Zwischen den Zeiten
24–26 feb, Vietnam ⋅ ☁️ 23 °C
Die relativ ruhige Nacht wurde durch den Wecker von Corina beendet. Ich schaute auf mein Handy – 6 Uhr. Was stimmte mit ihr nicht? Ich beschwerte mich und bekam zur Antwort, dass es bereits 7 Uhr sei. Hä? Ich lege mein Handy weg, auf die andere Seite des Bettes. Der Alarm, der 7 Uhr losgehen sollte, ging nun los. Denn plötzlich war es auf meine Handy 7:02 Uhr. Ich nahm das Handy wieder. Und es teilte mir mit, dass die Zeitzonen gewechselt hat. Jetzt befinde ich mich wieder in der indochinesischen Zeitzone, es ist 6:03 Uhr. Ich hatte also, je nachdem auf welche Seite des Bettes ich mich die Nacht über wälzte, in der chinesischen oder der vietnamesischen Zeitzone verbracht. Ob das mein Körper so einfach mitmacht? Erst mal duschen.
Wieder fuhren wir im hohen Norden Vietnams in unmittelbarer Nähe der chinesischen Grenze entlang. Das Verhältnis zwischen beiden Ländern ist recht angespannt. In Lung Cu konnten wir auf eine Turm klettern, der Teil eines Denkmals für den Krieg zwischen China und Vietnam von 1979 ist, der auf beiden Seiten viele Opfer forderte. An den Berghängen konnte man auf der anderen Seite des Flusstales auch mit bloßem Auge einen Zaun erkennen, den China an der Grenze vor ein paar Jahren neu errichtet. Warum? Darauf bekam ich keine Antwort – die Chinesen seien halt so, die geben keine Begründung für ihr Verhalten. Auf das Verhalten der Menschen hier hatte das aber enormen Einfluss, war es doch vor dem Zaunbau so, dass ein freiere Grenzübertritt es ermöglichte, Freunde einfach in beiden Ländern zu besuchen und abends auch mal auf ein Bier vorbei zu kommen. Das geht nun nicht mehr.
Unsere Reise ging weiter durch eine der für mich schönsten Landschaften, die ich . Abends aßen wir wieder gemeinsam, tranken ein Bier und zwei Gläschen „Happy Water“. Wir wussten nun schon, dass dies genau die Menge war, die es bei May Tork brauchte, dass er angetrunken genug war, plötzlich einem fort zu erzählen, wenn das Englisch nicht ausreichte, dann eben mit Händen und Füßen. Irgendwie süß. Am nächsten Morgen war er dann wieder wie ausgewechselt. Auch das Wetter hatte am letzte Tag gewechselt. Es nieselte und wuchs sich zu regen aus. Aber wir waren schon längst auf dem Rückweg, also alles gut. Einen Berghang weiter war statt des Regens plötzlich Nebel. Der von der ganz dicken und blickdichten Sorte. Man konnte keine dreißig Meter weit sehen. Das war etwas unheimlich, denn plötzlich schien es, als wären May Tork und ich nur noch allein mit dem Motorrad unterwegs auf der Welt, denn auch die Geräusche schien von der weißen Masse verschluckt zu werden.
Gegen Mittag kamen wir wieder Ha Giang an und aßen zusammen Lunch mit unseren Fahrern und dem Agenturinhaber Mr. Vu, bevor wir wieder einen Sleeper nach Hanoi bestiegen. Das war ein sensationeller Trip gewesen. Ich kann Nordvietnam, auf welche Weise auch immer, nur empfehlen zu bereisen. Hanoi Airport war aber nun erstmal unser Ziel, ein Hotel, von dem aus man direkt auf die Landebahn schauen konnte. In der Suppenküche nebenan zeigte es sich wieder, dass es doch manchmal schwieriger als gedacht ist, in Vietnam vegetarisch zu essen. Das Wort vegatrisch brachte so rein gar nichts, also die Bestellung vereinfachen „Soup no Chicken, please.“ „No chicken?“ „Yes, please.“ „Beef?“ „No Beef“ „Ähhh“. Die Suppe, die eine Minute später kam, hatte auch all das nicht drin, aber auch nicht viel mehr….Nudeln, Sojasprossen und drei grüne Blätter Koriander. Das gute bei den vietnamesischen Nudelsuppen ist aber, dass in der Regel die Brühe der eigentliche Star ist. So auch hier. Es war lecker, machte satt und das für 60 Cent. Was will man mehr?Leggi altro



























Viaggiatore
Hallo Torsten, wie man sieht geht es dir gut 👍 hast schon viel gesehen und erlebt. Genieß weiterhin die tolle Zeit. Liebe Grüße Maria
Viaggiatore
Sind das zwei süsse