Music in the Valley
Jan 23–26 in Nepal ⋅ ☀️ 18 °C
Es ist wieder Wochenende! Ich bin mit Kollegen verabredet zum Echo in the Valley Music Festival. Das findet jedes Jahr, eigentlich im wärmeren März statt. Aber da dieses Jahr Wahlen sind am 05. März, hat man es vorgezogen. Gut für mich. Es ist immer an einem anderen Ort im Kathmandu-Tal und bietet eine Plattform für lokale Musiker und mindestens eine internationale, asiatische Größe. Dieses Jahr ist das Dorf Khokana der Austragungort. Also machen sich Mirja, Sahasin und ich mit Taxi und Shuttlebus auf den Weg dort hin. Dort angekommen treffen wir auf viele junge Leute, die durch die Gassen des Dorfes und von Bühne zu Bühne schlendern. Es gibt auch zahlreiche Westler hier, mehr als ich hier bisher zusammen gesehen habe. Überwiegend aber keine Touristen, sondern Auswanderer, Expats, Hängengebliebene. Jedenfalls scheint dies auch das Festival des persönlichen Expressionismus zu sein, so verrückt, wie sich hier manche kleiden. Vor einer Bühne bleiben auch wir stehen. Ich würde es als lokale Volkmusik bezeichnen, sehr tanzbar. Und genau das führt auch dazu, dass die jungen Nepali immer wilder dazu tanzen. Wenn ich die Musik ausblende, würde ich sagen, das hier ist ein Rave. Irgendwann sind auch wir mitten in der Meute, und dann heißt es sich hingeben und zappeln. Essen gibt es an, naja, sehr improvisierten Ständen, was aber dem guten Geschmack keinen Abbruch tut. Wir wollen uns auch was von dem milchig gelben Alkohol kaufen. Mehr aus versehen kauft Mirjam gleich eine ganze Flasche von dem Selbstgebrannten. Was sollˋs. Es schmeckt. Ganz im Gegensatz zu der schwarzen Flüssigkeit, von der wir zum Glück nur einen Becher kaufen, den wir dann in der nächsten Ecke verstohlen wegschütten.
Der Abend und auch alle Anwesenden schreiten zum Höhepunkt. Arko Mukhaerjee & Friends feat. Gaboo aus Indien gibt sich die Ehre. Er ist mit seiner Musik in Asien sehr beliebt, insbesondere da er in 26 Sprachen singen kann. Die Handys werden gezückt, es wir mitgesungen, und es ist fast wie bei jedem Konzert auf dieser Welt. Es gefällt mir, und so lasse ich mich von der Welle mittragen.
Am nächsten Tag bin ich mit Kathrin verabredet. Sie, die Workaholic, hat zwischen zwei Terminen am Sonntag doch Zeit, um in eine kleine Ausstellung in einer Galerie zu gehen. Samrat Joshi ist mit seiner Ausstellung „An Ode to the Valley“ zu sehen, Er macht die hier überall gebräuchlichen Ziegelsteine in Minaturformat nach und gestaltete daraus Mauern mit Bemalung, Häuser oder ganz anderes. Wir finden es beide echt schön. Es gibt den kleinen Ziegelstein auch einzeln in einem Rahmen zu kaufen. Das würde mir doch sehr gefallen als Erinnerung an Kathmandu. Nur leider ist das eine Exemplar bereits verkauft und das andere der beiden unverkäuflich. Schade. Aber wir wären ja nicht in Nepal, wenn nicht pragmatisch Abhilfe geschaffen würde. Die Galeristin nimmt einfach einen losen Backstein eines anderen Kunstwerkes und drückt ihn mir als Geschenk in die Hand. Keine Ahnung, ob das im Sinne des Künstlers ist, aber ich sage nicht nein und freue mich schon darauf, was unser Rahmer des Vertrauens in Düsseldorf mal wieder zu diesem Mitbringsel sagt.
Der Nachmittag geht wieder mit Waschen drauf. Später setze ich mich noch in die letzten warmen Strahlen auf das Dach, um den Blog zu schreiben. Langsam verlässt die Sonne das Kathmandu-Tal und die schwarzen Milane beginnen wieder ihre weiten Kreise über der Stadt zu ziehen.Read more


























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