• Schwarzfahren auf holprigen Strassen

    3 maggio, Ungheria ⋅ ☀️ 21 °C

    Der Start in den Tag ist unspektakulär. Wir kommen ohne Hektik los, der Himmel ist wieder klar und blau. Kurz nach der Abfahrt ändern wir unsere ursprüngliche Planung: Statt über Győr fahren wir nun nördlich am Balaton vorbei, über Székesfehérvár weiter in Richtung Kecskemét. Die Namen muss man ein paar Mal lesen, bis sie sitzen.

    Die Strecke verläuft größtenteils über Landstraßen und soll laut Navigation mautfrei sein. Allerdings tauchen immer wieder Mautbrücken über der Straße auf. Das passt nicht ganz zusammen und sorgt für Unsicherheit. Also halten wir an und versuchen, das Thema zu klären. Nach gut einer Stunde Recherche mit teils widersprüchlichen Angaben auf offiziellen Seiten entscheiden wir uns für eine Vignette, von der wir hoffen, dass sie die richtige ist. Ganz sicher sind wir nicht – ob für den bisherigen Abschnitt doch noch Gebühren oder gar Bußgelder anfallen, wird sich zeigen.

    Die Weiterfahrt ist dann eher zweckmäßig. Wir kommen durch viele kleinere Orte, die Straßen sind teilweise in sehr schlechtem Zustand. Es rüttelt und klappert ordentlich – unabhängig davon, ob wir schneller oder langsamer fahren. Der Fahrradträger verändert unterwegs selbstständig seine Position, und auch im Innenraum bleibt nichts ganz an seinem Platz. Die Mikrowelle verschwindet kurzerhand im Schrank, ohne dass wir nachhelfen.

    Die lange Fahrt lässt Zeit für Gedanken. Die Landschaft erinnert mich immer wieder an unsere Tour durchs Baltikum. Wenig Industrie, viele kleine Dörfer, dazwischen weite, offene Ebenen. Die Straßen sind über weite Strecken schlecht. Auch die Sprache bleibt für mich ungewohnt und schwer greifbar - nicht ableitbar, die orientierung fast nur am Navi.

    Gegen Abend erreichen wir schließlich ein Naherholungsgebiet mit einem kleinen See. Dort wollen wir die Nacht verbringen und es ruhig angehen lassen – nach der Strecke genau das Richtige.
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