• Am Ende nur noch die Hühner

    17 febbraio, Vietnam ⋅ ☁️ 25 °C

    Das Jahr des Feuerpferdes hat nun also gestartet. Eine Kombination aus einem Element (Feuer) und dem Jahres-Tier (Pferd), wie sie maximal alle 60 Jahre vorkommt. Und viele versprechen sich so einiges von ihm, gilt die Kombination doch für rasante Veränderungen und Durchstarten. Aber, wie eine Bekannte mir schrieb, es nützt das wilde Feuer nichts, wenn es nicht doch eine gewisse Kontrolle erfährt, verbrennt es doch sonst einfach alles. So braucht es auch die anderen Elemente, vor allem die Erde, um das Feuer zu lenken. Mir scheint, sie hat recht und wohl dem, der von allem etwas in sich trägt.

    Wie auch immer, das neue Jahr wird hier zelebriert wir nix, erst recht ein so besonderes. Die eh schon farbenfrohe Umgebung wird noch bunter und vor allem roter, der Hauptfarbe Vietnams. So liefen wir durch die Straßen Hanois und ließen uns treiben im Gewühl der Stadt. Allerdings war das tatsächlich auf Sparflamme gegenüber normalen Tagen. Wir fanden den Tacken mehr Ruhe ganz angenehm. Auf dem Weg zum Mausoleum von Ho Chi Minh, dem ersten Präsidenten von Vietnam, der, naja, ein wenig gegen seinen Willen dort mumifiziert ausgestellt wird, wurde mir vom Sicherheitspersonal solange an meiner kurzen Hose herumgezogen, bis sie über mein Knie reichte. Dann durfte auch ich das Gelände betreten. Es gab da, auch auf Grund fehlender Sprachkenntnisse, einen kleinen Moment der Irritation bei mir, wusste ich doch nicht sofort, wohin diese Aktion führen sollte. Die Mumie hatte heute, da Feiertag, auch ihre Ruhe. Es sei ihr herzlich gegönnt. Keine Pause hatte dagegen die Train-Street, auf der die Züge nur Zentimeter an den Häusern vorbeifahren. Dank Insta nun ein absoluter Hot Spot. Aber irgendwie auch ganz gut. Man sitzt mit seinem Cocktail am Gleis, kommt mit den Ladys (sie nannten sich selbst so) von nebenan ins Plaudern und wartet, bis der Zug vorbeirattert. Dann ist alles schnell vorbei und vor allem die Reisegruppen, immer in Eile, verschwinden sofort und hinterlassen nur noch das Geflügel, welches die Reste aufpickt.

    Was uns auch sehr gefällt ist das Streetfood. Mit der Zeit fanden wir heraus, dass die kleinen Läden am Besten sind, die möglichst viele Einheimische an den niedrigen Tischen mit den Stühlchen versammeln, am unattraktivsten aussehen (Neonlicht, Plastikmöbel, mitten auf dem Weg), aber sauber in der Küche sind. So fanden wir fast immer hervorragendes und vor allem preiswertes Essen. So kann man den Tag verbringen.
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