• Horror Pannentag

    Nov 26–27, 2025 in Peru ⋅ ☀️ 31 °C

    Nach einer ruhigen Nacht wollten wir zügig losfahren. Nach dem gestrigen Offroadtag war es nötig einen Check vor der Abfahrt zu machen. Und Zack sahen wir wieder einen platten Reifen. Was für ein Dämpfer, nicht schon wieder. Wir hatten Glück im Unglück. Die Schraube konnten wir herausziehen und den Reifen flicken.
    Die Strecke raus zog sich mehr als erwartet und kalkuliert. Die Strecke war sehr holprig, deshalb entschieden wir uns das letzte Stückauf dem Strand zu fahren. Auf dem Strand ging es einiges schneller. Als wir aus dem Park fuhren, kam wieder nur Wellblech und schnelles fahren war unmöglich. Langsam wurde auch das Benzin weniger. Wir schafften es noch bis zur Tankstelle und konnten unseren Tank wieder füllen. Danach war unser Ziel die nächste grössere Stadt zu erreichen, da wir noch Wäsche waschen wollten und ein Ersatzteil für unseren Gas anschluss brauchten. Doch weit kamen wir nicht. Plötzlich verlor Schlumpf Bremskraft und es fing an verbrannt zu riechen. Wir schafften es gerade noch auf den Seitenstreifen um zu halten. Wir dachten es könnte das Radlager sein, dass durch ist, doch was wir dann sahen war schrecklich. Unsere hintere Achse ist gebrochen und das Rad lag nur boch auf der Trommelbremse und ist zum Glück nicht abgefallen.
    Wir müssen also einen Abschlepper auftreiben, denn hier endet die Fahrt erstmal. Von der nächsten Ortschaft sind wir 100 km entfernt, was alles schwieriger machte. Wir haben auf I Overlander eine Werkstatt gefunden und dieser hat uns den Tipp gegeben, dass auf der Panamericana (Mautstrasse) der Abschleppdienst kostenlos zu Verfügung steht. Das Problem war wir standen auf der Nebenstrasse der Panamericana. Wir mussten also irgendwie 100 m nach vorne kommen, um gratis abgeschleppt zu werden. Wir nüssen also improvisieren in Anbetracht von teurem Abschleppen und einer sicher noch viel teureren folgenden Reperatur.
    Dave baute die hintere Kardanwelle aus und suchte nach einem Baumstamm den wir an der kaputten Seite unter der Achse befestigen können um im Frontantrieb die hintere Achse wie auf einer Schlittenkuve ziehen zu können. Es war gar nicht so einfach einen stabilen Baumstamm zu finden in der Wüste. So musste Dave einen am Boden liegenden Baumstamm mit seinem Beil trennen was für eine anstrengende Arbeit. Doch unser Plan ging auf und wir konnten uns so bis zur Ausfahrt auf die Panamericana bewegen. Inzwischen ist schon dunkel geworden und wir mussten auf den Abschlepper warten, was nicht so angenehm war auf einer schnell befahrenen Strasse mitten im Nirgendwo. Der Abschlepper brachte uns dann bis zur nächsten Tankstelle wo die Mautstrasse endete, da gratis Abschleppen nur bis zur nächstliegenden Tankstelle ist was bei uns immerhin 50km waren.
    Dort übernachteten wir und liessen uns am nächsten Tag bis Piura in die Werkstatt abschleppen.
    Die improvisierte Konstruktion hat erstaunlich gut funktioniert und gehalten. Auf der Strasse nutzt sich der Baumstamm aber sehr schnell ab. Trotzdem hat die Konstruktion gehalten inklusive zwei mal auf und Absatteln auf Abschlepper.

    Wir waren bei dieser Panne viele Stunden mitten in der Wüste 100km entfernt vom nächsten Ort aber an einer befahrenen Strasse. Es ist das erste Mal in dieser Reise, dass wir Probleme haben und wirklich niemand angehalten hat um uns zu fragen ob wir Hilfe benötigen. Bis jetzt waren alle Menschen immer extrem Hilfbereit nur irgendwie haben es uns die Peruaner bis jetzt schwer gemacht uns wirklich willkommen geheissen zu fühlen...
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