Wer ist denn dieser Merz?
March 8 in Cambodia ⋅ ☀️ 34 °C
Tai Chi bei Sonnenaufgang, das sollte es sein. Also früh den Wecker gestellt, aufgestanden, Sportsachen an, rauf aufˋs Deck, einen Café gezogen, der Tote erweckt und mitgemacht. Tai Chi wollte ich schon immer mal probiert haben. Leider gab die Trainerin keine Anweisungen, da sie kein Englisch konnte. So folgten wir einfach ihren Bewegungen. Naja, eben nicht so einfach. Wir, das waren die beiden Schottinnen, Joyce und Elonore, Krugi und ich. Eine halbe Stunde. Dann war die Sonne auch oben, die Hitze da und wir unter der Dusche. Das hat Spaß gemacht, also wurde der Wecker für die gesamte Woche auf 6h15 gestellt. Den Australier konnte ich, sehr zur Verwunderung seiner Frau, auch einmal dazu animieren, war er doch sowieso immer 5h morgens wach. Er wechselte sich dann mit seiner Frau ab. Die Kerngruppe, wir vier, waren aber immer dabei, für einen smoothen Start in den Tag.
Die Vormittagsexkursion ging in ein Dorf namens Peam Chi Kang. Wir lernten, wie aus Aluminium Kochgeschirr produziert wurde. Das rotflüssige Aluminium kam aus einem feurigen Loch in der Erde, wodurch die eh schon warme Luft noch heißer wurde. Wir schlenderten noch über einen Markt, ganz allein. Das ist erwähnenswert, da hier alles in einem geschützten Rahmen abläuft. Das amüsierte mich schon fast ein wenig. Im Dorf begleitete uns auch immer mit gebührendem Abstand der lokale Dorfpolizist auf seinem Motorrad. Ich denke jedoch nicht, das dies der Grund, war, dass wir auf wirklich sehr freundliche und interessierte Menschen trafen. Den Abschluss bildete eine Heuschreckenverkostung. Die Australier und wir langten reichlich zu. War es doch beste und frischeste Ware von der Heuschreckenfarm gleich 200m weiter. Der Nachmittag ging mit Reisnudelproduktion (immer schnell verbrauchen) und Seidenweberei drauf. Und einer Performance der traditionellen Martial Art Form, dem Bokator. Beeindruckend vorgeführt vor der örtlichen Kampftruppe. Da Sonntag war, kamen auch alle Kinder zusammen und sangen zwei Lieder aus ihrer Schule. Ich hoffe, sie haben nicht allzu viel Zeit mit Üben verbracht. Es war laut, es war schief, es war mit innbrunst.
Beim Dinner brachte ich kurz unsere beiden Engländer zum schwitzen. Naja, sie mich auch. Es ist für mich immer etwas schwierig, wenn so völlig kontextlos, quasi random, Fragen an mich gestellt werden: „????dkdio!!?“, „Ähm, sorry?“ „Was hälst du eigentlich von $%§$“, „“Oh, Iˋm sorry, what, who?“. Etwas konsterniert beginnt der Gatte mit seiner Frau zu sprechen, alle am Tisch haben Fragezeichen im Gesicht. Erst aus dem flüsternd geführten Gespräch des Paares kann ich entnehmen, dass er wissen wollte, was ich von unserem Kanzler Merz halte (er fragte seine Frau, ganz unsicher geworden, ob der denn Merz heißen würde). Ich überlege kurz, ob ich weiter so tun sollte, als habe ich nichts verstanden, gab dann aber verkrampft eine Antwort. Das sollte sich die kommenden Tage wiederholen. Ich begann Gespräche zu lieben, die nicht ständig und plötzlich das Thema wechselten. Wer es am längsten mit uns aushielt, waren die beiden Schottinnen. Zwei sehr symphytische ältere Ladys, die auf Grund ihrer Vita wussten, wie es ist, wenn man eine andere Sprache sprechen muss.Read more

























