• Thailand mit dem Zug

    April 15, 2024 in Thailand ⋅ ☁️ 35 °C

    Es ging für mich raus aus Bangkok, weiter in den Süden und Richtung Inseln. Jetzt begann ein neuer Abschnitt meiner Reise, auf den ich mich wirklich freute. In Vietnam hatte ich kaum Strände oder Meer gesehen, und noch nie in meinem Leben war ich an einem tropischen Strand gewesen.

    Ich rückte den Inseln immer näher und machte mich auf den Weg zum Bahnhof, denn ich wollte mit dem Zug fahren. Der Bahnhof war riesig und sehr modern, da er erst kürzlich gebaut wurde und den alten, urigen Bahnhof ablöste.

    Kleiner Sidefact: Die Bewohner Bangkoks waren nicht strikt gegen den Bau des neuen Bahnhofs, aber sie wollten den alten nicht verlieren, da sie ihn täglich zum Pendeln nutzten. Die Regierung entschied sich daher, den alten Bahnhof für Einheimische und Pendler zu erhalten und den neuen für Fernreisen und Touristen zu nutzen.

    Der neue Bahnhof war riesig und erinnerte mehr an einen Flughafen als an einen klassischen Bahnhof. Ich fand mich aber schnell zurecht. Als ich schließlich mein Gate gefunden hatte, konnte ich mich entspannen – ich war etwas früh dran.

    Plötzlich sprach mich ein älterer Herr an und fragte, ob ich kurz auf seine Sachen aufpassen könnte, während er sich etwas zu trinken holt. Ich sagte zu. Dann fragte er direkt: "Möchtest du auch etwas? Vielleicht eine Cola?"

    Ich überlegte kurz und sagte dann: "Ja, eine Cola wäre gut."

    Er kam zurück, gab mir die Cola und meinte: "Geht auf mich." Wir kamen ins Gespräch. Er war Rentner aus Zypern und hatte sich einfach dazu entschieden, auf Reisen zu gehen. Es war ein cooles Gespräch, aber als wir in den Zug einstiegen, saßen wir leider in unterschiedlichen Waggons.

    Die Schaffner waren wieder sehr hilfsbereit, und ich fand schnell meinen Platz. Neben mir saß ein Vater mit drei Kindern. Wir unterhielten uns ein wenig.

    Das Besondere an diesem Zug: Die Türen waren einfach offen. Die Einheimischen standen dort oft zum Rauchen. Als es dunkel wurde, kam der Schaffner und schloss die Türen – damit niemand rausfällt. Ironischerweise öffneten die Leute sie einfach wieder zum Rauchen.

    Später am Abend aß die Familie eine mitgebrachte Pizza, und ich bekam Hunger. Die Kinder waren nach einem Stück satt, und der Vater bot mir die Hälfte der Pizza an, da er sie sonst wegwerfen würde. Da hab ich mich an dem Tag echt gut durchgeschnorrt – Spaß. 😄

    Nach knapp sieben Stunden kamen wir im Dunkeln in Chumphon an – einer kleinen Stadt nahe der Küste. Ich hatte mir für die Nacht ein Hostel gebucht, da ich am nächsten Morgen direkt die Fähre nehmen wollte.

    Das Hostel war ganz cool, aber auch ein bisschen seltsam. Nach einem kurzen Fußmarsch kam ich an, checkte ein und ging ins Zimmer. Dort machte ich direkt Bekanntschaft mit zwei Mädels, mit denen ich mich kurz unterhielt, während ich meine Sachen ablegte.

    Plötzlich kam jemand aus der Dusche – ein Mann mittleren Alters, der mich, bevor er überhaupt "Hallo" sagte, erst mal anmotzte, dass ich stinken würde und duschen gehen soll. Klar, nach einer Zugfahrt bei über 30 Grad und einem kleinen Fußmarsch war ich sicher nicht mehr frisch – aber er hatte ja vorher die Dusche blockiert.

    Er legte sich ins Bett, und eines der Mädels meinte zu mir: "Ich rieche nichts." 😂

    Als ich frisch geduscht zurückkam, war gerade eine Diskussion im Gange: Der Typ wollte die Klimaanlage auf 16 Grad einstellen. Den beiden Mädels war das viel zu kalt – verständlich, vor allem weil eine die kalte Luft direkt ins Gesicht bekommen hätte.

    Ich sagte dann auch, dass 16 Grad zu kalt sei, und am Ende einigten wir uns auf 22 Grad. Später in der Nacht hörte ich nur noch, wie er mit der Fernbedienung herumdrückte. Was ein Idiot.

    Am nächsten Morgen machte ich mich auf den Weg zum Ausgang. Dort warteten schon andere Reisende auf das Taxi zur Fähre, darunter auch ein deutsches Mädel – was ich aber hier noch nicht wusste. Es stellte sich später heraus, dass wir die gleiche Fähre gebucht hatten und sogar das gleiche Hostel auf der ersten Insel.

    Hier wechselten wir aber nur ein paar Worte auf Englisch – noch wusste keiner von uns, dass wir die gleiche Sprache sprechen.
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