Ein dot auf der Weltkarte
11 febbraio, Bhutan ⋅ ⛅ 24 °C
Der See, den wir heute besuchen, ist eher eine Erweiterung und Vertiefung eines Flusses, aber er heißt nun mal Mebar Tsho, also so viel wie Brennender See. Der Name kommt daher, weil der Heilige Pema Lingpa in die Tiefen hinabgestiegen ist mit einer brennenden Butterlampe. Im Gegensatz zu zwei Touristen aus dem vergangenen Jahre und dem sie retten wollenden Guide, die alle drei gestorben sind an dieser Stelle, kam Lingpa wieder lebend hervor. Er hatte nicht nur die noch brennende Butterlampe in seiner Hand, sondern auch Schätze wie heilige Schriftrollen und Relikte mit nach oben gebracht. So ist dies ein sehr heiliger Ort geworden, an den viele Menschen pilgern. So heute auch drei Mönche. Sie wollen so nah wie möglich am Wasser ihre Räucherstäbchen abbrennen und damit sie nicht in die Fluten stürzen, legen sie sich alle übereinander. Wenig später sehe ich sie alle auf dem Felsen nebeneinander stehen, und jeder von ihnen hat ein Handy in der Hand. Ich wollte gerade innerlich entrüstet sein, als ich merke, dass sie alle drei beten und die Texte dazu von ihren Bildschirmen ablesen. So geht das heute.
Über den 3.600 m hohen Serthang-La Pass geht es zum Ura Valley, wo wir ein wenig wandern. Zur Freude von Corina geht es fast nur bergab. Auf der Wanderung kommen wir mit Dorji ein bischen ins Gespräch. Ich versuche etwas mehr, das Land zu verstehen. Irgendwie beschleicht mich aber das Gefühl, als ob bei einigen Fragen, nicht so ganz die Wahrheit gesagt wird. Es ist tatsächlich nur eine Vermutung, aber selbst groß geworden in einem Land, in dem nicht zu jederzeit zu jedem alles gesagt werden durfte, ist das Gefühl vielleicht nicht zu weit hergeholt. Dorji spricht davon, wie gut es ist, dass der König die Macht zum Teil abgegeben hat, und er selbst aus der absoluten Monarchie eine konstitutionelle Monarchie entwickelt hat. Besonders schätzt er, dass der König selbst als erfahrener Leader immer noch zur Verfügung steht, wo doch kein anderer mit Erfahrung da ist. Die spirituelle Macht hat der oberste Priester. So wird sich die Macht geteilt im Land. Was passiert, wenn sich König und Priester mal nicht einig sind? Das kommt nicht vor, da das eine ja politisch, das andere geistlich ist. Aha, in einem Land, dass wie kaum ein anderes Religion und Staat miteinander verbindet. Das behalte ich für mich. Auch die umfassende Abhängigkeit zu Indien wird nicht so richtig kritisch gesehen. Man musste sich eben zwischen dem Nachbarn im Norden, China und dem im Süden, Indien, entscheiden. Da war relativ klar, wohin Bhutan tendiert. Bhutan hat kaum eigene Industrie, so dass alles, aber auch alles, samt fehlenden Nahrungsmitteln von oder über Indien importiert wird. Dorji meint, es sei klar, dass sie nur ein kleiner Punkt zwischen diesen beiden Staaten darstellen. Solange nur einer was von Bhutan wolle, würde der andere das verhindern. Das Problem kommt dann, wenn beide Großmächte aufeinander losgehen würden. Dann wäre Bhutan innerhalb eines Tages wohl Geschichte. Hoffen wir mal, dass es nicht soweit kommt.
Was haben wir gesehen?
- Mebar Tsho
- Ura Valley
- Kenchosum Lhakang (Tempel)Leggi altro






















