch schon eine Stunde früher los gelaufen, um nicht allzu spät am High Camp anzukommen. Ash und ich sind um 7 gestartet - und waren neben Deepak und einigen Trägern die ersten auf dem Trek.
Auch interessant - die Träger bringen die wichtigsten Sachen nach oben ins High Camp, trinken kurz was und steigen wieder ab - nur um morgen dann wieder hoch zu kommen, um unseren kritischen Kram (wie Schlafsack usw.) wieder nach unten zu tragen.
Die erste ca 1 Stunde war ziemlich frisch, da die Sonne noch hinter dem Bergrücken war und wir im Schatten aufgestiegen sind. Damit war der Boden auch komplett gefroren und an vielen Stellen noch voller Eis - "Blue Ice".
Kurz vor dem Base Camp ist sie dann doch per den Bergrücken aufgebrochen und es wurde direkt wärmer.
Am Base Camp auf 5200 m haben wir auch Deepak eingeholt und haben die kurze Pause direkt als "Crampon Point" genutzt.
Danach ging es ja ins Schneefeld.
Am Mera Peak und dann immer in Richtung des "Schwarzen runden Felsens" hinter dem das High Camp liegen soll.
....aber irgendwie ist der nicht näher gekommen.
Kurz nach dem Mera Pass sind uns auch die ersten Trekker von oben entgegen gekommen - zum Teil ein paar wahnsinnige dabei. Der Pakistani mit seiner amerikanischen Freundin und seinem lokalen Bergführer haben denn Gipfel noch gestern Nachmittag gemacht - wir hatten sie ja noch am Base Camp getroffen. Sie waren über 11 Stunden unterwegs.
Für uns hat sich der Weg dann schon noch ganz schön hingezogen - technisch nicht schwierig, aber eben auf 5500-5800 m Höhe dann doch herausfordernd.
Die Luft fehlt einfach und alle paar Schritte musst Du stehen bleiben, um nochmals extra Luft in die Lungen zu pumpen.
Witzig war dann schon auch, dass man jetzt eher die 100er Höhenmeter Marken gezählt hat - und nicht mehr die 1000er - 5500, 5600, 5700, 5800 :-)
Ash war eher ungeduldig, da ich immer die Ansagen zu den Höhenmetern gemacht habe. Er hat praktisch immer direkt nach der letzen 100er Marke nachgefragt, ob wir die nächste schon geschafft haben. Also bei gerade mal 5523 m, ob wir nicht schon bei 5600 m sind.
Fühlte sich schon ein wenig nach Quengeln an - "sind wir nicht endlich da"
Das Wetter hat es für uns ganz gut gemeint - zwischendurch hat mal der Wind aufgefrischt und dann wird es schon sehr schnell, seht kalt - aber Hardshell und Mütze hilft, Handschuhe und Hardshell Hose habe ich sowieso an, so dass wir bisher gut durchgekommen sind.
Würde im Windchill mal so -15 Grad rechnen. Bin schon sehr auf die Nacht gespannt.
Ab ca 5700 m hatten wir dann die ersten grandiosen Ausblicke - Man sieht von hier fünf 8000er in einer Reihe - von Cho Oyu, über Mount Everest, Lhotse, Makalu bis hin zum Kanchenjönga - wirklich beeindruckendes Panaroma.
...und nach gut 5.5 Stunden sind wir kurz nach der 5800er Marke ins High Camp gekommen. Eine Zeltstadt an einem Cliff unterhalb des Mera Peaks. Schon alles sehr einfach gehalten - wie auch anders. Interessant ist auch, dass praktisch alle Guesthouses aus Khare hier ihre eigenen Zelte haben und jeweils einen kleinen Gemeinschaftsraum an den Fels angebaut.
Der Toiletten sind praktisch direkt über den Abhang gebaut - angeblich mit Free Wifi Schild :-) (glaube ich jetzt Mal nicht).
Wir haben sogar einen eigenen Koch - Dawa -hier oben, der immer nach oben kommt, wenn Gäste erwartet werden. Und er hat uns direkt mit heißem Tee und kurz darauf mit einer Wai Wai Türensuppe erwartet :-)
Wir haben beschlossen, dass wir alle gemeinsam in dem Unterstand schlafen, da es wahrscheinlich ein klein wenig wärmer sein dürfte als im Zelt - das Wetter hat heute am späteren Nachmittag noch umgeschlagen und es schneit gerade.
Deepak ist auch etwas ins schlechtere Wetter schon gekommen, da er mit seinem Guide ca 2.5 Stunden nach uns angekommen ist. Ich bewundere ihn wirklich für sein Durchhaltevermögen - er hat sich bis hier oben wirklich durchgekämpft und hat statt 5.5 ca 8.5 Stunden gebraucht. Wirklich sehr tapfer, dass er nicht unterwegs alles hingeschmissen hat.
Wir haben uns soweit eingerichtet, die wärmsten Klamotten angezogen, die wir so haben und werden die Nacht früh einläuten.
Highlight für den Abend war das Popcorn, das uns Dawa gezaubert hat - zusammen mit einer Tomatensuppe.
Heute Nacht soll das Wetter sich zum Guten verändern und wir wollen so gegen 1 Uhr in Richtung Gipfel starten.
Also, Daumen drücken...Read more




























