• Im Zentrum der Spirtualität

    February 9 in Bhutan ⋅ ⛅ 5 °C

    Wir brechen auf von Wangduephodrang in das Zentrum des Landes, nach Trongsa. Und das in jedem Sinne – geografisch, da es nun mal die Mitte ist – spirituell, da es hier die höchste Dichte an Tempeln und Klöstern des gesamten Landes gibt – und royal, wurde das Königreich doch von den ersten beiden Königen der aktuellen Dynastie von hier aus regiert und stammt die aktuelle Königsfamilie von hier. So werden wir auch drei Tage hier verbringen, da es viel zu sehen gibt. Unterwegs machen wir halt am Chendebij Chorten, einer großen Stupa. Stupas haben hier entweder die Funktion, einen Ort zu schaffen, an dem gebetet und Opfergaben dargeboten werden, oder sie sind gleichzeitig auch eine Art Pin, der in den Boden gerammt wurde, um böse Geister, die das Land terrorisieren, festzuhalten. Eine Legende besagt, dass ein böser Geist, eine Hexe, so groß wie der Himalya immer wieder Menschen verschlang und Ernten ausfallen lies. Diese Hexe wurde mit, na wie vielen Stupas festgezurrt? Mit 108 natürlich. Diese sind über ganz Bhutan bis Tibet und Nepal verteilt und ergeben auf der Karte verbunden die Umrisse einer liegenden Frau. Diese 108 Stupas wurden alle am selben Tag errichtet. Ich meldete leise meine Zweifel an, die aber sofort mit dem Hinweis von Dorji zerstreut wurden, dass der verantwortliche Heilige dies in seiner Erscheinung mit 1.000 Armen vollbracht hätte. Das ändert die Situation natürlich. Es ist erstaunlich, wie lebendig diese Geschichten heute noch sind. Auch das gab, gibt es alles in Europa, auch hier hat der christliche Glaube viele dieser alten heidnischen Geschichten aufgenommen und adaptiert. Aber sie sind nicht mehr solch ein lebendiger Teil unserer Kultur. Hier ist das anders. Auf Schritt und Tritt begegnen wir Geistern, Heiligen, Buddha und anderen. Es ist phaszinierend und verwirrend zugleich.

    Auf dem zweiten Bild, das nette Gartenhäuschen ist kein solches, sondern ein Raucherhäuschen und eher ein schreckliches. Rauchen wir bis zum Ausbruch von Covid verboten, egal wo. Dann wurde es während der Pandemie erlaubt. Warum? Ganz einfach - man wollte den regen Schmuggel der Rauchwaren, der über die inidische Grenze abgewickelt wurde, unterbinden, um die Gefahr der Einschleppung des Virus zu unterbinden. Das hat wohl nur mäßig geklappt. Jetzt wollte, konnte man nicht mehr zu dem Verbot zurück. Zumindest zu dem Umfassenden nicht. Aber es ist deutlich unangenehm, in Bhutan rauchen zu müssen. Denn es ist selbst an der frischen Luft nicht erlaub. Man muss eines dieser Häuschen, Kammern oder sonstiges in den Hinterhöfen finden und da drin seiner Lunge was "Gutes" tun.

    In unserem Hotel, welches nicht gerade klein ist, sind wir die einzigen Gäste. Ist halt noch Nebensaison. Das ist meistens ganz praktisch, da wir oft die einzigen Touristen sind. Der Nachteil ist, dass es noch recht kalt ist überall. Aber hier haben wir im Zimmer einen eigenen Ofen, den ich immer schön zum Glühen bringe.

    Was haben wir gesehen?

    -       Chendebji Chorten

    -       Tongsa Dzong
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