• Andere Länder, andere Sitten

    10 febbraio, Bhutan ⋅ ☁️ 2 °C

    Wir sind weiter im und rund um das Bumthang Valley unterwegs. Und wieder gibt es jede Menge Geschichten und Erzählungen rund um den Buddhismus. Dorji erwartet langsam, dass wir die Statuen erkennen und mit Namen benennen. Das ist auf Grund der verschiedenen Erscheinungsformen, die ein und derselbe Heilige annehmen kann schon mal nicht so einfach, und die komplizierten Namen erschweren es zusätzlich. 1,5 von dreien (auch hier sind es interessanterweise meist drei Heilige, die zusammen auf dem Altar stehen) schaffen wir. Der halbe zählt, da ich zumindest die Geschichte zu dem Heiligen, aber nicht seinen Namen weiß. Dorji ist nicht ganz zufrieden. Wir auch nicht. Er gibt sich echt Mühe mit uns.

    Auf den Fotos sieht man oft bunte Fähnchen, die fröhlich im Wind flattern. Das sind Wind-Fahnen. Die werden möglichst in hohen Höhen, möglichst nah an heiligen Orten aufgehangen, um Wünsche zu erfüllen oder für etwas zu beten. Sie sollen im Wind hängen, damit sie langsam aufdröseln und jede Faser vom Wind davon getragen wird und den Wunsch weiterträgt. Etwas anderes sind die an langen, aufrecht stehenden Stangen befestigten Gebetsfahnen. Sie werden aufgestellt, wenn jemand gestorben ist. Eine ganz bestimmte Anzahl – na, wie viele? Genau, es sind 108. Sie werden drei Jahre lang stehen gelassen, wobei sie jedes Jahr, also zweimal, erneuert werden. Auch hier denkt man an die Umwelt, die Stäbe können nach den drei Jahren von anderen weiter verwendet werden. Ich frage Dorji, woher man weiß, wann die drei Jahre vorbei sind. Diese Frage hat offensichtlich noch niemand gestellt, er überlegt eine Weile und bleibt die Antwort schuldig. Vermutlich weiß man das in der Gegend als Nachbar einfach. Ansonsten werden die Leichname in der Nähe eines Flusses verbrannt und die Asche wird in den Fluss gegeben, damit auch sie in der Reinheit weiter fließen kann.

    Auf dem Rückweg zum Hotel kommen wir mit dem Auto an einem am Straßenrand sitzenden Schäfer mit zwei wunderschönen Tibetanischen Mastiff vorbei. Einer der Hunde fühlt sich berufen, uns zu folgen und rennt bellend hinter uns her. Er holt uns tatsächlich ein, obwohl wir 30 km/h fahren, überholt uns....und war nicht mehr gesehen. Ich schaue zurück und sehe den Hirtenhund humpelnd auf der Straße. Ich rufe nach vorn, dass wir gerade den Hund angefahren haben, in der Erwartung, dass wir anhalten. Das machen wir aber nicht. Statt dessen schlägt sich der Fahrer mit der linken Hand immer wieder an seinen Kopf und murmelte etwas für mich Unverständliches. Dorji ragiert gar nicht. Das verwirrt mich so sehr, dass ich erst wieder reaktonsfähig werde, nachdem wir ca. 2 km weiter waren. Ich sage nichts. Das Ganze beschäftige mich aber dermaßen, dass ich beschloss, Dorji im Hotel darauf anzusprechen. Ich wollte es zumindest verstehen. So versuchte ich möglichst nicht anklagend herauszufinden, warum wir nicht angehalten haben. „Die Hunde gehören meistens Keinem, da ist nichts weiter“ „Äh, es war offensichtlich, dass dies keine wilden Hunde waren und sie zu dem Schäfer gehörten“ „Ja, schon, aber wenn es schlimm gewesen wäre, hätten wir ihn zum Arzt gefahren.“ Es hatte keinen Zweck, hier prallten Welten aufeinander. Ich erläuterte noch, wie in Deutschland damit verfahren werden würde und beließ es dabei. Wäre das Bruno gewesen, wäre die Hälfte von mir gestorben. So ging ich den Schäferhund des Hotels streicheln, der, welch Zufall, auch Bruno hieß (der Hund des Hotels davor im Übrigen auch schon!) und hier mit seiner „Frau“ und einem Welpen lebte. Eine zuckersüße Familie.

    Was haben wir gesehen?

    -       Jakar Dzong

    -       Jambay Lhakhang, aus dem Jahr 659, hier wird auch gern mal nackt getanzt

    -       Kurjey Lhakhang, eine Pilgerstätte zu Ehren von Guru Rinpoche

    -       Das Kloster Tamshing Goemba
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