• Klitzekleine Tierchen

    Mar 26–28 in Taiwan ⋅ ☁️ 26 °C

    Das Auto nutzten wir am nächsten Tag, um in den Kenting Nationalpark einzutauchen. Mich überraschte etwas, dass alle Wege bestens ausgebaut und betoniert waren. Das lies man sich auch gut bezahlen. Wir sollten lernen, dass beides – die Natur war hier bestens ausgebaut, und es musste immer ein Eintritt bezahlt werden - hier absolut üblich war. Dennoch beeindruckte mich der Park, mit seinem Urwald und Gesteinsformationen und der Aussicht. Der Nationalpark ist noch viel größer, aber zum Glück ist dann der Rest auch ziemlich unberührt und nicht wirklich zugänglich. Vielleicht gar nicht so schlecht diese Art von Kompromiss. Das Wetter war heute nicht so gut – bedeckt, windig und ab und zu nieselte es. Zwei Vorteile hatte das aber – erstens, es war nicht zu warm, denn bei der Hitze, die es normalerweise hier gibt, will man nicht herumwandern. Zweitens, der Pazifik war aufgewühlt und klatschte laut spritzend gegen die Felsen und zusammen mit den Wolkenformationen war das noch aufregender als einfach „nur“ ein blauer Himmel. So fuhren wir, diese Mal im Osten, die Küste entlang. Fanden, bezahlten und genossen die Aussicht. Fanden auch ein Café, das geöffnet hatte (gar nicht so einfach) und aßen dort Poffertjes, was auch sonst.

    Und der vierte Tag, ja, der war wieder der Erholung gewidmet. Wir gingen ganze drei Mal an unserem Privatstrand baden. Am Abend hätte ich ihn fast wegen Überfüllung schließen lassen, waren doch gut 20 Leute da! Inzwischen hatte ich mir angewöhnt, mit langem Shirt zu baden. Die ersten Male zwickte es auf der Haut, wenn wir ins Wasser gingen. Da es nach kurzer Zeit vorbei war, ignorierten wir es. Als sich nach ein paar Stunden rote juckende Pusteln bei mir bildeten, kümmerte ich mich doch darum. Google gab preis, dass es in den Gewässern um Südtaiwan herum immer wieder eine für uns nicht sichtbare Planktonart gibt, die genau diese Reaktionen in Kombination mit Salzwasser und Haut verursacht. Wie schön. Wirklich schön war aber das Schwimmen. Und deshalb gingen wir weiter hinein. Man kann sich ja schützen. Aber das Wasser, die Gegend, waren einfach zu schön, um das nicht zu machen. Zum Glück war ein Bereich zum Schwimmen mit Bojen abgegrenzt, so dass es einigermaßen gefahrlos war. Eigentlich sehe ich Grenzen oft als einen zu diskutierenden Vorschlag an, aber hier hielt ich sie ein. Hatte ich doch viel zu viel Respekt vor dem großen, weiten Ozean. Und liebte ihn zu sehr.
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