Plötzlich Endspurt
February 3 in Nepal ⋅ ☁️ 19 °C
Die letzten Tage brachen an. Es wurde fast ein wenig hektisch. Ich wollte bei NSST dringend noch ein paar Dinge beenden, ein paar Leute sehen und am Donnerstag sollte schon Corina kommen. Bis dahin, war nicht mehr viel Zeit. Und ich habe es geschafft! Was? Nun, ich war irgendwie mit dem falschen Bein aufgestanden. Crazy Dog hat wieder sein Bestes gegeben und die gesamte Nacht durchgebellt, bis wieder pünktlich 5:15 am der Tempel nebenan mit viel Geläut den Tag ankündigte. So trottete ich zur Schule und war zunehmend genervt von den Rücksichtslosen Mofafahrer, Autofahrern und sonstigem. Beim Überqueren einer größeren Kreuzung tat ich es dann. Ich ließ alle Regeln des sicheren Querens der Straßen außer acht und stoppte unvermittelt meinen sonst kontinuierlichen Gang und sah dem entgegenkommenden Autofahrer durch die Windschutzscheibe direkt in die Augen. Ich legte all meinen Frust hinein. Und es wirkte. Der Autofahrer war so überrascht, dass er eine Vollbremsung machte. Das führte in der Kettenreaktion dazu, dass die gesamte Kreuzung innehielt, selbst die beiden Nepali, die neben mir auf der Kreuzung standen. Der einzige der dann wieder lief, das war ich. Und dann war ich wieder in meinem Modus – schau nie zurück. Ich bin nicht stolz darauf, aber in mir machte sich eine solche Zufriedenheit breit, dass ich lächeln musste, und das hielt den gesamten Tag an.
Ich ging mit Kollegen noch abends essen, traf Kathrin in Buddha Stupa, die wir dreimal umrundeten und sagte Auf Wiedersehen. Ich hoffe, das werden wir auch, war es doch eine Zeit voll mit phaszienierenden Dingen und spannenden Herausforderungen. Ich machte sogar meinen Frieden mit dem Tempel nebenan, in dem ich ihn endlich besuchte. Teils war ich sogar exakt 5:15 am wach und das Leuten blieb aus. Das verunsicherte mich und ich war schon am Überlegen, ob ich das vielleicht mit dem Bimmeln mal übernehmen sollte. Auch mit Cazy Dog lief es am Ende gut. Der Hund, der sich nachts heißer bellte, war tagsüber eigentlich nie zu sehen. Aber plötzlich war das Bellen zu vernehmen. Ich erkenne es überall. Und da stand er vor mir. Uralt, das rechte Auge fehlt, das linke ist trüb. Er tat nachts einfach sein Bestes.
Nur Taxifahren wird für mich immer eine Herausforderung bleiben, ob nun mit oder ohne App. Irgendwas ist das immer. Am Anfang verwirrte mich, dass die Taxifahrer trozu zusendens des genauen Standortes immer nochmal zurückriefen. Wenn man dann bestätigt hat, dass man wirklich da stehe, setzten sie sich in Bewegung. Kathrin erklärte mir, dass in Nepal immer noch das gesprochene Wort die höchste Bedeutung habe. Egal wie digital etwas schon sei. Hinzu kommt, dass viele nie gelernt haben, eine Karte zu lesen. Google Maps somit schlicht überfordert. Die Orientierung erfolgt hier anders, man muss irgendwas bekanntes in der Nähe aufzählen, wo man hinwill. Selbst das Fahren mit dem Handy und Navigation stellt große Herausforderungen war. Einmal waren wir kurz vor meinem Appartment, Google Maps auf dem Handy des Drivers zeigte an der Kreuzung links oder rechts an – dank Labyrinth war beides gleich schnell. Geradeaus führte es in eine Sackgasse. Der Fahrer hiel, überlegte und fuhr dann, na…, genau, geradeaus. Ich stoppte ihn. Es brauchte eine klare Anweisung. Also fuhren wir auf der Kreuzung zum Vergnügen der anderen Verkerhsteilnehmer rückwärts und bogen links ab.
Krugi kam mit etwas Verspätung in Kathmandu an und hatte nun exakt 24h, um einen Eindruck zu bekommen. Also lief ich mit ihr durch Tamhel und zum Durbar Sqare, was sicherlich Eindruck hinterließ. Abend waren wir noch mit Sneha zu einem letzten Essen verabredet. Als wir fast fertig waren, stand plötzlich Marie im Raum. Großes Hallo und Küsschen mit ihr. Wenig später kam auch noch Tullio dazu. Sneha war eigentlich mit Kollegen von „Terres des hommes“ verabredet. Nachdem wir uns mit meinen italienischen Bekannten ausgetauscht hatten, nahm Sneha uns kurzerhand zu ihren Kollegen und dem Chef, der aus Kalkutta angereist war einfach mit. Nach einem Bierchen trollten wir uns alle, und ich sagte am nächsten Morgen „Auf Wiedersehen in Kathmandu“.Read more






















TravelerWitzig, die Story, dass die Taxifahrer immer zurückrufen, habe ich erst gestern auch von Bekannten, die gerade in Kathmandu sind, gehört. 😁 andere Länder …