• Aufwärts ⏫

    February 25 in Belgium ⋅ ⛅ 14 °C

    Heute macht das Wetter alles wieder gut: Strahlend blauer Himmel, Sonne und Temperaturen weit über 10 Grad. Heute habe ich die Schlüsselstelle der ganzen Tour vor mir: Den Aufstieg aus der Tiefebene hinauf aufs Hohe Venn.
    Ich fahre noch ein Stück die Rur hinauf und biege dann ins Kalltal ab. Hier war vor 70 Jahren ein Schwerpunkt der Kämpfe im Hürtgenwald. Heute ist es ein idyllisches Wald- und Wiesental mit einem munteren Fluss. Mein Rad schraubt sich auf kleinen Straßen und Waldwegen allmählich immer höher. Ich habe immer einen Blick auf dem Höhenmesser, denn die 550 Meter muss ich heute noch erreichen.
    Schließlich öffnet sich das Tal, ich bin oben auf der Hochebene und erreiche nach kurzer Zeit den Radweg auf der ehemaligen Vennbahn. Die Bahn hat ihren Betrieb längst eingestellt und auf der Trasse wurde ein sehr komfortabler Radweg gebaut: 3 m breit, asphaltiert und wie bei der Eisenbahn üblich mit einer Steigung von maximal 2 %. Witzigerweise wurde nach dem Ersten Weltkrieg das Grundstück der Vennbahn dem belgischen Staatsgebiet zugeschlagen. Deshalb stehen rechts und links der Bahn überall Grenzsteine, und eigentlich bewege ich mich schon auf belgischem Territorium. Ich passiere Monschau, das tief unter mir im Tal liegt, und bald darauf auch die (eigentliche) belgische Grenze. Ab hier hört man ein munteres Durcheinander aus Französisch, Deutsch und Flämisch.
    Plötzlich, nur 10 km von meinem Tagesziel entfernt, habe ich einen Platten. Mir bleibt nichts übrig, als hier, auf offener Strecke, einen neuen Schlauch einzuziehen. Ein gemeiner Dorn hat tatsächlich das viele Millimeter dicke Material des Schwalbe Marathon durchstochen.
    Schließlich erreiche ich meine Unterkunft in Ondenval, auf deutsch Niedersteinbach, und muss erstmal die Heizung einschalten, denn drinnen sind es nur 16 Grad.
    Read more