Wildschweinabwehr und bunte Friedhöfe
10 maggio, Romania ⋅ ⛅ 18 °C
Die letzte Nacht ist eigentlich fast perfekt – wenn nicht die Wildschweinabwehr gewesen wäre. Irgendwann kurz nach Einbruch der Dunkelheit, ziemlich genau zur Zeit des ersten Einschlafens, beginnt draußen ein dauerhaftes Piepen. Über eine halbe Stunde lang. Juliane reicht mir irgendwann Ohrenstöpsel, wodurch das Ganze zumindest erträglich wird. Im Laufe der Nacht wiederholt sich das Schauspiel mehrfach. Irgendwann gewöhnt man sich offenbar daran oder resigniert einfach.
Am Morgen besorgen wir uns an der Information zwei Eintrittskarten, und eine Rangerin schließt uns die Holzkirche der Heiligen Erzengel Michael und Gabriel auf. Die Kirche stammt aus dem 18. Jahrhundert und wirkt innen deutlich kleiner, als man von außen vermutet. Wände und Decke sind vollständig mit bunten biblischen Szenen bemalt. Auf den Bänken und selbst auf dem Boden liegen gemusterte Stoffe. Der Raum ist traditionell aufgeteilt: vorne der Bereich für die Männer, dahinter der für die Frauen. Wir hinterlassen noch einen kleinen Beitrag für die Renovierung und fahren weiter.
Unser nächstes Ziel ist der Fröhliche Friedhof. Eigentlich sind es nur etwa sechzig Kilometer, durch die kurvige und teilweise gebirgige Strecke brauchen wir jedoch fast zwei Stunden.
Der Friedhof wirkt tatsächlich ungewöhnlich freundlich – soweit man das über einen Friedhof sagen kann. Die Grabkreuze sind bunt bemalt und zeigen Szenen aus dem Leben oder Hinweise auf den Tod der jeweiligen Person. Manche wirken ernst, andere fast humorvoll. Auch die dazugehörige Kirche fällt sofort auf. Innen wie außen ist sie reich mit bunten Ornamenten und Motiven verziert und erinnert stellenweise eher an einen buddhistischen Tempel als an eine orthodoxe Kirche.
Nach einem verspäteten Mittagessen in einem der touristischen Lokale sehen wir uns noch einen alten Waschplatz an. Dort werden zwei große Waschbecken direkt mit sprudelndem Bachwasser gespeist.
Danach fahren wir weiter zu einer größeren Klosteranlage in der Nähe. Eigentlich wollen wir dort den restlichen Tag verbringen. Unter den großen Kastanienbäumen gibt es allerdings keinen Internetempfang – ein heutzutage nicht zu unterschätzender Mangel. Also zieht es uns weiter entlang des Grenzflusses zur Ukraine hinauf in die Berge.
Dort finden wir oberhalb einer kleinen Klosterkirche einen abgelegenen Platz für die Nacht. Ruhig, einsam und diesmal hoffentlich ohne technische Wildschweinabwehr.Leggi altro


















Viaggiatore
Es sollte mehr lustige Friedhöfe geben.