So eine Busfahrt, die ist lustig
Jan 16–19 in Nepal ⋅ ☀️ 23 °C
So nach zwei Wochen Kathmandu reicht es auch erst mal. Dachte ich mir so. Ich wollte eh in den Süden Nepals, dort ist es wärmer, und es gibt Regenwald, den man bestaunen kann. Also buchte ich drei Nächte in Chitwan, um dort die heimische Tierwelt zu bestaunen. Und, ja, und um mal endlich wieder heiß zu duschen und einfach mal in einem komplett aufgeheizten Raum zu sitzen. Ich versuche ja meine Ansprüche an die Umstände anzupassen, aber so ein paar Dinge lerne ich gerade sehr lieben. Aber erst mal muss ich dort hin kommen. Ein Ticket im Touri-Bus soll es möglich machen. Dummerweise hatte ich den Platz in der letzten Reihe. Wer mich kennt und die Berge Nepals im Sinn hat, weiß, dass wird schwierig mit den Kurven. Mein Versuch, mit dem Busbegleiter/Kassierer/Platzanweiser zu diskutieren brachte leider nichts, der Bus ist voll, setz dich hin. Nun gut. Es stiegen tatsächlich auch immer mehr Leute ein, sogar mehr, als es Sitzplätze gab. Das lag daran, dass für Kinder offensichtlich ein eigener Platz erst ab zwei Kindern gebucht wurde. Das hatte zur Folge, das neben mir eine Frau mit ihrer, sagen wir, sechsjährigen Tochter saß. Aber eben auf einem Platz. An sich kein Problem. Das wurde es aber, vor allem auch meins. Chitwan liegt ca. 85 km entfernt von Kathmandu. Kein Ding, sollte man meinen. Aber es dauert gute 6 Stunden, um anzukommen. Da ist dieses mit dem auf dem Schoß sitzen nicht mehr ganz so praktisch. Also wurde auch irgendwie mein Schoß mit genutzt. Das wurde noch gefördert durch die Kurven und Schlaglöcher, die nicht nur bewirkten, dass das Gepäck von oben aus den Fächern fiel, sondern das Mädchen auch immer wieder zu mir. Nun, so war ich abgelenkt genug, so dass mein Magen nicht rebellieren konnte. Als wir vom ersten Stop losfuhren, begann eines der beiden anderen noch vorhanden Kinder laut zu weinen. Es wurde hektisch im Bus, gerufen, an die Fensterscheibe zum Fahrer getrommelt. Die Mutter der beiden Kleinen war nicht an Bord. Es dauerte erstaunlich lang, bis der Fahrer den Bus stoppte und man auf die Mutter wartete. Die kam in den Bus, augenblicklich beruhige sich alles wieder und niemand regte sich weiter auf. Ich wusste nur nicht, woran das lag, passiert das öfter, oder ist man hier einfach entspannter, ist ja am Ende nichts passiert.
Endlich angekommen. Rein inˋs Zimmer und unter die Dusche. Nein, raus aus der Dusche, sie wird nicht warn. Ich tappel zur Rezeption, man gibt mir ein anderes Zimmer. Endlich. Ich werde hier jeden Tag heiß duschen, einfach nur, weil ich es kann.
Mein erster Ausflug ist ein Sonnenuntergangs View-Point. Man kann über den Fluss auf den Nationalpark blicken. Das ist tatsächlich sehr schön. Am nächsten Morgen soll es auf eine kleine Fussfahrt gehen. Aber vorher muss ich die kaputte Klimaanlage mit dem Hotel besprechen. Bin eigentlich nicht so piki, aber hier wird es nachts auch sehr kalt und mir war bei der Buchung ein warmes Zimmer und eine heiße Dusche mindestens genau so wichtig, wie die Sichtung eines Nashorns. Ganz in mir drin, sogar ein ganz klein wenig wichtiger. Aber alle hier sind sehr nett und kümmern sich sofort um alles. Nach dem Frühstück ist das bereits erledigt. Auf zum Fluss. Es ist überall Nebel, was zu dieser Jahreszeit üblich ist. Wir warten auf Mitreisende, was ich schade finde, wäre ich doch gern durch den Nebel auf dem Fluss gefahren und der lichtete sich schnell. Mein Guide erklärte mir, dass es besser sei, zu warten. Da es im Wasser in der Nacht wärmer ist als draußen, befinden sich alle Krokodile im Wasser. Erst wenn die Sonne wirklich scheint, kommen sie raus und wärmen sich am Ufer. Als wir in dem kanuartigen Boot nur knapp 5 cm über der Wasseroberfläche dahin glitten, war ich ganz froh, doch später mit der Sonne auf dem Fluss zu sein. Am Nachmittag ging es mit anderen Leuten, ich wurde als Einzelreisender immer irgendwo dazu gebucht, im Jeep auf Safari in den Nationalpark. Der ist riesig, umfasst mehrere Landschaften wir Flussauen, Grasebenen (das wird hier bis zu 7m hoch), Wald und Bergen und geht bis zur indischen Grenze. Wir sahen verschiedene Vögel, Krokodile, und die fast schon üblichen Pfauen. Nur die Phython, auf die der Guide zeigte, die sah ich nicht. Er stieg aus und zeigte aus ca. 2m Entfernung auf irgendwas. Ich sah immer nur noch verschiedene Schattierungen von Grün und Braun, also nichts. Dann nahm er mein Handy, ging noch näher dran und machte ein Foto. Mit dem Foto konnte ich sie endlich entdecken. Wir peinlich. Wir waren auf dem Rückweg, ich genoss die schöne Landschaft und war fein damit, kein Nashorn gesehen zu haben. Ich hatte eine heiße Dusche im Zimmer. Kurz vor Schluss blieben wir abrupt stehen, es gab im hohen Bambusgras ein Nashorn zu bestaunen. Damit nicht genug, ein paar Minuten später sprintete ein Leopard über die Grasflache in das Dickicht. Das waren wahrscheinlich nur fünf Sekunden. Aber die reichten, dass ich wirklich beeindruckt war von der Kraft und Eleganz, die von diesem Tier ausging. Ein Foto hatte niemand. Zu schnell war er und dann auch noch gegen die untergehende Sonne. Später, im Zimmer machte ich die Klimaanlage an und genoss meinen Tee.Read more


























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❤️
TravelerLieber Torsten, du schreibst unglaublich schön. Ganz liebe Grüße
Torsten_Dus.PaDanke, das freut mich.☺️