Die Kraniche ziehen weiter
12 febbraio, Bhutan ⋅ ☁️ 8 °C
Wir ziehen weiter von Bumthang nach Gangtey. Das liegt im 3.000 m hohen Valley of Phobjikha. Dieses Tal hat mich durch seine wilde, aber irgendwie auch sehr sanfte Schönheit sehr beeindruckt. Ich kann verstehen, dass so elegante Tiere wie die Grus Nicricollis von der tibetanischen Hochebene hierherfliegen, um ihre Winter hier zu verbringen. Ja, die Grus Nicricollis, oder auch weniger geheimnisvoll, die Schwarznacken-Kraniche. Wunderschöne Tiere. Es waren auch noch ein paar zu beobachten. Etliche hatten sich schon wieder in die Sommerfrische auf den Weg über den Himalaya nach Tibet gemacht. In einem Informationscenter leben zwei von ihnen. Der eine wurde verletzt und kann nicht mehr fliegen. Die andere war auch verletzt, blieb aber zu Begleitung des anderen. Beide sind Freunde, ob mit gewissen Vorzügen ist nicht bekannt. Es gibt jedenfalls keinen Nachwuchs. Die Verletzung wurde übrigens durch einen Leoparden verursacht. Die streifen hier immer wieder von den Bergen kommend in der Nacht im Tal herum. Wir sahen auch ein von ihnen gerissenes Pferd, an dem sich die Krähen und großen Geier gütlich taten.
Heute übernachten wir im zweiten Homestay. Wieder kann die Herrin des Hauses leider kein Englisch. Und wieder gibt es den hausgemachten Reiswein Arag. Da wir das letzte Mal etwas mit dem Rührei haderten, das darin rumschwamm, macht die Zubereitung dieses Mal unser Driver selbst und verquirlt alles so, dass der Wein trüb, aber nicht eiig ist. Viel besser. Wir trinken eins zwei Tässchen. Und merken, dass der Wein in der Tat überall anders ist, auch in den Prozenten. Die beiden Tassen hauen rein wir Schnaps. Wir merken es zu spät. Dorji erinnert nochmal daran, dass wir ihm noch schuldig sind, ein deutsches Liebeslied zu singen. Er liebt bhutanesische Liebeslieder und hat uns schon alles Mögliche im Auto vorgespielt und vorgesungen. Bisher hatten wir immer eine Ausrede. Was sollten wir singen? Was von Roland Kaiser? Wir verweisen auf Textschwierigkeiten und fehlendes Internet. Schwups, wir haben das Handy des Drivers in der Hand. Mist. Wir googeln und fangen kläglich was zu singen an. Einmal im Schwung lassen wir ein Lied nach dem anderen laufen und kommen so von Max Giesinger über Helene Fischer bis zu den Toten Hosen und „An Tagen wie diesen“. Da können wir wieder mitsingen. Ich erläutere, wer die Toten Hosen sind („Death peants – thatˋs still funny enough), was das Lied für Düsseldorf bedeutet, und währenddessen fällt mir ein, dass heute Altweiber ist. Das erkläre ich dann auch gleich mit, also ich versuche es zumindest. Und schon spielen wir die Gassenhauer des Karnevals mitten im Valley of Phobjikha. Es macht eine herrliche Freude, und ich beginne tatsächlich den Karneval etwas zu vermissen, was ich bis dato gar nicht tat. Es war ein feuchtfröhlicher Abend. So wie es sein sollte am Karneval. Wir gingen zu Bett, in der Hoffnung, vor den herumtiegernden Leoparden in Sicherheit zu sein.
Was haben wir gesehen?
- Black Necked Crane Information Center
- Gangtey Goempa (Kloster)
- Gangtey Nature TrailLeggi altro


























ViaggiatoreEs hat den Anschein, dass die Temperaturen immer noch kalt sind. Bei uns lacht seit Mittwoch die Sonne und die ersten Frühjahrsvorboten wagen sich heraus.
ViaggiatoreRoland Kaiser und Co am anderen Ende der Welt😀Großartig!!