• Nicht schon wieder Hunde!

    March 3 in Vietnam ⋅ ⛅ 34 °C

    Heute wollten wir Geschichte etwas hautnaher erleben. Dazu begaben wir uns mit einer kleinen Truppe zu den Ben Duoc Tunneln in Cu Chi. Dies ist ein Teil der über 250 km langen Tunnelanlagen, die von den Viet Cong gebaut wurden, um darin zu leben und von dort aus gegen die US Armee im Vietnam Krieg, der 20 Jahre in dem Land tobte, zu kämpfen. Ein kleiner Teil der Höhlen ist für Touristen zugänglich. Es sind auch die eher „breiten“ Gänge, die man besichtigen kann. Eigentlich ist alles nur halb zu groß. Aber allein schon diese Gänge erzeugen, wenn man darin war, ein sehr beklemmendes Gefühl. Die Vorstellung, hier über Jahre zu leben, ging über meine Vorstellung hinaus. Wie so oft, wenn Mangel herrscht, wird der Mensch sehr erfinderisch. So wurden all die Materialen, die von den USA zurückgelassen bzw. erbeutet wurden, verwendet. Aus den Hüllen der Bomben wurden Hämmer und Äxte gebaut, um die Höhlen zu erweitern, aus den Reifen der Militärfahrzeuge wurde Schuhe und andere Dinge fabriziert. Ebenso erfinderisch waren der Viet Kong bei der Errichtung von Menschenfallen. Aber das US Militär zog nach und entwickelte wiederum geeignete Gegenmaßnahmen. Ein tödliche Spirale ohne Ende. So waren die Eingänge zu den Tunnelsystem der Viet Cong kaum zu sehen. Aber Hunde konnten die Menschen riechen und machten schnell die kleinen Löcher in der Erdoberfläche aus, oder die Belüftungssysteme mit den Bambusröhren, die an der Oberfläche durch Termitenhügel verdeckt waren. Dagegen gingen der Viet Cong wiederum mit Chillipulver vor, welches die Hunde außer Gefecht setzte. Es war ein Krieg mit hohen Verlusten auf allen Seiten. Die USA brachten 5.000 Hunde über die Jahre nach Vietnam. Zurück kamen davon nur 300.

    Ja, ich weiß, es nervt schon, immer wieder Hunde und Bruno. Aber oft fange ich gar nicht davon an. Ich werde geradezu gezwungen, darüber zu reden. Bsp.: Der Guide sprach weiter von Hunden. Er erläuterte, dass sie auch genutzt wurden, Giftiges von Essbaren zu unterscheiden. So bei Pilzen, wenn die Hunde sie nicht anrührten, Finge weg. Ich sagte nichts. Dann ergänzte er noch, dass Huskys dazu nicht geeignet seien, da sie alles fressen würden, was man ihnen vorsetzt. Ich sagte weiterhin nichts! Es entspannte sich eine Diskussion über Huskys und ihr Essverhalten. Ich hielt tapfer meinen Mund. Das Gespräch ging weiter darüber, wie sich Huskys verhalten und was sie ausmacht. Sorry, aber ich konnte nicht mehr. Ich schien der Einzige zu sein, der aus erster Hand was dazu beisteuern konnte und das tat ich dann auch. Was sollˋs, er ist nun mal Teil meines Lebens. Auch hier im vietnamesischen Dschungel.

    Neben mir im Bus saß, „zufällig“ wie das eben so ist, Céline aus Nizza. Sie war mittlerweile mit ihrem Mann nach Thailand gezogen. Der saß im Hotel und musste arbeiten. Céline hatte etliche Jahre in Frankreich und Berlin für TEC-Companys gearbeitet. Anfangs machten ihr die 12h Tage Spaß, doch irgendwann begann sie sich zu verändern und durch Anstöße von außen merkte sie, dass sie kurz davor war, zusammen zu brechen. In einem 4 jährigen Prozess war sie dann auf der Suche nach einer neuen, für sie passenden Art des Lebens. Manches funktionierte, manches nicht. Jetzt war sie happy, bildete sich in Psychologie weiter und hilft nun anderen professionell mit den richtigen Fragen andere auf ihren Weg zu begleiten. Wir wechselten auch kurz auf Französisch, da mein Gehirn nicht so dafür geeignet ist, zwischen den Sprachen zu springen, ging es schnell zum Englisch zurück. Immerhin lies sich Céline dazu hinreisen, zu behaupten, sie hätte fast keinen Akzent bei mir bemerkt. Ok, Céline, die nächste Flasche Wasser geht auf mich.
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