• Eis, Eis, Eis!

    24.–26. mar., Taiwan ⋅ ☀️ 27 °C

    Die Südspitze Taiwans ist ein Paradies für Wellenreiter, Naturliebhaber und Überhaupt für Liebhaber. So entschieden wir, zusammen mit ChatGPT, hier ganze 5 Nächte zu verbringen und einen auf Ruhig zu machen. Ich hatte ein Hotel etwas abseits von Kenting gebucht, in der Nähe des Chuanfan Rock, einem bekannten Felsen in Meer. Meine Hoffnung, dass es hier ruhiger sein würde, erfüllte sich. In der weitläufigen Hotelanlage waren wir die Einzigen für diesen Tag. Da wir auch länger als üblich blieben, gab man uns ein besseres Zimmer. Es gab für jeden Gast jeden Tag eine Kugel Icecreme und da wir ein Viermanzimmer hatten, gab es für uns jeden Tag zwei Kugeln leckeres Eis. Ich liebte das Hotel jetzt schon. Die Dame an der Hotelrezeption musste tausend Fragen von uns beantworten. Wir hatten nicht sonderlich viel geplant und holten das gerade nach. Fahrradmieten ging irgendwie nicht so ganz, aber am Ende sollte es ein Auto für zwei Tage sein. Den ersten Tag gaben wir uns aber der Sonne, dem Strand, dem Eis und dem Schreiben hin. Der Strand war mein High-Light. Ich hatte eigentlich nichts zum Baden hier erwarten, sondern nur Felsen. Aber drei Minuten zu Fuß entfernt war eine kleine Bucht, mit ca. 200m langem Sandstrand. Wir gingen fast jeden Morgen vor dem Frühstück schwimmen. Herrlich, so ganz allein. Es war niemand da, außer einer Meeresschildkröte, Schmetterlingen und türkisfarbenem Wasser. Ein kleines Paradies. Mich überkam der Gedanke, hier könnte ich leben. Nach ca. 3,5 Sekunden setzte automatisch der unausweichliche Realitätscheck ein und der Gedanke war weg.

    Am nächsten Morgen holten wir das Auto ab. Das war sprachlich etwas schwierig, konnte der Vermieter doch nur ein paar Brocken Englisch und schmiss merkwürdigerweise immer wieder eine italienische Vokabel rein, sah aber sehr taiwanesisch aus. Jedenfalls gab er auf meine Frage nach der Versicherung irgendwie zu verstehen, dass es die für Ausländer nicht mehr gäbe. Gar keine? Gar keine. Oh je, dass ist ja für uns Deutsche so, als würde man ohne Fallschirm springen. Versichern wir doch sonst so ziemlich alles. Dann halt ohne. Der Verkehr hier im Süden ist mehr als übersichtlich. Krugi steuerte uns zuerst zum Hengchung Chuhuo Geopark, dessen größter Pluspunkt immerwährende Feuer sind. Die entstehen, da permanent Naturgas aus der Erde tritt. Nur während der Monsunzeit zieht sich das Feuer unter die Erde zurück. Rund um das Feuer hatte man, für viele Touristen ausgelegt, eine ganze Reihe von Bauten und Infrastruktur angelegt. Wann kommen die denn alle?

    Weiter ging es zum Nationalmuseum für Meeresbiologie und Aquarium. Eine riesige Anlage mit Becken so groß hatte ich sie bisher auch noch nicht gesehen. Und erstaunt lernte ich, dass Wale und auch die Delfine von wolfsähnlichen Tieren abstammen, die sich vor Millionen von Jahren dahin entwickelten. Ich dachte immer, es sei andersrum gelaufen. Sind ja Säugetiere, hätte man vielleicht drauf kommen können. Nun, genau dafür gibt es diese Einrichtungen, damit man was mitbekommt. Besonders mitgenommen habe ich die Eindrücke von der großen Pinguinkolonie. Hier konnte man tatsächlich zahlenmäßig von einer Kolonie sprechen. Toll.
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