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Climbing Mera Peak - 6.470 m

Ein 16-Tage Abenteuer von Thomas Weiterlesen
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    🇳🇵 Kathmandu, Nepal

    ...und zurück nach Kothe

    Gestern in Nepal ⋅ ☁️ 5 °C

    ...eigentlich eine einfache Etappe - auch wenn es zwei der ursprünglichen Etappen nach oben auf einmal sind.
    Es geht einfach 1300 Höhenmeter das Hinkutal hinunter. Und diesmal irgendwie ganz anders - da komplett ohne Schnee.

    Leider hat es mich etwas erwischt - hatte tatsächlich die letzten zwei/drei Tage immer schon mit dem Magen zu kämpfen, habe es aber einfach auf die Appetitlosigkeit auf der Höhe geschoben, aber heute ging es mit Essen so gar nicht mehr und der Magen hat auch immer wieder rebelliert. Etwas Cola und Popcorn waren neben viel Wasser das notwendige Treatment.

    Und da damit eine ziemlich niedriges Energie-Level einherging war ich heute mal der "Sweaper", der Besenwagen sozusagen und habe versucht, am Feld dran zu bleiben. Ash und Deepak haben aber auch immer wieder nach mir geschaut und haben freundlicherweise auch mal eine Pause eingelegt.

    So viele Bilder gibt es deshalb heute auch nicht. Highlight war heute praktisch die erste Maultier-Karawane, die wir zur Mittagszeit getroffen haben.
    Und ein paar wilde Ideen, die wir hatten - wollen einen nahegelegenen Gipfel zum Deepak-Peak benennen :-)

    Ich gestehe, dass ich sehr froh war, dass wir nach ca 6 Stunden dann Kothe auch erreicht haben.
    ...und unsere kleine Plan-Änderung kommt mir mittlerweile zu Pass.
    Ash und Deepak haben gestern die Idee eingebracht, dass wir ab Kothe, wo wir eingetroffen sind, einen Heli-Service nutzen, um bereits morgen nach Lukla zu fliegen. Primär getrieben dadurch, dass wir praktisch gar keinen Puffer mehr haben, wenn wir am Samstag abend in Lukla ankommen und am Sonntag nach Kathmandu müssen - unsere Flieger nach Europa gehen alle am Montag. Und zusätzlich soll das Wetter mal wieder schlechter werden - es soll wieder schneien - und damit wieder eine Risiko für alle Flüge.

    Eine Fahrt mit dem Jeep ist dann auch keine Option mehr, wenn am Sonntag irgendwas schief geht.
    Deshalb die Idee, mit dem Heli wieder ein wenig mehr Puffer zu bekommen - und nach dem Tag heute, war das tatsächlich die richtige Entscheidung. Hätte mich die nächsten zwei Tage noch ziemlich quälen müssen.

    Also, so wie es ausschaut, geht es morgen tatsächlich mit dem Heli nach Lukla - hatte ich auch noch nie - und von da aus mit dem Flieger direkt nach Kathmandu.
    ....keep you posted.
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  • Mera Peak, 6470 m - geschafft :-)

    1. April in Nepal ⋅ ☁️ -8 °C

    Heute war es dann wirklich soweit - die Besteigung des Mera Peaks stand bevor.

    Nach einer eher durchwachsenen Nacht Im Gemeinschaftsraum im High Camp - Schlafenszeit ab 18.30 Uhr, Weckzeit gegen 23.30 Uhr, sollte es gegen 1 Uhr nachts losgehen.
    Durchwachsen weil - erst habe ich irgendwie gefroren, obwohl sich gefühlt alles war angefühlt hatte und dann bin ich immer wieder aufgewacht. Denke, dass mich schon auch einige Bedenken vor dem letzten Anstieg gequält haben - wie wird das Wetter final, schaffen wir das wirklich, ist es vielleicht nicht viel zu kalt,....

    Aber half ja nichts - um halb zwölf aufstehen, etwas Tee trinken, etwas Porridge essen (wobei sich bei mir eher die Appetitlosigkeit auf der Höhe bemerkbar macht) und dann die Vorbereitungen treffen.
    Doppelte Socken anziehen, mehrerer Schichten am Oberkörper anziehen, Klettergurt vorbereiten (nur als Sicherungsgerät), eingebunden werden, das wir als Seilschaft gehen bis hin zum Wasser einpacken - was sich aber schwierig erwiesen hat. Dazu nachher noch mehr.

    Wir haben beschlossen, in zwei Seilschaften zu gehen - Deepak mit seinem Austausch-Guide (da unser Hauptguide krank wurde und die Gipfeltour nicht mitgehen konnte) und Ash und ich mit unserem Assistant Guide Tanzi.
    Deepak und sein Guide sind so gegen 0.45 Uhr gestartet, wir dann gegen 1.00 Uhr nachts.

    Das Wetter hat komplett aufgeklart, um 1 Uhr keine Wolken mehr und auch kein Schneefall und auch nahezu kein Wind - also, es geht los.

    Es war natürlich stockdunkel und unsere Stirnlampen haben die Nacht erhellt.
    Vor uns hatten wir ca 670 Höhenmeter - und ca 6 Stunden Gehzeit.

    ...und wenn ich ehrlich bin, war das schon auch hart. Du gehst im Stockdunkeln den Berg hoch, die Steigung wird immer härter, es war a....kalt und ab ca. 6000 m - ab so gegen halb drei beginnt auch noch ein wirklich bescheidener Wind, der an Dir zerrt.
    Die Temperatur lag bei ca. -15 Grad, mit Windchill dann bei ca. -25 Grad. Nach und nach sind unsere Flaschen mit Wasser am Rucksack eingefroren.
    Ash hat immer mehr über seine eiskalten Hände geklagt - er hatte "nur" feste Fingerhandschuhe dabei und die waren im Vergleich zu meinen Daunen-Fäustlingen die wahrscheinlich deutlich schlechtere Wahl.
    Ich hatte wirklich Glück mit meiner Ausrüstung - wind- und wasserabweisende Skitourenhose inkl. einer Thermolaufhose darunter, mehrere Schichten am Oberkörper mit einer dicken Daunenjacke und natürlich die festen Handschuhe haben sich bewährt.
    Als Rückfall Option hätte ich noch eine windabweisende Hardshell für über die Daunenjacke dabei gehabt, die ich aber gar nicht gebraucht habe - ist schon interessant, man überlegt intensiv, ob man stehen bleibt, im Rucksack kramt, eine Jacke drüber zieht und damit währen der Zeit erst einmal auskühlt oder ob der Effekt größer ist :-)

    Wirklich schwierig - wohl auch für Ash als wir uns danach ausgetauscht haben - war die Zeit zwischen 6000 und 6300 m Höhe, also so zwischen halb drei und fünf.
    Es war kalt, man hat jedes kleine Zipperlein (kleines Unwohlsein im Magen, Anflug von Kopfschmerzen) irgendwie kritisch bewertet - sind das Anflüge der Höhenkrankheit, sollten wir abbrechen, macht das Sinn.
    Aber wir sind einfach mal stoisch weitergelaufen - vielleicht war auch die mangelnde Kommunikation in dieser Zeit bei dem Wind auch ganz hilfreich.

    Mir hat dann der Sonnenaufgang so gegen 5 Uhr morgens auf einer Höhe von ca 6300 m dann so richtig einen Push gegeben - es ging plötzlich alles viel besser.
    Und irgendwann sah man auch den finalen Anstieg von ca 6400 auf die finale Höhe von 6470 m - das war dann nochmals ein relativ steiler Anstieg.
    Ash war total durch und das hat ihn fast fertig gemacht - er meinte auch, dass er sich aus der Seilschaft ausbindet und wir einfach weitergehen können.
    Aber nichts da - "Come on Boys" - war unser Kampfruf und wir machen das gemeinsam. Habe ihn dann ein wenig hinter mir nach oben gezogen.
    Und er war Happy oben.

    Und ich gestehe auch, dass mich das emotional auch ziemlich erwischt hat, dass wir das jetzt plötzlich geschafft haben - hatte am letzten Anstieg wirklich auch kurz Tränen in den Augen.

    Also, hoch mit uns und die Aussicht genießen.
    Von da hat man tatsächlich ein wahnsinniges Panoramen mit fünf 8000er.
    Wir hatten auch wahnsinniges Glück, dass wir am Gipfel nahezu keinen Wind und nur Sonne hatten - da hat es der Mera Peak gut mit uns gemeint.
    Wir hatten den Summit gegen 6.40 Uhr geschafft und waren bis ca 7.00 Uhr oben.

    Und mir wäre fast noch ein Unglück passiert. Ich habe in den Bergen normalerweise mein Handy an meinem Rucksack über ein Reeloq System befestigt, das dafür sorgt, dass es nicht abstürzt. Dabei ist es in einer kleinen Tasche direkt am Träger verstaut. Aufgrund der erwarteten Temperaturen dachte ich aber, dass es eine gute Idee ist, es in der Innentasche meiner Daunenjacke aufzubewahren - und wie es passiert, mit meinen Handschuh ist es mir aus der Hand gefallen und dann langsam auf den Abhang zugerutscht. Glücklicherweise ist es irgendwo hängen geblieben und Tanzi hat es - abgesichert am Fixseil - wieder eingesammelt. Ein Glück...

    Nach jeder Menge Bilder habe ich auch meine Schneckenhäuser im Gedenken an Doris und Pschitt abgelegt und einen Stein, den ich am Anfang der Reise eingesammelt habe.
    War mir sehr wichtig das hinterlassen zu können.

    Gegen 7 Uhr ging es wieder runter Richtung High Camp - und das war schon auch eine Qual. Du bist natürlich durch, steigst ca. 2.5 - 3 h wieder ab und dann ja nochmals ca. 4 Stunden bis ins Tal.
    Aber glücklicherweise haben wir eine Pause am High Camp gemacht, habe mich in meinen Schlafsach eingemummelt und bin irgendwie komplett kollabiert - nennen wir es PowerNap.
    Gegen halb 12 ging es dann nochmals ca 900 m runter ins Tal nach Khare wo wir dann gegen 14.30 Uhr (glaube ich gerade) angekommen sind.

    Insgesamt waren wir damit ca. 11.45 Stunden am Laufen und sind stolz und Happy darüber, dass wir gesund und munter im Tal angekommen sind.

    Wirklich ein spannendes Erlebnis heute, das mich durchaus auch an meine Grenzen gebracht hat.
    ...und deshalb geht es früh ins Bett
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  • Bistari, Bistari - High Camp, 5800 m

    31. März in Nepal ⋅ ☁️ -8 °C

    Bistari, Bistari war das Motto des Tages - steht für nepalesisch "langsam, langsam".
    Aber das sind wir ja ja schon gewöhnt - konnten uns die letzten Tagen immer wieder daran gewöhnen.
    Heute wahrscheinlich die längste - und anstrengendste Etappe im Aufstieg, von 4900 m aus Khare heraus auf 5800 m ins Mera High Camp, das sind 936 Hm auf ca 4,4 km.

    Die ersten 500 Hm kannten wir ja von gestern zum Mera La. Deepak ist auch schon eine Stunde früher los gelaufen, um nicht allzu spät am High Camp anzukommen. Ash und ich sind um 7 gestartet - und waren neben Deepak und einigen Trägern die ersten auf dem Trek.
    Auch interessant - die Träger bringen die wichtigsten Sachen nach oben ins High Camp, trinken kurz was und steigen wieder ab - nur um morgen dann wieder hoch zu kommen, um unseren kritischen Kram (wie Schlafsack usw.) wieder nach unten zu tragen.

    Die erste ca 1 Stunde war ziemlich frisch, da die Sonne noch hinter dem Bergrücken war und wir im Schatten aufgestiegen sind. Damit war der Boden auch komplett gefroren und an vielen Stellen noch voller Eis - "Blue Ice".
    Kurz vor dem Base Camp ist sie dann doch per den Bergrücken aufgebrochen und es wurde direkt wärmer.
    Am Base Camp auf 5200 m haben wir auch Deepak eingeholt und haben die kurze Pause direkt als "Crampon Point" genutzt.
    Danach ging es ja ins Schneefeld.
    Am Mera Peak und dann immer in Richtung des "Schwarzen runden Felsens" hinter dem das High Camp liegen soll.
    ....aber irgendwie ist der nicht näher gekommen.

    Kurz nach dem Mera Pass sind uns auch die ersten Trekker von oben entgegen gekommen - zum Teil ein paar wahnsinnige dabei. Der Pakistani mit seiner amerikanischen Freundin und seinem lokalen Bergführer haben denn Gipfel noch gestern Nachmittag gemacht - wir hatten sie ja noch am Base Camp getroffen. Sie waren über 11 Stunden unterwegs.

    Für uns hat sich der Weg dann schon noch ganz schön hingezogen - technisch nicht schwierig, aber eben auf 5500-5800 m Höhe dann doch herausfordernd.
    Die Luft fehlt einfach und alle paar Schritte musst Du stehen bleiben, um nochmals extra Luft in die Lungen zu pumpen.

    Witzig war dann schon auch, dass man jetzt eher die 100er Höhenmeter Marken gezählt hat - und nicht mehr die 1000er - 5500, 5600, 5700, 5800 :-)
    Ash war eher ungeduldig, da ich immer die Ansagen zu den Höhenmetern gemacht habe. Er hat praktisch immer direkt nach der letzen 100er Marke nachgefragt, ob wir die nächste schon geschafft haben. Also bei gerade mal 5523 m, ob wir nicht schon bei 5600 m sind.
    Fühlte sich schon ein wenig nach Quengeln an - "sind wir nicht endlich da"

    Das Wetter hat es für uns ganz gut gemeint - zwischendurch hat mal der Wind aufgefrischt und dann wird es schon sehr schnell, seht kalt - aber Hardshell und Mütze hilft, Handschuhe und Hardshell Hose habe ich sowieso an, so dass wir bisher gut durchgekommen sind.
    Würde im Windchill mal so -15 Grad rechnen. Bin schon sehr auf die Nacht gespannt.

    Ab ca 5700 m hatten wir dann die ersten grandiosen Ausblicke - Man sieht von hier fünf 8000er in einer Reihe - von Cho Oyu, über Mount Everest, Lhotse, Makalu bis hin zum Kanchenjönga - wirklich beeindruckendes Panaroma.

    ...und nach gut 5.5 Stunden sind wir kurz nach der 5800er Marke ins High Camp gekommen. Eine Zeltstadt an einem Cliff unterhalb des Mera Peaks. Schon alles sehr einfach gehalten - wie auch anders. Interessant ist auch, dass praktisch alle Guesthouses aus Khare hier ihre eigenen Zelte haben und jeweils einen kleinen Gemeinschaftsraum an den Fels angebaut.
    Der Toiletten sind praktisch direkt über den Abhang gebaut - angeblich mit Free Wifi Schild :-) (glaube ich jetzt Mal nicht).

    Wir haben sogar einen eigenen Koch - Dawa -hier oben, der immer nach oben kommt, wenn Gäste erwartet werden. Und er hat uns direkt mit heißem Tee und kurz darauf mit einer Wai Wai Türensuppe erwartet :-)
    Wir haben beschlossen, dass wir alle gemeinsam in dem Unterstand schlafen, da es wahrscheinlich ein klein wenig wärmer sein dürfte als im Zelt - das Wetter hat heute am späteren Nachmittag noch umgeschlagen und es schneit gerade.

    Deepak ist auch etwas ins schlechtere Wetter schon gekommen, da er mit seinem Guide ca 2.5 Stunden nach uns angekommen ist. Ich bewundere ihn wirklich für sein Durchhaltevermögen - er hat sich bis hier oben wirklich durchgekämpft und hat statt 5.5 ca 8.5 Stunden gebraucht. Wirklich sehr tapfer, dass er nicht unterwegs alles hingeschmissen hat.

    Wir haben uns soweit eingerichtet, die wärmsten Klamotten angezogen, die wir so haben und werden die Nacht früh einläuten.

    Highlight für den Abend war das Popcorn, das uns Dawa gezaubert hat - zusammen mit einer Tomatensuppe.

    Heute Nacht soll das Wetter sich zum Guten verändern und wir wollen so gegen 1 Uhr in Richtung Gipfel starten.
    Also, Daumen drücken...
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  • Acclimatization and Training at Khare

    30. März in Nepal ⋅ ⛅ -5 °C

    Yeah - wir bleiben ja noch eine Nacht in Khare und genießen den Luxus. Einen Kaffee, heisse Tücher für Gesicht und Hände vor dem Abendessen und die Chance auf eine warme Bucket Shower :-) Man freut sich ja wirklich über die kleinen angenehmen Dinge des Lebens.

    Der Tag ist aber primär geplant, um noch besser zu akklimatisieren bevor es dann in Richtung auf den Gipfel geht.
    ...und das machen wir natürlich nicht, indem wir hier auf 4900 m sitzen bleiben, sondern machen einen "kleinen" Hike in die Höhe.
    Dabei hat uns unser Guide wohl etwas an der Nase herumgeführt - erst hieß es, dass wir so auf 5100 m gehen, dann wollten wir den Mera La / den Mera Pass machen - der lag erst auf 5200 m Höhe, dann auf 5300 m und am Ende sind wir auf 5418 m gelandet. War so nicht geplant - aber am Ende war es doch beeindruckend.
    Wir sind erst in Richtung Mera Base Camp auf 5200 m gelaufen, und dann über eine lang gestreckte Schneeflanke in Richtung Mera La. Hat sich ganz schön hingezogen.

    Da wir natürlich komplett über Schnee und Eis gegangen sind, sind dann zum ersten Mal auch Spikes - für uns Grödel - zum Einsatz gekommen.
    Deepak und Ash haben sie praktisch schon direkt nach unserer Lodge in Anspruch genommen, ich habe bis zum "Crampon Point" nach dem Base Camp (also dem Platz, an dem man normalerweise dann spätestens auf Steigeisen wechselt) durchgehalten.
    Aufwärts ist das ja immer kein Problem - für mich ist eher der Abstieg die Herausforderung.

    Unterwegs haben wir alle unsere bisherige höchste Höhe - bei mir der Larkya La Pass auf knapp 5200 m, bei Ash und Deepak das Everest Base Camp auf 5364 m Höhe - überschritten - und das musste natürlich auch gebührend gewürdigt werden. Es gab ein Snickers am Mera La :-)

    Witzig war, dass wir unterwegs immer ein paar Deutsche getroffen haben - zwei Jungs aus Köln und München, die nach einem Praktikum in Kathmandu zum ersten Mal beim Trekking sind; eine Gruppe von drei gestandenen Männern, mein Alter oder einen Tick älter, die nach dem Mera Peak direkt den Island Peak und dann auch noch den Lobuche machen - 26 Tage unterwegs, Respekt!
    Erkannt hat man sie alle an den Orthovox Klamotten oder Rucksäcken :-))))

    Eigentlich sollte der Abstieg ja einfacher sein, aber die Höhe schlägt für mich auch da zu. Man passt bei jedem Schritt extrem auf und nach einigen Schritten hält man eigentlich auch immer wieder an, um Luft zu holen. Die verfügbare Sauerstoff-Menge, die aufgenommen wird liegt bei ca 50 % auf der Höhe und das merkt man.
    (Learning der Woche: Natürlich ist der Sauerstoffgehalt immer bei 21 %, aber der Druck, wie er in die Lunge "gepresst" wird, ist eben deutlich niedriger)
    Am Gipfel werden es dann 44 % im Vergleich zur Meereshöhe sein.

    Aber irgendwann kamen wir auch wieder heile an.

    Kleiner Ausflug noch: Unseren Doggy haben wir bei 5200 m wohl an eine andere Trekking Gruppe verloren - den Pakistani von gestern und seine Freundin :-) Er geht wohl zumindest bis ins High Camp hoch. Mal sehen, ob wir ihn morgen dann im High Camp wieder treffen.

    Nach Rückkehr sind wir alle erst einmal zusammengebrochen - das hat uns wirklich geschafft. Vor allem hat uns die Sonne heute ab ca 10 Uhr wirklich massiv "eingeheizt" - am Ende bin ich wirklich in einem Longsleeve gelaufen, das es wahnsinnig warm war.
    Aber wollen wir uns mal nicht beschweren :-)

    Zweiter Teil des Tages war "Gearing Up" und Training. Wir wurden nochmals ausgestattet.
    Wir haben einfach nicht die komplette Hochtouren-Ausrüstung dabei. Ich bin zwar mit Klettergurt, notwendigen Karabinern, Helm, Eispickel usw. gut ausgestattet, aber zumindest fehlten mir auch die Hochtouren-Schuhe für Touren über 6000 m und die Steigeisen.
    Ash und Deepak brauchten alles.
    Aber die haben hier alles in unterschiedlichsten Größen und auch guter Qualität - natürlich gebraucht, aber für die zwei Tage passt das wunderbar.
    Wir hätten auch Ski ausleihen können, um vom Gipfel abfahren zu können :-) Aber so wahnsinnig bin ich dann doch nicht.

    Nach der Ausstattung ging es dann los an die Wand hinter der Hütte und es wurde Aufstieg und Abstieg am Fixseil geübt.
    Ich denke fast, dass wir das meiste am Mera Peak nicht brauchen, da es weite langsam ansteigende Schneefelder sind, aber schaden kann es ja nicht.
    Insbesondere für Deepak und Ash war es ein Novum - Abseilen ganz spannend - Motto "Trust the Rope".

    Auf jeden Fall sind wir vorbereitet.
    Kleiner Hinweis zum weiteren Ablauf:
    Morgen geht es ins High Camp - wir starten ab 7 Uhr und sind hoffentlich gegen 14/15 Uhr oben.
    Dann - wenn alles gut mit dem Wetter ist - geht es nachts gegen 1 oder 2 Uhr los Richtung Summit, den wir hoffentlich gegen 8 Uhr erreichen am Mittwoch und dann geht es komplett wieder bis hier runter nach Khare - zu einer warmen Dusche und einem Summit Bier/Radler (bisher gab es das bewusst nicht).

    Das heißt aber auch - für alle, die das hier verfolgen: Ich bin ca 2 Tage bis Mittwoch Abend nicht am Netz - im High Camp und am Summit gibt es wirklich kein Netz.

    Drückt uns alle Daumen für einen sicheren Aufstieg - und einen sicheren Abstieg.

    ...und noch kleiner Nachtrag:
    Abends sieht man ab und an das schreckhafte Wesen - unseren persönlichen Yeti :-)
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  • On our way up - to Khare, 4900 m

    29. März in Nepal ⋅ ☁️ -4 °C

    Oh Wow - heute morgen strahlend blauer Himmel, der uns in Tangnak aus dem Bett geholt hat.
    Heute geht es zur "Basis-Station" unseres Gipfelanstiegs nach Khare - von 4300 m auf 4900 m nach oben.
    Eigentlich ein kleiner Sprung, nur gute 5.3 km und gute 630 Höhenmetern Anstieg, aber im Laufe des Wegs heute merkt man wirklich die Höhe.

    Am Morgen haben wir uns aber erst einmal einen Spaß gemacht - wollte einfach mal ausprobieren, wie es sich anfühlt, das Gewicht, das unsere Träger den ganzen Tag den Berg hoch schleppen, selbst "auf dem Kopf" zu tragen.
    Sie verschnüren es ja so geschickt und legen eine Schlinge dann über die Stirn und tragen so dann die Duffel-Bags, Pakete, Rucksäcke usw.

    Und der Hammer - im Rücken und den Beinen ging es ja noch - aber der Druck auf Nacken und Schultern war immens. Die Jungs könnten wahrscheinlich Formel1 Fahrer werden.
    Dabei sehen sie alle total dünn aus und keiner hat einen "Stiernacken".
    Hatte zwar kurz angeboten, dass Ningwa meinen Rucksack nehmen könnte - habe es mir aber dann relativ schnell anders überlegt :-)
    Auf jeden Fall hatten alle - inklusive unserer Schwestern aus dem Guesthouse, die dort alles geschmissen haben - ihren Spass mit mir und damit sind wir gut gelaunt in den Tag gestartet.

    War aber auch nicht einfach bei dem Wetter, das uns begleitet hat.
    Das war wirklich das Highlight heute - strahlend blauer Himmel den ganzen Tag bis wir angekommen sind. Damit steigen natürlich auch die Temperaturen, was sich wiederum auch auf die Stabilität des Schnees auf den Hängen aussen herum (in sicherer Entfernung!!!) auswirkt. Konnten den einen oder anderer Schnee- und Eisbruch abgehen sehen - ist von weit weg auch ein spannendes Schauspiel.

    Da es ja heute nicht ganz so weit war, gab es auch keinen Mittagsstopp, sondern nur eine kurze Teepause und kurz nach 13 Uhr konnten wir schon Khare sehen. Liegt auf 4900 m und natürlich - unser Guide hat das Guesthouse am obersten Rand ausgesucht - was natürlich die letzten Höhenmeter rausgepresst hat :-)
    ....vielleicht gibt uns das auch einen Headstart für den weiteren Aufstieg - die Hoffnung stirbt zuletzt.

    Aber Khare ist wirklich faszinierend - nochmals zur Erinnerung, liegt auf 4900 m Höhe und hier gibt es erstmal alles, was ein Trekker Herz begehrt - Internet :-), warme Dusche (hoffentlich morgen :-)), dann eine Café-taugliche Kaffeemaschine in unserem Guesthouse (die auch Latte Macchiato oder Cappuccino zum Besten gibt).
    Daneben dann wirklich ein schickes Café weiter unten - in dem wir einen pakistanischen Bergführer kennengelernt haben, der schon ein paar 8000er hinter sich hat (beeindruckend!) und meinen indisch-englischen Mitwanderern schon einen Floh für den nächsten 7000er im Karakorum ins Ohr gesetzt hat.
    Gibt sogar ein Medical Center für den Notfall.

    Also, wirklich beeindruckend - und ein kleines Maß an Luxus hier oben.

    Wir werden auch zwei Nächte hier bleiben, bis wir uns an den Summit Push machen. Morgen machen wir also einen Akklimatisationstag mit einer kleinen Tour auf den Mera Pass in 5200 m Höhe, steigen dann wieder ab, besorgen unser Equipment für den Gipfel und machen noch ein wenig technisches Training mit Steigeisen, Fixseilen usw.
    Am Dienstag wird es dann ins High Camp auf 5800 m Höhe gehen - ich denke fast, die anstrengendste Strecke - und dann am Mittwoch auf den Gipfel.
    Und dann direkt wieder runter nach Khare für die Nacht und ein Summit Bier - hoffentlich :-)
    Wir hoffen auf schönes Wetter beim Aufstieg - das wird sich aber erst in der Nacht zum Mittwoch entscheiden - Startzeitpunkt dann um ca. 2 Uhr nachts.

    ...und kleine Randbemerkung, da sich der ein oder andere manchmal Sorgen macht:
    Zumindest an den Aufstiegs- und Gipfeltagen werden wir tatsächlich keinen Internet-Zugang haben - aber keine Sorgen!!! Wir haben einen erfahrenen Guide mit uns, der sicherlich nichts riskieren wird.

    Apropos Guide :-) Heute kam unser Assistant Guide noch dazu - und es stellt sich heraus, dass er der kleinere Bruder von Lakpar ist - und zusätzlich kam auch noch raus, dass einer der Porter auch ein Bruder ist.
    Sie sind 5 Brüder und 2 Schwester - und irgendwie hat man hier sowieso das Gefühl, dass alles verwandt oder verschwägert sind :-)

    P.S. Lakpar hat wohl auch ein Video, meines Versuchs Träger zu sein, gemacht - will es mir schicken - ergänze es dann noch unter den Bildern/Videos ;-)
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  • Tagesmotto: "Es lebe das Zwiebelprinzip"

    28. März in Nepal ⋅ ☁️ -8 °C

    Heute ging es von Kothe nach Thangnak - das heißt von ca 3600 m auf 4300 m.
    Der Tag hat uns ziemlich frisch begrüßt - die Nacht hat es immer wieder geschneit, aber gegen morgen hat es erst wohl aufgerissen und wurde damit ziemlich kalt.
    Mein Thermometer hatte 2.4 Grad am frühen Morgen in meinem Zimmer gemessen.
    Da wird die Nase dann schon ziemlich kühl.

    Nach einem leckeren tibetischen Brot mussten wir uns für den Zutritt zum Makalu Braun National Park registrieren, was aber kein großes Problem darstellte. Und man macht das ja gerne - davon werden zum Beispiele die Pfade in Stand gehalten oder die örtlichen Communities unterstützt.

    Kurz vor 8 haben wir uns dann tatsächlich durch das Hinku Valley auf den Weg gemacht - und da es schon frisch war, hat heute das Zwiebelprinzip voll zugeschlagen. Gestartet mit T-Shirt, Fleece, Jacke und Hardshell - und zum ersten Mal mit einer Dreiviertel-Unterhose, Mütze statt Cap und Handschuhen.
    Nur um nach einer Stunde dann schon mal die erste Schicht abzulegen - Hardshell musste weg.
    Als dann auch noch die Sonne raus kam, musste der Fleece, die Mütze und die Handschuhe daran glauben. Die Gletscherbrille wurde natürlich auch schon früh gezogen, da wir im Hinku Tal komplette Schneelage hatten.
    ...und am Ende gab es sogar auch noch Sonnenschutz :-) Der muss aber jetzt tatsächlich jeden Tag gezogen werden, da wir "endlich" aus dem Dschungel raus sind.
    Hatte zwischenzeitlich die "lange" Unterwäsche schon beklagt, aber nach dem Mittag war dann wieder Kälte angesagt, so dass alle Zwiebelschalen wieder notwenig waren - naja, zumindest für eine Stunde.
    Also - Tag des Zwiebelprinzips...

    Es ging eigentlich den ganzen Tag entlang des Hinku Rivers - und ab ca 3800 m hat der Baumbewuchs tatsächlich sichtlich nachgelassen und ist erst Büschen und dann eben Stein und Fels gewichen.

    Zum Mittag sind wir an einem einsamen Tea-House eingekehrt, wo wir alte Bekannte und neue Wanderer getroffen habe. Das wird uns jetzt immer wieder so gehen, da hier im Hinku Valley alle das gleiche Ziel haben - die Besteigung des Mera Peaks.
    Highlight heute Mittag war, dass eine ganze Gruppe von französischen Trekkern mit uns im Teehaus saßen - und sie hatten tatsächlich französischen Hart-Käse dabei, den sie auch gerne mit uns geteilt haben.
    ....nur der Rotwein hat gefehlt.

    Apropos alte Bekannte - unser neuer Freund, der Hund, der uns seit 1.5 Tagen begleitet, ist Mittags auch im Teehaus aufgetaucht und hat sich über die Nudelreste gefreut.
    ....und am Abend war er dann auch in Tangnak.
    Lakpar hat tatsächlich auch erzählt, dass es immer wieder mal Hunde gibt, die bis auf den Summit mitgehen.
    Mal sehen, wie lange uns Doggy begleitet.

    Mein persönlicher Erfolg des Tages war, dass ich bei über 4000 m Höhe tatsächlich mal einen der begleitenden Träger überholen konnte - 1:0 für mich :-)
    Sonst überholen sie ja mich (und alle andere Trekker) normalerweise - einmal weil sie schnell sind und zum anderen, weil man sie auch vorbeilassen will und nicht im Weg laufen möchte.

    Ab 4000 m merkt man aber durchaus deutlich, dass das Laufen anstrengender wird, Lakpar zieht ab und an schon weg, aber versuche immer dran zu bleiben :-)
    Mal sehen, wie die nächsten Tage werden. Insgesamt fühle ich mich aber immer noch gut - keine Kopfschmerzen, Sauerstoff-Sättigung immer noch bei 92/93 %, kein mächtiger Muskelkater - und das Beste: Aktuell noch keinerlei Blasen - super Schuh-Socken-Kombination erwischt.

    Kulinarisches Highlight des Abends (nach dem französischen Käse heute Mittag) war eine Pizza - Mushroom Pizza.
    OK - musste man mal ausprobieren - wird aber sicherlich nicht mein Favourite.
    Aber zumindest waren ziemlich viele Pilze auf der Pizza.
    (Bild im Anhang)

    Kurz vor Tangnak haben wir eine kleine "Monastery" besucht - und haben für einen sicheren Summit Day und - ich auch zusätzlich - sicheres Heimkommen gebeten :-)
    Also, kann gar nichts mehr schief gehen.

    Aufgrund der immer wieder schlechten Wetterlage war das heute mal wieder nichts mit Internet-Zugang - aber in Khare wird angeblich alles besser :-)
    Wobei das schon etwas irre ist, wenn das auf 4800 m klappt.
    Hoffe aber, dass sich nicht zu viele Menschen Sorgen machen!!!
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  • Erster Blick auf den Mera Peak

    27. März in Nepal ⋅ ⛅ -1 °C

    Heute morgen hat es der Tag sehr gut mit uns gemeint. Bereits beim Aufstehen gegen halb sechs ist die Sonne aufgegangen und hat einen klaren Tag angekündigt.
    Zumindest für die erste Hälfte des Tages :-)

    Aber man geht viel beschwingter in die Berge, wenn man auch richtig was sieht.
    Und so kam es dann auch bald zu den ersten Aussichten auf die ersten 6000er - und um eine Ecke herum konnten wir auch einen Blick auf den Mera Peak erhaschen . Ziel unseres Treks - fühlt sich aber tatsächlich noch durchaus nach einem ganzen Stück Weg an.

    Am Vormittag sind wir weiterhin durch dichten Dschungel gewandert, die Bäume sind mächtig.
    Es ging immer auf und ab - nach Aussage unserers Guides "Nepali Flat". Ash und Deepak finden das manchmal gar nicht lustig.
    Sie kamen ja vom Everest Base Camp Trek - und das scheint eher eine Autobahn im Vergleich zu unserer Tour zu sein.
    Versuche ihnen gerade, Touren in den "heimischen" Alpen näher zu bringen, wobei ich ihnen auch sagen musste, dass Oktober für eine richtige Tour, die sie sich vorstellen, vielleicht schon etwas zu spät ist.
    Naja, mal sehen, ob sie im Sommer mal auftauchen :-)

    Kurz vor Mittag wurde es auch etwas trick,y, da auf dem Trek noch einiges an Schnee lag. Bin dann auch vorausgegangen und habe mich unseren Trägern angeschlossen.
    Und ich habe größten Respekt vor ihnen - ich habe mir mit meinen festen Bergschuhen schon an der einen oder anderen Stelle etwas schwer getan, da es doch rutschig und vereist war, aber die Jungs haben ca 40 kg auf dem Rücken und Salomon Multisports-Schuhe an den Füßen und dann schauen sie auch noch ab und an nach mir, ob bei mir alles gut ist.
    Also wirklich - RESPEKT...

    Zum Mittag waren wir an der Kreuzung verschiedener Wege - also da, wo unser ursprünglicher Trek reingekommen ist, den wir ja aufgrund der Jeep Fahrt anpassen mussten.
    Heißt aber auch, dass wir jetzt auf dem ursprünglichen Pfad sind - ist auch nicht schwer, gibt eigentlich jetzt nur noch einen Trek entlang des Hinku Tals, der bis ganz nach hinten an den Mera Peak führt.

    Glücklicherweise gab es an der Kreuzung eben auch ein Teehaus - auch keine große Überraschung, wo es für uns dann Mittag gab. Und da war das highlight, dass sie bereits den Ofen in der "Gaststube" angeschürt hatten. Das ist ja immer der einzige geheizten Raum, um den sich alles schart. Ist auch Recht gemütlich und meist witzige Diskussionen.
    Die einen träumen von einer Massage, die anderen von einem heißen Bad oder vom Tiramisu zum Nachtisch :-) - naja vielleicht nach unserer Rückkehr :-)

    Was auch witzig war - es war ein Hund vor dem Ofen gelegen, der sich gerne von allen hat füttern lassen.
    Auf dem Weiterweg ist er dann irgendwann zu uns gestoßen, hat uns bis nach Kothe (unserem Ziel für heute) begleitet und ist mit in unser Teahouse eingezogen. Natürlich gab es da auch Abendessen für ihn :-)

    Heute übernachten wir auf 3600 m Höhe, Sauerstoffsättigung liegt noch bei guten 93 % - also, alles im grünen Bereich.

    Gerade schneit es ziemlich dicke - heißt also, ab morgen werden wir wahrscheinlich kontinuierlich im Schnee unterwegs zu sein.
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  • ....um die 3000 herum

    26.–27. März in Nepal ⋅ ☁️ 7 °C

    Erste Nacht "in the middle of nowhere" war sehr entspannend. Wir hatten ja keinerlei Netz, praktisch keinen Strom und viel Ruhe.
    Damit ging es gegen halb neun schon ins Bett und ich bin total entspannt kurz vor dem Wecker gegen 5.45 Uhr aufgewacht.
    Die Nacht auf 2800 m war auch noch entspannt.

    Zum Frühstück gab es Tibetisches Brot mit Honig für mich - wieder sehr lecker - und für die Eingeweihten, ganz "normalen" Honig, und keinen Mountain Honey :-)

    Leider begann der Tag mit relativ viel Nebel und Wolken - und eigentlich blieb es auch so.
    Aber auch nicht schlimm - wir sind ja ausgerüstet und es gibt auch so vieles zu sehen.

    Es ist immer wieder beachtlich, wie die Vegetation hier ist. Wir sind den ganzen Tag durch dichten "Jungle" gelaufen - mit massiven Bäumen, zum Teil in Moos gecovert, Rhododendron blüht und meine Amateurkenntnisse würden die weissen Blüten als Magnolien bezeichnen.

    Und das eben auf über 3000 m Höhe - höchster Punkt für heute war 3375 m und dann ging es immer mal wieder runter und rauf.

    Insgesamt waren es mehr als 1150 Hm - für uns kein Ding in den Alpen, die liegen aber auch deutlich niedriger bei den Touren, die wir machen. Für meine Mitwanderer war es aber durchaus herausfordernd.

    Enttäuschung des Tages war - es gibt wohl keine Hängebrücken auf unserem Weg :-(
    ...weil "I LIKE SUSPENSION BRIDGES" (zumindest war das am Manaslu super)

    Dafür Highlight des Tages - wir haben zum Mittagessen gewagt, unsere gebratenen Nudeln mit Mountain Pepper (Berg-Pfeffer) zu würzen. Also, ich sehr wenig.
    Und das war mal wieder eine Erfahrung :-) Am Anfang hast Du gar nichts gemerkt, aber dann wurde es auch nicht richtig scharf, aber irgendwie hat es Deinen Mund und Deine Zunge betäubt und hat leicht gebrannt.
    Nachdem wir es gewagt haben, hat Lakpar nur gelacht und meinte, dass man von einem ganzen Löffel auch sterben könnte - und dass uns das betäubte Gefühlt dann wahrscheinlich für 24 h erhalten bleiben könnte.
    VIELEN DANK für die Information - DANACH....

    ...aber ganz so schlimm war es nicht - die Betäubung ist über den Nachmittag auch abgeflacht.

    Leider hat es am Nachmittag dann auch zu regnen bekommen, so dass der Weg auch richtig rutschig wurde - aber sind dann etwas durchnässt in unserem Teahouse sicher angekommen. Und das weitere Highlight war, dass der Ofen im gemeinsamen Raum schon angeheizt war :-)

    Glücklicherweise hatte es auch relativ spät erst zu regnen bekommen, denn kurz nach dem Mittagessen gab es eine Passage, über die laut Lakpar auch die Yaks nicht drüberlaufen und die war praktisch "seilversichert".
    Für jemanden, der in den Alpen immer unterwegs ist, nichts tragisches - aber für Deepak und Ash war es auch ein "First timer" und haben sie gut gemacht :-)

    Es wird aber auch immer deutlicher, dass der Trek, den sie bisher gemacht haben, der "Everest Base Camp Trek" eher ein komfortabler, kommerzialisierter Trek ist.
    Das hier ist dann doch was anderes .-) - aber auch gut so!
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  • Zweiter Tag - endlich auf den Trail

    25. März in Nepal ⋅ ☁️ 8 °C

    Heute morgen ging es natürlich wieder früh los - hatten ja immer noch ca 6 Stunden Jeep Fahrt vor uns.
    ...und der Highway (wie er in der Lodge heute morgen bezeichnet wurde) von gestern, war noch in Salleri zu Ende.
    Mit einem harten Abbiegen des neuen Jeeps nach rechts ging es erstmal auf eine Schlammpiste - gut, dass zur Zeit kein Monsun ist. Sonst wäre wirklich kein Vorankommen möglich gewesen.

    Ach ja, der Jeep war jetzt die indische Variate - Mahindra Bolero. Stabil aber nicht wirklich bequem. Es gab auch einen Sonderschalter, der das Hupen durchgängig angeschaltet hat - der kam auch immer vor den engen Kurven zum Einsatz, um die entgegenkommenden Fahrzeuge darauf aufmerksam zu machen, dass wir besser nicht bremsen.
    Glücklicherweise kamen nicht so häufig andere Fahrzeuge - war ja auch kein Heimweg mehr.
    Das ganze hat eher einen steinigen Bergweg durch die österreichischen Alpen erinnert - praktisch zum Holzrutschen. Die G-Klasse hätte ihre wahre Freude gehabt.

    Ganz besonders spannend wurde es, als uns ein LKW entgegenkam, der an einer Baustelle zur Erstellung einer Brücke in einer Kurve hängen geblieben ist. Unser nepalesischer Fahrer - wie andere auch - ist natürlich gerne zur Hilfe mit guten Beispielen gekommen :-)
    Wir standen staunend eher etwas abseits und haben es beobachtet. Eigentlich waren wir davon überzeugt, dass der LKW Fahrer sich da nicht befreien kann - aber mit Geduld, Quälen der Reifen und der Getriebe hat es dann doch geklappt.

    Was uns an der Baustelle - wie auch an anderen Stellen - immer wieder aufgefallen ist. Die Nepali gehen mit viel Ruhe und Verständnis miteinander um. Da wird eben der große Bagger, der gerade Steine zerteilt, nach kurzem Warten komplett weg gefahren, damit wir vorbeikommen oder der Traktor beim Holz aufladen komplett versetzt, um Platz zu machen.
    In anderen Kulturen würde man sich ungeduldig anzicken und vielleicht auch mal anschreien.
    Also, was zum Nachdenken...

    Kurz nach 13 Uhr waren wir dann auch in Pongma - kurz davor haben wir unseren Guide und unsere beiden Träger eingesammelt. Auch spannend, wie wir mitten auf der Strecke gefunden haben.
    Die haben sich natürlich auch noch mit in den Jeep gezwängt - also zu siebt im 5-Sitzer. The more, the merrier,,,

    Nach einer kurzen Fahrt, wo auch wir irgendwann mal hängen geblieben sind, und uns noch knapp mit Kieseln, Bältterwerk und Moos unter den Reifen befreien konnten, ging es dann wirklich nicht mehr.
    Also, alle aussteigen, umladen und zu Fuss weiter - und da größten Respekt vor unseren beiden Portern, die Taschen, Box mit Obst, ihre Rucksäcke usw. verschnürt haben und sich auf den Rücken gewuchtet haben. Ich schätze mal, dass sie jeweils zwischen 30 und 40 kg tragen - und dabei sind sie die schnellsten von uns und laufen praktisch voraus. Wirklich großen Respekt!!!

    Lakpar ist unser Guide - scheint mega erfahren zu sein. Er kommt aus der Gegend um Lukla und macht hier praktisch alle Treks mit.
    Er war auch schon mehr als 60 Mal auf dem Mera Peak - sollte uns also Zuversicht gibt.
    Durch die Anfahrt mit den Jeeps hat sich auch eine Änderung der Route ergeben, die uns jetzt "langsamer" auf die Höhe führen wird - wir müssen zumindest nicht am zweiten Tag bereits einen Pass mit 4500 m überschreiten.
    Also - das mit den Change of Plans musste wohl so sein.

    Nach ca 3 Stunden sind wir im Ngingso Valley angekommen und übernachten in einer kleinen Lodge - ohne Elektrizität, ohne Netzzugang, ohne Heizung. Wird also eine frühe und frische Nacht :-)

    ...und deshalb verabschiede ich mich auch - der Footprint wird erst live gehen, wenn ich hoffentlich morgen irgend wann wieder Netz habe.
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  • ...what a day - Flexibilität ist Trumpf

    25. März in Nepal ⋅ 🌙 7 °C

    ...und der Tag startete eigentlich so gut :-)
    Pünktlich um 4.30 Uhr haben wir uns im Hotel getroffen - Santosh (mein Travel Agent) und meine Mitreisende Deepak und Ash.
    Die beiden kommen aus England - London und Manchester, haben jedoch indische Wurzeln und sprechen damit Hindi, was sich später als noch sinnvoll herausstellt.

    Und da wir praktisch pünktlich deutsch waren, stehen wir auch urz vor 5 Uhr noch vor verschlossenen Gittern am Domestic Terminal in Kathmandu, um unseren 35-40 Minuten Flug nach Lukla anzutreten - einem der (at Sandra, weghören :-)) angeblich gefährlichsten Flughäfen der Welt.
    Ist eigentlich nur ein Katzensprung...

    Aber es wurde relativ schnell klar - irgendwie will die Katze nicht springen. Obwohl es in Kathmandu immer schöner wurde, die Sonne raus kam, hat sich das Wetter am Berg in Lukla auf ca 2.800 m Höhe ziemlich festgesetzt. Wolken und Nebelschwaden sind ständig durchgezogen - konnten wir auf den Webcams ja wunderbar beobachten. Also, hieß es erstmal Warten.
    Und das ging natürlich nicht nur uns so, sondern allen Reisenden, die in Richtung Lukla aufbrechen wollten - ist ja auch vor allem der Ausgangspunkt für die Everest Region und damit wohl dem bekanntesten Trek Nepals, dem EBC - dem Everest Base Camp Trek. 90 % der Menschen, die mit uns warteten, wollen da hin liegt wahrscheinlich am "Everest" im Namen.
    Deepak und Ash haben das auch im Oktober letzten Jahres gemacht.

    Also, warten und wieder warten - manchmal hatten wir kurz Hoffnung, dass es aufreisst, aber keine Maschine nach Lukla ist gestartet.
    Gegen 11.30 Uhr wurde es langsam klarer, und die Überlegungen nach Alternativen wurden lauter.
    Eine Option, die wir auch klar in Betracht gezogen hatten, war mit dem Helikopter nach Lukla zu fliegen - die fliegen manchmal etwas früher als die Flugzeuge selbst. Ging dann hin und her - Kosten, Optionen, Zielflughafen (da sie wohl manchmal nicht direkt nach Luckla fliegen, sondern ein Dorf vorher aufsetzen).
    Aber am Ende war das auch keine Option, denn heute ist auch kein Heli nach Lukla abgehoben.

    Damit blieb einfach nur die Alternative, mit etwas Glück morgen zu fliegen - und zu hoffen, dass das Wetter besser wird und wir auch tatsächlich mitkommen (morgen warten ja auch nicht mehr Maschinen als heute - und es kommen ja neue Passagiere dazu).
    Oder... Wir nehmen einen privaten Jeep und fahren bis kurz vor Lukla, denn ganz hinkommen würden wir nicht.

    Also, genau dafür haben wir uns dann auch entschieden - tausche 35-40 Minuten Flug gegen ca 16-18 Stunden Jeep Fahrt.
    Naja, sehen wir eben etwas von Nepal :-)

    Und genau so nahmen wir es dann heute - die Fahrt werden wir definitiv wieder nicht vergessen :-)
    Irgendwie sind die Straßen in den letzten beiden Jahren nicht wirklich besser geworden und die Fahrt wurde recht bumpy.
    Witzigerweise aber vor allem im Tal - als wir nach ca 8 h Fahrt wieder nach links :-) in die Berge abgebogen sind, hat sich die Straße deutlich verbessert - und hätte zumindest zum Teil auch eine kleine - sehr kleine - Nebenstraße im Schwarzwald sein können.
    Zum Teil hat es mal geruckelt, aber unser Fahrer hat richtig Gas gegeben, so dass wir zumindest nach 12 Stunden in unserem Zwischenziel in Salleri angekommen sind - jetzt dann bereits auf ca 2300 m, was ja der Akklimatisierung durchaus zuträglich ist.
    Unterwegs gab es noch das erste Dhal Bat, diesmal mit Roti für mich und immer wieder mal was zu sehen.

    Jetzt gibt es eine kurze Nacht - um 5.30 Uhr wartet ein kurzes Frühstück auf uns, dann nimmt uns ein anderer Jeep auf und es noch 6 Stunden weiter bis wir unseren Guide in Panggom treffen.

    Dann mal allen eine gute Nacht.

    Zur Info: In den 11 Stunden Fahrt heute haben wir ca 260 km überwunden - kann irgendjemand ja Mal die Durchschnittsgeschwindigkeit ausrechnen...
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  • Back to Kathmandu

    23. März in Nepal ⋅ ⛅ 18 °C

    Und wieder zurück in Kathmandu - irgendwie hat sich nicht so viel verändert :-)
    Santosh hat mich wieder mit einem Blumenkranz abgeholt - ganz passend zu meinem Shirt, wie es Sandra aufgefallen ist.
    Der Verkehr ist immer noch auf der linken Seite - vom Flughafen in die Stadt immer noch sehr wild, aber hier in Thamel gefühlt etwas ruhiger. Wobei das auch am Wochentag (Montag) liegen könnte.
    ...und der aufmerksame Beobachter erkennt auch das eine oder andere Elektrofahrzeug. Wunderte mich am Nachmittag immer wieder mal, wo die denn geladen werden.

    Witzigerweise bin ich sogar im gleichen Hotel - und im gleichen Zimmer - wie vor zwei Jahren.
    Santosh hat sich um alles gekümmert und die Menschen hier sind auch weiterhin sehr freundlich :-)
    Wurde heute Nachmittag auch von einer Gruppe Schüler in Beschlag genommen, die unbedingt wissen wollten, wo ich so herkomme und was ich hier so mache.

    Nach einer ausgiebigen Dusche, noch warm hier, ging es dann auch nach Thamel - das ist das Backpacker und Outdoor Mekka in Kathmandu. Es gibt eigentlich alles, was Ihr Euch so vorstellen könnt - von der dicken Unser Armour Mütze bis zu den dicken Expeditionsanzügen und Hochgebirgsstiefeln von Scarpa.
    Aber ich habe ja praktisch alles dabei - muss mir nur in Kare (kurz vor dem Gipfelanstieg) noch die 6000er Stiefel und die Steigeisen passend dazu leihen. Laut Santosh sollte es kein Problem sein - ich hoffe mal, dass er bei meiner Schuhgröße auch recht behält.

    Am Nachmittag gab es die ersten Momo's - nepalesische Teigtaschen, in veg and non-veg Varianten. Und am Abend überlege ich mir in aller Ruhe etwas.

    Morgen früh geht es auch schon sehr früh los - 4.30 Uhr ab dem Hotel. Wir nehmen einen der ersten Flieger nach Lukla, dem Gebirgsflughafen zum Everest-Gebiet.
    Soll durchaus ein herausfordernder Flughafen sein - bin schon sehr gespannt.
    Dann lerne ich auch meine zwei Mitreisenden kennen - "two UK passport holders in their forties" laut Santosh.
    Nach ihren Pässen sind das Engländer mit indischem Hintergrund - wird bestimmt eine bunte Truppe :-)
    Neben den zwei Gästen kommen noch ein Guide/Climbing Guide und zwei Porter mit und unser Guide wird beim Gipfelansturm dann wohl durch einen weiteren lokalen Climbing Guide unterstützt, damit wir nicht zu dritt abbrechen müssten, falls es einem von uns nicht gut geht.
    Gute Überlegung durch Santosh....

    Die Reiseplanung ist relativ anspruchsvoll - aber der Guide hat auch einen zusätzlichen Akklimatisations-Tag vor dem Gipfel-Anstieg und einen Puffertag für schlechtes Wetter eingeplant.
    Also - kann ja praktisch nichts schief gehen.

    ..Abendessen war auch sehr lecker - Mischung aus Chinesisches und Nepalesisch.
    Ob das ein Zeichen auch für die regionale Zusammenarbeit ist ;-)
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  • Und los geht's...

    22. März in Deutschland ⋅ ☀️ 11 °C

    22. März - schon lange darauf gewartet - mit etwas Vorfreude, aber auch einigen Bauchschmerzen dieses Mal.

    Diesmal wird es eine Gipfeltour zum Mera Peak - dem wohl höchsten Trekking Gipfel der Welt.
    Technisch durchaus machbar, laut den Beschreibungen keine speziellen technischen Herausforderungen, aber die Herausforderung wird sicherlich die Höhe und die Wetterbedingungen.
    Höhe knapp unter 6500 m und beim Wetter sieht es aktuell noch recht frisch aus - irgendwas zwischen -25 und -35 Grad.
    Bin schon sehr gespannt, wie es sich weiterentwickelt.

    Zumindest sitze ich jetzt endlich im Flieger - und das war schon die Herausforderung.
    Der ursprünglich geplante Flug wieder über Doha in Qatar war leider in der aktuellen Situation keine wirkliche Option mehr. - natürlich sehr schade.
    Deshalb musste ich vor ca. 2 Wochen komplett neu buchen und fliege jetzt über Delhi - sichere Route, gute Idee :-)

    Gestern kam dann die Info, dass der Flug ca 3 Stunden verspätet ist und ich damit meinen Anschluss nach Kathmandu nicht mehr erreiche - dann komme ich eben am Vormittag an.
    Und heute morgen hat sich der Flug nochmals um eine Stunde verschoben.
    Aber auch das wird irgendwie klappen. Hauptsache mein Gepäck kommt an.
    Am Dienstag geht es nämlich direkt weiter nach Lukla und in die Berge.

    Apropos Gepäck - Packen war wieder eine gewisse Herausforderung. Die Höhe und die Temperaturen bedürfen dann doch etwas mehr Material. Will ja nicht frieren :-)
    Aber ich vertraue komplett auf meinen Schlafsacks - dafür ist er auch das größte Teil meiner Packliste.
    Und endlich werden die Daunen-Fäustlinge zum Einsatz kommen, die ich vor zwei Jahren in Thamel gekauft habe.

    Also, ich freue mich auf den Trip - mit etwas Respekt.
    Aber auch das ist wohl gut so.
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    Beginn der Reise
    22. März 2026