• Fécamp

    Aug 12–13, 2024 in France ⋅ ☀️ 29 °C

    Leider haben wir nur wenig Zeit um uns Dieppe und Umgebung anzusehen. Der Hafen mit all seinen Cafes und Restaurants sowie der wirklich schöne Strand machen Lust auf mehr. Aber das Wetterfenster ist einfach zu attraktiv um ausgeschlagen zu werden. Zu gerne würden wir in den nächsten 2-3 Tagen in Cherbourg einlaufen. Klappt das, sind wir in einer wirklich kompfortablen Ausgangslage, um entspannter weiterzudampfen. Denn Portugal ist dann „nur noch ein paar Wetterfenster“ entfernt. Und wieder klingelt der Wecker Morgens um 5:30 Uhr. Um Punkt 6 Uhr legen wir ab und verlassen bei Dunkelheit den schützenden Hafen. Ich halte heute vorne auf dem Bug Ausschau, da unser Radar heute nicht davon zu überzeugen war, das es benötigt wird. Die Technik und der Bildschirm für das Radar lassen sich anschalten, aber sobald ich den Radarbalken einschalte (was ordentlich Energie frisst) damit sich dieser dreht und beginnt die Gegend abzuscannen, stürzt unser Navigationscomputer ab. Dieser wiederum muss laufen, damit man den Radarbalken zum Drehen bringen kann. Ich versuche es 3-4 Mal. Das Ergebnis in allen Fällen: Der Navigationscomputer verabschiedet sich mit schwarzem Bildschirm und muss neu gestartet werden. Also geht es raus an die frische Luft, selber die Umgebung scannen. Um diese Uhrzeit ist allerdings glücklicherweise noch nicht viel vor dem Hafen los. Wie jeden Morgen, seitdem wir die Nordsee befahren, nutzen wir dankbar die einsetzende Ebbe um TROLL mit Hilfe des Tidenstroms noch vor dem Mittagessen nach Fécamp zu navigieren. Wind und Wetter entsprechen der Wettervorhersage, so das wir ganz entspannt Richtung Fécamp cruisen. Wie schon in den letzten Tagen gibt es auf dem Weg zum Ziel so einige Fischer-Netze und -Reusen zu umfahren. Leider ist die Kennzeichnung dieser Netze und Reusen nicht immer optimal (mal gut sichtbare Bojen, manchmal aber auch dunkle Kanister die als Bojen genutzt werden, aber nicht gut zu sehen sind - Sparmassnahmen einiger Fischer) so das sie durchaus zur Gefahr werden können. Denn verfängt sich das Netz in unseren Schrauben, so sind wir erstmal lahmgelegt. Nahe der Küste kann das schnell so richtig uncool werden. Aus diesem Grunde fahren wir vorsichtshalber nur mit einem Motor. So kann man im Notfall kurz Tauchen um das Fischernetz soweit zu zerschneiden, das es nicht noch in die zweite Schraube gerät. Klappt das, bringt man sich mit dem zweiten Motor aus der Gefahrenzone. Wir hoffen, dass unserem treuem TROLL dieses Abenteuer erspart bleibt. Kurz vor dem Ziel versuche ich noch einmal, dass Radar zu aktivieren: Funktioniert einwandfrei! Wunderbar - die Fehlersuche verspricht spassig zu werden. Gegen 11:00 Uhr laufen wir in Fécamp ein. Wir bekommen einen Kopfsteg zugewiesen so das das Anlegen superentspannt ist. Dann gehts direkt zum Hafenbüro. Doch das wird gerade abgeschlossen: Excusez moi, Mittagspause! Und die ist hier von 12:00 - 14:30 Uhr. Wir nutzen die Zeit für einen kurzen Spaziergang zum Strand, der hier aus Kieselsteinen besteht aber auch sehr schön ist. Da das Wetter sich gegen 15:00 Uhr plötzlich schlagartig verschlechtert, wimmelt es im Hafen plötzlich von Booten die alle ein Plätzchen suchen. Wir nehmen ein belgisches Segelboot längsseits, da der Hafen nicht gross genug für alle ist, die bleiben möchten. Dann gehts in die Stadt - spazieren gehen und ein paar Kleinigkeiten einkaufen! Dabei stolperen wir über ein ehemaliges Kloster, welches heute eine Destillerie ist und sind überwältigt: Was für ein prächtiger Bau! Zurück im Hafen unterhalten wir uns noch sehr angeregt mit dem Kapitän des Segelschiffs „Mareike“. Ein sehr sehr netter Einhandsegler, der das gleiche Ziel hat wie wir und den wir in Calais kennengelernt haben. Er ist heute ein paar Stunden vor uns in Fécamp eingelaufen. Sein nächster Stop: Chebourg. Dann gehts früh ins Bett, denn Morgen früh klingelt der Wecker wieder um 5:30 UhrRead more