• Neue Schlüpfer aus Saigon

    1–3 mar, Vietnam ⋅ ⛅ 32 °C

    Saigon, Ho Chi Minh City oder doch lieber Saigon? Je nach dem in welchem Teil Vietnams man diese Frage stellt, wird man eine andere Antwort bekommen. Und um diese Antwort zu verstehen, ist es gut, ein wenig tiefer in die Geschichte dieses Landes einzutauchen. Da ich hier niemanden mit Lehrstunden langweilen möchte, was bei Wiki eh besser nachzulesen ist, hier nur die Antwort: Wir waren nun in Ho Chi Minh Citiy angekommen, wo es besser war, von Saigon zu sprechen. Hört sich auch viel besser an. Eine lebhafte Großstadt, das Zentrum des Südens und die Finanzkapitale des Landes. Ich hatte uns in einem der Hochhäuser einquartiert mit einem guten Blick über die Stadt. Aber um sie kennen zu lernen mussten wir auf jeden Fall wieder runter und raus in die Hitze. Die war gewöhnungsbedürftig. Für den Abend hatten wir eine Food-Tour geplant. Für mich gibt es kaum eine bessere Art, eine neue Stadt zu erkunden. Aus drei Gründen: 1. Man kommt in Ecken und erfährt Dinge, die selbst eine Stadttour auslässt. 2. Man geht in „Restaurants“ und Ecken, in die ich mich nie getraut hätte. Und weiß so, wo man die Tage noch mal hinkann. Und 3. Es bietet eine hohe Chance, recht interessante Leute kennen zu lernen. Wir wurden von unserer Guide-in abgeholt. Sie eröffnete uns, dass wir jetzt erstmal ein Taxi rufen, um zu den anderen zu gelangen. Es seien heute drei Guides unterwegs. Drei? Ja, die Gruppe sei sehr groß. Oh je. Als wir dann ankamen, bestand die Gruppe aus 5 weiteren Mitessern und eben den drei Guides. Das fing gut an. Und wurde immer besser. Es waren zwei Franzosen und eine Manilerin, die für eine Firma in Singapore arbeiten und Work-Nomaden waren und ein Paar aus Australien. Eine lustige Mischung, die durch die sehr unterhaltsamen Guides noch angenehmer wurde. So liefen wir durch den abends noch chaotischeren Verkehr und gaben uns den Köstlichkeiten hin. Nach dem Überqueren einer großen Straße kam ein Guide auf mich zu und bemerkte, dass ich doch so entspannt sei bei dem Chaos auf der Straße, ich wirke wie ein Local. Yeeessss, ich bin in Kathmandu auch durch eine echt harte Schule gegangen.

    Den nächsten Tag stürzten wir uns wieder in die Hitze, um die Stadt weiter zu erkunden. Es war nun schon unsere dritte Großstadt in Vietnam. Und ja, sie hatten natürlich alle ihre Eigenheiten, aber so richtig anders oder schön würde ich keine bezeichnen, aber spannend, im positiven Sinn interessant auf jeden Fall. Und man bekommt alles, was man braucht und nicht braucht. So auch  Schlüpfer. Meine hatten Löcher. Ja, will keiner hören, aber das gehört zum langen Reisen dazu. Also auf in das Marktgetümmel. Ein paar Bunte von „Calvin Klein“ erregten meine Aufmerksamkeit. Ich erregte den Verkaufsmodus der Standbesitzern und schon wurde gefeilscht. Ist ja meine absolute „Lieblingsbeschäftigung“. Was soll´s, will ja niemanden beleidigen und auch nicht das Doppelte bezahlen. Als ich an der Qualität rummäkelte, wurden mir noch andere Teile präsentiert. Die gab es aber nicht in ausreichender Quantität. Aber hier gibt es ja für alles eine Lösung. Die Schwester wurde gerufen. Sie würde noch welche besorgen, dauert nicht lang. Aha, wo geht sie denn hin? Oben an der Ecke, in den CK-Flag Ship Store? Wir wurden uns handelseinig. Und sobald das Geschäft in Sack und Tüten war, die Schlüpfer ja noch nicht, wandelte sich die harte Geschäftsfrau augenblicklich in die nette Dame von nebenan. So plauderten wir bis zur Rückkehr der Schwester über Vietnam, Deutschland, das Wetter und sonstiges. Eigentlich ja ganz schön, aber manchmal will ich auch einfach nur Unterhosen zum Festpreis kaufen. Auf dem Rückweg gönnten wir uns noch Schneeflockeneis, eine Empfehlung der Food-Toor. Das war ein riesiger Becher voll mit geraspelten Eis, das wie Schneeflocken aussah. Ich löffelte stundenlang und genoss die Schmelze und hatte zum ersten mal Gefrierbrand im Kopf.
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